Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang der neuen Datenschutzgrundverordnung mit dem „System Schufa“ aufzuzeigen und mögliche zukünftige Auswirkungen auf die Schufa darzustellen und zu bewerten.
Die Datenschutzgrundverordnung trat im Mai 2018 in Kraft, mit dem Hauptziel mehr Transparenz zu schaffen. Viele Verbraucher sind sich nicht im Klaren, welche und wie viele ihrer Daten von Unternehmen gespeichert werden. Beispielsweise welche Daten von Ihnen durch Auskunfteien wie der Schufa gespeichert sind und welche Auswirkungen fehlerhafte Daten haben können. Die Datenschutzgrundverordnung bringt einige Veränderungen für Verbraucher und Unternehmen mit sich. Doch wie weitgehend sind die Auswirkungen auf die Schufa?
Inhaltsübersicht
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Forschungsfrage
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Scoring
2.2 Allgemeine Informationen Datenschutzgrundverordnung
2.3 Die Schufa
3 Umfragen zur DSGVO
3.1 Auswertung der Umfragen zur DSGVO
4 Die Grundsätze und Folgen der DSGVO für die Schufa
4.1 Die sieben Grundsätze der DSGVO
4.2 Sanktionen bei Verstößen gegen die DSGVO
4.3 Die veränderten Datenschutzregeln
4.4 Reaktion und neue Angebote der Schufa
4.5 Mögliche Folgen der DSGVO für die Schufa
5 Doppelinterview und Fehler in den Schufa-Daten
5.1 Standpunkte Schmalzls
5.2 Standpunkte Freytags
5.3 Fehler in den Schufa-Daten
5.4 Folgen bei fehlerhafter Datenspeicherung durch die Schufa
6 Erster Praxisfall
6.1 Gründe für OpenSchufa
6.2 Vorgehensweise von OpenSchufa
6.3 Ergebnisse der Initiative
6.4 Kritik an der Vorgehensweise
6.5 BGH-Urteil von 2014
7 Zweiter Praxisfall
7.1 Standpunkte des Klägers vor dem Urteil des LG Wiesbaden
7.2 Standpunkte der Schufa vor dem Urteil des LG Wiesbaden
7.3 Urteilsbegründung des LG Wiesbaden
7.4 Kritik am Urteil
7.5 Ausgangslage vor dem Urteil des LG Frankfurt
7.6 Urteilsbegründung des LG Frankfurt und mögliche Folgen
8 Schlussfolgerung und Fazit
8.1 Schlussfolgerung
8.2 Fazit
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert den Einfluss der seit Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auf die Geschäftspraktiken der Schufa. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die neuen regulatorischen Anforderungen die Datenverarbeitung, Transparenzpflichten und das Geschäftsmodell der Auskunftei beeinflussen und welche rechtlichen sowie praktischen Auswirkungen daraus resultieren.
- Regulatorische Anforderungen der DSGVO für Auskunfteien.
- Transparenz bei Score-Berechnungen und Datenspeicherung.
- Kritische Analyse von Praxisfällen (OpenSchufa und gerichtliche Auseinandersetzungen).
- Interessenkonflikt zwischen Datenschutzrechten und Wirtschaftlichkeit von Bonitätsdaten.
- Zukünftige Anforderungen an die Schufa zur Vertrauensbildung.
Auszug aus dem Buch
4.1 Die sieben Grundsätze der DSGVO
Im Art. 5 Abs. 1-2 DSGVO sind die sieben Grundsätze dieser Verordnung beschrieben. Einer dieser bildet der Grundsatz „Treu und Glauben, Rechtmäßigkeit und Transparenz“ aus dem Abs. 1a. Er fordert eine Verarbeitung personenbezogener Daten in dem Zustand wie diese erfasst wurden. Zudem eine Offenlegung der „Identität des Verantwortlichen“, keine geheime Datenverarbeitung und ein Auskunftsrecht des Betroffenen über seine personenbezogenen Daten. Zweitens die Zweckbindung aus dem Abs. 1b, welche eine Zweckfestlegung vor Verarbeitungsbeginn, die Rechtmäßigkeit und Eindeutigkeit des Zwecks sowie einen Rechtfertigungsgrund oder eine Einwilligung bei Weitergabe an Dritte, vorsieht.
