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Euphemismen und Dysphemismen

Die Subjektivierung des Wortschatzes

Title: Euphemismen und Dysphemismen

Term Paper , 2008 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Elisa Erkelenz (Author)

French Studies - Linguistics
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Sprache ist kein objektiv zu betrachtendes Faktum, sondern so individuell und subjektiv wie ihre Sprecher. Die euphemistische Redeweise ist Ausdruck dieser Subjektivität. Oft ohne dass wir uns darüber bewusst sind, durchzieht das sprachliche Gebilde des Euphemismus die gesamte zwischenmenschliche Kommunikation. Nach Nyrop (1903: 260) begleitet uns die euphemistische Sprache von der Geburt bis in den Tod. Neben zahlreichen konventionellen Euphemismen, die unsere Alltagssprache meist unterbewusst dominieren, sind auch viele andere Sachgebiete, vor allem der Bereich der Politik, von der euphemistischen Redeweise bestimmt.
In der vorliegenden Arbeit sollen der Euphemismus und seine Gegenstrategie, der Dysphemismus, behandelt werden, sowie der Wortschatz des Französischen auf seine Subjektivität hin überprüft werden.
Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten sind dem Thema ‚Euphemismus’, oft in Zusammenhang mit dem Sprachtabu, gewidmet. Vor allem der angloamerikanischen Forschungstradition ist hier eine Vorreiterrolle zuzuschreiben, während die romanistische Forschung, besonders im französischen Raum, diesem Thema bisher vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt hat. Aufgrund dieses Mangels an Forschungsliteratur mussten die Beispiele für die französische Sprache selbst herausgesucht werden. Dabei wurde entweder von der eigenen Sprachkenntnis im Dialog mit Muttersprachlern Gebrauch gemacht oder anhand von Lexika überprüft, ob deutsche und englische Beispiele auch im französischen Wortschatz ihre Entsprechungen finden.
Die Arbeit beginnt mit einem theoretischen Teil, in welchem zunächst der Euphemismusbegriff bestimmt werden soll. Zur möglichst präzisen Erfassung des umfangreichen Begriffs wurden drei Herangehensweisen gewählt: Zunächst wird er in Kapitel 2.1.1 aus der Perspektive der Rhetorik betrachtet, die den Euphemismus als Stilmittel schon in der Antike als wichtigen Bestandteil der Rede erfasst. Darauf folgt eine Untersuchung des Euphemismus aus soziolinguistischer Sicht, die gesellschaftlich-kulturelle sowie sozialpsychologische Aspekte hervorhebt. Dieser Betrachtung schließt sich die Interpretation des Euphemismus aus semantischer Sicht an, in der die Bedeutungsebene in den Vordergrund rückt und auch der Einfluss des Euphemismus auf den Bedeutungswandel erläutert wird. Als weitere Vorüberlegung soll der formale Aspekt der Euphemismen analysiert werden, indem in Kapitel 2.2 anhand von Beispielen typische Bildungsmuster aufgezeigt werden. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thema und Vorgehensweise

2. Der Euphemismus

2.1 Begriffsbestimmung

2.1.1 Der Euphemismus aus rhetorischer Sicht

2.1.2 Der Euphemismus aus soziolinguistisch-pragmatischer Sicht

2.1.2.1 Die psychologische Motivation

2.1.2.2 Die kognitive Funktion

2.1.3 Der Euphemismus aus semantischer Sicht

2.2 Sprachliche Realisation des Euphemismus

2.3 Themenfelder euphemistischer Redeweise

3. Der Dysphemismus

4. Euphemismen und Dysphemismen der französischen Sprache: eine Korpusanalyse

4.1 Vorbemerkungen

4.2 Korpus in tabellarischer Auflistung

4.3 Auswertung

5. Euphemismen und Dysphemismen in der französischen Lexikographie: Niederschlag der ermittelten Lexien im Petit Robert 2007

5.1 Tabellerarische Auflistung der Untersuchungsergebnisse

5.2 Auswertung

5.3 Ergebniszusammenfassung

6. Ausblick und Desiderata

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Subjektivität des französischen Wortschatzes durch die Analyse von Euphemismen und deren Gegenstück, den Dysphemismen, sowohl auf theoretischer Ebene als auch anhand einer praktischen Korpusanalyse französischer Medienberichte.

  • Theoretische Fundierung des Euphemismusbegriffs aus rhetorischer, soziolinguistischer und semantischer Sicht.
  • Analyse der sprachlichen Realisationsformen sowie inhaltlicher Themenfelder wie Tod, Alter, Sexualität und Politik.
  • Empirische Korpusanalyse von 14 französischen Zeitungen und einem Webblog zur Identifizierung aktueller Euphemismen und Dysphemismen.
  • Überprüfung der lexikographischen Erfassung dieser Lexien im Nouveau Petit Robert 2007.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Euphemismus aus rhetorischer Sicht

Die Rhetorik erfasst den Euphemismus-Begriff als Umgehung von Ausdrücken, die dem Angeredeten unangenehm sind und deren Berührung den Intentionen des Redners schaden könnte (Groß, 1880: 40 f.). In zwei der oben angeführten Definitionen wird der Euphemismus der Periphrase untergeordnet. Die Periphrase wird eingesetzt, um Tabuwörter zu vermeiden und alltägliche Ausdrücke zu umgehen und erfüllt somit eine beschönigende, variierende, schmückende und auch verfremdende Funktion (Zöllner, 1997: 97). Diese Beschreibung macht deutlich, dass die Periphrase zur Bildung von Euphemismen eine wichtige Rolle spielt.

