Kulturtransfer durch Kommunikation am Beispiel Orienthandel

Welchen Beitrag leisteten die europäischen Ostindien Kompanien dazu?


Seminararbeit, 2008
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Vorgeschichte
2. Ein Warensortiment für den indischen Großmoghul (1614)
3. Vertrag zwischen Admiral Ove Giedde im Namen König Christians IV. und dem König von Tanjore vom 19. November

III. Ergebnis

IV. Quellen und Literaturverzeichnis
1. Quelle
2. Literatur

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema des Kulturtransfers durch Kommunikation am Beispiel des Orienthandels mit Indien, anhand von zwei Quellen der europäischen Ostindien Kompanien aus der Frühen Neuzeit. Es geht hier um die Frage, ob und inwiefern diese Ostindien Kompanien einen Beitrag zum Kulturtransfer erbracht haben.

Die Arbeit beginnt im Hauptteil mit einer kurzen, historischen Zusammenfassung über den Orienthandel bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts. Anschließend dienen uns als Grundlage zwei unterschiedliche Quellen aus der Zeit, die wir genauer untersuchen werden. Zum Abschluss kommen wir dann mit einem Ergebnis.

Der Forschungsstand über den Orienthandel und Orientbegeisterung gibt uns Diverses her. Passende Quellen zur europäischen Expansion sind in der Quellenedition von Eberhart Schmitt zu finden. Einen Überblick über die Geschichte der europäischen Expansion gibt uns Wolfgang Reinhard[1]. Christoph Dartmann und Carla Meyer leisten mit Ihrem Sammelband einen guten Beitrag zur Kommunikation[2]. Auf weltwirtschaftlicher Ebene gibt uns Wolfram Fischer sehr gute Kenntnisse[3]. Die europäischen Ostindien Kompanien werden detailliert von Jürgen Nagel erörtert[4]. Die Epoche der Frühen Neuzeit wird von Anette Völker-Rasor umfangreich durchleuchtet[5]. Auf Seiten der Inder finden wir eine genaue Darstellung der indischen Geschichte von Hermann Kulke und Dietmar Rothermund[6] sowie ein weiteres Werk von Michael Mann[7]. Die dänische Ostindien Kompanie wird sehr gut durch Heike Liebau präsentiert[8].

II. Hauptteil

1. Vorgeschichte

Bevor wir die Quellen aus den Jahren 1614 und 1620 genauer untersuchen, müssen wir hier kurz auf die Vorgeschichte des Orienthandels in chronologischer Weise eingehen.

Unter Orienthandel und Orientbegeisterung verstehen wir im heutigen Sinne Kontakte zwischen Europa und Asien. Diese Kontakte gab es sogar in der Antike. Schon Heredot berichtet über Indien. Seine Informationen die er hatte, waren eine Mischung aus Richtigem und Falschem.[9]

Von zentraler Bedeutung für Europa und Asien war die Seidenstraße, die als transkontinentale Handelsstraße China mit Europa verband und ungefähr im 5 Jahrhundert vor Chr. entstand. Die Seidenstraße war keineswegs nur eine Handelsstraße; sie diente auch stets als Verbindungselement diverser Kulturen.[10]

Für uns von noch größerer Bedeutung ist sicherlich der Alexanderzug, wo ein groß angelegter Kontakt zwischen Europa und Asien stattfand. Alexanders tollkühner Indienzug regte in Europa die Phantasien schon damals enorm an. Und hier können wir schon von erster schriftlich gesicherter europäischer Orientbegeisterung sprechen. Später im Mittelalter, dienten die original überlieferten Romane zum Alexanderzug, als Grundlage zum Denken, dass Indien im europäischen Bewusstsein als Märchenland galt.

Die Kontakte zwischen Europa und Asien fanden sowohl auf dem Landweg, wie auch über den Seehandel statt. In Römischer Zeit fand ein reger Handel zwischen Indien und Rom statt. Der Indische Ozean war also kein unbekanntes Terrain und man nutzte das System der Monsune zur schnellen Überquerung des Indischen Ozeans.[11]

Gehandelt wurde stets mit Luxusgütern, da geringwertige und sperrige Güter mit den dadurch verursachten Kosten über die Entfernungen nicht rentabel waren. Seiden- und Gewürzhandel standen hier in erster Linie im Vordergrund. Zimt und Pfeffer waren sehr Kostbare Naturalien in Europa. Auf der indischen Seite wurden dem Gegenüber Textilien, Metallwaren, Korallen, Wein und gemünztes Geld geschätzt.[12]

