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Zum Zusammenhang der Judendarstellung in Scotts 'Ivanhoe' mit der Realität Englands zur Zeit Richard Löwenherz’

Title: Zum Zusammenhang der Judendarstellung in Scotts 'Ivanhoe' mit der Realität Englands zur Zeit Richard Löwenherz’

Term Paper , 2009 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexandra Krüger (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Summary Excerpt Details

Sir Walter Scott ist ein berühmter Vertreter der literarischen Gattung "Historischer Roman", wozu auch Scotts Roman Ivanhoe zählt. In diesem Roman tritt nicht nur der tapfere Ritter Wilfried Ivanhoe als Protagonist auf, sondern es fällt auf, dass besonders der Jude Isaak und seine Tochter Rebekka eine große Rolle in Scotts historischem Roman spielen.
Nun stellt sich die Frage, ob Scott eine realistische Darstellung der Juden zu jener Zeit anfertigte oder ob er die auffallend positive und romantisierte Beschreibung zu sehr unterstreicht und so die Gesellschaft in England zu Zeit der Regierung Richard Löwenherz’ in ein schlechteres Licht rückt als es verdient hat. In dieser Hausarbeit soll demnach folgende Frage zentral behandelt werden: Inwieweit stimmt die Darstellung der Juden in Scotts Ivanhoe mit der Realität zur Zeit Richard Löwenherz’ im 12. Jahrhundert überein?
Nach einer einführenden Zusammenfassung der Romanhandlung wird zunächst auf die textinterne Darstellung der Juden eingegangen. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf das Moment der Mitleidserweckung gelegt, da dies das offensichtliche Mittel der Sympathielenkung auf Isaak und Rebekka ist. Anhand ausgewählter Szenen soll dieser Moment der Mitleidserweckung illustriert werden.
Um die Darstellung auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen, folgt ein Vergleich der textinternen Aspekte mit den überlieferten Fakten, die die Juden und die Gesellschaft um sie herum beschreiben. Über das Leben der Juden im Mittelalter existieren etliche Schriften, die bei der Untersuchung auf den Wahrheitsgehalt von Scotts Beschreibungen helfen sollen. Um den Rahmen dieser Hausarbeit nicht zu sprengen, werden nur einige Punkte verglichen, die im Roman besonders hervorstechen. Der Gesichtspunkt vom Juden als Geldverleiher, die Bekehrungsversuche und ihre Stellung in der Gesellschaft werden den größten Teil einnehmen. Falls sich Differenzen zwischen historischem Roman und den historischen Tatsachen erkennen lassen, ist zu berücksichtigen, was Scott dazu bewegt haben mag, diese Elemente abzuändern.
Mit dieser Hausarbeit wird schließlich erzielt, das Problem, dass sich bei der Darstellung historischer Ereignisse ergibt und die damit aufgeworfene Frage, ob Scott dem historischen Vorbild gerecht wird, zu untersuchen. Anhand der Sekundärliteratur, die von jener Zeit berichtet, soll diese Frage in der Folge der Analyse beantwortet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Juden in Scotts Ivanhoe

2.1. Inhalt des Romans

2.2. Die Darstellung der Juden anhand von Isaak und Rebekka

3. Grad der Historizität der Judendarstellung

3.1. Das Judentum zur Zeit Richard Löwenherz’ in England

3.2. Übereinstimmung und Abweichung von der historischen Wirklichkeit

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen literarischer Fiktion und historischer Realität, indem sie analysiert, inwieweit Sir Walter Scotts Darstellung jüdischer Charaktere in seinem Roman „Ivanhoe“ mit den gesellschaftlichen und historischen Gegebenheiten im England des 12. Jahrhunderts unter Richard Löwenherz korrespondiert.

  • Die literarische Konstruktion des Judenbildes in „Ivanhoe“ (Isaak und Rebekka)
  • Die Rolle der Juden als Geldverleiher und ihre soziale Ausgrenzung
  • Der historische Kontext des Judentums im mittelalterlichen England
  • Die Strategien der Sympathielenkung durch den Erzähler
  • Diskrepanzen zwischen historischer Faktizität und epischer Dramatisierung

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung der Juden anhand von Isaak und Rebekka

Walter Scott hat in seinem Roman den Darstellungen der Juden viel Raum gewidmet. Anhand des reichen Juden Isaak von Yorks und seiner Tochter Rebekka wird ein aufschlussreiches Bild entwickelt, dass dem Leser den Juden genau darstellt. Das Aussehen, das Verhalten der Menschen ihnen gegenüber und die Rolle des Juden als Geldquelle der Herrschenden entwickeln ein rundes Bild, das in diesem Kapitel rekonstruiert werden soll.

