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Ein "Fremdkörper" in der städtischen Gemeinschaft?

Die kommunalen Funktionen der Kirchen im Spätmittelalter

Title: Ein "Fremdkörper" in der städtischen Gemeinschaft?

Term Paper , 2007 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Robert Griebsch (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts emanzipierten sich das Bürgertum der Städte mehr oder weniger deutlich von ihrem jeweiligen Stadtherren. Eine geschlossene Gruppe zog die Herrschaftsrechte an sich, eine Eidgenossenschaft entsteht.
Die Verflechtung von Kirche und Welt zeigt sich im Alltag des städtischen Lebens – nicht nur am Kirchengeläut, das den Menschen über Jahrhunderte unter anderem als Zeitmesser diente.
Unverzichtbar war für eine lange Zeit auch die Gerichtsbarkeit der Kirche, um weltliche Geschäfte beglaubigen zu lassen. Mit ihrem eigenen Vermögen, ihren eigenen Gesetzen und ihrem, in weltliche Belange herein ragenden, Aufsichts- und Herrschaftsanspruch war die Geistlichkeit dennoch eine ständige Bedrohung für die kommunale Geschlossenheit.

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob der Klerus im städtischen Zusammenleben des Spätmittelalters nicht mehr als ein „Fremdkörper“ war. Nach dem ständischen Prinzip wäre es verständlich, wenn die Bürger und der Klerus der spätmittelalterlichen Stadt keine Gemeinsamkeiten hatten, sich voneinander abschirmten und die Distanz zueinander wahrten. Ob und wie der Klerus im städtischen Leben integriert war, versucht diese Arbeit aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorwort

1.2 Quellen und Quellenkritik

2 Die Funktionen der Kirche in kommunaler Politik und Verwaltung

2.1 Betätigung im Dienst der Stadt

2.2 Das bürgerliche Mitwirken in der Kirche

2.3 Funktionen der Marktkirche

3 Die Kirche und ihre soziale Funktion im städtischen Milieu

3.1 Armen-, Alten- und Krankenpflege

3.2 Die Schulbildung

3.3 Die Seelsorge

3.4 Die Bruderschaften

4 Die wirtschaftlichen Funktionen der Kirche

4.1 Betätigung in Handel und Gewerbe

4.2 Handwerkliche Betätigung in geistlichen Stätten

4.3 Immobiliengeschäfte und Kredite

4.4 Bedeutung des Getreideimports der Kölner Kleriker

5 Ist die Kirche ein „Fremdkörper“ in der städtischen Gemeinschaft?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen Klerus und Bürgertum im spätmittelalterlichen Städtewesen, um zu klären, ob der Klerus als „Fremdkörper“ zu betrachten ist oder als integraler Bestandteil der städtischen Gesellschaft fungierte.

  • Politische und administrative Einbindung der Geistlichkeit in städtische Strukturen.
  • Soziale Versorgungsleistungen der Kirche (Armen-, Krankenpflege und Bildung).
  • Ökonomische Aktivitäten der Kirche als Akteur im Handel und Kreditwesen.
  • Die Rolle der Kirche als identitätsstiftender Faktor der städtischen Gemeinschaft.

Auszug aus dem Buch

1.1 Vorwort

Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts emanzipierten sich das Bürgertum der Städte mehr oder weniger deutlich von ihrem jeweiligen Stadtherren. Eine geschlossene Gruppe zog die Herrschaftsrechte an sich, eine Eidgenossenschaft entsteht.

Die Verflechtung von Kirche und Welt zeigt sich im Alltag des städtischen Lebens – nicht nur am Kirchengeläut, das den Menschen über Jahrhunderte unter anderem als Zeitmesser diente. Unverzichtbar war für eine lange Zeit auch die Gerichtsbarkeit der Kirche, um weltliche Geschäfte beglaubigen zu lassen. Mit ihrem eigenen Vermögen, ihren eigenen Gesetzen und ihrem, in weltliche Belange herein ragenden, Aufsichts- und Herrschaftsanspruch war die Geistlichkeit dennoch eine ständige Bedrohung für die kommunale Geschlossenheit.

