Nach der im Jahr 2000 durchgeführten Pisastudie gibt es genug kritische Stimmen und Aufsätze mit den verschiedenen Positionen ihrer Herausgeber, warum Deutschland - das einstige Land der Dichter und Denker - so schlecht abgeschnitten hat, wo die Ursachen liegen, wie man es besser machen kann aber auch warum Leseförderung in der Schule so wichtig ist.
In dieser Arbeit, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, möchte ich zunächst kurz auf die Aussage der Pisastudie eingehen.
Meiner Meinung nach ist es wichtig zu erkennen, dass Leseförderung auch - aber nicht nur - ein Bildungsauftrag der Schule ist und diesen konkret zu fördern. Ebenfalls soll herausgestellt werden, warum Leseförderung so wichtig ist.
Im Anschluss daran möchte ich einige Projekte zur Leseförderung vorstellen, die teilweise ohne großen Aufwand in der Schule durchgeführt werden können.
Diese Projekte versuchen Lesen erfahrbar zu machen, zu etwas, dem sich die Schülerinnen und Schüler gerne widmen.
Allerdings werde ich keine Unterrichtseinheiten zum Thema "Leseförderung" zu einem bestimmten Buch entwerfen. Ich finde, dass eine Unterrichtseinheit sich nach den Interessen der Schülerinnen und Schüler richtet muss und somit auf diese und die Unterrichtssituation "zugeschnitten" sein muss.
Somit möchte ich mit der Vorstellung der verschiedenen Projekte nur "Lust" machen das Lesen von Literatur nach den Interessen der Schülerinnen und Schüler in der Schule zu fördern. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Leseförderung
3. Die Pisastudie
4. Lesekompetenz – Nachdenken nach Pisa
5. Lesen als Teil des Bildungsauftrags der Schule
5. Projekte zur Leseförderung
5.1 Leseförderung im Schuhkarton: Die Lesekiste
5.2 Der Vorlesemorgen
5.3 Buchwoche
5.4 Lesekoffer
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Leseförderung an Schulen als Konsequenz aus dem Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen sowie den Ergebnissen der PISA-Studie. Ziel ist es, praxisnahe Projekte vorzustellen, die ohne großen Aufwand die Lesemotivation steigern und das Lesen als lebendigen Bestandteil des Bildungsauftrags etablieren.
- Analyse der PISA-Studie und ihrer Auswirkungen auf das Verständnis von Lesekompetenz
- Die pädagogische Relevanz der Leseförderung innerhalb der schulischen Bildung
- Praktische Konzepte zur Leseförderung: Lesekiste, Vorlesemorgen, Buchwoche und Lesekoffer
- Methodische Ansätze zur Steigerung der Leselust und Textrezeption
Auszug aus dem Buch
6.1 Leseförderung im Schuhkarton: Die Lesekiste
Eine Lesekiste beschreibt Jörg Knobloch, der Erfinder des literaturdidaktischen Konzepts der Lesekiste, als eine „Beziehungskiste der ganz anderen Art.“
„Die Grundidee der Lesekiste ist, dass ein einfacher Schuhkarton vor, während oder nach der individuell, in der Gruppe oder der ganzen Klasse durchgeführten Lektüre eines Buches mit solchen Gegenständen bzw. Materialien gefüllt werden oder doch als präsent angenommen werden können.“(Vgl. Jörg Knobloch: Praxis Lesen: Das Geheimnis der Lesekiste 1)
Eine inhaltlich zum Buch passende und entsprechend von den Schülern gestaltete Lesekiste, dient der Antizipation des Textes, der Motivation, der Konkretisierung, der handlungs- und produktionsorientierten Auseinandersetzung mit dem Text durch plastische Illustration oder kreatives Schreiben und vor allem als Anlass zu einem durchaus komplexen Kommunikationsprozess über den Text.
Eine Lesekiste – ihr Inhalt und ihre konkrete Gestaltung – sind von der Schulform und dem Alter der Schülerinnen und Schüler abhängig.
Wesentlich ist allerdings, dass die Lesekiste in einer Gruppe oder in der Klasse von allen Teilnehmer aktiv erarbeitet und anschließend im Rahmen eines Vortrags vor der Klasse oder auch in einer Ausstellung präsentiert wird.
