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Die Position des Hieronymus in den trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts

Title: Die Position des Hieronymus in den trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magnus Kerkloh (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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„Schroffe Gegensätze in der Beurteilung durch die Mitwelt sind das unvermeidliche Los aller, die als Führer ihrer Zeit neue Bahnen gewiesen haben. Erst der Abstand der Geschichte weitet das Blickfeld [...] und rückt die handelnden Personen in die rechte Beleuchtung. [...] Dem ‚heißblütigen Dalmatiner’ Hieronymus war das nicht beschieden.“ - Diese, hier auf den Charakter des Hieronymus zielende Aussage, läßt sich mit Recht auch auf die ihm zuteil gewordene Bewertung als Theologe beziehen, und zwar bis in die Gegenwart hinein: Stefan Rebenich weist darauf hin, daß über Hieronymus „fast durchweg aus der Retrospektive geurteilt wurde, daß, mit anderen Worten, aktuelle theologisch-konfessionelle und weltanschauliche Positionen die Beurteilung des Hieronymus bestimmten.“
Denn obwohl gerade zu seiner Beurteilung „die Quellen so reichlich wie bei wenigen anderen seiner Zeit“ fließen, ergeben sich v. a. zwei Schwierigkeiten: Zum einen ist Hieronymus bei der Formulierung seiner Schriften stets genau auf die Wirkung beim jeweiligen Rezipienten bedacht . Zu den von ihm eingesetzten literarischen Mitteln gehört auch die Satire , was die Unterscheidung zwischen ernst gemeinten und ironisierenden Aussagen z. T. nicht leicht macht. Zum anderen „finden sich bei ihm viele Widersprüche und eine inkonsequente Haltung in grundsätzlichen Fragen.“
Diese Schwierigkeiten liegen auch der Analyse von Hieronymus’ Haltung zur trinitätstheologischen Debatte des 4. Jahrhunderts zugrunde, zu der er sich in seiner Epistel 15 an Damasus von Rom geäußert hat.
Um sich seiner Position zu nähern, soll die Epistel zunächst in den biographischen Rahmen des Hieronymus sowie in den größeren Kontext der theologischen Diskussion eingeordnet werden unter besonderer Berücksichtigung der konkreten, für Hieronymus auch persönlich wichtigen Situation in Antiochien. Sodann soll versucht werden, die Aussagen des Hieronymus in Epistel 15 zu deuten - wobei es gilt, mit dem Vorhandensein der oben genannten „Stolpersteine“ zu rechnen.
Zum Schluß wird ein Antwortversuch gemacht werden müssen auf die Frage, inwieweit Hieronymus - soweit aus der Analyse der Epistel 15 erkennbar - die Bedeutung der Trinitätsdebatte tatsächlich verstanden und sich ernsthaft damit auseinander gesetzt hat.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2. 1 Der biographische Hintergrund

2. 2 Der theologiegeschichtliche Hintergrund

2. 2. 1 Die Entwicklung des Streits

2. 2. 2 Die Parteien in Antiochien

2. 3 Hieronymus’ Meinung nach Brief 15

3. Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Position des Kirchenvaters Hieronymus innerhalb der trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Hieronymus in seiner Epistel 15 an Damasus von Rom Stellung zu den kontroversen theologischen Auseinandersetzungen seiner Zeit bezieht und inwieweit er die Bedeutung dieser Trinitätsdebatte verstanden und reflektiert hat.

  • Biographische Einordnung des Hieronymus im Kontext seines Wüstenaufenthalts
  • Analyse des theologiegeschichtlichen Hintergrunds seit dem Konzil von Nizäa
  • Untersuchung der komplexen Streitsituation in Antiochien
  • Deutung der Aussagen in Hieronymus' Brief 15 im Lichte seiner theologischen Position
  • Bewertung der Auseinandersetzung mit der Terminologie von "Substanz" und "Hypostase"

Auszug aus dem Buch

2. 2. 1 Die Entwicklung des Streits seit dem Konzil von Nizäa

Eine erste allgemein verbindliche lehramtliche Stellungnahme zur Frage nach Einheit und Dreiheit in Gott, die „das zentrale dogmatische Problem des 4. Jahrhunderts“ darstellte, wurde auf dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 getroffen. Anlaß war die um 318 formulierte, explizit subordinatianistische Lehre des Arius. Dagegen formulierte das Konzil als „Kernsatz: Als Sohn ist Christus wahrer Gott aus dem Sein des Vaters, Wesenseins mit diesem (homousios).“ Dieser Satz - obwohl auf dem Konzil von einer großen Mehrheit gebilligt - erwies sich in der Folgezeit als problematisch, da man damit „ontologische Aussagen gemacht [hatte], deren Bedeutung ungeklärt war.“

