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Mehrsprachige Schulmodelle unter besonderer Berücksichtigung der türkischen Sprache im Unterricht

Eine Chance für eine bessere Bildungsintegration?

Title: Mehrsprachige Schulmodelle unter besonderer Berücksichtigung der türkischen Sprache im Unterricht

Bachelor Thesis , 2009 , 55 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Paul Haller (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Mehrsprachigkeit spielt in unserer heutigen globalisierten Welt eine nicht mehr wegzudenkende Rolle. Sie gilt als wichtiger Bestandteil der kulturellen Vielfalt und als Schlüsselqualifikation für eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft. Sprachlich rückt die Welt immer näher zusammen, die Arbeitsmärkte werden internationalisiert, und besonders die Länder Europas sind auf dem Wege sich zu vereinigen. Sprachliche Vielfalt und die Akzeptanz anderer Kulturen sind dabei ein wichtiger Faktor der gegenseitigen Annäherung. Der Fremdsprachenunterricht an Schulen stellt einen wichtigen Bestandteil dar, um Kinder und Jugendliche an Sprachen heranzuführen. Hierbei stehen bei der Vermittlung Fremdsprachen wie Englisch, Französisch oder Spanisch im Mittelpunkt. In meiner Bachelorarbeit im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ) setze ich mich mit mehrsprachigen Schulmodellen auseinander. Es soll hierbei allerdings der Fokus nicht auf die erwähnten Sprachangebote von Schulen gerichtet sein, sondern sich dem Modell der türkischen Sprache im Unterricht anhand mehrerer Schulen und Unterrichtsmodelle genähert werden. Die Fähigkeit, die türkische Sprache zu beherrschen, wird in unserem Bildungssystem selten als sprachliche Ressource gesehen, und so existieren Förderungsmaßnahmen in den Bereichen Türkisch als Muttersprache längst nicht flächendeckend, und Angebote im Bereich Türkisch als Fremdsprache sind kaum vorhanden. In dieser Bachelorarbeit sollen Unterrichtsmodelle dargestellt werden, in denen die türkische Sprache in das deutsche Schulsystem aufgenommen wurde. Es soll diskutiert werden, ob die Einbindung von Türkisch an Schulen neue gesellschaftliche Chancen für Kinder und Jugendliche mit türkischem Migrationshintergrund aufwirft und ob die Förderung und Einbeziehung der Erstsprache der Integration hilft. Findet der Erstspracherhalt, wie der Mannheimer Soziologe Hartmut Esser anführt, zu Lasten des Erwerbs von Zweitsprache statt, oder unterstützt die Förderung der Muttersprache das Erlernen der deutschen Sprache? (vgl. Esser 2006: www.wzb.eu) Welche Verantwortung hat das deutsche Bildungssystem gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, und welche Maßnahmen sind seitens der Schulen ergriffen worden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der monolingualen zur multilingualen Schule

2. Schülerinnen und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem

2.1 Mehrsprachigkeit

2.2 Erfolgschancen für Kinder mit Migrationshintergrund – Selektivität des deutschen Bildungssystems

2.3 Türkisch in der Schule, Förderung der Mehrsprachigkeit

3. Gesellschaftliche Forderungen am Beispiel des „Bündnisses zur Wahrung der Herkunftssprache und zweiten Fremdsprache Türkisch“ in Bremen

3.1 Politische Forderungen

3.2 Mehrsprachigkeit und Bildungserfolg – wissenschaftliche Forderungen

4. Schulformen mit Einbezug der türkischen Sprache in den Unterricht

4.1 Deutsch-türkisch bilinguale Grundschule in Hamburg Die Heinrich-Wolgast-Schule

4.2 Deutsch-türkisch bilinguale Grundschule in Niedersachsen Die Albert-Schweitzer-Schule in Hannover

4.3 Die Privatschule VIB Hannover

4.4 Türkisch als zweite Fremdsprache in Bremen

4.4.1 Empirische Untersuchung

4.4.2 Darstellung der Ergebnisse (Auswahl)

4.4.3 Auswertung der Ergebnisse

5. Qualifikation der Lehrkräfte

6. Sprachprestige: Wertschätzung der türkischen Sprache?

7. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit mehrsprachigen Schulmodellen auseinander, in denen Türkisch als Unterrichtssprache in das deutsche Bildungssystem integriert ist, um die gesellschaftlichen Chancen und die Rolle der Erstsprache für den schulischen Integrationserfolg zu beleuchten.

