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Melito von Sardes: Passa-Homilie

Theologie der ältesten erhaltenen Osterpredigt des Christentums

Title: Melito von Sardes: Passa-Homilie

Presentation (Elaboration) , 2000 , 9 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magnus Kerkloh (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit analysiert die Theologie der ältesten erhaltenen Osterpredigt des Christentums.

Nach der „Kirchengeschichte“ des Eusebius von Cäsaräa war Meliton (lateinische Schreibweise: Melito) Bischof von Sardes in Kleinasien und ein Zeitgenosse des Irenäus von Lyon, lebte also im 2. Jahrhundert nach Christus. Nach HALL ist Eusebius` Angabe, Meliton sei Bischof gewesen, ein Irrtum; dennoch übernimmt er selber diese Angabe in einem anderen Artikel. Bischof Polykrates von Ephesus führt Meliton in einem zwischen 190 und 195 geschriebenen Brief als Befürworter der quartodezimanischen Osterpraxis auf. Zur Abfassungszeit dieses Briefes war Meliton bereits gestorben und in Sardes begraben worden. Er wird von Polykrates als „prophetisch begabt“ und als „Eunuche“ bezeichnet; es ist aber nicht sicher, ob dies wörtlich oder nur im übertragenen Sinne als „ehelos lebend“ zu verstehen ist.
Meliton ist wohl einer der ersten Christen gewesen, der nach Palästina reiste. Er hat die Stätten des Wirkens Jesu besucht und sich für den alttestamentlichen Kanon interessiert. Um hierüber näheres zu erfahren, trat er mit jüdischen Rabbinern in Kontakt.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Person und Werk des Meliton von Sardes

2. Überlieferung und Stil der Passa-Homilie

3. Die Theologie der Passa-Homilie

3.1 Das alttestamentliche Passa als Typos (11-34)

3. 2 Vorbild (Typos) - Wahrheit (Alétheia) (35-46)

3. 3 Das neutestamentliche Passa-Mysterium, erster Teil (46-105)

3. 3. 1 Passa und Passion (46-47)

3. 3. 2 Adams Erschaffung und Fall. Die Sünde (47-48)

3. 3. 3 Adams Erbe: Die Herrschaft der Sünde (49-56)

3. 3. 4 Die prophetische Vorherverkündigung (57-65)

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Ziel dieses Referats ist die fundierte Analyse der „Passa-Homilie“ des Meliton von Sardes, wobei insbesondere die theologische Einordnung und die Bedeutung als älteste erhaltene christliche Osterpredigt im Zentrum stehen.

  • Biografische Einordnung von Meliton von Sardes und sein literarisches Wirken.
  • Analyse der Überlieferungsgeschichte und des rhetorischen Stils der Passa-Homilie.
  • Untersuchung des typologischen Schriftverständnisses im Kontext von Altem und Neuem Testament.
  • Dekonstruktion des neutestamentlichen Passa-Mysteriums und der Rolle von Christus als Erlöser.

Auszug aus dem Buch

3. 2 Vorbild (Typos) - Wahrheit (Alétheia) (35-46)

Meliton übernimmt das „typologische Schriftverständnis“, das in der Alten Kirche allgemein verbreitet war, wenn auch mit unterschiedlicher Gewichtung (Antiochenische Schule: Primat des Literalsinnes <-> Alexandrinische Schule: Allegorie).

Für ihn haben der Bericht (das „Gelesene“) und die Ereignisse (das „Geschehene“) des Alten Testaments ihren Sinn als „Gleichnis“ und „Vorbild“. „Weil die Ereignisse der Bibel nicht zufällige, zusammenhanglos nebeneinanderstehende Fakten sind, sondern Stationen auf dem Weg eines göttlichen Vorhabens, [...] darum - und nur darum - kann das Geschehene als Vorbild verstanden werden.“

„Typos [Vorbild] heißt: Das Zukünftige wird durch das vorzeichnende Bild vorausentworfen und vorausgeschaut.“ - Meliton verwendet das Bild eines Künstlers, der zunächst ein Modell für das eigentliche Kunstwerk herstellt, das einzig den Zweck hat, daß das Kunstwerk so gut wie möglich gelingt. Das Vorbild jedoch ist vergänglich; sobald das Kunstwerk fertig ist, wird das Modell überflüssig und wertlos.

Auf die Heilsgeschichte übertragen, ist das Volk Israel das Vorbild für „des Herren Heil und Wahrheit“ (PP 39) und das Gesetz das Vorbild des Evangeliums. Für Meliton kommt noch ein weiteres hinzu: Die Erfüllung in Jesus Christus bedeutet auch die „Ausweitung des in Israel vorbildhaft grundgelegten auf die gesamte Menschheit. Die eschatologische Erfüllung ist zugleich universale Erfüllung.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Person und Werk des Meliton von Sardes: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Person des Bischofs von Sardes, seine Reisen nach Palästina und seine schriftstellerische Tätigkeit im 2. Jahrhundert.

