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Analyse des eifersüchtigen Ehemannes in „La Jalousie“ von Alain Robbe Grillet

Title: Analyse des eifersüchtigen Ehemannes in „La Jalousie“ von Alain Robbe Grillet

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject French - Literature, Works
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[...] Es ist interessant festzustellen, dass der Titel im Deutschen „La Jalousie oder die Eifersucht“ lautet. Hier wurde die Antwort, ob es sich im Buch um das Gefühl oder die Markise handelt zwar nicht vorweggenommen, er weckt aber das Bewusstsein für das Vorhandensein der begrifflichen Mehrdeutigkeit deutlicher als im Französischen.
Benennt der Titel ein Gefühl, dann wäre ein Buch zu erwarten, das sich mit dem seelischen Zustand der Eifersucht auseinandersetzt. Womöglich würde es Schilderungen menschlicher Beziehungen und ihr Schicksal in Hinsicht auf Leid wegen der Starrheit und Fixiertheit des Bewusstseins, aufgrund von emotionaler Abhängigkeit vom geliebten Menschen enthalten.
Benennt der Titel aber den Gegenstand der Jalousie als Sichtschutz, dann dürfte ein eher sachliches Buch, getragen von objektiven Beschreibungen zu erwarten sein.
Welche „Jalousie“ nun gemeint ist, ist die grundlegende Überlegung, die der Leser anstellt, bevor er auch nur die erste Seite zu lesen anfängt. Hierbei wird nach dem Ausschlussprinzip verfahren. Entweder ist es das Gefühl, oder der Gegenstand.
Von der ersten bis zur letzten Seite behandelt der Roman das Thema der Eifersucht. Es gibt keine Szene, die nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden könnte. Auf der anderen Seite verliert er aber kein Wort über den seelischen Eifersuchtszustand, sondern liest sich, die Beschreibungen der darin vorkommenden Menschen in ihrer äußeren Erscheinung, ihrem Habitus und Verhalten ausgenommen, wie eine reine Baubeschreibung, mit der vom Autor scheinbar selbst verordneten Prämisse nüchterner Objektivität. Es gibt keinen roten Faden der Handlung, der den Leser durch den Roman hindurchführt. Es handelt sich um reine Objektzustandsbeschreibungen. Einer Fotografie gleichsam sind die einzelnen Szenen penibel dargestellt und exakt gefasst, dass bei ihrer Aneinanderreihung das Gefühl evoziert wird, als ob man einen Film betrachten würde. Durch die exakte Beschreibung der Szenerie und der Umgebung, bekommt der Leser ein äußerst präzises Bild der räumlichen Anordnung, der Objekte und Personen. Ein Objekt nach dem anderen wird in farblicher und formtechnischer Ausprägung beschrieben, und mit den anderen in räumlichen Zusammenhang gebracht. Es ist, als ob einzelne Fotos beschrieben würden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Semantischer Dualismus/ Definition des Begriffs: Eifersucht

3. „La Jalousie“

3.1 Die Rekonstruktion der Geschichte

3.2 Der beobachtende Ehemann

3.3 Die Kameraperspektive als Ehemann

3.4 Der eifersüchtige Ehemann in „La Jalousie“/ Die Kameratechnik als Vermittlung des Bewusstseinszustandes Eifersucht

4. Persönlichkeitsanalyse des eifersüchtigen Ehemannes

5. Fazit/ Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Roman „La Jalousie“ von Alain Robbe-Grillet mit dem Ziel, die Erzähltechnik als Ausdruck eines krankhaften Eifersuchtszustandes zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie die Kameraperspektive und die objektive Beschreibung der Umwelt den inneren psychischen Zustand des namenlosen Ehemannes vermitteln und ihn als Erzählinstanz identifizierbar machen.

  • Semantische Untersuchung des Begriffs Eifersucht
  • Analyse der narrativen Kameratechnik im Roman
  • Persönlichkeitsanalyse des eifersüchtigen Ehemannes
  • Untersuchung der Beziehung zwischen Objektwelt und Bewusstseinszustand
  • Interpretation des Romans im Kontext von Haben- und Seinsmodus

Auszug aus dem Buch

Die Kameraperspektive als Ehemann

Wie bereits festgestellt, kann im Roman kein klar chronologischer Ablauf festgestellt werden. Die einzelnen Ereignisse stehen in keinem durch Logik gegebenen festen, zeitlichen Zusammenhang zueinander. Es werden keine konkreten Zeitangaben im Sinne von Tagen oder dem jeweils aktuellen Datum gemacht. Es ist zwar klar, dass A... in die Stadt fährt und sich ihr Aufenthalt über Nacht verlängert, da sie erst am nächsten Tag wieder zurück ist, es ist jedoch völlig unklar, wie oft sie tatsächlich in der Stadt gewesen ist. Spekulativ bleibt also, warum ihr Aufenthalt dort Erwähnung findet. Ist es die Wiedergabe tatsächlichen Geschehens? Denn mehrmals wird die Idee erwähnt, Franck könne sie mit in die Stadt nehmen. Mehrmals kommt A... mit dem Auto zurück. Mehrmals beugt sie sich in Richtung des Fahrers hinein, begleitet von der Idee ihres sich lösenden und wallend auf den Fahrer herabfallenden Haares (vgl. hierzu LJ, S. 58). Steht nun jedem einzelnen dieser numerisch feststellbaren Male zahlenmäßig ein Ereignis gegenüber? Dies wird nicht klar dargestellt.