  • Integration der türkischen Sprache in den regulären Schulunterricht
  • Analyse verschiedener bilingualer Unterrichtsmodelle in Deutschland
  • Vergleich zwischen schulis- und bildungspolitischen Forderungen
  • Erforschung der Motivation türkischstämmiger Schülerinnen und Schüler
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Erst- und Zweitspracherwerb

Auszug aus dem Buch

4.1 Deutsch-türkisch bilinguale Grundschule in Hamburg Die Heinrich-Wolgast-Schule

Deutsch-türkisch bilinguale Schulkonzepte treten, wie bereits beschrieben, im deutschen Schulsystem nur äußerst selten auf. Die Heinrich-Wolgast-Schule ist eine von zwei Grundschulen mit dieser bilingualen Kombination in Hamburg. Die Schule liegt in St. Georg, einem Stadtteil mit einem Migrantenanteil von 31,4 Prozent (Stand 2006) (aus: www.statistik-nord.de: 25). Die Grundschule Lämmersieth, die in der Hansestadt das zweite deutsch-türkisch bilinguale Grundschulangebot offeriert, liegt mit 12,8 Prozent an ausländischer Bevölkerung im Stadtteil leicht unter dem Hamburger Durchschnitt.

Nach Angaben der Schulleiterin Petra Demmin besuchen ca. 200 Schülerinnen und Schüler die Heinrich-Wolgast-Schule, wovon die Hälfte der Kinder eine deutsch-türkisch bilinguale Klasse besucht und regelmäßigen Sprachkontakt mit beiden Sprachen hat. Bis auf wenige Ausnahmen kommen alle Kinder aus St. Georg oder aus daran angrenzenden Stadtteilen. Für jedes Grundschulkind aus Hamburg besteht die Möglichkeit, in die Schule aufgenommen zu werden, um das bilinguale Konzept wahrzunehmen. Das türkische Konsultat bzw. die türkische Bildungsbehörde bietet den Kindern einen Fahrdienst an, um zur Schule zu gelangen. Ein festes Einzugsgebiet ist demnach nicht vorgegeben. Zur Einschulung sind einige der Schülerinnen und Schüler in einer Klasse monolingual deutsch, einige monolingual türkisch, einige bilingual in beiden Sprachen oder haben neben der deutschen Sprache eine weitere Partnersprache. Das Lehrerkollegium der Schule setzt sich zusammen aus 20 Grundschullehrerinnen und -lehrern sowie aus vier Lehrkräften aus der Türkei (Stand Mai 2009), die zusammen mit deutschen Lehrkräften die bilingualen Klassen betreuen. Eine Klasse wird jeweils von zwei muttersprachlichen deutschen Lehrkräften und einer türkischen Lehrkraft geleitet. Dabei wird überwiegend das Vermittlungsmodell, „eine Person – eine Sprache“ (one person – one language) angewendet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Mehrsprachigkeit und Darlegung der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich türkischsprachiger Unterrichtsmodelle.

1. Von der monolingualen zur multilingualen Schule: Analyse des Wandels von einem einsprachigen Bildungsverständnis hin zu einer multikulturellen Schullandschaft.

2. Schülerinnen und Schüler mit türkischem Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem: Darstellung der historischen und demografischen Aspekte sowie der bildungsbenachteiligenden Selektionsmechanismen.

3. Gesellschaftliche Forderungen am Beispiel des „Bündnisses zur Wahrung der Herkunftssprache und zweiten Fremdsprache Türkisch“ in Bremen: Vorstellung der Forderungen von Interessenverbänden zur Verankerung des Türkischen als Schulfach.

