„Von der teuflischen Schlange versucht, überredete sie Adam, von der verbotenen Frucht jenes Baumes zu essen. Beide wurden für immer aus dem Garten Eden und der Gegenwart Gottes verbannt […] Die Sünde Evas hing mit ihrer ganzen Natur zusammen. Von Natur aus sexuelle, während der Mann rational war, verkörperte speziell sie die Sünde des fleischlichen Verkehrs, der erst durch den Fall im Paradies zur Sünde geworden war. Sie allein war zu den Schmerzen verurteilt, die aus ihrer Geschlechtsnatur folgten: den Wehen der Mutterschaft. Sie allein, so war es bestimmt, würde für immer einem anderen Mann Gehorsam und Liebe schulden: ihrem Gatten und Herrn. Jede Frau würde fortan eine Tochter Evas sein, […]
(King 1993, S. 10-11).“
Dieses Zitat könnte erklären, warum Frauen lange Zeit respektlos behandelt und benachteiligt wurden. Die gläubigen, ehrfürchtigen Menschen vergangener Epochen sahen in den Erzählungen der Bibel, wahrscheinlich einen Hinweis darauf, dass die Frau von ihrer Entstehung an eine hinterlistige Sünderin ist, die den Mann verführt hat und seit dem ihr Leben lang dafür büßen müsse.
Frauen blieben in der Geschichte lange Zeit im Hintergrund, wurden von den Männern unterdrückt und als deren Besitz angesehen. Sie mussten jahrhundertelang über ihr Schicksal schweigen und ihren Männern widerspruchslos Gehorsam leisten. Bei Nichteinhaltung wurden sie teils schwer bestraft – oft sogar mit dem Tode. Frauen wurden nicht als Individuen gesehen, sondern sie waren ein Anhängsel ihres Mannes – minderwertig und zu naiv, zu dumm, zu schwach, um allein ihr Leben bestreiten zu können. Einzige sinnvolle Aufgabe der Frau, schien die Führung des Haushaltes und die Erziehung der Kinder zu sein.
Mein Anliegen ist es also, in der folgenden Betrachtung des Themas zu untersuchen, wie sich das Bild der Frau über die Jahrhunderte hinweg geäußert und verändert hat. Im letzten Kapitel möchte ich schließlich auf das heutige Bild der Frau eingehen. Ihre Alltagsrolle(n) und ihre Stellung in der Welt der Erwerbstätigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frauenbilder in der Geschichte
2.1. Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. – Christi Geburt)
2.2. Die Frau in Rom (ca. 100 v. Chr. – 550 n. Chr.)
2.3. Die Frau im Mittelalter (ca. 500 – 1500)
2.4. Die Frau in der Renaissance (ca. 1300 – 1600)
2.5. Die Frau in der Neuzeit (1500 – heute)
3. Die Frau heute
3.1. Ehe heute – Rechte und Pflichten
3.2. Bildung und Erwerbstätigkeit
3.3. Arbeitsteilung
4. Literatur
5. Anhang
5.1. Das bauMax Leitbild
5.1.1. Christliche Ethik ist unser geistiges Fundament
5.1.2. Die Zufriedenheit der Kunden ist der Maßstab unserer Aktivitäten
5.1.3. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist die Voraussetzung für unseren Erfolg
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel von Frauenbildern über verschiedene Epochen hinweg, um die Entwicklung der sozialen und rechtlichen Stellung der Frau bis in die Gegenwart nachzuvollziehen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse des Leitbildes einer Institution hinsichtlich der vermittelten Menschenbilder.
- Historische Entwicklung der Geschlechterrollen von der Antike bis zur Neuzeit.
- Rechtlicher Status der Frau in der Ehe und im beruflichen Kontext.
- Gegenwärtige Herausforderungen wie Doppelbelastung und Einkommensunterschiede.
- Analyse institutioneller Leitbilder unter ethischen und menschenbildbezogenen Aspekten.
