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Personalpronomina

Subsysteme und Grammatikalisierung

Title: Personalpronomina

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 33 Pages , Grade: 1

Autor:in: Petra Jecker (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Personalpronomina bilden eine Unterklasse der Pronomina. In vielen Sprachen lassen sie sich hinsichtlich ihrer Funktion und z. T. auch ihrer morphologischen Form noch weiter unterteilen. So unterscheidet man in den romanischen Sprachen gängigerweise zwischen starken und klitischen Pronomina. Und auch im Deutschen kann hinsichtlich ihrer Verwendung zwischen betonten und unbetonten Pronomina unterschieden werden. Neuere Untersuchungen von Anna Cardinaletti und Michal Starke weisen darauf hin, dass sich Personalpronomina generell und über verschiedene Sprachen hinweg in drei Typen unterteilen lassen: starke, schwache und klitische Pronomina.
Diese Einteilung in drei Typen entspricht bei näherer Betrachtung einer Abstufung von eher lexikalischen hin zu mehr funktionalen Zeichen. Funktionale (oder auch grammatische) Zeichen unterscheiden sich von lexikalischen dadurch, dass sie keine lexikalisch-semantischen Merkmale tragen. Sie referieren nicht selbständig, sondern sind ausschließlich für die grammatischen Aspekte des Sprachsystems verantwortlich. Dabei ist der Unterschied zwischen lexikalischen und grammatischen Zeichen graduell, d. h., sprachliche Zeichen können nach der Grammatikalisierungstheorie von Christian Lehmann auf einer Skala zwischen diesen beiden Polen eingeordnet werden.
In dieser Arbeit werden die von Cardinaletti und Starke erarbeiteten drei Typen von Personalpronomina anhand deutscher und italienischer Beispiele vorgestellt und auf ihre unterschiedliche Grammatizität hin untersucht. Darauf aufbauend soll festgestellt werden, inwieweit sich diese Unterteilung mit der Grammatikalisierungstheorie von Lehmann vereinbaren lässt und inwiefern die beiden unterschiedlichen Herangehensweisen füreinander von Nutzen sein können, um gemeinsam zu einem tieferen Verständnis grammatischer Zusammenhänge beizutragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Verschiedene Typen von Personalpronomina

2 Das System der Personalpronomina

2.1 Personalpronomina: stark vs. defizient

2.2 Defiziente Pronomina: schwach vs. klitisch

2.2.1 Die defizienten Pronomina des Italienischen

2.2.2 Die defizienten Pronomina des Deutschen

2.3 Personalpronomina: stark – schwach – klitisch

3 Das Grammatikalisierungsmodell von Lehmann

3.1 Grammatikalisierung

3.2 Bestimmung der Grammatizität

3.3 Die Grammatikalisierungsskala

3.4 Grammatikalisierungszyklen

3.4.1 Grammatikalisierung auf diachroner Ebene

3.4.2 Grammatikalisierung auf synchroner Ebene

3.4.3 Der Grammatikalisierungszyklus der Personalpronomina

4 Die Grammatizität der Personalpronomina

4.1 Integrität

4.2 Skopus

4.2.1 Das Pronomen als Argument des Verbs

4.2.2 Das Pronomen und die koreferente DP

4.3 Paradigmatizität

4.4 Fügungsenge

4.4.1 Die Fügungsenge zwischen Pronomen und Verb

4.4.2 Die Fügungsenge zwischen Pronomen und koreferenter DP

4.5 Wählbarkeit

4.5.1 Die Wahl des Paradigmas

4.5.2 Die Wahl des Zeichens

4.6 Stellungsfreiheit

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das System der Personalpronomina im Deutschen und Italienischen hinsichtlich ihrer Grammatizität. Ziel ist es, auf Basis der von Cardinaletti und Starke erarbeiteten Pronominaltypen und des Grammatikalisierungsmodells von Lehmann zu analysieren, wie sich diese Typen in den Prozess der Grammatikalisierung einordnen lassen.

  • Differenzierung von Personalpronomina in starke, schwache und klitische Formen
  • Analyse der morphologischen und syntaktischen Eigenschaften der Pronomina
  • Anwendung des Grammatikalisierungsmodells von Christian Lehmann auf Pronominalsysteme
  • Vergleichende Untersuchung der Grammatizität im Deutschen und Italienischen
  • Untersuchung von Parametern wie Integrität, Skopus, Paradigmatizität, Fügungsenge und Stellungsfreiheit

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung: Verschiedene Typen von Personalpronomina

Personalpronomina bilden eine Unterklasse der Pronomina. Von anderen Pronomina unterscheiden sie sich in erster Linie hinsichtlich ihrer Funktion, oft auch in ihrer morphologischen Form.

