Die vorliegende Arbeit soll einen Querschnitt der wesentlichen Kernpunkte von Basel III herausarbeiten und dabei die Auswirkungen dieser Regelungen auf die Kreditwirtschaft darstellen. Hierfür wird zunächst ein Rückblick auf die Vorgänger von Basel III geworfen, um aufzuzeigen, dass die entwickelten Regelungen des Baseler Ausschusses aufeinander aufbauen. Anschließend werden die Schwerpunkte von Basel III und die damit einhergehenden Auswirkungen aufgezeigt.
Retrospektiv ist die Einführung von Basel III auf die Wirtschaftskrise 2008 zurückzuführen. Diese hatte ihren wesentlichen Ursprung aber bereits aus den Terroranschlägen des 11. September 2001. Aufgrund dieser Ereignisse leitete die US-Zentralbank eine Geldmengenausweitung ein, was dazu führte, dass die amerikanischen Leitzinsen auf einen historischen Tiefpunkt lagen. Dies hatte verschiedene Auswirkungen zur Folge. Vor allem aber begünstigte das niedrige Zinsniveau die Aufnahme von Krediten, sowohl für den Konsum als auch für Immobilien. Die Banken wiederum bündelten solche Kreditforderungen und lagerten diese an dafür gegründete Zweckgesellschaften aus, wodurch bankaufsichtsrechtliche Regelungen zur Risikostreuung und Eigenkapitalquote umgangen wurden. Diese gebündelten Kreditforderungen wurden anschließend in Form von Wertpapieren (sog. Asset Backed Securities) an Investoren veräußert.
Im Zuge einer deutlichen Erhöhung der Leitzinsen in den USA konnten viele Schuldner ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen und mussten die Immobilien verkaufen. Ein wesentlicher Grund bestand darin, dass die vergebenen Kredite zumeist keine feste Zinsfestschreibung hatten. Das gestiegene Angebot an Immobilien verursachte zusätzlich eine enorme Preisabwertung von Wohnungseigentum. Folglich mussten auch Einzelforderungen in den strukturierten Wertpapieren abgeschrieben werden, wodurch die Nachfrage erheblich sank. Schließlich wurde das Rating von diesen Wertpapieren deutlich herabgestuft und so wurden diese praktisch kollektiv illiquide. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Entstehung von Basel III
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Seminararbeit
2. Rückblick auf Basel I und II
3. Kernpunkte von Basel III
3.1 Eigenkapitalregelungen
3.1.1 Definition der Eigenkapitalbestandteile
3.1.2 Erhöhung des vorzuhaltenden Eigenkapitals
3.1.3 Höchstverschuldungsgrenze (Leverage Ratio)
3.2 Liquiditätsregelungen
3.2.1 Ausbau eines Liquiditätspuffer
3.2.2 Stabilere Refinanzierung der Geschäfte
4. Auswirkungen von Basel III
4.1 Reduzierung der Kreditvergabe
4.2 Veränderung interner Prozesse
4.3 Rückgang langfristiger Kredite
4.4 Auswirkungen auf die Kostenstrukturen
5. Schluss
5.1 Fazit
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Auswirkungen der regulatorischen Anforderungen von Basel III auf die Kreditwirtschaft, wobei der Fokus insbesondere auf den veränderten Eigenkapital- und Liquiditätsvorgaben liegt.
- Historische Entwicklung ausgehend von der Finanzkrise 2008
- Analyse der neuen Eigenkapitalregelungen und der Leverage Ratio
- Untersuchung der Liquiditätskennzahlen LCR und NSFR
- Bewertung der Auswirkungen auf Kreditvergabe und interne Bankprozesse
- Analyse der Kostenstrukturen von Kreditinstituten unter Basel III
Auszug aus dem Buch
1.1 Entstehung von Basel III
Retrospektiv ist die Einführung von Basel III auf die Wirtschaftskrise 2008 zurückzuführen. Diese hatte ihren wesentlichen Ursprung aber bereits aus den Terroranschlägen des 11. September 2001. Aufgrund dieser Ereignisse leitete die US-Zentralbank eine Geldmengenausweitung ein, was dazu führte, dass die amerikanischen Leitzinsen auf einen historischen Tiefpunkt lagen. Dies hatte verschiedene Auswirkungen zur Folge. Vor allem aber begünstigte das niedrige Zinsniveau die Aufnahme von Krediten, sowohl für den Konsum als auch für Immobilien. Die Banken wiederum bündelten solche Kreditforderungen und lagerten diese an dafür gegründete Zweckgesellschaften aus, wodurch bankaufsichtsrechtliche Regelungen zur Risikostreuung und Eigenkapitalquote umgangen wurden. Diese gebündelten Kreditforderungen wurden anschließend in Form von Wertpapieren (sog. Asset Backed Securities) an Investoren veräußert.
