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Kleists "Die Marquise von O..." als Abbild der biblischen Ursprungsgeschichte Jesu innerhalb der bürgerlichen Kleinfamilie

Titel: Kleists "Die Marquise von O..." als Abbild der biblischen Ursprungsgeschichte Jesu innerhalb der bürgerlichen Kleinfamilie

Hausarbeit , 2021 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Luca Greta Engelking (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der Hausarbeit geht es um Kleists Werk "Die Marquise von O..." und wie jenes ein Abbild der Entstehungsgeschichte Jesu darstellt. Die Figuren werden mit denen der heiligen Familie verglichen und der Turning-Point des Werks diesbezüglich passend eingeordnet. Dabei stehen folgende Forschungsfragen im Zentrum: Worin bestehen die Ähnlichkeiten der Novelle zu der biblischen Entstehungsgeschichte und welche Rollen nehmen die Charaktere in dieser ein? Inwiefern ist die Darstellung der
Entstehungsgeschichte in der Novelle außerhalb des religiösen Kontextes zu betrachten? Wie wird der Ursprung dargestellt?

Ziel ist die Ergründung, inwiefern die Novelle als Spiegelbild der Glaubensansichten Kleists bezüglich der Schöpfung zu verstehen ist und wie die Widersprüchlichkeit des Charakters des Grafen von F… seine innere Verwirrung repräsentieren könnte. Zu Beginn werden zum Zweck des Verständnisses zwei wichtige Einflüsse in Heinrich von Kleists Leben dargelegt. Schließlich wird dieser Wissensstand für die Analyse der Zusammenhänge verwendet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Ein himmlischer Hintergrund – Einleitung

2 Prägnante Einflüsse in Kleists Leben

2.1 Kleists „eigne [sic] Religion“

2.2 „Kant-Krise“ und dessen Wirkung auf den Glauben Kleists

3 Die Charaktere in ihren Rollen der Heiligen Familie

4 Die unwissentliche Empfängnis – Ein inzestuöser Akt

4.1 Verkörperung der bürgerlichen Kleinfamilie

4.2 Glück, Bewusstsein und Moral

5 Engel und Teufel – Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Novelle "Die Marquise von O..." von Heinrich von Kleist als Spiegelbild biblischer Ursprungsgeschichten innerhalb des Kontextes bürgerlicher Familienstrukturen des 18. Jahrhunderts, wobei insbesondere die Auswirkungen von Kleists "Kant-Krise" auf seine Darstellung von Wahrheit und Moral analysiert werden.

  • Analyse der Parallelen zwischen der Novellengeschichte und der biblischen Heiligen Familie.
  • Untersuchung der bürgerlichen Kleinfamilie im 18. Jahrhundert und ihrer moralischen Konventionen.
  • Erforschung von Kleists "Kant-Krise" und deren Einfluss auf die epistemologische Verwirrung seiner Charaktere.
  • Dekonstruktion des Halbgeviertstrichs als symbolisches Zeichen für Vergewaltigung und Inzest.
  • Beleuchtung der Widersprüchlichkeit von Gut und Böse in der Figur des Grafen F...

Auszug aus dem Buch

Die unwissentliche Empfängnis – Ein inzestuöser Akt

Beeinflussend auf die Textstelle des Halbgeviertstriches als Zeichen der Vergewaltigung wirkt die vorherig analysierte Rollenverteilung der Charaktere. Denn der Graf F… kann in seiner Rolle des Engels Gabriel, der von Gott zu Maria geschickt wird, nun nicht für Juliettas Umstände verantwortlich gemacht werden. So wie auch in der Bibel ist auf den Gottvater zurückzuschließen, der in der Novelle von dem Obristen von G… verkörpert wird. Es scheint also ein Verweis auf Inzest zwischen der Marquise und ihrem Vater zu sein. So macht Kraß auf den Bund zwischen dem Vater und der Tochter aufmerksam, der ein Abbild des Gottvaters sei, der seine Tochter Maria als die Mutter seines Kindes wähle.

