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Ein ägyptischer Skarabäus aus dem römischen Pforzheim

Titel: Ein ägyptischer Skarabäus aus dem römischen Pforzheim

Hausarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Rastagar Munir (Autor:in)

Ägyptologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem entdeckten ägyptischen Skarabäus aus dem römischen Pforzheim. Die Gestaltungsmerkmale des Skarabäus werden dargestellt, gefolgt von Skarabäen im Alten Ägypten und außerhalb Ägyptens. Ägyptiaka und ägyptisierende Objekte aus dem nördlichen Teil Baden-Württembergs werden beschrieben.

Der Raum in und um Pforzheim herum weist eine große Reichhaltigkeit an archäologischem Material auf, welches vom Neolithikum bis in das Mittelalter datiert. Nicht alle ausgegrabenen Artefakte sind lokale Produktionen. So kam bei einer Ausgrabung ein Objekt zu Tage, welches definitiv nicht von einheimischen Handwerkern hergestellt wurde, nämlich ein Skarabäus. Dieser wurde ca. 1339 v.Chr. in Ägypten hergestellt und gelangte in antiker Zeit schon nach Europa, wo er seinen Weg ins heutige Pforzheim fand.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Gestaltungsprogramm des Skarabäus

3. Skarabäen im Alten Ägypten

4. Skarabäen außerhalb Ägyptens

5. Ägyptiaka und ägyptisierende Objekte aus dem nördlichen Teil Baden-Württembergs

6. Gesamtbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kulturgeschichtliche Bedeutung und Interpretation eines in Pforzheim gefundenen ägyptischen Skarabäus aus der Antike. Ziel ist es zu analysieren, wie dieses ägyptische Objekt in einem römischen Kontext wahrgenommen, gedeutet und möglicherweise als magisches Artefakt rezitiert wurde.

  • Ikonografie und religiöse Symbolik der Skarabäus-Ober- und Unterseiten
  • Bedeutung der Skarabäen im Alten Ägypten als Amulette und funeräre Symbole
  • Wege der Verbreitung ägyptischer Artefakte in das Römische Reich
  • Rezeption und Umdeutung Ägyptiaka in der Provinz Germania Superior
  • Die Rolle von Händlern bei der Manipulation der Kundenwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

Das Gestaltungsprogramm des Skarabäus

Die Oberseite kann grob in zwei Bereiche eingeteilt werden, von denen der kleine etwa ein Drittel der Fläche ausmacht, während die restlichen zwei Drittel vom größeren Bereich abgedeckt werden. Das kleinere Feld befindet sich im Kopfbereich des Käfers. In der Mitte ist ein Kreis, welcher die Sonnenscheibe andeuten soll. Die Kurve, auf dem sich die Sonnenscheibe befindet, stellt die Sonnenbarke dar, auf welcher die Sonne am Firmament wandert. Rechts und links von der Sonnenbarke sind Horusaugen abgebildet. Dies galten im Alten Ägypten als Sinnbild für Heilung und Vervollständigung, sowie als Apotropaion1. Das größere Feld kann wiederum in zwei weitere Felder unterteilt werden, dessen Unterteilung senkrecht verläuft. In diesen beiden Feldern werden jeweils Osiris und Re-Harachte gegenüber hockend abgebildet. Beide Gottheiten halten den Heka-Stab und das Flagellum, welches Insignien der königlichen Herrschaft sind. Osiris ist der Herrscher der Unterwelt, während es sich bei Re-Harachte um eine synkretische Verbindung von Re (Sonnengott) und Horus (Gott der Königlichkeit) handelt.

Osiris wird auch auf der Unterseite abgebildet. Dieses Mal steht er auf mit einer Farbleiter dekorierten Erhöhung, und hält in beiden Händen nach außen weisend jeweils den Heka-Stab und das Flagellum. An beiden Seiten wird Osiris von zwei Göttinnen flankiert, nämlich Isis (rechts) und Nephthys (links). Beide sind jeweils die Schwestern des Osiris, und Isis ist zudem auch dessen Gattin. Isis und Nephthys tragen lange Kleider und besitzen Flügel. Trotz diesem kongruenten Erscheinungsbild lassen sich beide epigrafisch unterscheiden, da ihre Namen jeweils über ihren Köpfen eingraviert sind. Die rechte Hand ist ausgestreckt gen Osiris ausgerichtet. Solche Handhaltungen gelten in der altägyptischen Kunst als Geste der Verehrung oder Anbetung. In der linken Hand halten sie ein Was-Zepter, welches sie Osiris übergeben. Die Flügel der beiden Göttinnen schirmen nach außen hin ab. Somit wird im Bild ein Raum erzeugt, welcher vor allem Osiris umgibt, als würden die beiden Göttinnen Osiris beschützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung benennt das archäologische Fundobjekt, einen in Pforzheim gefundenen ägyptischen Skarabäus, und ordnet ihn zeitlich in den Kontext antiker Handelsbeziehungen ein.

