Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Nach dem Heim. Die Gestaltung des Übergangs aus den Hilfen zur Erziehung in die Selbstständigkeit von Care Leaver

Titel: Nach dem Heim. Die Gestaltung des Übergangs aus den Hilfen zur Erziehung in die Selbstständigkeit von Care Leaver

Bachelorarbeit , 2023 , 70 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Steven Resch (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Bachelorarbeit verfolgt das Ziel darzustellen, mit welchen Herausforderungen Fachkräfte aus der Heimerziehung konfrontiert werden, wenn ein Wechsel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Heim in die Selbstständigkeit bevorsteht.

Die Arbeit setzt sich mit dem Thema auseinander, wie die Beziehungsarbeit, mit den veränderten Bedingungen, mit den Adressaten gestaltet werden kann. Ebenso wie eine Bildungsbegleitung bei den Themen Arbeit, Ausbildung und Finanzelle Bildung erfolgen kann. Weiterhin wird betrachtet, wie jungen Erwachsenen eine Option des Coming Back ermöglicht werden kann.

Care Leaver sind junge Volljährige, bei denen ein Wechsel aus der engen Betreuung in der Heimerziehung oder Pflegefamilien in eine selbstständige Lebensführung erfolgt. Der Verbleib in der Jugendhilfe und eine Weiterbewilligung nach dem Erreichen der Volljährigkeit war bis dahin nicht ohne Weiteres immer möglich. Die Weiterbewilligung und der Verbleib wurden in aller Regel anhand von zwei Voraussetzungen abhängig gemacht. Zum einen mussten bei der Antragsstellung noch genügend Defizite formuliert werden, um eine Hilfe gewährt zu bekommen und zum anderen wurden die Jugendhilfe an bestimmte zu erfüllende Bedingungen geknüpft.

In der Vergangenheit bedeutete dies häufig, dass die Jugendhilfe dann eingestellt wurde, wenn in der Hilfeplanung keine ausreichenden Defizite formuliert wurden. In dieser Perspektive der Defizitorientierung werden die vorhandenen Probleme und Schwächen eines Menschen in den Vordergrund gesetzt und mithilfe von entsprechenden therapeutischen oder pädagogischen Methoden sollen diese „verbessert“ werden. Dieser Ansatz steht im Kontrast zu dem Ansatz der ressourcenorientierten Haltung, in dem die Wahrnehmung der Lebenslagen und Alltag eines Menschen mit seinen jeweiligen vorhandenen Personal- und Umweltressourcen als zentrales Bewältigungsfeld angesehen wird. Für die Care Leaver bedeutet dies, dass gerade die defizitären Lebensbereiche in die Hilfeplanung aufgenommen wurden und anhand dieser die Weiterbewilligung der Jugendhilfe erfolgte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Care Leaver

