„Schon in der Bibel werden Sicherheitsaspekte im 5. Buch Mose, Kapitel 22, Vers 8
erwähnt. Dort wird eine Vorschrift zum Hausbau dokumentiert: "Wenn du ein neues Haus
baust, so mache ein Geländer ringsum auf deinem Dache, damit du nicht Blutschuld auf
dein Haus lädst, wenn jemand herabfällt". In der Zeit vor Christus thematisiert
systematisch wohl erstmals Hippokrates mögliche negative Folgen der Arbeit. Er erwähnte
Haltungsschäden bei Schneidern, Blei- und Quecksilbervergiftungen bei Bergarbeitern
sowie Augenentzündungen bei Schmieden. Auch im Römischen Recht wurden in der
Zeitrechnung nach Christus schon Luftverunreinigungen verboten.“1
Innerhalb dieser Ausarbeitung möchten wir uns mit den komplexen Mechanismen des
Arbeitsschutzes innerhalb betrieblicher Organisationen beschäftigen.
Dem vorangestellten Beispiel eines „geschichtlichen Rückblicks“ mag so mancher
vielleicht eher mit einem gewissen Maß an Hohn entgegentreten. Doch es zeigt uns klar,
dass einzelne Aspekte des Arbeitsschutzes sehr weit innerhalb der Geschichte verwurzelt
sind und auch schon vor tausenden Jahren ein wichtiges Thema für die Menschen
darstellte.
Mit dieser Arbeit möchten wir dem Leser neben einer Begründung des Arbeitsschutzes und
einem Überblick über Gesetzestexte auch einige praxisnahe Beispiele der Umsetzung
bieten.
Neben präventiven Gesichtspunkten sprechen wir auch einige Belastungsfaktoren an,
denen eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern
ausgesetzt sind.
Zur besseren Veranschaulichung bieten wir dem Leser einige Beispiele an Checklisten, mit
denen beispielsweise Sicherheitsbeauftragte eines Unternehmens arbeiten können.
Insbesondere für uns, als angehende Haupt- und Realschullehrer ist es sehr interessant, sich
mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Eine Vielzahl unserer späteren Schülerinnen und
Schüler werden einen Ausbildungsberuf ergreifen, und sich in eben jenen Strukturen
wieder finden, die wir an dieser Stelle unter dem Gesichtspunkt des Arbeitsschutzes etwas
näher beleuchten wollen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort:
2. Begriffsdefinitionen:
2.1 Arbeitsschutz:
2.2 Arbeitssicherheit:
2.3 Arbeitsbedingte Belastungen:
3. Allgemeine Begründung von Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit:
3.1 Humane Perspektive:
3.2 Wirtschaftliche Perspektive:
3.3 Volkswirtschaftliche Perspektive:
4. Diverse Vorschriften im Kontext des Arbeitsschutzes:
4.1 Gesetze zur Sicherheit und Gesundheit - Beispiele:
4.2 Verordnungen zur Sicherheit und Gesundheit - Beispiele:
4.3 Technische Regeln zur Sicherheit und Gesundheit - Beispiele:
4.4 Berufsgenossenschaftliche Vorschriften zur Sicherheit und Gesundheit - Beispiele:
5. Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen unter präventiven Gesichtspunkten:
6. Ausgewählte Belastungsfaktoren für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in betrieblichen Organisationen:
6.1 Stress:
6.2 Körperliche Belastungen:
6.3 Sucht:
7. Die Funktion von Sicherheitsbeauftragten und Sicherheitsgesprächen:
8. Nachwort / Resümee:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen Mechanismen des Arbeitsschutzes in betrieblichen Organisationen zu erläutern, gesetzliche Grundlagen aufzuzeigen und die Relevanz präventiver Maßnahmen durch eine praxisnahe Darstellung zu verdeutlichen.
- Definition zentraler Begriffe wie Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und arbeitsbedingte Belastungen.
- Darstellung der humanen, wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Begründungen von Arbeitssicherheit.
- Überblick über relevante Gesetze, Verordnungen und Berufsgenossenschaftliche Vorschriften.
- Analyse betrieblicher Belastungsfaktoren wie Stress, körperliche Beanspruchung und Sucht.
- Erläuterung der Rolle und Funktion von Sicherheitsbeauftragten im betrieblichen Alltag.
Auszug aus dem Buch
6.1 Stress:
Der immer zunehmende Zeit- und Kostendruck, sowie die kurzfristig wechselnden Aufgaben und Einsatzgebiete der Mitarbeiter führt langfristig gesehen zu Stress.
Der Stress bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physiologische Reaktionen bei Menschen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, zum anderen, die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung. Die Stressoren können z.B. physikalischer Natur sein (Kälte, Hitze, Lärm) oder toxische Substanzen (Zigarettenrauch) sein. Auch bestimmte eigene Einstellungen, Erwartungshaltungen und Befürchtungen können auf emotionaler Ebene Stressoren sein. Stress ist also die Anpassung des Körpers an diese Stressoren, bzw. seine Reaktion auf diese.
