Die Armut ist heutzutage nicht mehr ein Problem, das nur in den Entwicklungsländern auftritt. In vielen westlichen Industrienationen und unter anderem auch in Deutschland ist Armut weiter verbreitet, als allgemein angenommen wird. Nach Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist in Deutschland jedes siebte Kind arm. Der 2. Armutsbericht der Bundesregierung 2005 stellt fest, dass rund 1,1 Mio. Bezieherinnen und Bezieher von Sozialhilfe Kinder unter 18 Jahren sind. Mit einer Sozialhilfequote von 7,2% (Ende 2003) weisen sie im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (3,4%) einen deutlich höheren Hilfebedarf auf. 55% von ihnen leben in Haushalten von Alleinerziehenden und nur 35% in Zwei-Eltern-Familien. Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Familienhaushalten. (siehe S. 9)
In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich auf Probleme der Armut eingehen und die Auswirkungen für die Kinder verdeutlichen. Hierbei werden speziell die physischen und psychischen Folgen betrachtet. Zuerst werde ich im Punkt 2 Definitionen von Armut beschreiben. Nach dem theoretischen Teil und der Vorstellung von Auswirkungen der Armut, werde ich die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Armut zusammenfassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Armutsbegriff
2.1 Der ressourcentheoretische Ansatz
2.2 Der Lebenslagenansatz
2.3 Bekämpfte Armut
2.4 Andere Armutsindikatoren
3. Spezifische Risikogruppen für Armut – wer ist besonders gefährdet
3.1 Von der Partnerschaft zur Elternschaft
3.2 Trennung und Scheidung
3.3 Kinderreiche Familien
3.4 Ausländische Familien
4. Folgen und Konsequenzen der Armut
4.1 Gesundheitliche und psychische Konsequenzen
4.2 Soziale Konsequenzen
4.3 Konsequenzen in der Bildung
4.4 Wohnumfeld
5. Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Armut
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Kinderarmut in Deutschland, beleuchtet deren vielschichtige Definitionen sowie spezifische Risikogruppen und analysiert die daraus resultierenden physischen, psychischen und sozialen Folgen für betroffene Kinder und Jugendliche.
- Definitionen von Armut (ressourcentheoretischer Ansatz, Lebenslagenansatz)
- Identifikation armutsgefährdeter Familienstrukturen
- Auswirkungen von Armut auf Gesundheit, Bildung und Wohnumfeld
- Maßnahmen der Bundesregierung zur Armutsbekämpfung
- Chancengleichheit und soziale Teilhabe von Kindern
Auszug aus dem Buch
2. Der Armutsbegriff.
Bevor ich über Kinderarmut und ihre Auswirkungen berichte, möchte ich festlegen, was Armut überhaupt ist und ab wann eine Person als arm bezeichnet wird. Innerhalb der Armutsforschung existiert seit längerem eine Diskussion, was die Definition von „Armut“ angeht. Da der Begriff der Armut vielschichtig ist, gibt es keine einheitliche Definition, sondern eine Vielzahl von Begriffsbestimmungen und Konzepten. Die Forscher sind sich einig, dass Armut immer mit Unterversorgung, Mangel, Entbehrung und Einschränkung zu tun hat.
Die Weltgesundheitsorganisation definiert Armut beispielsweise anhand des Verhältnisses des individuellen Einkommens einer Person zum Durchschnittseinkommen im Heimatland. Danach ist arm, wer monatlich weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens einer Person seines Landes zur Verfügung hat.
Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen mehreren Kategorien, insbesondere zwischen absoluter, relativer und transistorischer Armut.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Verbreitung von Kinderarmut in Deutschland dar und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die physischen und psychischen Folgen zu beleuchten.
2. Der Armutsbegriff: Dieses Kapitel erläutert verschiedene theoretische Konzepte von Armut, wie den ressourcentheoretischen Ansatz und den Lebenslagenansatz, sowie die Unterscheidung zwischen absoluter und relativer Armut.
3. Spezifische Risikogruppen für Armut – wer ist besonders gefährdet: Hier werden Familienstrukturen identifiziert, die ein erhöhtes Armutsrisiko tragen, darunter Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit Migrationshintergrund.
4. Folgen und Konsequenzen der Armut: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen von Armut auf die gesundheitliche Verfassung, die soziale Integration, Bildungschancen und das Wohnumfeld von Kindern.
5. Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung der Armut: Dieser Teil fasst politische Strategien, Transferleistungen und Förderprogramme zusammen, mit denen die Bundesregierung Armut und soziale Ausgrenzung zu reduzieren versucht.
6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die bedenkliche Lage armer Kinder in Deutschland und schlägt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation vor.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Deutschland, Armutsbegriff, relative Armut, Alleinerziehende, Migration, Sozialhilfe, Gesundheitsfolgen, Bildungsbenachteiligung, Familienpolitik, Armutsrisiko, soziale Ausgrenzung, Kinderzuschlag, Zukunftschancen, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Kinderarmut in Deutschland und untersucht, warum Armut in einem Industrieland existiert und wie sie sich auf betroffene Kinder auswirkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die Definition von Armut, Risikogruppen wie Alleinerziehende oder Familien mit Migrationshintergrund sowie die Auswirkungen von Armut auf Bildung, Gesundheit und Wohnumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Probleme der Armut aufzuzeigen, die physischen und psychischen Folgen für Kinder zu verdeutlichen und die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung dieser Armut zusammenzufassen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Armutsberichte, statistischer Daten sowie Studien zu Lebenslagen und Bildungsbenachteiligung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse spezifischer Risikogruppen, eine detaillierte Darstellung der negativen Folgen für die Entwicklung von Kindern und die Auswertung politischer Gegenmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kinderarmut, Armutsrisiko, soziale Benachteiligung, Familienpolitik, Bildungschancen und soziale Ausgrenzung.
Wie definiert die Autorin den Unterschied zwischen absoluter und relativer Armut?
Absolute Armut beschreibt eine existenzbedrohende Notlage (Hunger, Obdachlosigkeit), während relative Armut die Armut im Verhältnis zum allgemeinen Wohlstandsniveau einer Gesellschaft definiert.
Welche Rolle spielen Migrationshintergründe beim Armutsrisiko?
Laut der Arbeit ist das Armutsrisiko bei Personen mit Migrationshintergrund deutlich höher, bedingt durch Faktoren wie eine höhere Kinderzahl, geringere berufliche Qualifikationen und schlechtere Startchancen im Bildungssystem.
Welche Bedeutung misst die Arbeit der Familienpolitik bei?
Die Arbeit sieht in einer sozial gerechten Familienpolitik, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert und Transferleistungen wie den Kinderzuschlag nutzt, einen wesentlichen Hebel zur Senkung des Armutsrisikos.
- Quote paper
- Natalija Kuch (Author), 2006, Kinderarmut in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140569