Das Erbe der Römer, wurde anschließend von Byzanz übernommen, die infolgedessen als Vermittler zwischen Europa und Asien dienten. Die Perser galten als Zwischenhandelsmonopolisten auf der Seidenstraße im Bezug auf den Handel mit Seide.[13]

Ab der Spätantike, die auch das Mittelalter kennzeichnete, bildete sich eine neue Konstellation im Orienthandel. Die Araber waren nun da und traten an die Stelle des direkten Indienverkehrs ein. Die Moslems hatten fortan das Monopol des Zwischenhändlers.[14]

Wegen den spärlichen und unzureichenden Informationen über den Fernen Osten, bildeten sich in Europa phantasiehafte Vorstellungen über Asien. Wie erwähnt, galt Indien im Mittelalter als Land der großen Abenteuer und als Land des Märchens. Indien wurde als Schlaraffenland, in räumlicher und sachlicher Nähe zum irdischen Paradiese, angesehen.[15]

Während der Zeit der Mongolenherrschaft, die quer über Asien bis nach Europa reichte, war der Orienthandel relativ unproblematisch, wenn man die Einverständniserklärung der mongolischen Herren besaß.[16]

Zu dieser Zeit entstanden auch Marco Polos Reisen nach Asien. Polo galt als eigentlicher Entdecker Chinas für das Abendland. Seine Erzählungen über islamische Sekten in Asien, über die Mongolen, über Japan, Indien und andere Länder am Indischen Ozean und über China prägten das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Weltbild des Abendlands über den östlichen Orients.[17] Nachdem das mongolische Weltreich zerfallen war, kamen die Nachfolgerstaaten nun ins Spiel, die den Asienhandel beeinflussten.

[...]


[1] Schmitt, Eberhard, (Hg.), Dokumente zur Geschichte der europäischen Expansion, Band 4: Wirtschaft und Handel der Kolonialreiche, hg. V. Piet C Emmer u.a., München 1988.

[2] Dartmann, Christoph; Meyer, Carla (Hgg.), Identität und Krise? Zur Deutung vormoderner Selbst-, Welt- und Fremderfahrung, Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme, Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496, Band 117, Münster 2007.

[3] Fischer, Wolfram, Expansion, Integration, Globalisierung. Studien zur Geschichte der Weltwirtschaft, Göttingen 1998.

[4] Nagel, Jürgen G., Abenteuer Fernhandel. Die Ostindienkompanien, Darmstadt 2007.

[5] Völker-Rasor, Anette, Frühe Neuzeit. 2. Auflage, München 2006.

[6] Kulke, Hermann; Rothermund, Dietmar, Geschichte Indiens. Von der Induskultur bis heute, München 2006.

[7] Mann, Michael, Geschichte Indiens. Vom 18. Bis zum 21. Jahrhundert, Paderborn 2005.

[8] Liebau, Heike (Hg.), Geliebtes Europa. Ostindische Welt, 300 Jahre interkultureller Dialog im Spiegel der Dänisch-Halleschen Mission, Jahreskatalog der Ausstellung, Halle 2006.

[9] Reinhard, S.12.

[10] Der Brockhaus, Geschichte. Personen, Daten, Hintergründe, 2.Auflage, Mannheim 2006, Seidenstraße, S. 798.

[11] Reinhard, S. 13.

[12] Reinhard, S. 14.

[13] Ebd., S. 17.

[14] Ebd.

[15] Ebd., S. 18.

[16] Ebd., S. 19.

[17] Brockhaus, Polo, Marco, S. 713-714.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Kulturtransfer durch Kommunikation am Beispiel Orienthandel
Untertitel
Welchen Beitrag leisteten die europäischen Ostindien Kompanien dazu?
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V140952
ISBN (eBook)
9783640513284
ISBN (Buch)
9783640514885
Dateigröße
620 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Indien, Frühe Neuzeit, Ostindien Kompanien, Orientbegeisterung, Luxusgüter, Seidenstraße, Indischer Ozean, Portugal, Gewürzhandel, Großmoghul, Surat, Nicholas Downtown, East India Company, Raguntha Nayak, Tranquebar, VOC, Ove Giedde, Tranjore
Arbeit zitieren
Islam Fatih Kisacik (Autor), 2008, Kulturtransfer durch Kommunikation am Beispiel Orienthandel , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/140952

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