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob der Klerus im städtischen Zusammenleben des Spätmittelalters nicht mehr als ein „Fremdkörper“ war. Getrennt nach Ständen – in Klerus und Bürgertum – wäre es ja nach dem ständischen Prinzip verständlich, wenn die Bürger der spätmittelalterlichen Stadt und der Klerus keine Gemeinsamkeiten hatten, sich voneinander abschirmten und die Distanz zueinander suchten. Ob und wie der Klerus im städtischen Leben integriert war, wird diese Arbeit aufzeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Fragestellung bezüglich der Integration des Klerus in das spätmittelalterliche städtische Leben und setzt sich mit der Quellenlage sowie der methodischen Herangehensweise auseinander.

2 Die Funktionen der Kirche in kommunaler Politik und Verwaltung: Hier wird analysiert, wie Kleriker als Notare, Schreiber oder Berater im städtischen Dienst tätig waren und wie die Kirche als zentrale Institution die städtische Verwaltung und Justiz beeinflusste.

3 Die Kirche und ihre soziale Funktion im städtischen Milieu: Das Kapitel beleuchtet das Engagement der Kirche in der Armen-, Kranken- und Altenpflege, das Schulwesen sowie die Bedeutung der Seelsorge und Bruderschaften für die soziale Kohäsion.

4 Die wirtschaftlichen Funktionen der Kirche: Dieser Abschnitt untersucht den Klerus als wirtschaftlichen Akteur, insbesondere im Handel, Handwerk sowie im Immobilien- und Kreditwesen, und diskutiert die Konflikte um ökonomische Privilegien.

5 Ist die Kirche ein „Fremdkörper“ in der städtischen Gemeinschaft?: Das Fazit führt die verschiedenen Aspekte zusammen und argumentiert, dass Kirche und Stadt eine komplexe, kaum trennbare Symbiose bildeten.

Schlüsselwörter

Spätmittelalter, Klerus, Stadtgeschichte, städtische Gemeinschaft, soziale Funktion, Armenfürsorge, wirtschaftliche Betätigung, Bildungswesen, Kommunalpolitik, Kirche, Symbiose, Bruderschaften, Privilegien, Volksfrömmigkeit, Bürgertum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Es geht um die Analyse des Verhältnisses zwischen der Kirche bzw. dem Klerus und dem städtischen Bürgertum im Spätmittelalter unter Berücksichtigung ihrer vielfältigen Interaktionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die politische Zusammenarbeit, soziale Versorgungsleistungen der Kirche, ihre Rolle in der städtischen Wirtschaft sowie rechtliche Sonderstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, ob der Klerus als isolierter „Fremdkörper“ in der Stadt agierte oder eine integrierte Rolle im städtischen Leben spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Sekundärliteratur, ergänzt durch die kritische Betrachtung historischer Quellengattungen wie Chroniken, Rechtsquellen und Rechnungsbücher.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Funktionen der Kirche in der Politik, dem Sozialwesen (Hospitäler, Bildung) sowie in wirtschaftlichen Bereichen wie dem Getreidehandel und Kreditwesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Spätmittelalter, Klerus, städtische Gemeinschaft, Armenfürsorge, Symbiose und soziale Integration.

Wie wirkten sich die Sonderrechte der Geistlichen auf das Verhältnis zur Stadt aus?

Rechtliche Privilegien wie die Befreiung von Steuern oder der weltlichen Gerichtsbarkeit schufen eine Sonderstellung, die einerseits Distanz markierte, aber andererseits in eine symbiotische Dienstleistung für die Stadt eingebettet war.

Welche Rolle spielte die Kirche bei der Armenfürsorge?

Da die städtischen Räte Armenfürsorge oft nicht als primäre öffentliche Aufgabe sahen, lag die Organisation und Durchführung von Hospitälern und der Almosenverteilung maßgeblich in den Händen der Kirche.

Wie reagierten die Städte auf die wirtschaftliche Konkurrenz durch Klöster?

Städte versuchten, den Klerus durch Beschlüsse und Kommissionen zu reglementieren, um den freien Handel der Bürger zu schützen, ohne dabei die notwendigen Versorgungsleistungen der Kirche zu gefährden.

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Details

Title
Ein "Fremdkörper" in der städtischen Gemeinschaft?
Subtitle
Die kommunalen Funktionen der Kirchen im Spätmittelalter
College
Martin Luther University  (Institut für Geschichte)
Course
Kleriker als Bürger
Grade
2
Author
Robert Griebsch (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V141012
ISBN (eBook)
9783640481200
ISBN (Book)
9783640481071
Language
German
Tags
Fremdkörper Spätmittelalter Kirche Kleriker
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Griebsch (Author), 2007, Ein "Fremdkörper" in der städtischen Gemeinschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141012
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