Der Nationalsozialismus als „Erziehungsstaat“ benötigte zur Durchsetzung seiner Interessen die Kontrolle über die Jugendlichen, deren Erziehung, sowie die Lehrpläne. Es war nötig, ein eigenes Ausbildungssystem zu integrieren, das die Macht der Nationalsozialsten auf Dauer sichern sollte.
In meiner Hausarbeit möchte ich die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten und die Adolf-Hitler-Schulen vorstellen und deren pädagogische Konzeption unter der Grundfrage, wie sich die Machthaber die Konzeption der Eliteschulen vorgestellt haben,
vergleichen.
Um jedoch die Thematik zu verstehen ist es nötig, sich mit dem Erziehungsprogramm der Nationalsozialisten auseinander zu setzen, was ich zunächst vorstellen möchte. Im Anschluss folgt die Einführung in die Idee der NPEA und der AHS. Am Ende werde ich
dann die Konzeptionen der Eliteschulen vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus
3 Die NPEA – Ausbildung der „kommenden Führergenerationen“
3.1 Die Gründung und der Ausbau der NPEA
3.2 Die Aufnahmebestimmungen
3.3 Alltag an der Eliteschule
4 Die Adolf-Hitler-Schule als Ausbildungsstätte der künftigen Parteielite
4.1 Gründung und Entwicklung
4.2 Das Ausleseverfahren
4.3 Der Tagesablauf an der Eliteschule
5 Die pädagogische Konzeption der Eliteschulen im Vergleich
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Konzepte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) und der Adolf-Hitler-Schulen (AHS) im Nationalsozialismus. Ziel ist es, den Vergleich der ideologischen Zielsetzungen der Machthaber bei der Erziehung einer neuen Führungselite aufzuzeigen und die Strukturen dieses Ausbildungssystems zu analysieren.
- Ideologische Grundlagen nationalsozialistischer Erziehung
- Struktur und Entwicklung der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten
- Aufbau und Funktion der Adolf-Hitler-Schulen
- Vergleichende Analyse der pädagogischen Konzepte
- Instrumentalisierung der Jugend für das NS-Regime
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Aufnahmebestimmungen
Die Napolas konzentrierten sich laut Hehlmann, der 1941 das Ausleseverfahren kommentierte, auf die „charakterlichen, körperlichen, erbgesundheitlichen und völkischen“ Gesichtspunkte. Die Rekrutierungsprinzipien kann man nur generalisieren, da diese von den verschiedenen Anstalten unterschiedlich ausgeübt wurden.
Bis 1937 war es normal, dass die Eltern ihre Kinder in den Erziehungsanstalten anmeldeten. 1937 veröffentlichte Rust einen Erlass, der Kreisschulräte aufforderte, Schüler vorzuschlagen. Ab 1941 begannen dann auch die „Musterungsfahrten“ der Erzieher, bei denen die Schulleistungen, das äußere Erscheinungsbild des Schülers und der Beruf bei der Auswertung eine große Rolle spielten.
Zwischen Oktober und Dezember jeden Jahres wurden die „Vormusterungen“ vom Anstaltsarzt, dem Unterrichtsleiter, einigen Erziehern (und dem Anstaltsleiter) durchgeführt, die sich dafür direkt in den Heimatort der Jungmannen begaben. Die einwöchige Aufnahmeprüfung, die nur angegangen werden konnte, wenn die „Vormusterung“ bestanden wurde, spaltete sich in Unterricht und Außendienst auf. Vormittags wurden vier Stunden Unterricht durchgeführt, ein Diktat und ein Aufsatz in Deutsch verfasst, es musste gerechnet werden und es wurden mündliche Prüfungen in den Hauptfächern, sowie in Allgemeinwissen, Geschichte, Biologie und Geographie abgenommen. Am Nachmittag mussten Tests im Schwimmen, Turnen, Leichtathletik, Spielen und Hindernislauf bestanden werden. Hinzu kamen eine Nachtübung und mehrere „Mutproben“. Hierbei wurden beispielsweise die Anwärter gefesselt in den Wald verschleppt und Krebse auf ihren nackten Oberkörper ausgesetzt. Auch war es normal, aus dem zweiten Stock in ein Sprungtuch zu springen. Nebenbei wurden ältere Klassen zugeteilt, um die „Charakter“ der Anwärter zu testen. So wurden die Fingernägel, der gerade Scheitel, die glatt gezogenen Betttücher und andere Sachen kontrolliert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der nationalsozialistischen Eliteschulen ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Konzepte der NPEA und AHS zu vergleichen.
2 Das Erziehungsprogramm des Nationalsozialismus: Hier werden die zentralen erzieherischen Ansichten von Alfred Rosenberg, Ernst Krieck und Adolf Hitler erläutert, die das Fundament für das NS-Ausbildungssystem bildeten.
3 Die NPEA – Ausbildung der „kommenden Führergenerationen“: Dieses Kapitel behandelt die Gründung, den Ausbau, die Aufnahmebedingungen und den täglichen Ablauf in den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten.
4 Die Adolf-Hitler-Schule als Ausbildungsstätte der künftigen Parteielite: Hier liegt der Fokus auf der Entstehung der AHS, dem dortigen Ausleseverfahren und dem speziellen Tagesablauf der Schüler.
5 Die pädagogische Konzeption der Eliteschulen im Vergleich: In diesem Kapitel werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der untersuchten Erziehungseinrichtungen gegenübergestellt und ihre Rolle im NS-Staat reflektiert.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Eliteschulen, NPEA, Adolf-Hitler-Schulen, Erziehungsprogramm, Ausleseverfahren, Rassenideologie, Volksgemeinschaft, Führungsausbildung, NS-Regime, Pädagogik, Geschichte, Schulwesen, NS-Ideologie, Hitlerjugend.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung und dem Vergleich der Erziehungskonzeptionen der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA) und der Adolf-Hitler-Schulen (AHS) im NS-Staat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die ideologischen Grundlagen der Erziehung, die Selektionsmechanismen der Schüler sowie die praktische Umsetzung der Ausbildung in diesen spezifischen Eliteschulen.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie die nationalsozialistischen Machthaber durch ein eigenes Ausbildungssystem den Nachwuchs kontrollierten und eine politisch-weltanschauliche Führungselite formten.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die erziehungstheoretische Texte der NS-Ideologen sowie Zeitzeugnisse und historische Untersuchungen auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Entstehung, Rekrutierung und des Alltags in den NPEA sowie in den Adolf-Hitler-Schulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wesentliche Begriffe sind hierbei „Eliteschulen“, „Ausleseverfahren“, „NS-Ideologie“ und „Erziehung zur Volksgemeinschaft“.
Wie unterscheidet sich die NPEA von den Adolf-Hitler-Schulen?
Während die NPEA ursprünglich als Führungsschicht für alle zivilen und militärischen Berufe konzipiert war, zielten die AHS spezifischer auf die Rekrutierung der direkten Parteielite ab.
Welche Rolle spielten „Mutproben“ im Auswahlprozess?
Sie dienten als physische und psychische Belastungstests, um den „Charakter“ und den Gehorsam der Anwärter gemäß der NS-Anforderungen zu prüfen.
Welchen Einfluss hatte die SS auf die NPEA?
Die SS gewann zunehmend an Kontrolle über die Anstalten, was schließlich dazu führte, dass die ursprüngliche Distanz zur Partei aufgegeben wurde und Heinrich Himmler die Aufsicht übernahm.
- Arbeit zitieren
- Robert Griebsch (Autor:in), 2007, Die Eliteschulen im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141014