Die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen


Hausarbeit, 2005
15 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Gliederung

1)Einleitung

2)Begriffserklärung politische Sozialisation

3)Politische Sozialisationsinstanzen für Jugendliche
a) Sozialisationsinstanz Schule
b) Sozialisationsinstanz Familie
c) Sozialisationsinstanz Medien

4) Dysfunktionale Auswirkungen des Fernsehens

5) Zusammenfassung

6) Literaturverzeichnis

1) Einleitung:

Das Interesse der Bürger zu wecken, vor allem der jüngeren Generation, gilt als notwendige Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit eines demokratischen Systems. Die Heranführung der Jugendlichen an das politische System ist somit enorm wichtig, für das Bestehen der Demokratie, denn ohne die Anteilnahme der Bürger ist eine Demokratie nicht lebensfähig.

Die Seminararbeit wird sich mit dem Thema der politischen Sozialisation von Kindern und Jugendlichen beschäftigen. Zu Beginn der Arbeit wird genauer auf den Begriff der politischen Sozialisation eingegangen werden. Im zweiten Teil wird dann erläutert, durch welche Sozialisationsinstanzen beziehungsweise Sozialisationsagenten, die politische Meinung der Kinder und Jugendlichen beeinflusst wird. In meiner Arbeit werde ich mich auf die Hauptsächlichen Sozialisationsinstanzen, wie Eltern, Schule und Medien beschäftigen. Da die Jugendlichen heutzutage immer mehr Zeit mit den Medien verbringen, wird der Einfluss der Medien auf die politische Sozialisation der Heranwachsenden der Themenschwerpunkt sein. Vor allem in dem frühen Jugendalter zwischen 13 und 16 Jahren befinden sich die Jugendlichen in einer Phase, in der sie ihre eigene Persönlichkeitsmerkmale, Wertvorstellungen und Interessen finden müssen. Die Seminararbeit untersucht die Bedeutung der verschiedenen Sozialisationsinstanzen, die während des „Lernprozesses“ in der Jugendzeit auf die Heranwachsenden einwirken und welchen Stellenwert die einzelnen einnehmen. Außerdem wird anschließend erläutert, welche Folgen der steigernde Konsum der Medien durch die Jugendlichen auf die politische Sozialisation dieser hat.

2) Begriffserklärung: politische Sozialisation

Politische Sozialisation ist ein dynamischer Lernprozess, während dessen ein Individuum sich Persönlichkeitsmerkmale, Fähigkeiten, Normen und Werte aneignet. Diese Entwicklungen in den verschiedenen Gebieten ist die Grundlage für das Herausbilden eines politischen Bewusstseins und das spätere politische Verhalten. „Die politische Sozialisationsforschung hat in erster Linie untersucht, wann und von wem welche politischen Inhalte gelernt werden.“1

Durch die Aneignung von Wissen , Werten und Fähigkeiten werden die Heranwachsenden in das politische Leben eingeführt und nehmen an ihm Teil. „Im Rahmen der politischen Sozialisation soll das Individuum Mitglied einer Gesellschaft werden.“2

Das Hauptthemengebiet, mit dem sich die politische Sozialisationsforschung beschäftigt ist, von wem welche politischen Inhalte erlernt werden und wie sie erlernt werden.

Die Politische Sozialisation verbindet zwei Perspektiven. Aus Sicht der Individuen geht es darum ihre eigen Persönlichkeit und damit ihre Fähigkeiten und Wertevorstellungen zu entwickeln.

Aus Politikwissenschaftlicher Sicht besteht die Aufgabe der politischen Soziologie darin die Heranwachsenden in das politische System einzuführen und ihnen das politische System näher zu bringen. Die politische Sozialisation ist ein übergeordneter Begriff, der die politische Bildung miteinschliest und als ein Prozess der allgemeinen Sozialisation definiert ist, in dem Kenntnisse, Einstellungen und Fähigkeiten vermittelt werden, die im Hinblick auf das politische System beziehungsweise die politische Kultur einer Gesellschaft relevant sind. Die Entwicklung einer eigenen politischen Haltung, das heißt einer Vorstellung und Urteilsfähigkeit gegenüber politischen Handlungen, oder auch politischen Systemen ist enorm wichtig, da nur so die Individuen in der Lage sind am politischen Leben teilzuhaben und sich ihre eigene Meinung zu bilden.

Die politische Sozialisation hat das Ziel, die Individuen in die politische Kultur einzufügen und ihnen Einstellungen beziehungsweise Wertvorstellungen gegenüber dem politischen System, Politikern und politischen Institutionen zu vermitteln. Den Heranwachsenden soll politisches Wissen vermittelt werden, welches ihnen ermöglicht einen eigenen politischen Standpunkt einzunehmen und zu vertreten.3

Gerade für die Jugend ist der Begriff der politischen Sozialisation von großer Bedeutung. Denn die Jugendphase ist die Zeit, in der bei den Jugendlichen ein Wandel im Denken und reden über Politik stattfindet.

In der Sozialisationsforschung geht man davon aus, dass das politische Denken im frühen Jugendalter entsteht und sich mit zunehmendem Alter verstärken. Als einflussreichste Vermittler in der Sozialisationsforschung zählen Schule, Familie und die Massenmedien, auf die im folgenden genauer eingegangen wird.4

Der Stellenwert des politischen Bereichs ist heutzutage im Vergleich zu anderen Lebensbereichen eher gering. So bezeichneten in einer Umfrage im DJI- Jugendsurvey 1992 lediglich 35% der Jugendlichen Politik als einen für sie wichtigen Lebensbereich. Am wichtigsten waren für den Grossteil der Jugendlichen Freunde, Freizeit und Erholung.