2. Überlieferung und Stil der Passa-Homilie: Hier wird die Entdeckung der Papyrus-Fragmente sowie die rhetorische Gestaltung der Predigt als Verbindung von hellenistischer Rhetorik und synagogalem Stil behandelt.

3. Die Theologie der Passa-Homilie: Dieses Kapitel analysiert das theologische Grundgerüst Melitons, insbesondere die Beziehung zwischen alttestamentlichen Vorbildern und christlicher Erfüllung.

3.1 Das alttestamentliche Passa als Typos (11-34): Inhalt ist die Exodus-Erzählung als „Abbild im voraus“, wobei Meliton die Vernichtung der Erstgeburt Ägyptens kontrastreich zur Passa-Feier darstellt.

3. 2 Vorbild (Typos) - Wahrheit (Alétheia) (35-46): Dieser Teil erläutert das typologische Schriftverständnis und die Ablösung des Vorbilds durch die Wahrheit des Evangeliums.

3. 3 Das neutestamentliche Passa-Mysterium, erster Teil (46-105): Es wird die christologische Deutung des Passa-Festes und dessen Bedeutung für das Verständnis von Sünde und Erlösung dargelegt.

3. 3. 1 Passa und Passion (46-47): Fokus liegt auf der etymologisch zwar ungenauen, aber theologisch bedeutsamen Verbindung zwischen den Begriffen Passa und Passion.

3. 3. 2 Adams Erschaffung und Fall. Die Sünde (47-48): Dieser Abschnitt behandelt die biblische Darstellung von Schöpfung und Sündenfall sowie deren Abgrenzung zur gnostischen Sichtweise.

3. 3. 3 Adams Erbe: Die Herrschaft der Sünde (49-56): Inhalt ist die Ausbreitung der Sünde und des Todes nach dem Sündenfall und die Notwendigkeit des Leidens Christi.

3. 3. 4 Die prophetische Vorherverkündigung (57-65): Hier wird aufgezeigt, wie Meliton alttestamentliche Propheten als direkte Vorweiser auf Christus interpretiert.

Schlüsselwörter

Meliton von Sardes, Passa-Homilie, Typos, Heilsgeschichte, Kirchengeschichte, Osterpredigt, Septuaginta, Typologie, Christologie, Altes Testament, Neues Testament, Eucharistie, Passion, Quartodezimaner, Eschatologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die „Passa-Homilie“ des antiken Bischofs Meliton von Sardes, die als eine der wichtigsten Quellen für das frühe christliche Osterverständnis gilt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Einordnung Melitons, die Typologie als Brücke zwischen Altem und Neuem Testament sowie die christologische Deutung des Passa-Mysteriums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Melitons rhetorische und theologische Strategie aufzuzeigen, mit der er den alttestamentlichen Kanon christologisch deutet und das Passa-Fest begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die auf etablierten wissenschaftlichen Kommentaren und historisch-theologischen Fachpublikationen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Überlieferungsgeschichte, die Erläuterung des typologischen Schriftverständnisses und eine detaillierte Auslegung der Passa-Homilie bis hin zur Rolle der Propheten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie „Typologie“, „Passa-Homilie“, „Heilsgeschichte“ und „Christologie“ charakterisiert.

Wie unterscheidet Meliton zwischen „Vorbild“ und „Wahrheit“?

Meliton nutzt das Bild eines Modells: Das Vorbild (Typos) dient als notwendige Vorausgestaltung, die mit dem Eintreffen der Wahrheit (Alétheia) in Jesus Christus ihre Bedeutung verliert.

Welche Bedeutung hat die „Versiegelung“ in der Homilie?

Die „Versiegelung“ an den Türpfosten bei Exodus wird von Meliton als Hinweis auf die christliche Taufe und den Schutz durch den Geist interpretiert.

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Details

Title
Melito von Sardes: Passa-Homilie
Subtitle
Theologie der ältesten erhaltenen Osterpredigt des Christentums
College
University of Münster  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Course
Unterseminar: Ostern in der Alten Kirche
Grade
1,0
Author
Magnus Kerkloh (Author)
Publication Year
2000
Pages
9
Catalog Number
V14046
ISBN (eBook)
9783638195492
ISBN (Book)
9783656519379
Language
German
Tags
Melito Sardes Paschahomilie Unterseminar Ostern Alten Kirche
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magnus Kerkloh (Author), 2000, Melito von Sardes: Passa-Homilie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14046
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