Aber auch die Personalpronomina selbst lassen sich hinsichtlich ihrer Funktion und in vielen Sprachen auch aufgrund der morphologischen Formen weiter unterteilen. In den romanischen Sprachen unterscheidet man gängigerweise zwischen starken und klitischen Pronomina: Starke Pronomina werden unter Betonung verwendet, klitische Pronomina in den übrigen Fällen. Die Bezeichnung ‚klitisch‘ bezieht sich auf die Eigenart dieser Pronomina, sich an das Verb anzulehnen¹ (cf. Cardinaletti 1999:33).

Die Personalpronomina des Deutschen bilden ein einheitliches morphologisches Paradigma. Hinsichtlich ihrer Verwendung lassen sich diese jedoch ebenfalls in betonte und unbetonte Pronomina unterteilen. Allerdings verhalten sich die unbetonten Pronomina nicht genauso wie die klitischen Pronomina der romanischen Sprachen (cf. Cardinaletti/Starke 1996:21-24). Dies und die Tatsache, dass es in den romanischen Sprachen auch noch Pronomina gibt, die sich weder den starken noch den klitischen Typen eindeutig zuordnen lassen, haben Anna Cardinaletti und Michal Starke zu dem Schluss geführt, dass es generell drei Typen von Personalpronomina gibt. Sie haben dies anhand vieler Sprachen überprüft (cf. Cardinaletti/Starke 1996:27) und die Ergebnisse in verschiedenen Arbeiten dargelegt. Durch ihre Ausführungen fiel mir auf, dass diese Einteilung in drei Typen im Prinzip einer Abstufung von lexikalischeren hin zu mehr funktionalen Zeichen entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Verschiedene Typen von Personalpronomina: Diese Einleitung führt in die Differenzierung von Personalpronomina ein und stellt die Fragestellung der Arbeit vor, die sich mit der Grammatizität verschiedener Pronominaltypen befasst.

2 Das System der Personalpronomina: Das Kapitel beschreibt die klassifikatorische Unterscheidung in starke, schwache und klitische Pronomina anhand von Beispielen aus dem Deutschen und Italienischen.

3 Das Grammatikalisierungsmodell von Lehmann: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Grammatikalisierungsmodells von Christian Lehmann erläutert, insbesondere die Parameter zur Bestimmung der Grammatizität.

4 Die Grammatizität der Personalpronomina: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die Pronominaltypen anhand der Lehmannschen Parameter systematisch auf ihre jeweilige Grammatizität hin untersucht werden.

5 Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse der Untersuchung werden zusammengefasst und die Ansätze von Cardinaletti/Starke und Lehmann zueinander in Bezug gesetzt.

Schlüsselwörter

Personalpronomina, Grammatikalisierung, Grammatizität, Cardinaletti, Starke, Lehmann, starke Pronomina, schwache Pronomina, klitische Pronomina, Morphologie, Syntax, Paradigmatizität, Fügungsenge, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das System der Personalpronomina, insbesondere deren Klassifizierung und ihren Status innerhalb von Grammatikalisierungsprozessen im Deutschen und Italienischen.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Zentrale Felder sind die morphosyntaktische Differenzierung von Personalpronomina in starke, schwache und klitische Formen sowie die Anwendung theoretischer Grammatikalisierungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Pronominaltypen von Cardinaletti und Starke auf ihre Grammatizität hin zu untersuchen und zu prüfen, wie sich diese Typen in das Grammatikalisierungsmodell von Lehmann einordnen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative linguistische Analyse, indem sie das Deutsche und das Italienische gegenüberstellt und die Pronomina anhand definierter Parameter wie Integrität oder Skopus bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Parameter der Grammatizität (Integrität, Skopus, Paradigmatizität, Fügungsenge, Wählbarkeit, Stellungsfreiheit) in Bezug auf die verschiedenen Pronominaltypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Personalpronomina, Grammatikalisierung, Grammatizität, starke/schwache/klitische Pronomina sowie syntaktische und morphologische Paradigmen.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen schwachen und klitischen Pronomina?

Diese Unterscheidung erfolgt unter anderem über die Position zum Verb sowie über syntaktische Distributionseigenschaften, wobei klitische Formen stärker an das Verb gebunden sind als schwache Formen.

Welche Rolle spielt das Pronomen "es" im deutschen System?

Das deutsche "es" wird als defizientes Pronomen identifiziert, das aufgrund seiner besonderen Eigenschaften, wie dem Fehlen eines starken Gegenstücks, eine Ausnahmestellung im deutschen System einnimmt.

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Details

Title
Personalpronomina
Subtitle
Subsysteme und Grammatikalisierung
College
University of Cologne  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur)
Course
Oberseminar: Sprachwandel
Grade
1
Author
Petra Jecker (Author)
Publication Year
2000
Pages
33
Catalog Number
V140445
ISBN (eBook)
9783640475537
ISBN (Book)
9783640475438
Language
German
Tags
Personalpronomen Grammatikalisierung Pronomen Pronomina Personalpronomina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Petra Jecker (Author), 2000, Personalpronomina, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140445
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