Auszug aus dem Buch
2.1.Die Frau im antiken Griechenland (ca. 800 v. Chr. – Christi Geburt)
Durch die Erzählungen des Gelehrten Homer kann vermutet werden, dass in den aristokratischen Familien Griechenlands Frauen häufig einen großen Einfluss auf das Gesellschaftsleben ausübten. Er bringt in seinen Schriften mehrere Beispiele mächtiger Königinnen. Aufgrund dieser Annahme könnte man darauf schließen, dass im alten Griechenland durchaus auch die Herrschaftsform des Matriarchats vorkam. Trotzdem konnte sich das Matriarchat in Griechenland nicht vollends durchsetzen. Gegen Ende der Bronzezeit war es für viele Herrscher Voraussetzung einen männlichen Thronfolger zu ernennen (vgl. Pomeroy 1985, S. 31-35).
Der Wert der Frau wurde über ihre Schönheit, Intelligenz und Anmut festgelegt. Frauen waren in der griechischen Gesellschaft häufig die Beute einer erfolgreichen Eroberung oder eines Wettkampfes. Sie wurden des Öfteren von den gegnerischen Truppen gemeinsam mit ihren Kindern zu Sklavinnen gemacht, welche den Männern der Truppen hilflos ausgeliefert waren.
Jeder König hatte zu dieser Zeit mehrere Konkubinen, welche von der Ehefrau geduldet werden mussten. Bei Frauen wurde Untreue jedoch als Schande angesehen. Für junge Frauen hatte es eine bedeutende Wertigkeit jungfräulich in die Ehe zu gehen. Wurde doch einmal ein uneheliches Kind gezeugt, so wurde verkündet, dass es aus einer Zusammenkunft mit einem Gott stammt. Dies wurde der Betreffenden verziehen (vgl. Pomeroy 1985, S. 38-41).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Benachteiligung der Frau ein und definiert das Anliegen der Arbeit, den Wandel des Frauenbildes bis zur heutigen beruflichen Stellung zu untersuchen.
2. Frauenbilder in der Geschichte: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss der Rolle der Frau von der Antike über das Mittelalter bis zur Renaissance und Neuzeit, wobei gesellschaftliche und rechtliche Einschränkungen aufgezeigt werden.
3. Die Frau heute: Der Fokus liegt hier auf den aktuellen Fortschritten in der Geschlechterdemokratie, der rechtlichen Gleichstellung in der Ehe sowie den Herausforderungen in Bildung, Erwerbstätigkeit und Arbeitsteilung.
4. Literatur: Dieses Verzeichnis listet die für die wissenschaftliche Arbeit herangezogene Fachliteratur und Quellen auf.
5. Anhang: In diesem Kapitel wird das Leitbild der Firma bauMax analysiert, um die dort hinterlegten Menschenbilder hinsichtlich der Mitarbeiter und Kunden zu extrahieren.
Schlüsselwörter
Frauenbilder, Geschichte, Geschlechterrolle, Emanzipation, Ehe, Erwerbstätigkeit, Doppelbelastung, Einkommensunterschied, Gleichberechtigung, Leitbild, Menschenbild, bauMax, Ethik, Gesellschaft, Diskriminierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den historischen Wandel der Frauenbilder von der Antike bis heute und analysiert den aktuellen Status der Frau in Bezug auf Recht, Beruf und Haushalt.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Rolle der Frau, die Ehe heute, Bildung, Erwerbstätigkeit sowie eine ethische Analyse institutioneller Leitbilder.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die familiäre, persönliche und berufliche Situation der Frau im Laufe der Geschichte verändert hat und wo in der modernen Geschlechterdemokratie noch Verbesserungsbedarf besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Literaturanalyse sowie eine qualitative Untersuchung von Leitbildern mittels Extraktion und Inhaltsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Frauenbilder durch verschiedene Epochen sowie eine Untersuchung der aktuellen Situation der Frau in Ehe und Erwerbsleben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Frauenbilder, Geschlechterdemokratie, Erwerbstätigkeit, Doppelbelastung und gesellschaftliche Gleichberechtigung.
Welches spezifische Beispiel wird im Anhang analysiert?
Im Anhang wird das Leitbild der Firma bauMax analysiert, um die dort implizierten Menschenbilder von Mitarbeitern und Kunden zu beschreiben.
Warum wird im Anhang das Leitbild von bauMax untersucht?
Das Leitbild dient als Fallbeispiel, um zu untersuchen, welche Menschenbilder in einer realen Unternehmenskultur hinsichtlich ethischer Grundsätze und Mitarbeiterführung hinterlegt sind.
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- Kerstin Schatzig (Author), 2009, Frauenbilder - Gestern und Heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141088