Wie wurden Natur und Landschaft in der Malerei des Rokoko konzipiert?
Von dieser Frage ausgehend und durch die Methode der Bildbeschreibung und eine kulturhistorische Kontextualisierung geleitet, werden "Die Elysischen Gefilde" von Watteau, "Der Sonnenaufgang" und "Der Sonnenuntergang" von Boucher und "Der kleine Park" von Fragonard auf ihre Künstlichkeit und ihren Realitätsgehalt hin ananalysiert.
Drei Künstler, drei Idiome und drei theoretische Zugänge, die unser Denken auch heute noch zu fesseln vermögen.
Inhaltsverzeichnis
I. Antoine Watteau
A. Leben und Einflüsse
B. Die Elysischen Gefilde
1. Das Thema: Galantes Fest und Champs-Elisées
Exkurs: Gartenarchitektur
2. Wie
a) Struktur
b) Perspektive
c) Farben
d) Hell/Dunkel
3. Figur und Landschaft
II. François Boucher
A. Leben und Einflüsse
B. Der Sonnenaufgang und Der Sonnenuntergang
1. Das Thema: Sonne/Apollon und Thetis
2. Wie
a) Struktur
b) Perspektive
c) Farbe
d) Hell/Dunkel
3. Figur und Landschaft
III. Jean Honoré Fragonard
A. Leben und Einflüsse
B. Der kleine Park
1. Thema: Die Villa d’Este
2. Wie
a) Struktur
b) Perspektive
c) Farben
d) Hell/Dunkel
3. Figur und Landschaft
IV. Zusammenfassung
V. Die Wallace Collection in London
VI. Literaturliste
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Natur in ausgewählten Gemälden von Antoine Watteau, François Boucher und Jean Honoré Fragonard. Das primäre Ziel ist es, den jeweiligen künstlerischen Umgang mit dem Verhältnis von Figur und Landschaft sowie die zugrundeliegenden kompositorischen Methoden der drei Maler des Rokoko zu analysieren und zu vergleichen.
- Analyse der malerischen Darstellung von Natur und Figur im französischen Rokoko.
- Vergleichende Untersuchung der Kompositionsmethoden (Struktur, Perspektive, Farbwahl, Licht/Schatten).
- Untersuchung der historischen Kontexte und künstlerischen Einflüsse auf Watteau, Boucher und Fragonard.
- Beurteilung der Rolle des Naturbildes als "Dekorum" oder gleichwertiges Element zur menschlichen Figur.
Auszug aus dem Buch
Natur
Watteau begab sich oft in den Jardin du Luxembourg, der für seine natürlich gewachsenen, wilden Bäume bekannt war. Neben diesem Studium an und in der Natur übte er sich aber auch im Kopieren von Landschaften. Seine Bilder zeigen eigenständige, sich an französische Verhältnisse orientierende, Landschaften, die nicht italienische oder nördliche Landschaften nachzubilden versuchen.
Inwieweit auch ein Kompositionsvorgang in Bezug auf die Landschaft stattgefunden hat, kann nur spekuliert werden.
In Bezug auf die oben erwähnte Entwicklung in der Gartenkunst ist zu sagen, dass wir bei Watteau den französischen und englischen Typus vermengt sehen. Zwar gehören die Statuen der barocken Bildsprache an, jedoch wird ein Garten in ungezähmten Wuchs gezeigt, der die Entwicklung zum englischen Garten vorwegzunehmen scheint. Wir können weder einen Weg noch ein Ziel erkennen und die Bäume sind alt und zeigen keine Versuche des Zurecht-Schneidens.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Antoine Watteau: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie und den Einflüssen Watteaus sowie der detaillierten Analyse seines Werkes "Die Elysischen Gefilde" hinsichtlich Komposition, Perspektive und Lichtführung.
II. François Boucher: Hier werden die biografischen Stationen Bouchers sowie seine mythologischen Hauptwerke "Sonnenaufgang" und "Sonnenuntergang" analysiert, wobei der Fokus auf der monumentalen Figurenpräsenz liegt.
III. Jean Honoré Fragonard: Das Kapitel behandelt den Lebensweg Fragonards und analysiert anhand des Werkes "Der kleine Park" die naturdominierte Kompositionsweise und die mystische Stimmung des Künstlers.
IV. Zusammenfassung: Dieses Kapitel stellt einen vergleichenden Rückblick dar, in dem die unterschiedlichen Idiome der drei Künstler im Umgang mit Natur und menschlicher Figur gegenübergestellt werden.
V. Die Wallace Collection in London: Ein kurzer Überblick über die Entstehungsgeschichte der Sammlung in der Londoner Wallace Galerie, in der sich die behandelten Werke befinden.
Schlüsselwörter
Antoine Watteau, François Boucher, Jean Honoré Fragonard, Rokoko, Galantes Fest, Landschaftsmalerei, Gartenarchitektur, Malerei des 18. Jahrhunderts, Komposition, Kunsttheorie, Naturdarstellung, Wallace Collection, Mythologie, Figurenkomposition, Französische Malerei.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Naturdarstellung in ausgewählten Gemälden der französischen Maler Antoine Watteau, François Boucher und Jean Honoré Fragonard.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Figur und Natur, die kompositorische Struktur der Bilder, die Verwendung von Licht und Farbe sowie die Einbettung der Werke in den kunsttheoretischen Kontext des 18. Jahrhunderts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Herangehensweisen der drei Künstler an die Landschaftsmalerei und die Rolle der Figuren in diesen Bildräumen durch eine detaillierte formale Analyse der ausgewählten Gemälde herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine formale Bildanalyse unter Einbeziehung kunsthistorischer Quellen, Biografien und gängiger Forschungsliteratur zur Landschafts- und Barockmalerei.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils einen der Maler fokussieren, wobei neben dem Leben und den Einflüssen immer eine Analyse der Struktur, Perspektive, Farben, Lichtsetzung sowie des Verhältnisses von Figur zu Natur erfolgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Rokoko, Galantes Fest, Naturdarstellung, Komposition, Kunsttheorie, sowie die Namen der drei Künstler selbst.
Inwiefern beeinflusste die Gartenarchitektur die Malerei der Künstler?
Der Exkurs zeigt, dass die zeitgenössische Entwicklung von klassischen Barockgärten hin zum englischen Gartenstil (wilder Wuchs, Spontaneität) die Landschaftsdarstellungen von Watteau beeinflusste.
Wie unterscheidet sich die Rolle der Figur bei Boucher von der bei Watteau?
Bei Watteau sind Figur und Natur in einer harmonischen, ausgeglichenen Weise miteinander verbunden, während bei Boucher die Figuren eine monumentale Rolle einnehmen und die Natur oft nur als untergeordnetes Dekorum dient.
Welche Stimmung vermittelt Fragonard in "Der kleine Park"?
Fragonard vermittelt eine eher ungemütliche, unheimliche und mystische Stimmung, geprägt durch eine übermächtige Natur, die das von Menschen Geschaffene überwuchert.
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- MMag.a Irene Tischler (Author), 2005, Die Darstellung der Natur bei Watteau, Boucher und Fragonard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140651