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Der König und die Kirche

Das Engagement der katholischen Kirche und des spanischen Königshauses zum Schutz der autochthonen Bevölkerung in Spanisch Amerika

Titel: Der König und die Kirche

Hausarbeit , 2006 , 17 Seiten , Note: 2

Autor:in: Thomas Heller (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit geht es um das Schicksal der autochthonen bzw. indigen Bevölkerung des amerikanischen Kontinents zur Zeit der spanischen Kolonisation. Das Ziel der Ausführungen sollte ein umfassender Überblick über die Situation der Indios und das Engagement der katholischen Kirche und auch des spanischen Königtums zu ihrem Schutz sein.

Zuerst wird die genaue demografische Situation des 16. Jahrhunderts beschrieben, um zu zeigen, welches Elend und wie viel Tod die Europäer dem amerikanischen Kontinent seit Kolumbus Entdeckung gebracht hatten. Im nächsten Punkt wird versucht die Diskussion über die menschliche Bewertung der Indianer durch die Europäer darzustellen, um zu zeigen wieso die spanischen Eroberer bzw. Siedler die Menschen so elendig behandelt haben. Danach wird auf die katholische Kirche und ihre Aufgabe in der neuen Welt eingegangen, zunächst wird dabei das komplexe Verhältnis zur Monarchie dargestellt. Im nächsten Punkt wird auf die konkreten und komplexen Maßnahmen zum Schutz der Indios durch die Kirche und ihre Mitglieder eingegangen, dabei werden auch die monarchistischen Bemühungen nicht außer Acht gelassen. Zum Schluss galt es die Frage nach der Bedeutung der kirchlichen und auch königlichen Bemühungen für die Indianer und ihren Schutz zu klären.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Die demografische Situation der amerikanischen Ureinwohner

1.2 Die Bewertung der Indianer durch die Europäer

2 Die Aufgaben der Kirche und der spanischen Monarchie in der Neuen Welt

2.1 Die Organisation der Kirche in Spanisch Amerika und die Beziehung zur Monarchie

2.2 Die konkreten königlichen und kirchlichen Schutzmaßnahmen

Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Schicksal der autochthonen Bevölkerung Amerikas während der spanischen Kolonisation und untersucht die Rolle der katholischen Kirche sowie des spanischen Königtums bei dem Versuch, die Indios vor der rücksichtslosen Ausbeutung durch die Eroberer zu schützen.

  • Demografische Auswirkungen der europäischen Kolonisation
  • Die moralische und rechtliche Bewertung der Indios durch die Europäer
  • Die Organisation und Schutzfunktion der Kirche in den Kolonien
  • Die Wirksamkeit königlicher Gesetze und kirchlicher Schutzmaßnahmen
  • Konflikte zwischen Krone, Kirche und Kolonisten (Encomenderos)

Auszug aus dem Buch

Die demografische Situation der amerikanischen Ureinwohner

Für die indianischen Ureinwohner barg die Kolonisation ihres Kontinents durch die Spanier eine „demografische Katastrophe in einem bis dahin unbekannten Ausmaß“. Die Schätzungen über die Bevölkerungszahlen vor der Landnahme der Europäer schwanken zwischen sieben und 100 Millionen, doch nach neuesten Erkenntnissen waren es wohl bloß um die 35-45 Millionen. Jedoch ging die Bevölkerung bis 1650 auf gerade mal vier Millionen zurück! Auch gibt es Schätzungen, in denen von mehr als 70 Millionen Toten die Rede ist, wo also annährend 90 Prozent der Indianer umkamen.

Bei diesem extremen Bevölkerungsschwund gab es spezifische regionale Unterschiede. Beispielsweise ließ sich folgende Tendenz beobachten. Im Hochland von Peru lebte noch ein Viertel der Ureinwohner, die noch vor Hundert Jahren da heimisch waren, an der Küste ging die Zahl der Indios um 94 Prozent zurück. Einen besonderen Fall bildeten die Ureinwohner der Karibik, die fast völlig ausgerottet wurden.

Natürlich hatte daran die Conquista, also die brutale Eroberung unter Persönlichkeiten wie Hernando Cortes, ihren Anteil. Die Indianer wurden vergewaltigt, unterdrückt und ermordet, wahllos. Dr. Sieber spricht in dem Zusammenhang zu Recht von „bestialischer Grausamkeit“. Die dabei wohl tödlichste Waffe waren keinen Kanonen oder Schwerter, das waren die von den Europäern eingeschleppten Krankheiten. Die Völker des amerikanischen Kontinents waren ja jahrtausendelang komplett isoliert, deshalb konnten sie keine Anpassungs- oder Widerstandmechanismen gegen die europäischen Krankheitserreger entwickeln. In Amerika waren diese gefährlichsten Krankheiten gar nicht bekannt, das erklärt sich wohl damit, dass die Ureinwohner von einer sehr kleinen Ausgangspopulation abstammten, die nur wenige Krankheiten aus ihrer ursprünglichen Heimat Asien mitbrachte nach Amerika.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung umreißt die demografische Katastrophe nach der Entdeckung Amerikas, die Rolle der Kirche und des Königtums beim Schutz der Indios sowie die grundlegende Literaturarbeit der Untersuchung.

1.1 Die demografische Situation der amerikanischen Ureinwohner: Das Kapitel belegt den massiven Bevölkerungsrückgang durch eingeschleppte Krankheiten, brutale Arbeitsbedingungen und die Zerstörung traditioneller Familienstrukturen.

