Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert sein Unternehmen. Wer immer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität. (Philip Rosenthal, deutscher Industrieller und Politiker, 1916-2001)
In der folgenden Ausarbeitung beschäftige ich mich intensiv mit der Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus, welche einen zentralen Bestandteil des internen Rechnungswesens darstellt. Die Kosten- und Leistungsrechnung hat als Teilgebiet des Rechnungswesens die Aufgabe, die Wirtschaftlichkeit des Betriebesablaufes zu steuern, indem sie die anfallenden Kosten erfasst, überwacht und die Preise kalkuliert. Sie lässt sich grob in die drei folgenden Teilbereiche gliedern: Der erste Teilbereich ist die Kostenartenrechnung. Sie erfasst und gliedert sämtliche in einer Abrechnungsperiode angefallenen Kosten. Mit den Ergebnissen beliefert die Kostenartenrechnung die Kostenstellenrechnung, deren leitende Fragestellung sich ausschließlich mit der Kostenursache befasst. In der Kostenstellenrechnung werden die angefallenen Kosten auf die einzelnen Abteilungen oder Stationen in einem Krankenhaus verteilt. Der dritte Teilbereich ist die Kostenträgerrechnung, in der die Kosten auf die erstellten Güter oder Dienstleistungen, die Kostenträger, weiterverteilt werden.
Bestandteil dieser Ausarbeitung ist es, die jeweils einzelnen Stufen der Kosten- und Leistungsrechnung, deren Aufgaben und Zusammenhänge zu erläutern, sowie gezielt die „Kostenstellenrechnung“ detaillierter auszuarbeiten, die in der Kosten- und Leistungsrechnung selbst auch den Schwerpunkt darstellt. Abschließend werde ich in der Schlussfolgerung zusammenfassend darauf eingehen, warum die Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus aus wirtschaftlicher Sicht sowie ihn Hinblick auf die weiter zunehmenden wirtschaftlichen Veränderungen so wichtig ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus
3 Übersicht der Kosten- und Leistungsrechnung im Rechnungswesen
4 Abgrenzung und Erklärung relevanter Begrifflichkeiten
4.1 Kosten
4.2 Leistungen
5 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung
6 Kostenartenrechnung
6.1 Personalkosten
6.2 Sachkosten
7 Kostenstellenrechnung
7.1 Kostenstellenplan
7.2 Innerbetriebliche Leistungsverrechnung
7.3 Umlagenrechnung
7.4 Untergliederung der Kostenstellen
7.4.1 Leistungstechnische Untergliederung der Kostenstelle
7.4.2 Rechnungstechnische Untergliederung der Kostenstelle
7.5 Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
7.6 Kostenbegriffspaare
8 Kostenträgerrechnung
8.1 Kostenträgerstückrechnung
8.2 Kostenträgerzeitrechnung (kurzfristige Erfolgsrechnung)
8.3 Prinzipien der Kostenträgerrechnung
9 Schlussfolgerung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert das interne Rechnungswesen von Krankenhäusern mit dem Fokus auf die Kosten- und Leistungsrechnung. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den drei Kernstufen – Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung – aufzuzeigen, deren Bedeutung für die wirtschaftliche Steuerung im klinischen Alltag hervorzuheben und insbesondere die methodische Umsetzung der Kostenstellenrechnung detailliert darzulegen.
- Grundlagen und Abgrenzung von Kosten und Leistungen im Krankenhauskontext.
- Struktur und Aufgaben der drei Hauptbereiche der Kosten- und Leistungsrechnung.
- Methoden der Kostenstellenrechnung (z.B. Kostenstellenplan, innerbetriebliche Leistungsverrechnung).
- Funktionsweise und Bedeutung des Betriebsabrechnungsbogens (BAB).
- Prinzipien der Kostenträgerrechnung und kurzfristige Erfolgsrechnung als Steuerungsinstrument.
Auszug aus dem Buch
7 Kostenstellenrechnung
Die Kostenstellenrechnung ist die zweite Stufe der Kostenrechnung. Sie übernimmt die Kosten aus der Kostenartenrechnung, welche den Kostenträgern nicht unmittelbar zugerechnet werden, die Gemeinkosten. Während die Kostenartenrechnung aufzeigt, welche Kosten in einer Rechnungsperiode entstanden sind, gibt die Kostenstellenrechnung Auskunft darüber, wo die Kosten angefallen sind, d.h. sie ermittelt Art und Umfang des in den einzelnen Leistungsstellen des Krankenhauses entstandenen Werteverzehrs, indem sie die in der Kostenartenrechnung erfassten Kosten auf die jeweiligen Leistungsbereiche verteilt. Diese Leistungsbereiche, die Orte der Kostenentstehung sind, nennt man Kostenstellen.
Grundsätzlich hat die Kostenstellenrechnung die Aufgaben, die Gemeinkosten aus der Kostenartenrechnung zu verteilen, die innerbetriebliche Leistungsverrechnung durchzuführen, die Kalkulation vorzubereiten sowie die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Die Erfassung der Kosten am Ort ihrer Entstehung dient vor allem der Wirtschaftlichkeitskontrolle, die durch Soll-Ist-Vergleiche und unternehmensweite Vergleiche zwischen Kostenstellen mit gleicher oder ähnlicher Aufgabenstellung durchgeführt wird.