In unserem Zusammenhang ist wichtig, daß in einem als Anathema formulierten Anhang an das nizänische Glaubensbekenntnis die Begriffe „ousia“ und „hypostasis“ in gleicher Bedeutung verwendet werden - dies konnte „für die origenistisch geprägte Majorität [...] nur bedeuten, daß der Sohn dieselbe Existenz wie der Vater habe, was die Annahme einer hypostatischen Identität nahelegte und damit auf Modalismus (Sabellianismus) hinauslief“ - und das ist genau der Vorwurf, dem sich Hieronymus nach eigener Aussage ausgesetzt sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der wissenschaftlichen Beurteilung des Hieronymus und Darstellung des methodischen Vorgehens anhand seiner Epistel 15.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse des biographischen und theologiegeschichtlichen Rahmens sowie der spezifischen Briefinhalte in Bezug auf die Trinitätsdebatte.

2. 1 Der biographische Hintergrund: Beschreibung der Lebensumstände des Hieronymus während seines Aufenthalts in der Wüste von Chalkis zwischen 376 und 379.

2. 2 Der theologiegeschichtliche Hintergrund: Darstellung der Entwicklung des trinitarischen Streits seit dem Konzil von Nizäa und der spezifischen Situation in Antiochien.

2. 2. 1 Die Entwicklung des Streits: Analyse der dogmatischen Entwicklung von Nizäa bis hin zu den Bemühungen der Kappadozier.

2. 2. 2 Die Parteien in Antiochien: Vorstellung der konkurrierenden bischöflichen Bewerber in Antiochien und deren jeweilige kirchliche Positionen.

2. 3 Hieronymus’ Meinung nach Brief 15: Deutung der Haltung des Hieronymus in seinem Brief an Damasus und die kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen "Substanz" und "Hypostase".

3. Schluß: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Hieronymus und Einordnung seiner Position in die lateinische Theologietradition.

Schlüsselwörter

Hieronymus, Trinität, Epistel 15, Damasus von Rom, 4. Jahrhundert, Antiochien, Hypostase, Ousia, Nizäa, Theologiegeschichte, Kirchenväter, Subordinatianismus, Sabellianismus, Meletius, Paulinus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die theologische Position des Kirchenvaters Hieronymus in den trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts, basierend auf seinem Brief 15 an den römischen Bischof Damasus.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Die Arbeit beleuchtet die biographischen Umstände des Hieronymus, die historische Entwicklung der trinitarischen Streitigkeiten nach dem Konzil von Nizäa und die komplexe Schisma-Situation in Antiochien.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist zu bestimmen, wie Hieronymus zur Trinitätsdebatte stand, ob er deren dogmatische Tragweite verstand und wie seine argumentative Vorgehensweise gegenüber seinen theologischen Kontrahenten zu bewerten ist.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Es erfolgt eine quellenkritische Analyse der Epistel 15 unter Einbeziehung des biographischen Hintergrunds und einer tiefgreifenden Einordnung in den theologiegeschichtlichen Kontext der Spätantike.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Skizze, eine Darstellung der trinitätstheologischen Hintergründe (inklusive der Parteiungen in Antiochien) und eine detaillierte Auslegung der Aussagen des Hieronymus im besagten Brief.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben dem Namen Hieronymus vor allem Fachtermini wie Hypostase und Ousia, das Antiochenische Schisma, Arianismus sowie die spezifische Rolle der westlichen lateinischen Tradition.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Meletius und Paulinus für Hieronymus eine so wichtige Rolle?

Hieronymus sah sich unter Druck, zwischen den verschiedenen konkurrierenden Parteien in Antiochien Position zu beziehen; der Streit zwischen den "Neonizänern" um Meletius und den "Altnizänern" um Paulinus erforderte eine klare, von Hieronymus angestrebte, aber schwierig zu findende dogmatische Haltung.

Wie bewertet der Autor die philosophische Kompetenz des Hieronymus in dieser Debatte?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Hieronymus kein tiefes intellektuelles Interesse an den rein spekulativen Aspekten der griechischen Debatten hatte und eher aus einer typisch lateinischen, praxisorientierten Tradition heraus argumentierte.

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Details

Title
Die Position des Hieronymus in den trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts
College
University of Münster  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Course
Hauptseminar "Theologie als Wissenschaft - Der Kirchenvater Hieronymus"
Grade
1,0
Author
Magnus Kerkloh (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V14045
ISBN (eBook)
9783638195485
ISBN (Book)
9783638781497
Language
German
Tags
Position Hieronymus Debatten Jahrhunderts Hauptseminar Theologie Wissenschaft Kirchenvater Hieronymus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magnus Kerkloh (Author), 2003, Die Position des Hieronymus in den trinitätstheologischen Debatten des 4. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14045
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