Als dritten Punkt die Datenminimierung, die im Abs. 1c beschrieben wird. Diese erfordert Angemessenheit, Relevanz und Erheblichkeit des Zwecks, was bedeutet, dass nicht mehr personenbezogene Daten verarbeitet werden als notwendig. Richtigkeit bildet den vierten Grundsatz im Abs. 1d und verlangt die Richtigkeit und Aktualität von personenbezogenen Daten sowie die Löschung bzw. Korrektur fehlerhafter Daten.
Die im Abs. 1e aufgeführte Speicherbegrenzung erfordert die sofortige Löschung der Daten bei Zweckerreichung. Sechstens die „Integrität und Vertraulichkeit“ (Abs. 1f), die den Schutz vor Verlust, unbefugter Verarbeitung und unfreiwilliger Schädigung durch Dritte regelt. Eine Nachweispflicht, dass Datenschutzvorschriften eingehalten werden sowie die Gewährleistung der Beachtung der Datenschutzregeln bei Datenverarbeitung spiegeln sich im Grundsatz der Rechenschaftspflicht (Abs. 2) wider („Grundsätze für die Verarbeitung personenbezogener Daten“, o.J.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition der Forschungsfrage zur Auswirkung der DSGVO auf das System Schufa und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2 Begriffliche Grundlagen: Erläuterung der Kernbegriffe Scoring, DSGVO und Beschreibung der Schufa als zentrales Auskunftei-Unternehmen.
3 Umfragen zur DSGVO: Analyse der öffentlichen Wahrnehmung der DSGVO anhand verschiedener Umfrageergebnisse.
4 Die Grundsätze und Folgen der DSGVO für die Schufa: Detaillierte Betrachtung der sieben DSGVO-Grundsätze sowie deren Konsequenzen und Anpassungsstrategien für die Schufa.
5 Doppelinterview und Fehler in den Schufa-Daten: Gegenüberstellung der Standpunkte von DSGV und Schufa-Management sowie Diskussion über Fehleranfälligkeit und Folgen fehlerhafter Daten.
6 Erster Praxisfall: Untersuchung der Initiative OpenSchufa im Kontext von Transparenzforderungen.
7 Zweiter Praxisfall: Analyse gerichtlicher Auseinandersetzungen mit dem Landgericht Wiesbaden und Frankfurt bezüglich Löschungsansprüchen von Betroffenen.
8 Schlussfolgerung und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Auswirkungen und Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Geschäftsmodells der Schufa.
Schlüsselwörter
Schufa, DSGVO, Scoring, Datenschutz, Datenspeicherung, Auskunftei, Transparenzpflicht, Personenbezogene Daten, Bonitätsprüfung, Recht auf Löschung, Kreditwürdigkeit, OpenSchufa, Datensicherheit, Recht auf Auskunft, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auf die Schufa Holding AG, insbesondere in Bezug auf Datenspeicherung und Transparenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die DSGVO-Vorgaben, der Scoring-Prozess der Schufa, die Transparenz gegenüber Verbrauchern und rechtliche Auseinandersetzungen über die Speicherdauer von Daten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Schufa auf die neue Datenschutz-Grundverordnung reagiert und ob bzw. welche Auswirkungen dies auf ihr bestehendes Geschäftsmodell hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive sowie analytische Herangehensweise gewählt, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Umfragedaten, aktuellen Gerichtsurteilen und Unternehmensberichten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in grundlegende Definitionen, eine Analyse der DSGVO-Folgen für die Schufa, Interviews mit Branchenvertretern sowie zwei detaillierte Praxisfälle (OpenSchufa und juristische Klageverfahren).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Scoring, DSGVO, Auskunftei, Kreditwürdigkeit, Transparenz und Datenschutz, die den Kern der Untersuchung bilden.
Welche Rolle spielt das Urteil des Landgerichts Wiesbaden?
Dieses Urteil ist ein zentraler Untersuchungsgegenstand, da es die Legitimität der Datenspeicherung und die Auslegung der DSGVO-Löschungsansprüche bei Kreditrückständen aufzeigt.
Warum ist das Geschäftsmodell der Schufa laut Fazit nur bedingt durch die DSGVO gefährdet?
Obwohl die Schufa ihre Prozesse (z.B. kostenlose elektronische Auskunft) anpassen muss, bleibt die grundlegende Funktion der Kreditauskunft als essenzieller Teil des Wirtschaftssystems nach aktueller Einschätzung stabil.
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- Anonym (Author), 2019, Auswirkungen der EU-Datenschutz-Grundverordnung auf den Datenbestand und die künftige Speicherung persönlicher Daten durch die Schufa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1408158