Er wird als einer der größten Arktisforscher aller Zeiten bezeichnet: Sir John Franklin. "Ein Isthmus, ein Landstreifen (südlich der Adelaide-Halbinsel), eine Bucht (im Amundsen-Golf) und ein Kap, alles in der kanadischen Arktis gelegen, tragen den Namen dieses großen Polarforschers."
1845 macht er sich auf, seine vierte Expedition in arktischen Gewässern zu leiten, nachdem er während der drei vorherigen Unternehmungen tausende Meilen von Küstengewässern und Landstrichen erforscht und kartografiert hat. Diese vierte Expedition sollte ihn mit der Entdeckung der Nordwestpassage unsterblich machen, sie endete jedoch in einer Katastrophe für ihn und die 129 Mann seiner Besatzung.
Bis heute ist kaum etwas über den Verlauf und den Verbleib der Expedition bekannt, auch bin ich während meiner Recherchen auf widersprüchliche Aussagen gestoßen, in meiner Arbeit möchte ich jedoch versuchen ein möglichst genaues Bild über die Tragödie, die sich damals abgespielt haben muss wiederzugeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Biographie
3. Vorherige Expeditionen
4.1 Vorbereitungen zur Franklin-Expedition
4.2 Franklin wird gesucht
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Schicksal der legendären vierten Arktisexpedition von Sir John Franklin, die 1845 mit dem Ziel der Entdeckung der Nordwestpassage aufbrach und in einer Katastrophe endete. Ziel ist es, die historischen Hintergründe, den Expeditionsverlauf sowie die langwierigen Bemühungen zur Aufklärung des Verbleibs der 129 Mann starken Besatzung anhand zeitgenössischer Berichte und Forschungsergebnisse systematisch darzustellen.
- Biografischer Werdegang von Sir John Franklin
- Historischer Kontext früherer Versuche zur Erkundung der Nordwestpassage
- Technische Ausstattung und logistische Planung der Franklin-Expedition
- Chronologie der Suchexpeditionen und der Suche nach Spuren
- Analyse möglicher Ursachen für das Scheitern der Unternehmung
Auszug aus dem Buch
4.1 Vorbereitungen zur Franklin-Expedition
Die Expedition, die nun endlich das Rätsel um die Nordwestpassage lüften sollte wurde von der britischen Admiralität auf den neuesten technischen Stand gebracht, dazu wurden die beiden Schiffe Erebus und Terror - die bereits zuvor unter James Clark Ross von 1840 bis 1844 in der Antarktis ihre Eistauglichkeit unter Beweis gestellt hatten nochmals nachträglich mit Eisenrümpfen versehen. Außerdem wurden "die Kombüsen mit Entsalzungsanlagen ausgerüstet, und Heißwasserkessel sollen die Mannschaftsräume heizen. In den Rümpfen beider Schiffe ist jeweils die Dampfmaschine einer Eisenbahnlokomotive installiert, um damit eine Schiffsschraube anzutreiben. 15 Tonnen wiegt das Ungetüm auf der "Erebus"; seine Leistung: 25 PS."14 Damit waren die Erebus und die Terror, die ersten Schraubendampfer, die je in die Arktis eindringen sollten.
Zudem waren die Schiffe für damalige Verhältnisse sehr luxuriös ausgestattet: Es gab auf beiden Schiffen eine Bibliothek die jeweils mehr als 1000 Bücher umfasste, und sogar eine Drehorgel war mit an Bord. Als erstes Forschungsschiff hatte die Erebus eine Kamera für daguerrotypische Platten geladen, sowie weitere nautische, zoologische, geologische und botanische Instrumente zu naturwissenschaftlichen Forschungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung beleuchtet die historische Bedeutung Sir John Franklins und skizziert die katastrophale vierte Expedition, deren ungeklärter Verlauf den Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung bildet.
2. Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Franklins nach, von seinem frühen Eintritt in die britische Marine über seine bedeutenden Entdeckungsreisen bis hin zu seiner Rolle als Gouverneur und seiner letzten Mission.
3. Vorherige Expeditionen: Hier wird der historische Kontext der Suche nach der Nordwestpassage durch berühmte Entdecker wie Cabot, Hudson, Baffin, Munk und Cook analysiert.
4.1 Vorbereitungen zur Franklin-Expedition: Dieser Abschnitt beschreibt die aufwendige technische Aufrüstung der Schiffe Erebus und Terror sowie die sorgfältige Auswahl der Ausrüstung und Proviantierung für das ehrgeizige Unterfangen.
4.2 Franklin wird gesucht: Dieses Kapitel schildert die jahrelange Ungewissheit, die zahlreichen gescheiterten Suchaktionen und die schließliche Aufklärung durch John Rae und Leopold M'Clintock, die das grausame Ende der Expedition belegte.
Schlüsselwörter
Sir John Franklin, Arktis, Nordwestpassage, Erebus, Terror, britische Admiralität, Expedition, Entdeckungsreise, Überwinterung, Suchexpedition, James Clark Ross, John Rae, Leopold M'Clintock, Packeis, Katastrophe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der letzten Expedition des britischen Forschers Sir John Franklin, der 1845 aufbrach, um die Nordwestpassage zu finden, und dabei samt seiner Besatzung in der Arktis verschollen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Biografie Franklins, die Geschichte der Nordwestpassage-Suche vor 1845, die technische und personelle Vorbereitung der Expedition sowie die zeitgenössische Aufklärung des Schicksals der Besatzung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein möglichst präzises Bild der Ereignisse rund um das Verschwinden der Expedition zu zeichnen und die historischen sowie faktischen Umstände der Tragödie aufzuarbeiten.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Die Autorin nutzt eine literatur- und quellenbasierte Analyse, wobei sie historische Berichte, Lexika und zeitgenössische Dokumente auswertet, um widersprüchliche Aussagen zu klären.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Lebensweges Franklins, einen Abriss früherer Arktisfahrten sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Vorbereitungen und der anschließenden Suchbemühungen nach 1845.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Arktisforschung, die Schiffe Erebus und Terror, das Rätsel der Nordwestpassage, die Rolle der Admiralität und die durch die Besatzungsmitglieder erlittene Katastrophe.
Warum war die technische Ausstattung der Schiffe so bemerkenswert?
Die Schiffe waren mit neuartigen Dampfmaschinen, Heizsystemen und Entsalzungsanlagen ausgestattet, was sie zu den ersten Schraubendampfern in der Arktis machte; zudem gab es eine umfangreiche Bibliothek und wissenschaftliche Instrumente.
Welche Bedeutung hatten die Funde von John Rae?
John Rae lieferte durch die Entdeckung von persönlichen Gegenständen und Zeugenaussagen der Inuit erste konkrete Hinweise auf das Ende der Expedition, was in England aufgrund der Andeutungen von Kannibalismus heftige Diskussionen auslöste.
Warum wird das Ende der Expedition als "Todesmarsch" bezeichnet?
Da die Schiffe im Packeis gefangen waren und die Vorräte sowie der Gesundheitszustand der Männer dramatisch abnahmen, versuchte der Rest der Besatzung den Rückweg zu Fuß über das Eis anzutreten, wobei die meisten entkräftet starben.
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- Ulrike Oehlmann (Author), 2007, In der Arktis verschollen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140598