1.2 Die Bewertung der Indianer durch die Europäer: Hier wird die intellektuelle Debatte über die Menschlichkeit der Ureinwohner beleuchtet, einschließlich der Kontroverse von Valladolid und der Rolle der Kirche als missionarische Instanz.

2 Die Aufgaben der Kirche und der spanischen Monarchie in der Neuen Welt: Es wird die enge Verflechtung von Staats- und Kirchenmacht in den Kolonien sowie der daraus resultierende Schutzauftrag gegenüber den indigenen Völkern beschrieben.

2.1 Die Organisation der Kirche in Spanisch Amerika und die Beziehung zur Monarchie: Dieses Kapitel erläutert die administrative Struktur der Kirche, ihre Abhängigkeit vom spanischen König und den Versuch, die Indios durch Christianisierung vor Willkür zu schützen.

2.2 Die konkreten königlichen und kirchlichen Schutzmaßnahmen: Der Text analysiert historische Gesetzeswerke wie die Leyes de Burgos und Leyes Nuevas sowie die Rolle von Missionsreservaten und Reducciónes beim Versuch, das Überleben der Indios zu sichern.

Schlussteil: Das Fazit bewertet das Engagement der Kirche als essentiell für das Überleben der indigenen Bevölkerung, erkennt jedoch gleichzeitig die zerstörerischen Folgen der Missionierung und die Scheiterung vieler Schutzinitiativen an.

Schlüsselwörter

Spanische Kolonisation, Indios, Katholische Kirche, Bevölkerungsschwund, Bartolomé de Las Casas, Encomienda, Conquista, Leyes de Burgos, Leyes Nuevas, Missionierung, Reducciónes, Menschenrechte, Autochthone Bevölkerung, Anthropologische Debatte, Koloniale Ausbeutung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit behandelt das Schicksal der indigenen Bevölkerung Amerikas während der spanischen Kolonisation und das Spannungsfeld zwischen Ausbeutung durch Siedler und Schutzbemühungen von Kirche und Krone.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind der demografische Zusammenbruch der Ureinwohner, die philosophisch-theologische Debatte über den Menschenstatus der Indios sowie die rechtlichen und praktischen Schutzmaßnahmen der spanischen Monarchie.

Was ist die Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Situation der Indios bewertet werden kann und inwiefern kirchliche und monarchische Bestrebungen tatsächlich zu einem effektiven Schutz der Ureinwohner vor der Conquista beitragen konnten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse historischer Literatur und zeitgenössischer Quellenberichte, um eine chronologische und thematische Einordnung der Ereignisse im 16. Jahrhundert vorzunehmen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die demografische Analyse, die intellektuelle Auseinandersetzung über die Rechte der Indios (Valladolid-Kontroverse) sowie die detaillierte Darstellung von Institutionen wie der Encomienda und den jesuitischen Missionsreservaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text?

Neben Begriffen wie spanische Kolonisation und Conquista sind die wichtigsten Begriffe die indigenen Völker (Indios), das Wirken von Bartolomé de Las Casas und die Rolle der Kirche bei der Segrationspolitik.

Warum spielt die Encomienda eine so wichtige Rolle für das Verständnis des Textes?

Die Encomienda repräsentiert den zentralen Interessenkonflikt zwischen der Krone, die Untertanen schützen wollte, und den Kolonisten, die auf die Arbeitskraft und Tribute der Indios für ihren wirtschaftlichen Profit angewiesen waren.

Inwiefern beeinflusste die Kontroverse von Valladolid die spätere Kolonialpolitik?

Die Debatte zwischen Las Casas und Sepúlveda gilt als erste staatlich organisierte Menschenrechtsdebatte; sie legte den Grundstein dafür, dass Indios rechtlich als Menschen und Untertanen eingestuft wurden, auch wenn die praktische Umsetzung oft scheiterte.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Kirche beim Schutz der Indios?

Der Autor sieht das kirchliche Engagement als lebenswichtig an, da ohne den Widerstand von Geistlichen die Ausrottung der Indios noch schneller verlaufen wäre, stellt aber zugleich fest, dass die Missionierung die indigene Identität systematisch zerstörte.

Was war der Grund für den demografischen Zusammenbruch?

Der Zusammenbruch war das Resultat eines Zusammenspiels aus eingeschleppten Krankheiten, gegen die keine Immunität bestand, der brutalen Ausbeutung in Minen sowie der Zerstörung traditioneller sozialer Familienstrukturen.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der König und die Kirche
Untertitel
Das Engagement der katholischen Kirche und des spanischen Königshauses zum Schutz der autochthonen Bevölkerung in Spanisch Amerika
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Historisches Institut)
Note
2
Autor
Thomas Heller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V140642
ISBN (eBook)
9783640484836
ISBN (Buch)
9783640484591
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spanische Kolonien Amerika spanische Kolonisation Amerika Spanische Kolonien Ureinwohner Spanische Kolonien Kirche König Spanische Kolonien Amerika Ureinwohner amerikanische Ureinwohner Demografie Spanisch-Amerika Bartolomé de Las Casas Kurzgefaßer Bericht von der Verwüstung der westindischen Länder westindische Länder Reducción Potosi Leyes de Burgos Antonio des Montesinos Encomienda repartimiento Leyes Nuevas
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Arbeit zitieren
Thomas Heller (Autor:in), 2006, Der König und die Kirche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140642
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Leseprobe aus  17  Seiten
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