Es fällt auf, dass in der Novelle nur eine romantische und liebliche Handlung aufgeführt ist. „Die Familienversöhnung erreicht ihren Höhepunkt in einer Liebesszene zwischen Vater und Tochter“. Diese besteht aus dem Liebkosen Juliettas von ihrem Vater, nachdem sie von ihrer Familie verstoßen hat. „Drauf endlich öffnete [die Frau von G…] die Tür, und sah nun – […]“. Die Liebesszene zwischen dem Vater und der Tochter – von Hoverland als ein „erotische[r] Vorgang[…]“ beschrieben – wird aus der Sicht der Mutter geschrieben. In dieser Szene setzt Kleist erneut einen Halbgeviertstrich ein, auf welchen allerdings eine sehr detailreiche Beschreibung der Geschehnisse folgt. Es steht im Kontrast zu dem Lückenfüller der Vergewaltigung. Jedoch wird hier dieser Halbgeviertstrich zu Beginn der Novelle mit Informationen gefüllt und beide weisen einen deutlichen Bezug aufeinander auf. Das an genannten Textstellen ein Halbgeviertstrich genutzt wird, macht „beide Akte, Vergewaltigung und Inzest […] geradezu austauschbar“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ein himmlischer Hintergrund – Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Novelle ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Parallelen zur biblischen Entstehungsgeschichte.

2 Prägnante Einflüsse in Kleists Leben: Hier werden die persönliche "Individualreligion" Kleists und die sogenannte "Kant-Krise" als fundamentale Prägungen für sein Menschenbild und seinen Glauben analysiert.

3 Die Charaktere in ihren Rollen der Heiligen Familie: Dieses Kapitel erörtert die Rollenverteilung in der Novelle, indem die Figuren mit der biblischen Heiligen Familie und dem Familienkonstrukt des 18. Jahrhunderts verglichen werden.

4 Die unwissentliche Empfängnis – Ein inzestuöser Akt: Hier werden die Vergewaltigungsthematik, der Inzestverdacht und die Darstellung der bürgerlichen Familie sowie die epistemologische Krise der Charaktere vertieft.

5 Engel und Teufel – Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Novelle einen Spiegel von Kleists inneren Kämpfen darstellt und verdeutlicht, dass Wahrheit außerhalb religiöser Kontexte nicht eindeutig bestimmbar ist.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Marquise von O..., Kant-Krise, Individualreligion, Heilige Familie, bürgerliche Kleinfamilie, Vergewaltigung, Inzest, Hermeneutik, Erkenntnistheorie, Epistemologie, Moral, Wahrheit, Schicksal, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Heinrich von Kleists Novelle „Die Marquise von O...“ in Bezug auf ihre Parallelen zur biblischen Ursprungsgeschichte Jesu, eingebettet in das gesellschaftliche Umfeld des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Themen sind die bürgerliche Kleinfamilie, Kleists persönliche Glaubensansichten, die Auswirkungen der "Kant-Krise" auf seine Weltsicht sowie die moralische Ambivalenz der Charaktere.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Novelle als Spiegelbild von Kleists Glaubensansichten bezüglich der Schöpfung fungiert und wie die Charaktere – insbesondere der Graf F... – innere Widersprüche und eine Krise der Erkenntnis verkörpern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf der Hermeneutik und einer ergänzenden Sekundärforschung, um die Primärtexte detailliert zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rollenverteilung der Charaktere, die unwissentliche Empfängnis als zentrales Ereignis sowie die Auswirkungen von Kants Philosophie auf das moralische und erkenntnistheoretische Verständnis der handelnden Figuren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind: Kant-Krise, Individualreligion, Heilige Familie, bürgerliche Kleinfamilie, Erkenntnistheorie und der Inzest- bzw. Vergewaltigungsaspekt innerhalb der Novelle.

Welche Bedeutung kommt dem Halbgeviertstrich in der Novelle nach Ansicht der Autorin zu?

Der Halbgeviertstrich wird als symbolisches, ambivalentes Zeichen interpretiert, das für die Vergewaltigung steht und durch weitere Textstellen in Richtung eines möglichen Inzestaktes gedeutet wird.

Inwiefern beeinflusste Kleists Kant-Krise sein literarisches Schaffen?

Die Krise führte Kleist zu einem epistemologischen Skeptizismus, durch den die Sicherheit über "Wahrheit" und "Moral" verloren ging, was sich insbesondere in den inneren Kämpfen der Figuren und den Trugbildern der Novelle niederschlägt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kleists "Die Marquise von O..." als Abbild der biblischen Ursprungsgeschichte Jesu innerhalb der bürgerlichen Kleinfamilie
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Literaturwissenschaft 2
Note
1,0
Autor
Luca Greta Engelking (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1408286
ISBN (PDF)
9783346961198
ISBN (Buch)
9783346961204
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marquise Kleist Ursprungsgeschichte Marquise von O bürgerliche Kleinfamilie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luca Greta Engelking (Autor:in), 2021, Kleists "Die Marquise von O..." als Abbild der biblischen Ursprungsgeschichte Jesu innerhalb der bürgerlichen Kleinfamilie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1408286
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Leseprobe aus  20  Seiten
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