„Die Ausgaben für Landwirtschaft sind im EU-Haushalt immer noch ein großer Brocken, aber nicht mehr der größte. 33 Prozent des Haushalts gehen mehr oder weniger direkt an die Landwirte der Mitgliedsstaaten, neun Prozent sind für die ländliche Entwicklung veranschlagt. Damit liegen die Ausgaben 2007 erstmalig unter denen für Strukturpolitik.“
Die in der Vergangenheit für mangelnde Rentabilität stehende Landwirtschaft hat sich in Deutschland als Gewinner der Globalisierung erwiesen.
Zwei Gründe zeichnen sich hierfür verantwortlich.
Auf der einen Seite hat es in den vergangenen Jahren Missernten in Australien, Asien etc. gegeben, welche zusammen mit der Tatsache, dass sich Weizen zunehmend zum Substitut für Reis entwickelt die Lagerbestände schrumpfen ließ.
Auf der anderen Seite scheint das große Thema der Versorgungssicherheit, Sicherheit auch im Sinne von Qualität, nicht zuletzt durch globale Gefährdungen wie Vogelgrippe ( SARS ), Schweinepest und Rinderwahnsinn in den Köpfen der Konsumenten angekommen.
Die privatwirtschaftlichen und staatlichen Verbände des Landwirtschafts-Lobbying haben als Akteure, die stimmungs- und meinungsbildend beim Konsumenten wirken, politische Einflussmacht.
Daher gilt es die Rolle und die Typen des deutschen Landwirtschafts-Lobbying in ihrer Rolle für Politik und Gesellschaft darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Forschungsinteresse
2. Zentrale Fragestellung
3. Wie und in welchen Organisationen findet man in Deutschland die Mitglieder des primären Sektors wieder und durch wen fühlen sie sich tatsächlich repräsentiert?
4. Struktur der Landwirtschaft in Deutschland
5. Überblick über das Lobbying des primären Sektors in Deutschland
5.1 Landwirtschaftliche Kammer / Amts- Beratung in Deutschland
5.2 Überblick über die Erzeugerverbände ökologischer Agrarprodukt
6. Landwirtschaftliche Lobbystrukturen auf nationalstaatlicher und auf europäischer Ebene
7. Lobbyingstrategien bzw. Reaktionen der deutschen Weizenbauern auf die Veränderungen sich zunehmend globalisierender Märkte
8. Wirkungen und tatsächliche Handlungsdimensionen des aktiven Lobbyings
8.1 Die aktuelle CMA Absatzwerbungskampagne
8.2 Die agrarpolitischen und gesellschaftlichen Erfolge am Beispiel des bayerischen Bauernverbandes
8.3 Besondere Leistungen sind im Bereich des Ackerbaus, insbesondere bei Weizen- und Gerstenproduktion, zu verzeichnen
9. Möglichkeiten und Perspektiven des Bereichslobbyings für den primären Sektor
10. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die politische Handlungsdimension und die Repräsentationsstrukturen deutscher Landwirtschafts-Lobbyorganisationen, insbesondere mit Fokus auf die Interessenvertretung deutscher Weizenproduzenten im Kontext der Globalisierung und veränderter agrarpolitischer Rahmenbedingungen.
- Strukturelle Analyse der landwirtschaftlichen Interessenvertretungen in Deutschland.
- Untersuchung von Lobbying-Strategien gegenüber nationalen und europäischen Institutionen.
- Analyse der Marktreaktionen und Absatzwerbungsstrategien (z.B. CMA).
- Bewertung der agrarpolitischen Einflussmöglichkeiten und der künftigen Entwicklungsperspektiven für den Primärsektor.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Forschungsinteresse
„Die Ausgaben für Landwirtschaft sind im EU-Haushalt immer noch ein großer Brocken, aber nicht mehr der größte. 33 Prozent des Haushalts gehen mehr oder weniger direkt an die Landwirte der Mitgliedsstaaten, neun Prozent sind für die ländliche Entwicklung veranschlagt. Damit liegen die Ausgaben 2007 erstmalig unter denen für Strukturpolitik.“
Die in der Vergangenheit für mangelnde Rentabilität stehende Landwirtschaft hat sich in Deutschland als Gewinner der Globalisierung erwiesen. Zwei Gründe zeichnen sich hierfür verantwortlich. Auf der einen Seite hat es in den vergangenen Jahren Missernten in Australien, Asien etc. gegeben, welche zusammen mit der Tatsache, dass sich Weizen zunehmend zum Substitut für Reis entwickelt die Lagerbestände schrumpfen ließ.
Auf der anderen Seite scheint das große Thema der Versorgungssicherheit, Sicherheit auch im Sinne von Qualität, nicht zuletzt durch globale Gefährdungen wie Vogelgrippe ( SARS ), Schweinepest und Rinderwahnsinn in den Köpfen der Konsumenten angekommen.
