"[...], die Ephoren hätten beim Antritt ihres Amtes zu allererst den Heloten den Krieg erklärt, [...]"

Quellenanalyse


Essay, 2007

10 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1.a Wer oder was waren die Ephoren?
1.b Wer oder was waren die Heloten?
1.c Was bedeutet in diesem Zusammenhang „den Heloten den Krieg erklären“?

Resümee

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung:

Bei dem im Folgenden zu behandelnden Quellenausschnitt handelt es sich um einen Satz aus den vergleichenden Lebensbeschreibungen des Plutarch über Lykurg(us) (s. Quellen- und Literaturverzeichnis). Es soll mit Hilfe der Analyse der einzelnen Satzfragmente ergründet werden, welcher Sinn und Zweck hinter diesem Quellenauszug steckt. Zunächst wird auf das Amt bzw. die Institution der Ephoren in Sparta näher eingegangen, ehe dann erläutert wird, was es mit den Heloten auf sich hat. In diesem Zusammenhang wird auch (kurz) die gesellschaftliche Struktur der Polis Sparta erleuchtet. Zum Abschluss muss noch geklärt werden, was es überhaupt bedeutet den Heloten den Krieg zu erklären[2] und welcher Sinn dahinter steckt.

Um einen allgemeinen (groben) Einblick in den vorliegenden Textausschnitt zu bekommen, muss man sich vergegenwärtigen woher diese Quelle stammt und über wen in ihr Auskunft gegeben wird. In diesem Fall ist der Autor ein griechischer Philosoph und Historiker namens Plutarch, der ca. 46 – 120 n. Chr.[3] lebte. Er verfasste mehrere „Viten“ (Lebensbeschreibungen), die sog. Bioi paralleloi[4], in denen er auch u.a. einen Versuch der Lebensbeschreibung des Lykurg abgibt. Dieser Lykurg ist, nach Plutarch, der Gesetz- und Verfassungsgeber des antiken Spartas. Seine Lebzeiten werden kontrovers diskutiert; eine ungefähre Eingrenzung ist vom 11. – 8. Jahrhundert v. Chr.[5] anzusetzen. Somit muss man sich immer vor Augen führen, dass jegliche Interpretation der vergleichenden Lebensbeschreibung des Plutarch über Lykurg mit Vorsicht zu genießen ist, da zwischen beiden Personen ein erheblicher zeitlicher Abstand herrscht, der Fehler in Plutarchs Werk zur Folge haben kann.

1.a Wer oder was waren die Ephoren?

Die Entstehung des Ephorats als politische Institution kann nicht genau beschrieben werden. So soll der mythische Gesetzgeber Lykurg das Ephorat begründet und es als Gegenpol zum, in Sparta vorherrschenden Doppelkönigtum, installiert haben, um das Königtum in der Hinsicht vor sich selbst zu schützen, das es nicht in eine Gewaltherrschaft ausarte.[6] Eine weitere These zur Entstehung des Ephorats behauptet, dass der König Theopomp dieses eingeführt habe und auf diese Weise dem Königtum zwar Macht entzog, es aber dennoch stabilisierte.[7] Aristoteles z.B. äußert sich in einem seiner Werke nicht darüber, ob das Ephorat seine Kompetenzen nun von Lykurg oder aus anderen Umständen erhalten hat. Es gibt keinen genauen Anhaltspunkt für eine authentische Überlieferung über die Entstehung des Ephorats. In diesem Zusammenhang erscheint die sog. „Große Rhetra“[8] interessant, denn in diesem verfassungsgebenden Spruch des Orakels von Delphi aus dem 7. Jh. v. Chr., der als authentisch angesehen werden kann[9], fehlt der Begriff der Ephoren gänzlich. Daraus kann man entweder schließen, dass diese Institution der Ephoren zu diesem Zeitpunkt noch keine zentrale Rolle im Kosmos Spartas spielte oder aber noch nicht existierte, was die These, dass das Ephorat unter Theopomp entstand, unterstützen würde.[10] Im Groben bedeutet Ephor „Aufseher“; in welcher Art und Weise und worüber wird später noch berichtet. Wie schon oben erwähnt, wird das Ephorat als Gegengewicht zum Doppelkönigtum verstanden, was sich in den Tatsachen widerspiegelt, dass die Ephoren die einzigen Spartaner waren, die bei der Begrüßung des Königs sitzen bleiben durften und einen monatlichen Eid mit den Königen abzuleisten hatten.[11] Dies deutet auf eine erhöhte Stellung der Ephoren hin und bekräftigt die These, dass diese eine Kontrollfunktion gegenüber den Königen hatten. Der Wahlvorgang,den jemanden zum Ephor werden ließ, bezeichnete Aristoteles als „kindisch“.

[...]


[2] siehe Anm. 1

[3] Geschichte der Antike – Ein Studienbuch S.14

[4] Geschichte der Antike – Ein Studienbuch S. 14

[5] Sparta – Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht S. 61

[6] Sparta – Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht S. 85

[7] Überlegungen zum „Aufseheramt“ in Rom und Sparta S.29

[8] siehe hierzu: „Sparta – Aufstieg und Niedergang einer antiken Großmacht S. 59-69“ oder „Geschichte der Antike – Ein Studienbuch S.102“ oder „Plutarch S.121“

[9] Geschichte der Antike – Ein Studienbuch S.102

[10] Zitat aus Plutarch S. 123: „Trotz dieser Mischung der Gewalten, [...], fanden doch seine(Lykurgs) Nachfolger die Oligarchie noch viel zu stark, [...] und legten ihr, wie Plato sagt, durch die Gewalt der Ephoren gleichsam einen Zügel an, ungefähr hundertunddreißig Jahre nach Lykurg, da Elatus zum ersten Ephor oder Staatsaufseher ernannt wurde, unter der Regierung des Königs Theopomp.“

[11] Überlegungen zum „Aufseheramt“ in Rom und Sparta S.30

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
"[...], die Ephoren hätten beim Antritt ihres Amtes zu allererst den Heloten den Krieg erklärt, [...]"
Untertitel
Quellenanalyse
Hochschule
Universität zu Köln
Veranstaltung
Homer und seine Zeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V141120
ISBN (eBook)
9783640513413
ISBN (Buch)
9783640514960
Dateigröße
400 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ephoren, Antritt, Amtes, Heloten, Krieg, Quellenanalyse
Arbeit zitieren
Mario Kulbach (Autor), 2007, "[...], die Ephoren hätten beim Antritt ihres Amtes zu allererst den Heloten den Krieg erklärt, [...]", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141120

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