Für die Lesekiste werden Bilder zu Szenen des Buches gemalt, einzelne Gegenstände werden z. B. aus Zeitschriften ausgeschnitten aber auch passende Gegenstände werden von Zuhause mitgebracht. Von der Gabel bis zum Kamm – es gibt kaum etwas, das man nicht in der Lesekiste vorstellen könnte.
Schon beim Sammeln der Gegenstände wird so ein – wenn auch vielleicht bescheidener – literarischer Kommunikationsprozess inszeniert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Reaktionen auf die PISA-Studie und definiert die Notwendigkeit von Leseförderung als festen Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags.
2. Definition Leseförderung: Dieses Kapitel erläutert die Erweiterung des Begriffs der Leseförderung von der bloßen Unterstützung leseschwacher Kinder hin zur allgemeinen Förderung der Lesemotivation und -kultur.
3. Die Pisastudie: Hier werden die zentralen Ergebnisse der PISA-Studie und deren erschreckende Befunde hinsichtlich der Lesekompetenz deutscher Schüler zusammengefasst.
4. Lesekompetenz – Nachdenken nach Pisa: Das Kapitel reflektiert die Anforderungen an das Leseverständnis und den kognitiven Prozess, der notwendig ist, um Texte inhaltlich zu erschließen.
5. Lesen als Teil des Bildungsauftrags der Schule: Es wird dargelegt, warum die Förderung der Lesekompetenz eine langfristige, fächerübergreifende Aufgabe der Schule ist, um die Sprachkompetenz zu stärken.
5. Projekte zur Leseförderung: Dieser Abschnitt stellt diverse konkrete Methoden wie die Lesekiste, den Vorlesemorgen, die Buchwoche und den Lesekoffer vor, um das Lesen attraktiv zu gestalten.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine gezielte Leseförderung durch kreative Projekte einen wesentlichen Beitrag zur Lesemotivation leisten kann und sollte.
Schlüsselwörter
Leseförderung, PISA-Studie, Lesekompetenz, Lesemotivation, Lesekiste, Vorlesemorgen, Buchwoche, Lesekoffer, Mediennutzung, Literaturunterricht, Sprachkompetenz, Leseverhalten, schulischer Bildungsauftrag, Leseverständnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit und der praktischen Umsetzung von Leseförderung an Schulen als Reaktion auf das veränderte Leseverhalten von Jugendlichen und die Ergebnisse der PISA-Studie.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Interpretation von PISA-Daten, die Bedeutung von Lesekompetenz im Schulalltag und die Vorstellung konkreter, motivierender Projekte zur Leseförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch abwechslungsreiche und motivierende Projekte wieder verstärkt für das Lesen von Literatur begeistert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung aktueller Studien (PISA) sowie der Vorstellung und didaktischen Einordnung bewährter Konzepte der Leseförderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse des Lesebegriffs nach PISA sowie eine praxisorientierte Darstellung von Förderprojekten wie der „Lesekiste“ oder dem „Lesekoffer“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Leseförderung, PISA-Studie, Lesekompetenz, Lesemotivation sowie handlungsorientierte Projekte.
Was macht die "Lesekiste" zu einem so effektiven Instrument?
Sie ermöglicht eine produktionsorientierte Auseinandersetzung mit Literatur, bei der Schüler durch das Sammeln und Präsentieren von Gegenständen einen persönlichen, kreativen Zugang zum Buch finden.
Wie trägt der "Lesekoffer" zur Flexibilität im Unterricht bei?
Der Lesekoffer ist mobil und kann fächerübergreifend eingesetzt werden, was Schülern ermöglicht, in verschiedenen schulischen Situationen wie Vertretungsstunden oder bei Ausflügen niederschwellig Zugang zu einer Auswahl an Literatur zu finden.
Warum wird im Vorlesemorgen auf das Konzept der "Experten" gesetzt?
Indem Schüler der älteren Klassen aus selbst gewählten Büchern für jüngere Schüler vorlesen, übernehmen sie Verantwortung und setzen sich intensiver mit dem Stoff auseinander, um Fragen kompetent beantworten zu können.
- Quote paper
- Monja Wessel (Author), 2003, Projekte zur Leseförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14102