Im Zuge einer deutlichen Erhöhung der Leitzinsen in den USA konnten viele Schuldner ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen und mussten die Immobilien verkaufen. Ein wesentlicher Grund bestand darin, dass die vergebenen Kredite zumeist keine feste Zinsfestschreibung hatten. Das gestiegene Angebot an Immobilien verursachte zusätzlich eine enorme Preisabwertung von Wohnungseigentum. Folglich mussten auch Einzelforderungen in den strukturierten Wertpapieren abgeschrieben werden, wodurch die Nachfrage erheblich sank. Schließlich wurde das Rating von diesen Wertpapieren deutlich herabgestuft und so wurden diese praktisch kollektiv illiquide.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung der Entstehung von Basel III und definiert die Zielsetzung sowie Vorgehensweise der Arbeit.
2. Rückblick auf Basel I und II: Hier werden die Vorgängerregelungen kurz erläutert, um die Entwicklung der drei Säulen der Bankenaufsicht zu verdeutlichen.
3. Kernpunkte von Basel III: Dieses Kapitel detailliert die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsregeln, einschließlich der Leverage Ratio und Pufferanforderungen.
4. Auswirkungen von Basel III: Hier werden die Konsequenzen der Regulierung für die Kreditvergabe, interne Prozesse, langfristige Finanzierungen und Kostenstrukturen analysiert.
5. Schluss: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt ein Fazit sowie einen Ausblick auf künftige Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Basel III, Bankenaufsicht, Eigenkapitalquote, Liquiditätsrisiko, Leverage Ratio, Kreditwirtschaft, Risikomanagement, LCR, NSFR, Finanzkrise, Bankregulierung, Eigenkapitalunterlegung, Kreditvergabe, Refinanzierung, Baseler Ausschuss.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den regulatorischen Reformen von Basel III und deren spezifischen Auswirkungen auf deutsche Banken und die Kreditwirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften, neue Liquiditätskennzahlen wie LCR und NSFR sowie die Einführung einer Höchstverschuldungsgrenze (Leverage Ratio).
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Querschnitt der Kernpunkte von Basel III aufzuzeigen und zu analysieren, wie diese Regelungen die Kreditvergabe und die Geschäftsmodelle von Banken beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit regulatorischen Dokumenten sowie eine Analyse empirischer Ergebnisse, wie sie beispielsweise in "Basel-III-Monitoring"-Berichten vorliegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Kernpunkte von Basel III (Kapitel 3) und die Analyse der daraus resultierenden Auswirkungen auf Bankinstitute (Kapitel 4).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Basel III, Eigenkapital, Liquidität, Bankenaufsicht, Kreditvergabe und Risikomanagement sind die prägenden Begriffe des Dokuments.
Wie wirkt sich Basel III auf die langfristige Kreditvergabe aus?
Durch Anforderungen wie die Net Stable Funding Ratio (NSFR) und höhere Eigenkapitalkosten sinkt die Attraktivität für langfristige Kredite, was laut Autor zu einer möglichen Schwächung der Langfristkultur in der Unternehmensfinanzierung führen könnte.
Spielt die aktuelle Wirtschaftslage bei der Bewertung eine Rolle?
Ja, der Ausblick berücksichtigt, dass vor allem die Niedrigzinsphase und mögliche künftige Krisen, wie etwa die Covid-19-Pandemie, die Wirkung der Basel-III-Maßnahmen beeinflussen könnten.
- Arbeit zitieren
- Stefan Fichtmeier (Autor:in), 2020, Auswirkungen von Basel III auf die Kreditwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1405408