Laut Zeitpfeil e.V., einem Verein, der politisches und zivilgesellschaftliches Handeln fördern möchte, stellt Jugendpartizipation "Schnittstellen und Reibungsflächen zwischen Jugend- und Erwachsenenwelt her. Dies bedeutet ein spezielles Verhältnis, bei dem 'gleiche Augenhöhe' nicht einfach herstellbar ist und Jugendliche die Erfahrung machen können, dass sie nicht unbedingt ernst genommen werden oder auch instrumentalisiert werden. Jugendpartizipation kann keine Einbahnstraße sein, da Erwachsene Anteil an der Kultur der Jugendlichen nehmen müssen, um überhaupt in Dialoge eintreten zu können. Vor allem dürfen keine Illusionen bei Jugendlichen geweckt werden, sonst kann
Partizipation zu einer frustrierenden Erfahrung werden und Verdrossenheit erzeugen." Sozialforscher gehen davon aus, dass die Jugendlichen es schwer haben, ihre Interessen durchzusetzen, da diese Generation (so auch besagte 15-jährige) in gewählten Parlamenten faktisch nicht vertreten werden. Es sei also notwendig, Jugendliche durch Initiativen am politischen
Alltag teilhaben zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Jugend und Jugendpartizipation
2.1 Definition „Jugend“
2.2 Was versteht man unter „Jugendpartizipation“?
2.3 Studien zum Interesse der Jugend an Politik
2.4 Erwartungen der Jugendlichen von der Politik
3 Das Jugendparlament als Möglichkeit der Jugendpartizipation
3.1 Definition „Jugendparlament“
3.2 Fallbeispiel: Das Kinder- und Jugendparlament Wolfen
4 Didaktische und methodische Begründung für den gewählten Gegenstand
4.1 Didaktische Begründung
4.2 Methodische Begründung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Sachanalyse zielt darauf ab, die Möglichkeiten der politischen Partizipation von Jugendlichen, insbesondere durch das Modell des Jugendparlaments, zu untersuchen und deren Relevanz für den Unterricht in der achten Klasse aufzuzeigen. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie Jugendliche durch alternative Strukturen wie das Jugendparlament in einer parlamentarischen Demokratie aktiv Einfluss nehmen und ihren politischen Handlungsspielraum wahrnehmen können.
- Theoretische Verortung von „Jugend“ und „Jugendpartizipation“
- Analyse aktueller Studien zum politischen Interesse Jugendlicher
- Charakterisierung des Jugendparlaments als partizipatives Instrument
- Fallbeispiel des Kinder- und Jugendparlaments Wolfen
- Didaktische und methodische Rechtfertigung der Thematisierung im Sozialkundeunterricht
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition „Jugendparlament“
Die „Infostelle Kinderpolitik“ – ein Service des Deutschen Kinderhilfswerkes schreibt dazu: „Inzwischen gibt es sie in fast 100 Städten und Gemeinden Deutschlands. Mal heißen sie Kinder- und Jugendparlament, mal Kinder- und Jugendrat […]. Eins haben sie gemeinsam. Die Kinder- und Jugendlichen, die dort mitmachen, sagen den Erwachsenen, was ihnen stinkt und wie man es besser machen könnte. Sie vertreten nicht nur ihre eigenen Interessen, sondern möglichst die aller Kinder und Jugendlichen in der Stadt oder Gemeinde. In vielen Städten werden die Teilnehmer in den Schulen oder Freizeiteinrichtungen gewählt und ins Parlament oder den Rat geschickt.
Im Unterschied zu Kinder- und Jugendforen, Kinderversammlungen oder -Konferenzen sind die Parlamente oder Räte meist geschlossene Gruppen.“16 Wikipedia meint sogar, dass Jugendparlamente eine konkrete Umsetzung von Jugendpartizipation sei. Der Vorteil dieser Parlamente sei, dass eine langfristige und verbindliche Tätigkeit möglich ist und die Jugendlichen Einblick in den Ablauf von politischen Entscheidungsprozessen bekämen.17
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der fachwissenschaftlichen Intention, das Thema Jugendpartizipation theoretisch zu fundieren und praktisch anhand des Beispiels Jugendparlament zu erläutern.
2 Jugend und Jugendpartizipation: Definition der Zielgruppe und theoretische Auseinandersetzung mit Partizipationsbegriffen, politischen Interessen und Erwartungen Jugendlicher an die Politik.
3 Das Jugendparlament als Möglichkeit der Jugendpartizipation: Untersuchung des Jugendparlaments als institutionalisierte Form der Partizipation, ergänzt um eine detaillierte Fallstudie aus Wolfen.
4 Didaktische und methodische Begründung für den gewählten Gegenstand: Darlegung der unterrichtspraktischen Relevanz und methodischen Vorgehensweise für eine Unterrichtsstunde in einer achten Klasse.
Schlüsselwörter
Jugendpartizipation, Jugendparlament, politische Beteiligung, Demokratieerziehung, Sozialkundeunterricht, politische Bildung, Jugend, Mitwirkung, Kommunalverfassung, Kinder- und Jugendparlament Wolfen, politisches Interesse, politische Identität, Bürgerbeteiligung, politische Entscheidungsprozesse, NGO.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten politischer Partizipation für Jugendliche und fokussiert dabei insbesondere auf die Rolle und Funktion von Jugendparlamenten als Instrument zur demokratischen Mitwirkung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Bestimmung von Jugendpartizipation, die Analyse des politischen Interesses Jugendlicher, die praktische Struktur von Jugendparlamenten sowie deren didaktische Einbindung in den Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche trotz ihrer noch nicht gegebenen Wahlberechtigung in einer parlamentarischen Demokratie konkret Einfluss nehmen können und warum die Thematisierung solcher Handlungsrahmen in der Schule wichtig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Sachanalyse durch, die auf der Auswertung aktueller Studien, Fachliteratur und der Untersuchung eines praktischen Fallbeispiels (Jugendparlament Wolfen) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Begriffsdefinitionen geklärt, Studien zum politischen Interesse erörtert, das Jugendparlament als Organisationsform analysiert und die didaktisch-methodische Planung einer konkreten Unterrichtsstunde begründet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendpartizipation, politische Bildung, Jugendparlament, demokratische Mitwirkung und politische Sozialisation.
Warum wird das Jugendparlament Wolfen als Fallbeispiel herangezogen?
Es dient als konkrete Demonstration dafür, wie die theoretischen Anforderungen an eine Jugendbeteiligung – wie lokale Verankerung, Transparenz und Partizipationsmöglichkeiten – in der Praxis durch eine Kommunalverfassung umgesetzt werden können.
Wie bewertet der Autor die Rolle von Parteien im Vergleich zu Jugendparlamenten?
Der Autor verweist auf Studien, die eine zunehmende Entfremdung zwischen Jugendlichen und Parteien belegen, und stellt dem gegenüber, dass Jugendparlamente als "non-governmental organizations" durch ihre lokale Struktur und Offenheit eine höhere Attraktivität für politisches Engagement bieten.
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- Robert Griebsch (Author), 2007, Jugendpartizipation in Form von Jugendparlamenten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141015