Das Äußere, das der Erzähler darstellt, erfüllt jegliche Klischees, die man zu dieser Zeit einem Juden zuwies. Der erste Auftritt des Juden findet sich in Kapitel V. Isaak erhält bei Dunkelheitsanbruch Unterschlupf im Haus des Sachsen Cedric, welcher ihm diesen, trotz der vielen Vorurteile gegenüber Juden, gewährt. Beim Eintritt in die große Speisehalle Cedrics wird das klischeehafte Äußere beschrieben: Isaak erscheint als großer, magerer Mann mit gekrümmter Rückenhaltung. Eine „Adlernase, die durchdringenden schwarzen Augen, die hohe, faltige Stirn, das lange graue Haar des Kopfes und Bartes hätten für schön gelten können, wären sie nicht die eigentümlichen Züge eines Volkes gewesen, das [...] verabscheut [und] verfolgt wurde“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den historischen Roman als Gattung und stellt die Forschungsfrage nach der Übereinstimmung von Scotts Judendarstellung mit der historischen Realität des 12. Jahrhunderts.

2. Die Darstellung der Juden in Scotts Ivanhoe: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Romanhandlung und analysiert anhand der Figuren Isaak und Rebekka die stereotypische sowie mitleiderregende Darstellung der jüdischen Charaktere.

3. Grad der Historizität der Judendarstellung: Hier werden die Lebensbedingungen der Juden im mittelalterlichen England rekonstruiert und die erzählerischen Darstellungen Scotts kritisch mit historischen Fakten sowie dem gesellschaftlichen Kontext abgeglichen.

4. Resümee: Das Resümee bilanziert, dass Scott die soziale Ausgrenzung und die prekäre Lage der Juden lebhaft darstellt, jedoch bei der Ausgestaltung bestimmter historischer Akteure fiktive Freiheiten wählt, um die narrative Spannung zu erhöhen.

Schlüsselwörter

Walter Scott, Ivanhoe, Mittelalter, England, Richard Löwenherz, Judentum, Antisemitismus, Historischer Roman, Isaak von York, Rebekka, Geldverleiher, Literaturanalyse, Historizität, Stereotypisierung, Ausgrenzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der literarischen Darstellung jüdischer Figuren in Walter Scotts Roman „Ivanhoe“ und der tatsächlichen historischen Lebensrealität von Juden im England zur Zeit von König Richard Löwenherz.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die soziale Stellung der Juden im Mittelalter, ihre Rolle als Geldverleiher für die Krone, das Phänomen der Bekehrungsversuche und die literarische Inszenierung von Klischees und Opfersituationen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt und die historische Authentizität der Judendarstellung in „Ivanhoe“ zu bewerten und dabei aufzuzeigen, wo der Autor zugunsten einer fesselnden Erzählung von historischen Tatsachen abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt den Vergleich von Primärliteratur (dem Roman) mit einschlägiger Sekundärliteratur zur historischen Forschung, um die Korrelation von Romanhandlung und realen historischen Gegebenheiten zu verifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine textinterne Analyse der Charakterdarstellungen bei Scott sowie eine darauf folgende historische Kontextualisierung des Judentums im 12. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Historizität, Antisemitismus, Mittelalter, literarische Stereotypisierung und die Analyse von Fiktion gegenüber historischer Faktizität.

Wie werden die Figuren Isaak und Rebekka im Roman charakterisiert?

Scott zeichnet sie einerseits durch stark klischeebehaftete äußere Merkmale, konstruiert sie andererseits jedoch als Sympathieträger, die durch ihre Opferrolle im gesellschaftlichen Kontext Mitleid beim Leser erwecken.

Warum weicht Scott in seinem Roman von historischen Tatsachen ab?

Die Arbeit argumentiert, dass Scott kein Historiker, sondern ein Romanschriftsteller war, der fiktive Elemente zur Historisierung nutzt, um die Leserschaft stärker in die Erzählung einzubinden und den dramatischen Spannungsbogen zu halten.

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Details

Title
Zum Zusammenhang der Judendarstellung in Scotts 'Ivanhoe' mit der Realität Englands zur Zeit Richard Löwenherz’
College
University of Hannover  (Deutsches Seminar)
Course
Der historische Roman
Grade
2,0
Author
Alexandra Krüger (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V140475
ISBN (eBook)
9783640480302
ISBN (Book)
9783640480364
Language
German
Tags
Ivanhoe Juden Richard Löwenherz Historischer Roman Der schwarze Ritter Judendarstellung Sir Walter Scott
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Krüger (Author), 2009, Zum Zusammenhang der Judendarstellung in Scotts 'Ivanhoe' mit der Realität Englands zur Zeit Richard Löwenherz’, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140475
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