2. Das Gestaltungsprogramm des Skarabäus: Dieses Kapitel analysiert detailliert die ikonografische Gestaltung der Ober- und Unterseite des Skarabäus, wobei die dargestellten Gottheiten und Symbole in ihrem ägyptischen Kontext gedeutet werden.

3. Skarabäen im Alten Ägypten: Hier werden die ursprüngliche Verwendung des Skarabäus als Sinnbild für Wiedergeburt und Schöpfung sowie seine Funktionen als Alltags- und Grabschmuck dargelegt.

4. Skarabäen außerhalb Ägyptens: Das Kapitel beleuchtet die Verbreitung dieser Objekte im Vorderen Orient, der eurasischen Steppe und schließlich ihre handelsbedingte Präsenz im Römischen Reich.

5. Ägyptiaka und ägyptisierende Objekte aus dem nördlichen Teil Baden-Württembergs: Der Fokus liegt auf lokal gefundenen Objekten wie Osirisstatuetten und Kopfkapitellen, deren Rezeption und mögliche Umdeutung durch die einheimische Bevölkerung diskutiert wird.

6. Gesamtbetrachtung: Das Fazit fasst die Deutungsmöglichkeiten des Skarabäus zusammen, reflektiert die Wahrnehmung des Objekts durch die damaligen Bewohner und thematisiert die Rolle der Händler bei der Vermittlung ägyptischer Waren.

Schlüsselwörter

Skarabäus, Ägyptiaka, Pforzheim, Osiris, Ikonografie, Antike, Archäologie, Wiedergeburt, Amulett, Rezeption, Ägypten, Römische Provinz, Handel, Magie, Totengericht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation untersucht einen spezifischen, ägyptischen Skarabäus, der bei Ausgrabungen in Pforzheim gefunden wurde, und beleuchtet dessen archäologische und kulturgeschichtliche Bedeutung.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die ikonografische Entschlüsselung des Skarabäus, die Rolle ägyptischer Amulette im Alten Ägypten sowie die Rezeption solcher Objekte im römischen Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Analyse, wie und warum dieses ägyptische Objekt in einen römischen Kontext gelangte und wie die damalige Bevölkerung dieses für sie „exotische“ Stück wahrgenommen und interpretiert haben könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer kunsthistorischen und archäologischen Analyse, die das Objekt in den Kontext vergleichbarer Fundstücke setzt und epigrafische sowie ikonografische Indizien auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der intensiven Beschreibung des Skarabäus über die allgemeine Bedeutung von Skarabäen im Alten Ägypten bis hin zur Diskussion über die verbreitete Präsenz von Ägyptiaka im römischen Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Skarabäus, Ägyptiaka, Ikonografie, Antike, Archäologie und die Rezeption ägyptischer Religion im römischen Kontext.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Isis und Hathor in diesem Fundkontext schwierig?

Da beide Göttinnen ab dem Neuen Reich mit Kuhhörnern dargestellt wurden, ist eine eindeutige Einordnung ohne begleitende epigrafische Hinweise oder einen spezifischen Fundkontext, der eine Identifizierung erlaubt, oft schwierig.

Welche Rolle spielt die Interpretation des Fundes als "groteske Drolerie"?

Bei der Figur aus Karlsruhe-Durlach wird vermutet, dass sie im Mittelalter als dekoratives, aber "absonderliches" Element an einer Wand wahrgenommen wurde, da ihre ursprüngliche, ägyptische religiöse Identität verloren gegangen war.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein ägyptischer Skarabäus aus dem römischen Pforzheim
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Note
1,0
Autor
Rastagar Munir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V1408219
ISBN (PDF)
9783346960146
ISBN (Buch)
9783346960153
Sprache
Deutsch
Schlagworte
skarabäus pforzheim
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rastagar Munir (Autor:in), 2017, Ein ägyptischer Skarabäus aus dem römischen Pforzheim, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1408219
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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