Schließlich könnte sie auch nur zwei Mal in der Stadt gewesen sein. Um die restlichen, die Zahl der tatsächlichen Aufenthalte (hier zwei) übersteigenden sonstigen Erwähnungen von Aufenthalten in der Stadt im Text erklärbar zu machen, müsste es sich bei diesen um Erinnerungen handeln. Es müsste dann eine Person geben, die A... beobachtet haben muss. Diese Person würde die Geschichte erzählen. Diese Person kann aber kein omnipräsenter Berichterstatter sein, da der Leser dann wüsste, was genau sich in der Stadt zwischen Franck und A... ereignet hat. Außerdem gibt es Sprünge in der Erzählung von den Geschehnissen. Es erfolgt ein Sprung vom Hotelzimmer hin zu Gegenstandsbeschreibungen im Haus, die den Schluss nahe legen, es handle sich bei der Erzählung um den Bewusstseinsstrom eines anwesenden Dritten. Ob es sich dabei immer um die Schilderung tatsächlicher Ereignisse oder letztlich um eine, möglicherweise kranke, Fantasie handelt, ist schwer auszumachen. In Kapitel sieben ist das ganze Haus leer. Die Kamera wandert durch das Haus und bleibt am Fleck des toten Tausendfüßlers an der Wand haften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die semantische Mehrdeutigkeit des Titels „La Jalousie“ und führt in die methodische Herangehensweise der objektiven Kameratechnik im Roman ein.

2. Semantischer Dualismus/ Definition des Begriffs: Eifersucht: Dieses Kapitel definiert Eifersucht psychologisch und soziologisch und grenzt sie vom Neid ab, um das Verhalten des Ehemannes typologisch einzuordnen.

3. „La Jalousie“: Der Hauptteil analysiert die narrative Konstruktion des Romans, wobei der Fokus auf der Rekonstruktion der Geschichte und der Identifikation des Ehemannes als beobachtendes „abwesendes Ich“ liegt.

3.1 Die Rekonstruktion der Geschichte: Hier wird die klassische Dreieckskonstellation des Romans dargestellt und die Handlung im Kontext des tropischen Plantagenlebens umrissen.

3.2 Der beobachtende Ehemann: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie der Ehemann als Erzähler fungiert, obwohl er namentlich nicht in Erscheinung tritt.

3.3 Die Kameraperspektive als Ehemann: Hier wird untersucht, wie durch Kameraführung und räumliche Anordnung die subjektive Sichtweise des eifersüchtigen Beobachters konstruiert wird.

3.4 Der eifersüchtige Ehemann in „La Jalousie“/ Die Kameratechnik als Vermittlung des Bewusstseinszustandes Eifersucht: Dieses Kapitel verknüpft die formale Kameratechnik mit dem inneren psychischen Zustand des Protagonisten.

4. Persönlichkeitsanalyse des eifersüchtigen Ehemannes: Das Kapitel bietet eine vertiefte Analyse des Charakters und seiner depressiven, lethargischen Grundhaltung im Kontext von Erich Fromms Haben-Modus.

5. Fazit/ Schlussbemerkung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Kameraführung und die Monotonie der Szenen als Ausdruck des voyeuristischen und eifersüchtigen Zustandes des Ehemannes dienen.

Schlüsselwörter

Alain Robbe-Grillet, La Jalousie, Eifersucht, Kameratechnik, Erzählperspektive, Habenmodus, Psychologie, Dreieckskonstellation, Objektbeschreibung, Bewusstseinszustand, Voyeurismus, Identitätsverlust, Depression, Romananalyse, Französische Literatur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Erzählstruktur des Romans „La Jalousie“ von Alain Robbe-Grillet und zeigt auf, wie die distanzierte Kameratechnik die unterdrückten Emotionen des eifersüchtigen Ehemannes als Erzählinstanz widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Definition von Eifersucht, die Untersuchung von narrativen Perspektiven, die Analyse der Objektwelt im Roman sowie eine psychologische Einordnung des Protagonisten anhand von Erich Fromms Theorie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Ehemann als „abwesendes Ich“ und Kameraauge des Romans zu identifizieren und nachzuweisen, dass die scheinbar objektiven Beschreibungen eine tiefsitzende Eifersucht transportieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine Kombination aus literaturwissenschaftlicher Strukturanalyse und psychologisch-phänomenologischer Interpretation, um die Verbindung zwischen Erzählform und inhaltlicher Thematik zu belegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Rekonstruktion der Romanhandlung, der Analyse der Kameraperspektive, der Bedeutung von räumlicher Anordnung und einer Persönlichkeitsstudie des Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Eifersucht, Kameratechnik, Alain Robbe-Grillet, „La Jalousie“, Erzählperspektive, Habenmodus und Voyeurismus.

Welche Rolle spielt der Tausendfüßler für das Verständnis des Protagonisten?

Der Tausendfüßler wird zum zentralen Projektionspunkt des Ehemannes; die manische Fixierung auf das Tier und den Fleck an der Wand verdeutlicht den Übergang von kontrollierter Beobachtung zu unkontrolliertem Eifersuchtswahn.

Warum fungiert der Ehemann als „Kamera“?

Da der Ehemann nicht direkt als handelnde Person agiert, sondern das Geschehen rein visuell und aus einer festen Position heraus protokolliert, übernimmt seine Wahrnehmung die Funktion einer filmischen Kamera.

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Details

Title
Analyse des eifersüchtigen Ehemannes in „La Jalousie“ von Alain Robbe Grillet
College
Technical University of Berlin
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V140712
ISBN (eBook)
9783640493265
ISBN (Book)
9783640492961
Language
German
Tags
Analyse Ehemannes Jalousie“ Alain Robbe Grillet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2003, Analyse des eifersüchtigen Ehemannes in „La Jalousie“ von Alain Robbe Grillet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140712
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