Die privatwirtschaftlichen und staatlichen Verbände des Landwirtschafts- Lobbying haben als Akteure, die stimmungs- und meinungsbildend beim Konsumenten wirken, politische Einflussmacht. Daher gilt es die Rolle und die Typen des deutschen Landwirtschafts- Lobbying in ihrer Rolle für Politik und Gesellschaft darzustellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Forschungsinteresse: Einführung in das Thema unter Berücksichtigung der EU-Haushaltsausgaben und der aktuellen globalen Marktsituation für Agrarprodukte.
2. Zentrale Fragestellung: Analyse, wie Lobbyorganisationen der Ackerbauern ihre Interessen unter den Bedingungen globaler Marktveränderungen artikulieren.
3. Wie und in welchen Organisationen findet man in Deutschland die Mitglieder des primären Sektors wieder und durch wen fühlen sie sich tatsächlich repräsentiert?: Darstellung der vielfältigen Akteure und der internen Konkurrenzverhältnisse innerhalb der landwirtschaftlichen Verbändelandschaft.
4. Struktur der Landwirtschaft in Deutschland: Statistische Bestandsaufnahme der Betriebsgrößen, Beschäftigungsverhältnisse und der wirtschaftlichen Ausrichtung der deutschen Agrarbetriebe.
5. Überblick über das Lobbying des primären Sektors in Deutschland: Beschreibung der zentralen Lobby-Akteure, insbesondere Landwirtschaftskammern und Bauernverbände, sowie deren Rolle im politischen System.
6. Landwirtschaftliche Lobbystrukturen auf nationalstaatlicher und auf europäischer Ebene: Untersuchung der Vergemeinschaftlichung der Agrarpolitik und der Lobbyarbeit im Brüsseler Kontext.
7. Lobbyingstrategien bzw. Reaktionen der deutschen Weizenbauern auf die Veränderungen sich zunehmend globalisierender Märkte: Analyse der Anpassungsprozesse der Weizenproduzenten an die durch Globalisierung und Rohstoffverknappung geprägten Märkte.
8. Wirkungen und tatsächliche Handlungsdimensionen des aktiven Lobbyings: Exemplarische Untersuchung von Lobbying-Erfolgen anhand der CMA-Werbung und agrarpolitischer Maßnahmen auf Verbandsebene.
9. Möglichkeiten und Perspektiven des Bereichslobbyings für den primären Sektor: Ausblick auf zukünftige Handlungsfelder wie Gesundheitsprävention, technologische Potenziale und regionale Direktvermarktung.
10. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Rolle des Agrar-Lobbyismus als Instrument der strukturellen Gestaltung des Agrarraums.
Schlüsselwörter
Landwirtschaft, Lobbying, Bauernverband, Agrarpolitik, Europäische Union, Weizenproduktion, Globalisierung, CMA, Verbändearbeit, Primärsektor, Marktstruktur, Versorgungssicherheit, Interessenvertretung, Landwirtschaftskammern, Strukturwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die politische Interessenvertretung (Lobbying) innerhalb der deutschen Landwirtschaft mit einem speziellen Fokus auf die Ackerbauern und Weizenproduzenten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Kernbereichen gehören die Struktur der deutschen Landwirtschaft, die Organisation des Lobbyings, der Einfluss der EU-Agrarpolitik sowie spezifische Vermarktungsstrategien und politische Erfolge der Verbände.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie Lobbyorganisationen ihre Interessen gegenüber der Politik unter den Bedingungen globalisierender Märkte und veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen artikulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse und exemplarische Fallbetrachtungen (wie die CMA-Kampagne oder das Beispiel des Bayerischen Bauernverbandes), um die Wirkung und Struktur des Lobbyismus zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Verbandsstrukturen, die Analyse der EU-Ebene, die Untersuchung der Marktstrategien der Weizenbauern sowie die Bewertung konkreter Einflussnahmen auf agrarpolitische Entscheidungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Lobbying, Landwirtschaft, Bauernverband, GAP (Gemeinsame Agrarpolitik), Primärsektor und Interessenvertretung.
Welche Rolle spielen die Landwirtschaftskammern im untersuchten System?
Die Kammern fungieren als halbstaatliche Körperschaften, die neben der Interessenvertretung auch hoheitliche Aufgaben wahrnehmen und somit eine Doppelfunktion als Selbstverwaltungsorgan und Landesbehörde ausüben.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der CMA?
Die CMA wird als landwirtschaftliche Vermarktungsorganisation betrachtet, deren provokative Werbestrategien ambivalent bewertet werden, wobei die Kritik vor allem aus einem fehlenden Verständnis der Landwirte für moderne Marketingprozesse resultiert.
- Quote paper
- Wendt-Dieter Frhr. von Gemmingen (Author), 2008, Politische Handlungsdimensionen landwirtschaftlicher Lobbyorganisationen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140916