Die Kostenstellenrechnung des Krankenhauses soll darüber hinaus auch das Erstellen der Leistungs- und Kalkulationsaufstellung nach den Vorschriften der BPflV (Bundespflegesatzverordnung) ermöglichen. Da in der Leistungs- und Kalkulationsaufstellung nur die Vergütungen der allgemeinen Krankenhausleistungen über Budget und Pflegesätze beantragt werden, bedeutet das, dass die Gesamtkosten des Krankenhauses entsprechend ihrer Deckung differenziert werden müssen. Diese Differenzierung erfolgt je Kostenstelle nach Kostenart und ist Vorbereitung bzw. der erste Schritt der Kostenträgerrechnung.
Die Kostenstellenrechnung beschäftigt sich ausschließlich mit den Gemeinkosten. Sie fallen für mehrere oder alle Kostenträger gemeinsam an, weil sie einem bestimmten Erzeugnis nicht direkt zugerechnet werden können oder aber aus ökonomischen Gründen auf ihre Zurechnung verzichtet werden soll. Aus diesem Grund, kann das Verursachungsprinzip (siehe dazu Kapitel 8.3.) lediglich bedingt, wenn überhaupt, eingehalten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Kosten- und Leistungsrechnung als zentrales Instrument zur Steuerung der Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus.
2 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus: Darstellung der Hauptaufgaben wie Prognoseerstellung, Wirtschaftlichkeitskontrolle und Unterstützung bei unternehmerischen Entscheidungen.
3 Übersicht der Kosten- und Leistungsrechnung im Rechnungswesen: Systematische Einordnung der Stufen Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung in den internen Rechnungsprozess.
4 Abgrenzung und Erklärung relevanter Begrifflichkeiten: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Kosten und Leistungen zur scharfen Abgrenzung der Rechengrößen.
5 Teilgebiete der Kosten- und Leistungsrechnung: Kurzvorstellung der drei Hauptstufen basierend auf den Kernfragen der Kostenentstehung.
6 Kostenartenrechnung: Erläuterung der ersten Stufe zur systematischen Erfassung des Güterverbrauchs unterteilt in Personal- und Sachkosten.
7 Kostenstellenrechnung: Detaillierte Betrachtung der Verteilung von Gemeinkosten auf Leistungsbereiche sowie Erläuterung von Kostenstellenplänen und Verrechnungsverfahren.
8 Kostenträgerrechnung: Beschreibung der letzten Stufe, bei der Kosten den Endprodukten zugerechnet werden, inklusive Kalkulationsmethoden und Erfolgsrechnung.
9 Schlussfolgerung: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz der Kosten- und Leistungsrechnung angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks auf Kliniken.
Schlüsselwörter
Kosten- und Leistungsrechnung, Krankenhaus, Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Gemeinkosten, Einzelkosten, Wirtschaftlichkeit, Betriebsabrechnungsbogen, Kalkulation, Fallpauschalen, interne Leistungsverrechnung, Kostentragfähigkeitsprinzip, Verursachungsprinzip, kurzfristige Erfolgsrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Systematik und die Instrumente der Kosten- und Leistungsrechnung speziell für den Bereich des Krankenhauses.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die strukturierte Kostenerfassung, die verursachungsgerechte Verteilung auf Kostenstellen und die Zurechnung auf Kostenträger zur Preisbildung und Wirtschaftlichkeitskontrolle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Abläufe der Kostenrechnung im Krankenhaus zu vermitteln und die Bedeutung einer präzisen Kalkulation für das wirtschaftliche Überleben von Kliniken aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der systematischen Darstellung betriebswirtschaftlicher Verfahren, unterstützt durch Beispiele aus der Krankenhauspraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der drei Stufen Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung, wobei der Fokus vertiefend auf der Kostenstellenrechnung und den Verrechnungsmethoden liegt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Kostenmanagement, Krankenhauswirtschaft, Gemeinkostenverrechnung, Betriebsabrechnungsbogen und Wirtschaftlichkeitskontrolle sind die wesentlichen Begriffe.
Warum ist die Kostenstellenrechnung laut der Autorin besonders wichtig?
Sie bildet das Bindeglied zwischen der reinen Erfassung der Kosten (Kostenarten) und der Zurechnung auf das Endprodukt (Kostenträger) und ermöglicht die Kontrolle der Effizienz in den einzelnen Stationen.
Welche Rolle spielt der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) in der modernen Klinik?
Der BAB fungiert als organisatorisches Hilfsmittel zur tabellarischen Verrechnung von Gemeinkosten und dient heute als digitales Instrument zur Steuerung und Betriebskontrolle.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen fixen und variablen Kosten im Krankenhaus?
Fixe Kosten entstehen unabhängig vom Beschäftigungsgrad (z.B. Gebäude, Miete), während variable Kosten leistungsspezifisch anfallen (z.B. Verbrauchsmaterial, Medikamente).
Was besagt das Kostentragfähigkeitsprinzip im Vergleich zum Verursachungsprinzip?
Während das Verursachungsprinzip Kosten exakt den verursachenden Stellen zuordnet, verteilt das Tragfähigkeitsprinzip Kosten nach der finanziellen Belastbarkeit, also in Abhängigkeit vom erzielten Gewinnbeitrag.
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- Isabella Dominikowski (Author), 2009, Die Kosten- und Leistungsrechnung im Krankenhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140592