1.Begriffsdefinitionen „Leistungsmotiv“ und „Leistungsmotivation“
Als Einstieg in unser Thema „Die Theorie der Leistungsmotivation nach John Atkinson“ wählten wir zunächst die zentralen Begriffe der Leistungsmotivation und des Leistungsmotivs. So schreibt Zimbardo (1995: 436): „Es scheint kein universelles Leistungsmotiv zu geben. Bei vielen Menschen ist jedoch das Bedürfnis nach Leistung Ansporn und Lenker des Verhaltens. Es beeinflusst auch ihre Wahrnehmungen vieler Situationen und Interpretationen eigenen und fremden Verhaltens“. Hiermit wird ausgedrückt, dass es nicht einen speziellen Grund gibt Leistung zu erbringen. Die Motive sind individuell unterschiedlich, das heißt, dass Menschen persönliche Gründe haben, warum sie eine Leistung erbringen. Durch das Leistungsmotiv1 ist nicht nur das Verhalten, sondern auch die eigene Wahrnehmung verzerrt.
Besonders Henry Murray1 befasste sich mit dem Leistungsmotiv. Im Jahre 1938 postulierte er in seinem Werk „Explorations in personality“ neben anderen Bedürfnissen das Bedürfnis nach Leistung, welches als Bedürfnis nach dem Bewältigen von Aufgaben, die als Herausforderung erlebt werden, definiert wird. Das „Bedürfnis, etwas zu leisten“ fällt bei unterschiedlichen Menschen verschieden stark aus und beeinflusst die Neigung von Menschen nach Erfolg zu streben und ihre eigenen Leistungen zu beeinflussen. Sein Ziel bestand darin, diese Bedürfnisse (Motive) im Sinne von überdauernden Dispositionen anhand bestimmter Indikatoren sichtbar zu machen.
Inhaltsverzeichnis
- Begriffsdefinitionen „Leistungsmotiv“ und „Leistungsmotivation“
- Das Risikowahl-Modell von John Atkinson
- Hoffnung auf Erfolg
- Furcht vor Misserfolg
- Resultierende Tendenz
- Ringwurfversuch von Atkinson und Litwin
- Der thematische Apperzeptionstest (TAT)
- Schlussfolgerung aus Sicht eines Lehrers
- Quellenangaben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text beschäftigt sich mit der Theorie der Leistungsmotivation nach John Atkinson. Er zielt darauf ab, die zentralen Konzepte der Leistungsmotivation und des Leistungsmotivs zu erklären und die Anwendung des Risikowahl-Modells von Atkinson zu erläutern.
- Das Leistungsmotiv und seine Ausprägung
- Das Risikowahl-Modell und seine Komponenten
- Die Rolle von Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg
- Die Anwendung der Theorie in der Praxis
- Die Bedeutung der Theorie für die pädagogische Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel widmet sich den Begriffsdefinitionen von „Leistungsmotiv“ und „Leistungsmotivation“. Es erläutert die individuellen Unterschiede in der Motivation und die Auswirkungen auf die Wahrnehmung und das Verhalten. Kapitel zwei behandelt das Risikowahl-Modell von John Atkinson, das die Auswahl von Leistungsaufgaben anhand der Hoffnung auf Erfolg und der Furcht vor Misserfolg erklärt. Dieses Kapitel erläutert auch die Formeln, die Atkinson für die Berechnung der Erfolgs- und Misserfolgstendenzen entwickelt hat.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Textes sind Leistungsmotivation, Leistungsmotiv, Risikowahl-Modell, Hoffnung auf Erfolg, Furcht vor Misserfolg, Erfolgsanreiz, Misserfolgsanreiz, subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit, subjektive Misserfolgswahrscheinlichkeit, Thematischer Apperzeptionstest (TAT).
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Risikowahl-Modell von John Atkinson?
Es ist eine Theorie der Leistungsmotivation, die besagt, dass die Aufgabenwahl von der Tendenz abhängt, Erfolg aufzusuchen (Hoffnung auf Erfolg) oder Misserfolg zu meiden (Furcht vor Misserfolg).
Wie verhalten sich erfolgsmotivierte Menschen bei der Aufgabenwahl?
Erfolgsmotivierte Menschen wählen bevorzugt Aufgaben mittlerer Schwierigkeit, da hier der Anreiz und die Erfolgswahrscheinlichkeit in einem optimalen Verhältnis stehen.
Warum wählen misserfolgsmotivierte Menschen oft extrem leichte oder schwere Aufgaben?
Bei sehr leichten Aufgaben ist ein Scheitern fast unmöglich; bei sehr schweren Aufgaben ist das Scheitern keine Schande, da es an der Schwierigkeit der Aufgabe liegt und nicht am eigenen Unvermögen.
Was ist der Thematische Apperzeptionstest (TAT)?
Der TAT ist ein projektives Verfahren, bei dem Probanden Geschichten zu Bildern erfinden. Anhand dieser Geschichten wird die Ausprägung des Leistungsmotivs gemessen.
Welche Bedeutung hat Atkinsons Theorie für Lehrer?
Lehrer können durch die Kenntnis der Motive (Hoffnung vs. Furcht) Aufgabenstellungen so differenzieren, dass Schüler optimal gefordert werden und die Angst vor Misserfolg reduziert wird.
- Citation du texte
- Rebecca Elisabeth Meyer (Auteur), 2007, Die Theorie der Leistungsmotivation nach John Atkinson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141119