Mit dieser Arbeit soll der kulturelle Einfluss auf das Führungskräfteverhalten am Beispiel von China verdeutlicht werden. An Führungskräfte, die in fremden Kulturen arbeiten, werden ganz neue Anforderungen herangetragen. In dieser Arbeit werden daher auch die Kompetenzen, die Führungskräfte und Mitarbeiter in einer fremden Kultur benötigen, aufgezeigt. Zu Beginn werden die kulturellen Unterschiede allgemein und speziell in China anhand von den Kulturdimensionen von Hofstede erläutert. Darauf hin werden die internationalen Kompetenzen sowie die internationale Kompetenzentwicklung bei BMW dargestellt. Anschließend wird der Einfluss von Kultur auf das Führungskräfteverhalten und auf die Arbeitsweise in China beschrieben. Hierzu werden die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen, der Einfluss des Konfuzianismus und das Führungs- und Entscheidungsverhalten in China elaboriert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kulturunterschiede nach Hofstede
2.1 Machtdistanz
2.2 Individualismus versus Kollektivismus
2.3 Maskulinität versus Feminität
2.4 Unsicherheitsvermeidung
2.5 Kurzfristige versus langfristige Orientierung
3. Kompetenzen
3.1 Interkulturelle Kompetenz
3.2 Merkmale interkultureller Kompetenz
3.3 Entwicklung interkultureller Kompetenz bei BMW
4. Management in China
4.1 Politische und ökonomische Rahmenbedingungen
4.2 Der Einfluss von Religion
4.4 Führungs- und Entscheidungsverhalten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss kultureller Prägungen auf das Führungskräfteverhalten im Kontext der Volksrepublik China. Dabei wird analysiert, wie spezifische Kompetenzanforderungen für internationale Manager aussehen und welche Rolle interkulturelle Trainingskonzepte, exemplarisch dargestellt am Fallbeispiel BMW, spielen.
- Analyse kultureller Unterschiede mittels der Hofstede-Dimensionen
- Definition und Bedeutung interkultureller Handlungskompetenz
- Untersuchung der politischen, ökonomischen und konfuzianischen Rahmenbedingungen in China
- Darstellung spezifischer Führungs- und Entscheidungsstile in chinesischen Unternehmen
- Evaluierung der Notwendigkeit interkultureller Führungskräfteentwicklung
Auszug aus dem Buch
4.4 Führungs- und Entscheidungsverhalten
In chinesischen Unternehmen ist eine straffe Hierarchiegebundenheit festzustellen, deren Wurzeln in dem familiären Gefüge liegen. Die meisten Unternehmensstrukturen zeichnen sich durch ein hierarchischen Aufbau aus, der durch Über- und Unterordnungsverhältnisse bestimmt ist. Des weiteren wird der hierarchische Aufbau durch die konfuzianische Denkweise bestärkt, welche ebenfalls auf starke Autorität aufbaut. Die chinesischen Firmen sind daher zumeist durch einen patriarchalischen Führungsstil geprägt. Auch dadurch bedingt, dass sich der chinesische Mitarbeiter in einer solchen Hierarchiegebundenheit behaglich fühlt, da er die Obergrenze der Bedürfnisbefriedigung erreichen kann.
Diese Hierarchiegebundenheit führt dazu, dass Entscheidungen ausschließlich von obererster Stelle i.S.d. „Top down“ Prinzips getroffen werden und die Untergebenen nur auf strikte Anweisungen von oben Aufgaben ausführen. Dies bedingt natürlich auch, dass keinerlei Ideen oder Verbesserungsvorschläge von „unten“ an die Führungspositionen herangetragen werden. Selbst die kleinsten Angelegenheiten werden nicht ohne einen Befehl von oben ausgeführt, wodurch die Führungskräfte selbst über Details entscheiden müssen. Dies macht deutlich, dass in diesem System Handeln auf eigene Faust nicht angebracht ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Globalisierung und den damit einhergehenden Bedarf an Führungskräften, die auf kulturelle Besonderheiten in ausländischen Märkten vorbereitet sind.
2. Kulturunterschiede nach Hofstede: Dieses Kapitel erläutert die fünf Kulturdimensionen nach Hofstede und kontrastiert dabei China mit Deutschland, um tiefgreifende Unterschiede in der gesellschaftlichen Werteorientierung aufzuzeigen.
3. Kompetenzen: Hier werden Definitionen und Merkmale interkultureller Kompetenz erarbeitet sowie anhand des Unternehmensbeispiels BMW konkrete Konzepte zur Trainingsentwicklung für internationale Mitarbeiter vorgestellt.
4. Management in China: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Rahmenbedingungen in China, den Einfluss des Konfuzianismus auf das Arbeitsleben und die daraus resultierenden Besonderheiten des Führungs- und Entscheidungsverhaltens.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kultur einen signifikanten Einfluss auf das Management hat und betont die wachsende Bedeutung gezielter Kompetenzentwicklung bei einem absehbaren Führungskräftemangel in China.
Schlüsselwörter
Kulturdimensionen, Hofstede, interkulturelle Kompetenz, China, Leadership, Management, Konfuzianismus, Führungskräfteverhalten, Hierarchie, Globalisierung, Personalentwicklung, BMW, Machtdistanz, Gruppenverhalten, interkulturelles Training.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Kultur das Verhalten von Führungskräften beeinflusst, speziell mit Fokus auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit in China.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die kulturtheoretischen Grundlagen nach Hofstede, Anforderungen an interkulturelle Kompetenz und die spezifischen Managementstrukturen in China.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum interkulturelle Kompetenz für Führungskräfte in einem globalisierten Umfeld unverzichtbar ist und wie Unternehmen, etwa durch Weiterbildungen, darauf reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende wissenschaftliche Studien zu Kulturdimensionen und Managementpraktiken zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung kultureller Unterschiede, die Definition notwendiger Führungskompetenzen und eine detaillierte Analyse der chinesischen Arbeitskultur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Interkulturelles Management, China-Geschäft, Konfuzianische Dynamik und Kompetenzentwicklung geprägt.
Warum spielt der Konfuzianismus eine Rolle für das Management in China?
Der Konfuzianismus prägt die moralischen Wertvorstellungen und das soziale Gefüge in China, was zu patriarchalischen Führungsstilen und einer hohen Wertschätzung von Hierarchien führt.
Wie unterscheidet sich die Entscheidungsfindung in China von westlichen Standards?
In China überwiegt ein Top-down-Prinzip mit einer starken Bindung an Vorgesetzte, während in westlichen Ländern oft partizipativere Modelle verfolgt werden.
- Quote paper
- Martin Zinsmeister (Author), 2009, Der Einfluss von Kultur auf Leadership am Beispiel von China - Eine kompetenzorientierte Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140501