Versteckte Aufrüstung im Dritten Reich - Der Mefo-Wechsel


Hausarbeit, 2007
8 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Wirtschaft nach der Machtübernahme der NSDAP

3. Das Instrument des Mefo-Wechsels
3.1 Definition
3.2 Funktionsweise des Mefo-Wechsels
3.3 Die Bedeutung des Mefo-Wechsels

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Sommer 1942 erreichte das Deutsche Reich seine größte Ausdehnung. Seine Truppenteile standen vom Nordkap über die Gebirge des Kaukasus bis nach Afrika. Zudem kreuzten deutsche U-Boote vor New York und in der Karibik. Abgesehen von sämtlichen politischen Entwicklungen und der militärischen ‚Führungskunst’ der deutschen Machthaber muss dahinter ein bedeutendes militärisches Potenzial gesteckt haben. Wie konnte ein Staat, der 1932 beispielsweise über keine Flugzeuge und nur über ein Heer von 100 000 Soldaten verfügte, diese militärische Kraft entfalten? Welche Prozesse des Aufrüstens liegen dem zugrunde?

Diese Arbeit will eine Form hiervon beleuchten, den sogenannten Mefo[1] -Wechsel. Ziel der Arbeit wird es sein festzustellen, zuerst das Instrument des Mefo-Wechsels vorzustellen und weiterhin seine Bedeutung im Rahmen der Aufrüstung des Dritten Reiches herauszufinden.

Eine Grundlage für diese Arbeit bildet das Buch von Fritz Blaich. Des Weiteren ist der von Gerald Ambrosius verfasste Artikel aus dem Sammelband Deutsche Wirtschaftsgeschichte zu nennen.

2. Die Wirtschaft nach der Machtübernahme der NSDAP

Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30.01.1933 übernahm dieser nicht nur die marode Weimarer Demokratie, sondern auch eine Wirtschaft, die trotz allem einen leichten konjunkturellen Aufschwung verspürte.[2] Jedoch war bis dato hiervon im Arbeitsmarktbereich wenig zu spüren. Der Höchststand der Arbeitslosenzahlen des Jahres 1932[3] wurde nur geringfügig unterschritten, er lag bei 6,014 Millionen Menschen.[4] Für die nationalsozialistischen Machthaber galt es nun zwei Ziele zu verbinden. Zum einen für einen kräftigen Rückgang der Arbeitslosenzahlen zu sorgen, schon allein um die Unzufriedenheit der Bevölkerung unter Kontrolle zu behalten. Außerdem hatte Hitler die Aufrüstung des deutschen Reiches zum Ziel, schließlich sollte der Gedanke ‚Lebensraum für das deutsche Volk im Osten’ ebenfalls verwirklicht werden.[5] Schon kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erklärte Hitler hierzu im Reichskabinett, dass alle öffentlichen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung grundsätzlich der ‚Wiederwehrhaftmachung’ des deutschen Volkes zu dienen hätten.[6] Mit einer Vielzahl von Gesetzen wurde dies zu erreichen versucht, beispielhaft ist hier die Änderung der Kraftfahrzeugsteuer vom 10.04.1933 zu nennen, welche in erster Linie für einen leichteren Zugang des Bürgers stand, jedoch auch das Ziel der Aufrüstung durch Stärkung der Automobilwirtschaft verfolgte.[7]

Allgemein ist zum NS – Wirtschaftssystem noch zu sagen, dass es sich um ein stark gelenktes System handelte. Das Regime versuchte mit Instrumenten, wie Produktionsanweisungen, Produktionskontrollen oder Bewirtschaftungsmaßnahmen die Wirtschaft nach ihrem Willen zu lenken.[8] Es handelte sich um eine spezifische Lenkungswirtschaft, die jedoch im Gegensatz zur sozialistischen Zentralwirtschaft zwei entscheidende Unterschiede aufwies: Erstens wurde das Profitstreben der Unternehmen nicht ausgeschaltet, vielmehr wurde dies zum Nutzen staatliche Belange zu instrumentalisieren versucht.[9] Zweitens wurde das Privateigentum grundsätzlich respektiert und somit von staatlicher Seite nicht angetastet.[10]

3. Das Instrument des Mefo-Wechsels

Die Kosten einer Aufrüstung waren immens: Im Zeitraum von 1933 bis 1939 stiegen diese im deutschen Reich um das 23fache. Dies konnte nur über eine Politik der Verschuldung praktiziert werden.[11] Eine Rüstungsfinanzierung über Verschulden war jedoch keine Erfindung der nationalsozialistischen Machthaber. Sogenannte ‚Arbeitsbeschaffungswechsel’ wurden bereits in der Regierungszeit Heinrich Brünings[12] angewandt und von den Nationalsozialisten fortgeführt. Jedoch wurden diese Mittel noch meist zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten verwandt. Dies änderte sich 1934, als die Rüstungsfinanzierung oberste Priorität im Bereich der steuerlichen Ausgabenpolitik erlangte.[13] Das Jahr 1934 war die Geburtsstunde des Mefo-Wechsels.

[...]


[1] Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH.

[2] Fritz Blaich: Wirtschaft und Rüstung im „Dritten Reich“, Düsseldorf 1987, S. 15.

[3] 6,128 Millionen, vgl. Blaich 1987, S. 15.

[4] Ebenda.

[5] Blaich 1987, S. 15.

[6] Gerald Ambrosius: Von Kriegswirtschaft zu Kriegswirtschaft, in: Deutsche Wirtschaftsgeschichte, hrsg. v. Michael North, München 2000, S. 282-350, hier S. 331.

[7] Blaich 1987, S. 15-16.

[8] Christoph Buchheim u. Jonas Scherner: Anmerkungen zum Wirtschaftssystem des „Dritten Reichs“, in: Wirtschaftsordnung, Staat und Unternehmen – Neue Forschungen zur Wirtschaftsgeschichte des Nationalsozialismus, hrsg. v. Werner Abelshauser, Jan-Otmar Hesse, Werner Plumpe, Essen 2003, Seite 81-98, hier S. 81.

[9] Buchheim 2003, S. 83.

[10] Ebenda.

[11] Ambrosius 2000, S. 338

[12] 1930-1932.

[13] Ambrosius 2000, S. 339.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Versteckte Aufrüstung im Dritten Reich - Der Mefo-Wechsel
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Wirtschaftsgeschichte
Note
3,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
8
Katalognummer
V141084
ISBN (eBook)
9783640486052
ISBN (Buch)
9783656482550
Dateigröße
343 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hjalmar Schacht, Metallurgische Forschungsgesellschaft, Wirtschaft im Dritten Reich, Aufrüstung
Arbeit zitieren
Michael Gamperl (Autor), 2007, Versteckte Aufrüstung im Dritten Reich - Der Mefo-Wechsel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141084

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