4. Schulformen mit Einbezug der türkischen Sprache in den Unterricht: Detaillierte Vorstellung verschiedener bilingualer Modelle und Durchführung einer empirischen Untersuchung in Bremen.

5. Qualifikation der Lehrkräfte: Reflexion über die didaktischen Anforderungen an Pädagogen im Kontext mehrsprachiger Klassen.

6. Sprachprestige: Wertschätzung der türkischen Sprache?: Diskussion über die gesellschaftliche Bewertung und den Legitimationsgrad der türkischen Sprache.

7. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Schulmodelle und wissenschaftliche Einordnung für zukünftige Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Türkischunterricht, Migrationshintergrund, Bilinguale Schule, Integration, Herkunftssprache, Deutsch als Zweitsprache, Bildungserfolg, Schulentwicklung, Interdependenzhypothese, Bildungsbenachteiligung, Sprachprestige, Muttersprachlicher Unterricht, Schulfach, Sprachstandsprüfung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Integration der türkischen Sprache in das deutsche Schulsystem und analysiert, inwieweit bilinguale Unterrichtsmodelle die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund fördern können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Mehrsprachigkeit, den Erst- und Zweitspracherwerb, die selektiven Strukturen des deutschen Bildungssystems sowie die gesellschaftliche Forderung nach Anerkennung der Herkunftssprache.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu diskutieren, ob die Einbindung des Türkischen in den Unterricht neue gesellschaftliche Chancen bietet und ob eine Förderung der Erstsprache den Spracherwerb und die Integration unterstützt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine Literaturanalyse zu bildungspolitischen und wissenschaftlichen Forderungen mit einer empirischen Untersuchung, bestehend aus Hospitationen und einer schriftlichen Befragung mittels Fragebögen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil stellt konkrete Schul- und Unterrichtsmodelle in Hamburg, Hannover und Bremen vor, in denen Türkisch entweder bilingual unterrichtet oder als Fremdsprache angeboten wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mehrsprachigkeit, bilinguale Schule, Herkunftssprache, Integration und Bildungserfolg geprägt.

Wie bewertet der Autor die Situation an der Heinrich-Wolgast-Schule?

Der Autor stellt die Schule als ein gelungenes Beispiel für ein bilinguales Konzept dar, bei dem eine zweisprachige Alphabetisierung durch das "Eine Person - eine Sprache"-Modell erfolgreich umgesetzt wird.

Welches Ergebnis lieferte die Befragung im Bremer Oberstufenkurs?

Die Befragung ergab, dass die Mehrheit der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus Eigeninitiative handelt, um ihre Türkischkenntnisse zu verbessern und ihre kulturelle Identität im deutschen Bildungssystem zu bewahren.

Gibt es eine formale Anerkennung des Türkischunterrichts als Abiturfach?

Ja, in Bremen besteht unter bestimmten Voraussetzungen, wie dem Bestehen eines Sprachtests, die Möglichkeit, Türkisch als abiturrelevantes Fach in der gymnasialen Oberstufe zu wählen.

Was schlussfolgert die Arbeit hinsichtlich der "Doppelseitigen Halbsprachigkeit"?

Der Autor lehnt die pessimistische Sicht der "doppelseitigen Halbsprachigkeit" ab und plädiert dafür, dass durch eine gezielte Förderung beider Sprachen eine Symbiose zwischen Elternhaus und Schule erreicht werden kann.

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Details

Title
Mehrsprachige Schulmodelle unter besonderer Berücksichtigung der türkischen Sprache im Unterricht
Subtitle
Eine Chance für eine bessere Bildungsintegration?
College
University of Bremen  (Fachbereich Deutsch)
Grade
1,0
Author
Paul Haller (Author)
Publication Year
2009
Pages
55
Catalog Number
V140771
ISBN (eBook)
9783640499557
ISBN (Book)
9783640499670
Language
German
Tags
Mehrsprachige Schulmodelle Berücksichtigung Sprache Unterricht Eine Chance Bildungsintegration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paul Haller (Author), 2009, Mehrsprachige Schulmodelle unter besonderer Berücksichtigung der türkischen Sprache im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140771
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