Allerdings hat sich seit den Fünfzigerjahren die politische Sozialisation vorverlagert. Die Jugendlichen der Achtzigerjahren waren politisch viel kritischer und interessierter, als die Jugendlichen der Fünfzigerjahre. „Wenn auch – selbstverständlich – Politik im Vergleich zu den persönlichen Lebensbereichen einen geringeren Stellenwert besitzt, hat die politische Identitätsbildung als Entwicklungsaufgabe für Jugendliche seit den sechziger Jahren stark an Bedeutung gewonnen und sich zunehmend etabliert.“5

3) Politische Sozialisationsinstanzen

Die meisten Untersuchungen zur Entwicklung politischer Einstellungen bei Jugendlichen gehen von der „Transmissionsthese“ aus. Die These besagt, dass hauptsächlich die Sozialisationsagenten beziehungsweise Sozialisationsinstitutionen die politischen Orientierungen der Kinder prägen.6

Im folgenden wird genauer auf die verschiedenen Sozialisationsinstanzen eingegangen und untersucht, welchen Stellenwert diese für die Sozialisation der Heranwachsenden haben.

Vernachlässigt wird dabei der Einfluss der gleichaltrigen Gruppen auf die Sozialisation der Jugendlichen. Sicherlich tragen auch die Bindungen zwischen den gleichaltrigen Personen zu ihrer politischen Sozialisation bei, allerdings hängt der Einfluss stark von der Sozialschichtung dieser Personen ab.

Untersuchungen zeigten, dass Jugendliche die eine negative Beziehung zu ihren Eltern haben, der Einfluss der Gleichaltrigen von großer Bedeutung ist. Die Bedeutung der gleichaltrigen für den Prozess der politischen Sozialisation der Heranwachsenden ist also abhängig davon, inwieweit bestimmte Interessen, Anliegen, oder Bedürfnisse von den Eltern abgedeckt werden.

Das Umfeld, von dem Jugendliche umgeben sind, wird meistens in Abhängigkeit zum Schultyp geprägt. Somit ist die Schule, da hier die zwischenmenschlichen Beziehungen geknüpft werden, für die weitere politische Identitätsentwicklung der Jugendliche, ausschlaggebend. Während der Schulphase entstehen freundschaftliche Beziehungen, die sich ebenfalls wie die Erfahrungen auf den Familienkontext auf gesellschaftliche Prozesse übertragen lassen.

a) Sozialisationsinstanz Schule:

Da die Schule einen nicht unbeträchtlichen Teil des Tagesablaufs der Jugendlichen einnimmt, ist diese für den Sozialisationsprozess dieser von großer Bedeutung.

Besonders wichtig, für die Ausprägung der politischen Bildung ist der Schultyp, den die Jugendlichen besuchen und die daraus entstehenden zwischenmenschlichen Beziehungen. Studien beweisen, dass an Gymnasien wesentlich umfangreichere politische Bildungsangebote gemacht werden. Für Jugendliche, die aus einem sozial schwächer gestellten Familienhaus kommen ist die Schule ein wichtiger Ort für ihre politische Bildung, da sie nicht in dem Umfang wie Jugendliche aus einer sozial besser gestellten Familie, auf andere Informationsquellen zurückgreifen können. Schüler die nicht auf ein Gymnasium gehen kommen meist auch aus einem Elternhaus mit niedrigerer Bildung. Das führt dazu, dass die Kinder sich nicht mit ihren Eltern, da diesen das Wissen und die Bildung fehlt, über politisch Anspruchsvolle Themen unterhalten können.

Die Schule dient vor allem der politischen Identitätsentwicklung der Jugendlichen, indem sie durch Regeln wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Gehorsam oder Disziplin, indirekten Einfluss auf die spätere politische Meinung nimmt. Weiterhin versuchen Schulen aber auch, durch verschiedene Projekte die Mitbestimmung der Schüler zu fördern.

„Auf die Schule gerichtet beschreibt Sozialisationsforschung den sozialen Kontext pädagogischer Beziehungen und dessen Auswirkungen ob und wie die Inhalte von den Schülern angeeignet werden.“7

Die Schule nimmt durch die Informationen, die sie im Unterricht über den politischen Bereich vermittelt Einfluss auf die politische Orientierung und auf die Wertvorstellungen der Jugendlichen.

Der Lehrer hat die Aufgabe allgemein gültige Werte darzustellen und den Schülern zu erläutern. Er soll den Schülern ein politisches allgemein Wissen vermitteln, ohne das er zu politischen Streitfragen Stellung nimmt, da dies eine bewusste Beeinflussung wäre.

[...]


1 Asmus, Hans-Joachim: „Politische Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen“, Frankfurt am Main 1983, Seite 39

2 Buhl, Monika: „Jugend, Familie, Politik – Familiale Bedingungen und politische Orientierungen im Jugendalter“, Opladen 2003, Seite 16

3 Kuhn, Hans-Peter: „Mediennutzung und politische Sozialisation“, Opladen 2000, Seite 20

4 Reindes, Heinz: „ Politische Sozialisation in der Nachwendezeit“, Opladen 2001, Seite 98

5 Reindes, Heinz: „ Politische Sozialisation in der Nachwendezeit“, Opladen 2001, Seite 19

6 Asmus, Hans-Joachim: „Politische Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen“, Frankfurt am Main 1983, Seite 13

7 Reindes, Heinz: „ Politische Sozialisation in der Nachwendezeit“, Opladen 2001, Seite 123

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen
Hochschule
Universität Mannheim  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
politische Kommunikation
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V140534
ISBN (eBook)
9783640505890
Dateigröße
412 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
- politische Kommunikation-
Arbeit zitieren
Johannes Storch (Autor), 2005, Die politische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140534

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