Eine Möglichkeit zur qualitativen Verbesserung des Verwaltungshandelns stellt die Digitalisierung dar. Da diese im Rahmen der Modernisierung der Verwaltung zunehmend an Bedeutung gewinnt, soll der Fokus in dieser Arbeit auf den digitalen Veränderungsprozess gelegt werden. Die notwendigen Voraussetzungen wurden mit dem Regierungsprogramm „Digitale Agenda 2020“ sowie mit dem Onlinezugangsgesetz (OZG) und dem E-Government-Gesetz geschaffen.
Um die Rolle der Führungskräfte in einer digitalisierten Arbeitswelt ableiten zu können, wurde im Rahmen dieser Arbeit die folgende Forschungsfrage aufgestellt: Welchen Herausforderungen müssen sich die Führungskräfte in der digitalen Arbeitswelt stellen? Zur Einordnung dieser Thematik soll zunächst der Begriff Digitalisierung ausführlich definiert und dessen Bedeutung im Kontext der Arbeit herausgestellt werden. Zur Annäherung an die Forschungsfrage erfolgt anschließend eine Präsentation der Veränderungen durch die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung. In einem nächsten Schritt wird der Fokus auf den Führungsbegriff gelegt. Zur Sicherstellung eines einheitlichen Verständnisses werden die Begriffe Führung und Führungskraft erläutert. Aufbauend auf dem theoretischen Wissen, sollen die Herausforderungen und Rollen identifiziert werden, die es in einer digitalisierten Arbeitswelt durch die Führungskräfte zu bewältigen gilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Digitalisierung in der Arbeitswelt
2.1 Begriffsbestimmung Digitalisierung
2.2 Digitalisierung in der Arbeitswelt
2.3 Veränderungen durch die Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung
3 Theoretischer Rahmen – Führung
3.1 Begriffsdefinition Führung
3.2 Begriffsdefinition Führungskraft
4 Führung in der digitalen Arbeitswelt
4.1 Herausforderungen
4.2 Rolle der Führungskraft in der digitalen Arbeitswelt
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die veränderte Rolle von Führungskräften im Kontext der Verwaltungsmodernisierung und des digitalen Wandels. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welchen konkreten Herausforderungen sich Führungskräfte in der digitalen Arbeitswelt gegenübersehen und wie sie diese als zentrale Akteure des Wandels bewältigen können.
- Grundlagen der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die öffentliche Verwaltung
- Führungsverständnis in Zeiten komplexer, digitaler Organisationsstrukturen
- Herausforderungen durch Generationenkonflikte und neue Arbeitstechniken
- Anforderungen an Führungskräfte hinsichtlich Mindset, Vorbildfunktion und Coaching
Auszug aus dem Buch
4.1 Herausforderungen
In Zeiten des digitalen Veränderungsprozesses spielt die Nutzung neuer Technologien eine zentrale Rolle im Arbeitsalltag der Führungskräfte und Mitarbeiter. Für eine effiziente Aufgabenwahrnehmung wird ein technologisches Verständnis vorausgesetzt. Allerdings wäre es unrealistisch davon auszugehen, dass jeder Mitarbeiter diese Kompetenzen besitzt. Insbesondere bei den älteren Generationen können Schwierigkeiten bei der Nutzung neuer Technologien und eine schnelle Überforderung auftreten. Daher besteht die Aufgabe der Führungskräfte darin, auf die individuellen Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen der Mitarbeiter einzugehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Dazu zählen beispielsweise Weiter- und Fortbildungen oder aber auch Coaching-vor-Ort-Maßnahmen. In diesem Zusammenhang besteht die Herausforderung darin, die Qualifizierungsmaßnahmen der ihnen unterstellten Mitarbeiter nicht nur zu unterstützen, sondern auch rechtzeitig zu initiieren. Voraussetzung dafür ist, dass die Führungskraft den Bedarf an Qualifizierungsmaßnahmen der einzelnen Mitarbeiter erkennt. Außerdem müssen die Führungskräfte stets über die technologischen Entwicklungen und ihre Einsatzmöglichkeiten am Arbeitsplatz informiert sein. Dies ist in Zeiten, in denen immer mehr Leistungen der Verwaltung für die Bürger über das Internet angeboten werden sollen, von großer Bedeutung. Darüber hinaus müssen die Führungskräfte einen sicheren Umgang mit den digitalen Medien vorweisen. Da in der öffentlichen Verwaltung oftmals mit sensiblen Daten gearbeitet wird, ist die Einhaltung und Sicherstellung des Datenschutzes hier besonders wichtig.