Neben Metapher, Emphase, Ironie, Hyperbel, Synekdoche etc. bildet sie eine mögliche Form der tropischen Realisierung, da zwischen ersetzender und ersetzter Bezeichnung ein Verhältnis besteht. In der antiken Tropenlehre hat der Begriff des Euphemismus einen festen Platz und wird als Mittel zur Verhüllung oder Abmilderung im Dienste der Taktik, Höflichkeit, Vorsicht und Tabuisierung gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thema und Vorgehensweise: Einführung in das Thema der sprachlichen Subjektivität durch Euphemismen und Dysphemismen sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.

2. Der Euphemismus: Umfassende theoretische Bestimmung des Euphemismusbegriffs unter Berücksichtigung rhetorischer, soziolinguistischer und semantischer Perspektiven sowie Analyse von Bildungsmustern und Themenfeldern.

3. Der Dysphemismus: Definition des Dysphemismus als Gegenstück zum Euphemismus mit dem Ziel der bewussten Abwertung oder Kränkung.

4. Euphemismen und Dysphemismen der französischen Sprache: eine Korpusanalyse: Praktische Untersuchung von 29 Euphemismen und 9 Dysphemismen aus aktuellen französischen Printmedien und einem Webblog.

5. Euphemismen und Dysphemismen in der französischen Lexikographie: Niederschlag der ermittelten Lexien im Petit Robert 2007: Überprüfung, ob und wie die in der Korpusanalyse identifizierten Begriffe in einem gängigen Wörterbuch verzeichnet und markiert sind.

6. Ausblick und Desiderata: Reflexion der Ergebnisse und Forderung nach interdisziplinärer Forschung sowie einer besseren lexikographischen Kennzeichnung euphemistischer Ausdrücke.

Schlüsselwörter

Euphemismus, Dysphemismus, Sprachwandel, Rhetorik, Soziolinguistik, Semantik, Tabu, französische Sprache, Korpusanalyse, Lexikographie, Political Correctness, politische Sprache, Sprachmanipulation, Petit Robert, Bedeutungswandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Subjektivität im Wortschatz, konkret mit der Untersuchung von Euphemismen (Beschönigung) und Dysphemismen (Abwertung) in der französischen Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Tod und Alter, Körper und Sexualität, gesellschaftliche Normen (Political Correctness) sowie der politische Bereich inklusive Kriegsvokabular.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Gebrauch dieser sprachlichen Phänomene in aktuellen französischen Medien zu analysieren und zu prüfen, ob diese durch die französische Lexikographie angemessen erfasst werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretischen Teil zur Begriffsbestimmung, gefolgt von einer empirischen Korpusanalyse französischer Zeitungen und eines Webblogs sowie einer vergleichenden Analyse mit dem Wörterbuch Nouveau Petit Robert 2007.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Begriffe, eine tabellarische Auswertung von 38 identifizierten Lexien aus aktuellen Medien und eine Untersuchung über deren lexikographische Markierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben den Hauptbegriffen Euphemismus und Dysphemismus prägen Fachbegriffe wie Sprachwandel, Tabu, politische Korrektheit und Lexikographie die Untersuchung.

Warum spielt die politische Sprache eine so große Rolle in der Analyse?

Weil Euphemismen in der Politik häufig eine verschleiernde, manipulative Funktion einnehmen, um den Bürger zu beeinflussen oder unangenehme Sachverhalte zu kaschieren.

Welches Ergebnis zeigt die Überprüfung im Petit Robert 2007?

Die lexikographische Markierung ist weitgehend unvollständig; viele der untersuchten Begriffe fehlen oder sind nicht als Euphemismen bzw. Dysphemismen gekennzeichnet, was einen Nachholbedarf in der Lexikographie offenbart.

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Details

Title
Euphemismen und Dysphemismen
Subtitle
Die Subjektivierung des Wortschatzes
College
University of Bonn  (Romanistik )
Course
Proseminar Neue Ideen – neue Wörter? Wortschatz und Sprachwandel
Grade
1,0
Author
Elisa Erkelenz (Author)
Publication Year
2008
Pages
36
Catalog Number
V141178
ISBN (eBook)
9783640508600
ISBN (Book)
9783640508464
Language
German
Tags
Euphemismen Politische Sprache Subjektive Sprache Unwort des Jahres Subjektivierung des Wortschatzes Dysphemismen Elisa Erkelenz Sprachtabu
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisa Erkelenz (Author), 2008, Euphemismen und Dysphemismen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141178
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