2.1 Begriffsdefinition Care Leaver

2.2 Rechtsgrundlage Jugendhilfe ab 18

2.3 Hilfen zur Erziehung bei jungen Volljährigen-Prävalenzen

2.4 Lebenswelt der Care Leaver

3 Übergang zwischen Adoleszenz und Erwachsenenalter

3.1 Übergangsprozesse

3.1.1 Übergänge in der Biografie

3.1.2 Übergänge im (Bildungs-)Lebenslauf

3.2 Übergangsgestaltung im Leaving-Care-Prozess

4 Lebensbewältigungskonzept zur Handlungsfähigkeit

4.1 Dimensionen der Bewältigung

4.2 Relational-transaktionale Agency

4.3 Agency in der Jugendhilfe, Einflussfaktoren

4.4 Zusammenfassung: Handlungsfähigkeit in kritischen Lebenssituationen

5 Forschungsdesign und Ziel

5.1 Erhebungsmethode

5.2 Sampling

5.3 Auswertungsmethode

5.4 Analysetechnik

5.5 Kategorien und Erläuterung

5.6 Gütekriterien

6 Ergebnisdarstellung

6.1 Sozioökonomische Absicherung

6.1.1 Entscheidungspraxis zur Hilfegewährung

6.1.1.1 Coming Back

6.1.1.2 Zielformulierung der Jugendhilfe

6.1.1.3 Kompetenzen zur Selbstständigkeit

6.1.1.4 Finanzielle Sicherung

6.1.1.5 Wohnraum

6.1.2 Bildungschancen

6.1.2.1 Benachteiligung bei der Bildung

6.1.2.2 Ausbildung oder Maßnahmen

6.2 Beziehungen und Milieuwechsel

6.2.1 Aufbau und Pflege

6.2.2 Belastungen in der Beziehungsarbeit

6.2.3 Milieuwechsel

6.2.3.1 Unterstützungsmöglichkeiten

6.2.3.2 Familienbezug

6.3 Agency, Einflüsse und Risiken

6.3.1 Erfahrungen vor und in der Jugendhilfe

6.3.2 Einfluss auf die Berufsbildung

6.3.3 Erkennen von Agency

6.3.4 Unterstützungsaufgaben der Fachkräfte

6.3.5 Ende der Jugendhilfe

6.4 Eine neue Zielgruppe

6.5 Awareness

7 Schwerpunkte für die Praxis

8 Diskussion

8.1 Agency und Beziehung

8.2 Agency und Bildung

8.3 Umzug

8.4 Coming Back und Neue Zielgruppe

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anforderungen an Fachkräfte der stationären Jugendhilfe im Leaving-Care-Prozess, um junge Volljährige nachhaltig in die Selbstständigkeit zu begleiten. Dabei wird analysiert, wie trotz struktureller Hürden eine ressourcenorientierte Unterstützung realisiert werden kann.

  • Fostering der Handlungsfähigkeit (Agency) im Übergangsprozess
  • Bedeutung der Beziehungsgestaltung und Beziehungsarbeit
  • Herausforderungen der sozioökonomischen Absicherung (Wohnen, Geld)
  • Gestaltung von Bildungsbiografien und Unterstützung bei Übergängen

Auszug aus dem Buch

6.2.1 Aufbau und Pflege

Der Aufbau der Beziehung kann über eine zielgerichtete Interaktion mit dem jungen Menschen erfolgen. „Jetzt hol ich mir heute meine Jugendwohngemeinschaft oder den einzelnen Jugendlichen aus der Jugendwohngemeinschaft und mache was mit dem zusammen“ (E2_Interview, Pos. 26). Die Fachkraft aus der Einrichtung E2 gab an, dass sie für den Beziehungsaufbau zusammen mit dem jungen Menschen geplante Aktionen unternimmt.

„Man muss auch hier, wenn man hier arbeitet, ein Interesse an den jungen Menschen haben“ (E5_Interview, Pos. 14). Für den Beziehungsaufbau ist es von Bedeutung, dass die Fachkraft sich für die Lebenswelt des Adressaten interessieren kann und eine Offenheit sich dem jungen Menschen mit seiner oft problembehafteten Lebenssituation beibehält.

„Man lernt miteinander, ab in den Konflikt zu gehen, auch das ist vielleicht was Wichtiges, was die Jugendlichen bei uns üben können“ (E2_Interview, Pos. 31). Konflikte, die während des Beziehungsaufbaus entstehen, ermöglichen den jungen Menschen, innerhalb des institutionellen Bezugs zu den Fachkräften neue Konfliktlösungen zu erarbeiten. Die jungen Menschen müssen zunächst ihre eigene aktuelle Lebenswelt beschreiben können und gleichzeitig sich auf ihrem Gegenüber mit seinen Empfindungen einstellen. Diese Art der Bearbeitung von Konflikten wird von den Fachkräften ebenfalls als Mittel für den Beziehungsaufbau genannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die rechtlichen Verbesserungen durch das KJSG für Care Leaver und die damit einhergehende Notwendigkeit, Übergänge ressourcenorientiert zu gestalten.

2 Care Leaver: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Care Leaver und beleuchtet die rechtlichen sowie sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Lebenswelt der jungen Menschen.

3 Übergang zwischen Adoleszenz und Erwachsenenalter: Die Herausforderungen des Übergangs in das Erwachsenenleben werden als komplexe Lebensphase beschrieben, in der junge Menschen aus der Jugendhilfe spezifische Benachteiligungen erfahren.

4 Lebensbewältigungskonzept zur Handlungsfähigkeit: Es wird analysiert, wie soziale, individuelle und politische Dimensionen die Bewältigung kritisches Lebenssituationen beeinflussen und warum der Agency-Ansatz hier zentral ist.