Neben dem technologischen Verständnis und dem sicheren Umgang mit den digitalen Medien müssen die Führungskräfte eine Sensibilität für die soziokulturellen Auswirkungen der Digitalisierung entwickeln (Ciesielski/Schutz 2016: 3). Dazu zählt beispielsweise der in Teilkapitel 2.3 beschriebene Wandel in der Unternehmenskultur. Die Führungskraft ist im Veränderungsprozess für die Ausgestaltung, Wahrung und Stärkung der Unternehmenskultur innerhalb ihres Verantwortungsbereiches zuständig. In diesem Zusammenhang besteht die Herausforderung darin, die traditionellen Werte und Überzeugungen der ihnen unterstellten Mitarbeiter mit dem modernen Bild einer digitalen und agilen Verwaltung in einen Einklang zu bringen. Denn die individuellen Entwicklungen der Mitarbeiter, das moderne Serviceverständnis und die digitalen Lösungsansätze werden die Arbeit in der öffentlichen Verwaltung zukünftig prägen und die Schaffung neuer Werte wie beispielsweise transparente Kommunikations- und Informationsstrukturen erfordern. Als wichtige Kompetenz erweist sich in diesem Zusam-
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung verdeutlicht die Notwendigkeit der Verwaltungsmodernisierung durch Digitalisierung und leitet die Forschungsfrage bezüglich der veränderten Anforderungen an Führungskräfte her.
2 Digitalisierung in der Arbeitswelt: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Digitalisierung, beleuchtet deren historischen Kontext und analysiert die spezifischen Veränderungen und Herausforderungen für den öffentlichen Sektor.
3 Theoretischer Rahmen – Führung: Es werden die zentralen Begriffe Führung und Führungskraft wissenschaftlich fundiert definiert, um ein einheitliches Verständnis für die Analyse zu schaffen.
4 Führung in der digitalen Arbeitswelt: Hier werden die Herausforderungen für Führungskräfte detailliert erarbeitet und daraus spezifische Rollenanforderungen abgeleitet, die ein moderner Führungsstil im digitalen Kontext erfordert.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont, dass ein proaktives Umdenken bei Führungskräften für eine erfolgreiche digitale Transformation der Verwaltung unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Verwaltungsmodernisierung, Führungskraft, Führung, Arbeit 4.0, Öffentliche Verwaltung, E-Government, Veränderungsmanagement, Digitale Transformation, Unternehmenskultur, Digitales Mindset, Kompetenzentwicklung, Generationenkonflikt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Auswirkungen der Digitalisierung auf die öffentliche Verwaltung und legt den Fokus speziell auf die dadurch veränderte Rolle und die neuen Aufgaben von Führungskräften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Wesentliche Themen sind die Definition von Digitalisierung und Führung, der Wandel der Unternehmenskultur, die Herausforderungen durch neue Technologien sowie der Umgang mit dem Generationenkonflikt in modernen Verwaltungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welchen Herausforderungen müssen sich die Führungskräfte in der digitalen Arbeitswelt stellen?
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse der aktuellen Fachliteratur im Kontext der Verwaltungsmodernisierung und der Digital Leadership-Forschung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Begriffe Digitalisierung und Führung sowie die Analyse von Herausforderungen und der sich daraus ergebenden Rollenbilder, etwa als Coach oder Innovator.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Digitalisierung, Verwaltungsmodernisierung, Führungskraft, Arbeit 4.0, E-Government und Digitales Mindset.
Warum ist das "Digitale Mindset" für Führungskräfte in der Verwaltung so wichtig?
Es ist entscheidend, da Führungskräfte den Wandel aktiv als Chance begreifen müssen, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und eine erlebbare Identifikation mit neuen digitalen Prozessen zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Führungskraft als Vermittler bei der Verwaltungsmodernisierung?
Die Führungskraft fungiert als Brücke zwischen traditionellen Auffassungen und den Anforderungen an eine moderne, agile Verwaltung, wobei sie Werte wie Transparenz und Fehlerakzeptanz vorleben muss.
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- Anonym (Author), 2021, Die Rolle der Führungskraft bei der Verwaltungsmodernisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1407981