Typische Stress-/Panik-/Krisen-Reaktionen bei Erwachsenen können sein:
- Gehirn: Abbau von Gehirnmasse, Einschränkung der emotionalen Ebene, Durchblutungsstörungen im Gehirn
- Gefühle: Traurigkeit, Ärger, Schuld, Vorwürfe, Angst, Verlassenheit, Müdigkeit, Hilflosigkeit, Schock, Jammern, Emanzipation, Erleichterung, Taubheit, Leere, Hoffnungslosigkeit, Demütigung
- Kognition: Ungläubigkeit, Verwirrung, Vorurteile, Konzentration, Halluzinationen, Übelkeit, Übersensibilität bei Lärm
- Verhalten: verminderte Kreativität, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Geistesabwesenheit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitende Betrachtung der historischen Verwurzelung von Sicherheitsaspekten und Zielsetzung der Ausarbeitung.
2. Begriffsdefinitionen: Klärung der Basisbegriffe Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit und arbeitsbedingte Belastungen zur einheitlichen Grundlage.
3. Allgemeine Begründung von Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit: Darlegung der humanen, wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen.
4. Diverse Vorschriften im Kontext des Arbeitsschutzes: Zusammenstellung der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Regelwerke, die den Arbeitsschutz in Deutschland definieren.
5. Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitsmaßnahmen unter präventiven Gesichtspunkten: Erläuterung technischer, organisatorischer und persönlicher Maßnahmen zur Unfallvermeidung.
6. Ausgewählte Belastungsfaktoren für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in betrieblichen Organisationen: Analyse psychischer und physischer Belastungen sowie des Themas Sucht im betrieblichen Umfeld.
7. Die Funktion von Sicherheitsbeauftragten und Sicherheitsgesprächen: Beschreibung der Rolle, Aufgaben und notwendigen Eigenschaften von Sicherheitsbeauftragten.
8. Nachwort / Resümee: Reflexion über die Komplexität der Thematik und die Bedeutung der dargestellten Sicherheitsstrukturen.
Schlüsselwörter
Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Gesundheitsförderung, Prävention, Unfallverhütung, Belastungsfaktoren, Stress, Arbeitsplatzgestaltung, Sicherheitsbeauftragte, Arbeitsunfall, Gesetzliche Grundlagen, Arbeitsschutzgesetz, Suchtprävention, Ergonomie, Betriebliche Organisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Mechanismen des Arbeitsschutzes innerhalb betrieblicher Organisationen sowie der Relevanz von Sicherheit für Mitarbeiter und Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Arbeitsschutzes, präventive Maßnahmen zur Unfallvermeidung und der Umgang mit spezifischen Belastungsfaktoren wie Stress oder Sucht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser ein fundiertes Verständnis für die Notwendigkeit von Arbeitsschutz zu vermitteln und praktische Ansätze zur Umsetzung und Gefährdungsbeurteilung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Aufbereitung bestehender gesetzlicher Vorschriften und fachspezifischer Handbücher zur Arbeitssicherheit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung von Arbeitsschutz, die Vorstellung relevanter Regelwerke, präventive Maßnahmen sowie die detaillierte Betrachtung von Belastungsfaktoren und der Rolle der Sicherheitsbeauftragten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Prävention, Unfallverhütung, Sicherheitsbeauftragte, psychische und physische Belastungen sowie Betriebliche Gesundheitsförderung.
Warum ist der Arbeitsschutz aus wirtschaftlicher Sicht für Unternehmen relevant?
Effektiver Arbeitsschutz reduziert "Störfälle" und Arbeitsunfälle, was den ökonomischen Erfolg der Organisation steigert und die Produktivität sichert.
Was unterscheidet den Sicherheitsbeauftragten von einem Vorgesetzten?
Sicherheitsbeauftragte sind freiwillige Helfer ohne Weisungsbefugnis. Sie haben keine Vorgesetztenfunktion, sondern unterstützen durch Vorbildfunktion und Meldung von Mängeln.
Wie gehen Unternehmen mit Suchterkrankungen bei Mitarbeitern um?
Das Dokument empfiehlt präventive Maßnahmen wie das Erschweren des Zugangs zu Suchtmitteln, Vorbildverhalten der Führungskräfte sowie die Aufklärung der Belegschaft.
Welche Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung bei der Arbeitssicherheit?
Sie dient als Basis, um Gefährdungen und Belastungen systematisch zu erfassen, Prüffristen für Betriebsmittel festzulegen und geeignete Schutzmaßnahmen zu definieren.
- Quote paper
- Jacob Stuke (Author), 2008, Arbeitsschutz in betrieblichen Organisationen – Gesetzliche Grundlagen und ausgewählte Belastungsfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140446