5 Forschungsdesign und Ziel: Dieses Kapitel erläutert die qualitative Methodik, basierend auf Experteninterviews mit fünf Fachkräften aus der stationären Jugendhilfe.

6 Ergebnisdarstellung: Die Ergebnisse zeigen zentrale Handlungsfelder wie sozioökonomische Absicherung, Beziehungsarbeit und Agency-Entwicklung auf Basis der geführten Interviews.

7 Schwerpunkte für die Praxis: Hier werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Facharbeit abgeleitet, unter anderem zur Beziehungsgestaltung und Bildungsbegleitung.

8 Diskussion: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse, insbesondere unter Berücksichtigung der Beziehungsebene und der Herausforderungen durch eine neue Zielgruppe junger Volljähriger.

9 Fazit: Abschließende Betrachtung, die die zentrale Rolle der Beziehungsqualität und die Notwendigkeit kontinuierlicher Weiterbildung für Fachkräfte betont.

Schlüsselwörter

Care Leaver, Jugendhilfe, Leaving-Care-Prozess, Handlungsfähigkeit, Agency, Verselbstständigung, Beziehungsarbeit, sozioökonomische Absicherung, Bildungsbiografien, Übergangsgestaltung, KJSG, stationäre Jugendhilfe, Lebensbewältigung, Fachkräfte, Sozialraumorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Gestaltung des Übergangs junger Volljähriger aus stationären Hilfen zur Erziehung in ein selbstständiges Erwachsenenleben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die Beziehungsarbeit zwischen Fachkräften und jungen Menschen, die sozioökonomische Absicherung (Wohnraum, Finanzen) und die Förderung der Handlungsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Welche An- und Herausforderungen stellt der Leaving-Care-Prozess an die Fachkräfte der stationären Jugendhilfe, um einen Übergang in die Selbstständigkeit zu gestalten?

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Forschungsmethode, basierend auf fünf Experteninterviews mit Fachkräften der stationären Jugendhilfe, welche mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Interviews und ordnet diese in die drei Dimensionen der sozioökonomischen Absicherung, Beziehungskultur und individuellen Handlungsfähigkeit ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Care Leaver, Leaving-Care, Agency, Beziehungsgestaltung und Verselbstständigung nach SGB VIII.

Welche Rolle spielt die Beziehungsebene bei Care Leavern?

Die Beziehung zu den Fachkräften wirkt als notwendige Basis für Sicherheit und ist der entscheidende Faktor, damit junge Menschen ihre Handlungsfähigkeit ("Agency") in kritischen Situationen entfalten können.

Wie wirken sich Abbrüche der Jugendhilfe aus?

Abbrüche führen meist zu einem abrupten Ende der professionellen Unterstützung, was den Zugang zu wichtigen Ressourcen erschwert und die Rückkehr ins Hilfesystem häufig unmöglich macht.

Was bedeutet "Coming Back" in diesem Kontext?

Es beschreibt die durch das KJSG gestärkte Option, dass junge Volljährige nach einem Abbruch der Jugendhilfe bei Bedarf wieder Unterstützung erhalten können.

Warum ist die Wohnsituation für Care Leaver so problematisch?

Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes und Vorurteilen gegenüber jungen Menschen aus der Jugendhilfe ist die Suche nach kostengünstigem Wohnraum eine der größten Barrieren für eine gelungene Verselbstständigung.

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nach dem Heim. Die Gestaltung des Übergangs aus den Hilfen zur Erziehung in die Selbstständigkeit von Care Leaver
Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,7
Autor
Steven Resch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
70
Katalognummer
V1407699
ISBN (PDF)
9783346957955
ISBN (Buch)
9783346957962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Care Leaver Careleaver Jugendhilfe Hilfen zur Erziehung § 41 SGB VIII Heimerziehung Heimkinder Übergang Lebensbewältigung Agency Coming Back HzE Kinderheim SGB VIII Jugendamt Einrichtung Träger Mitarbeiter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steven Resch (Autor:in), 2023, Nach dem Heim. Die Gestaltung des Übergangs aus den Hilfen zur Erziehung in die Selbstständigkeit von Care Leaver, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1407699
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  70  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum