Konzeption und praktische Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Projektes "clever essen" im Rahmen der Schulprojektwoche "Schule ist mehr..."


Examensarbeit, 2007
37 Seiten

Leseprobe

Gliederung

Hinführung

1. Theoretische Grundlagen
1.1 Projektunterricht
1.1.1 Entwicklung des Projektbegriffs
1.1.2 Schritte und Merkmale eines Projekts
1.1.3 Projektplanung
1.1.4 Begründungsansätze für den Projektunterricht
1.1.5 Das Projekt im Lehrplan der Grundschule
1.1.6 Projektunterricht unter Kritik

2. Praktische Umsetzung
2.1 Von der Entscheidung für das Projekt bis in die Phase der Vorplanung
2.2. Ernährungserziehung im Lehrplan der Grundschule
2.3 Begründung der Zielsetzung
2.4 Zielstellung
2.5 Methodische und didaktische Vorüberlegungen
2. 6 Verlauf der Projekttage
Projekttag 1
Projekttag 2
Projekttag 3
Nachbetrachtung

Verwendete Literatur

Anhang

Hinführung

Übergewicht und Adipositas (sehr starkes Übergewicht) sind ein wachsendes Problem in Deutschland, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. 2004/2005 lag in Bayern der Anteil an übergewichtigen Kindern bei 9,0%, der an adipösen Kindern bei 3,6%. Die Folgen sind gravierend, weil damit auch das Risiko für Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Herz- Kreislauferkrankungen steigt.

Als Hauptursache für Übergewicht gelten Bewegungsmangel und falsche Ernährungsgewohnheiten.[1] Vor diesem Hintergrund mag überraschen, dass von Kindern gesundheitsrelevante Bezüge zur Ernährung durchaus richtig angegeben werden können, nur leider zeigen sie keine entsprechenden Verhaltensweisen beim eigenen Essverhalten.[2]

Da die Ernährungsgewohnheiten vor allem im Kindesalter geprägt werden und ausschlaggebend für den Gesundheitszustand im späteren Erwachsenenalter sind, ist es sinnvoll, sich mit dem Thema „Ernährung“ auseinander zu setzen.

So gehört die Ernährungserziehung als wesentlicher Bestandteil der Gesundheitserziehung zu den fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsaufgaben der Grundschule. „Gesundheitserziehung will bei den Kindern gesundheitsorientierte Einstellungen, Verhaltensweisen und auch grundlegende Handlungskompetenzen aufbauen.“[3]

Um diese anbahnen zu können, hält es Professor Dr. Volker Pudel, Leiter der Ernährungspsychologischen Beratungsstelle der Universität Göttingen, für unabdingbar, gesundheitsbewusstes Verbraucherverhalten im Sinne eines „Trainings“ erfahrbar zu machen.[4] Durch die konkrete Erfahrung, dass Lernen für die eigene Person sinnvoll und bedeutsam ist, kann die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen angebahnt werden.[5]

Als ein passender Rahmen gilt der Projektunterricht, weil er das Lernen anschaulich macht und die Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit der Schüler fördert.[6]

Vor diesem Hintergrund soll in der vorliegenden Arbeit zunächst im Rahmen einer theoretischen Grundlage eine umfassende Betrachtung von Projektunterricht stattfinden. In einem zweiten Teil soll die praktische Umsetzung nachgezeichnet sowie in einem abschließenden Teil in reflektierender Form eine eigene Stellungnahme zum Verlauf des Projektunterrichts genommen werden.

1. Theoretische Grundlagen

1.1 Projektunterricht

1.1.1 Entwicklung des Projektbegriffs

Der Begriff „Projekt“ ist fester Bestandteil unseres gängigen Wortschatzes geworden. Seinen etymologischen Ursprung hat er im lateinischen projicere, was übersetzt vorauswerfen, entwerfen, planen, sich vornehmen bedeutet.[7]

Im pädagogischen Raum haben Ausdruck und Idee „Projekt“ eine etwa 300-jährige Geschichte. Zunächst benutzte man den Begriff an den Kunstakademien Italiens und Frankreichs für die Aufgabe der Architekturstudenten, selbstständig ein Portal, eine Fassade, eine Kirche zu entwerfen. Von dort aus verbreitete sich die Idee des Lernens am Projekt auf die Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa und den USA entstandenen technischen Schulen und Hochschulen.[8] Als Teil einer internationalen Bewegung nahm sie je nach den Vorstellungen und Bedürfnissen ihrer Vertreter verschiedene Inhalte und Formen an.[9] Gemeinsames Ziel aber war es, die Distanz zwischen Schule und Leben, Wissenschaft und Beruf, Theorie und Praxis zu verringern, so dass es den Lernenden möglich wird, ihre erworbenen Kenntnisse auf den konkreten Fall anzuwenden. Dieses Verständnis ist allerdings noch nicht identisch mit dem heutiger Projektkonzeptionen.

Als der Projektbegriff unter dem Einfluss des kindzentrierten Teils der amerikanischen Reformpädagogen Anfang des 20. Jahrhunderts allerdings seine feste Bindung an den technischen Bereich verliert,[10] entwickelte der amerikanische Philosoph und Pädagoge Dewey (1859-1952) erstmals unter politischen, philosophischen, lernpsychologischen und pädagogischen Aspekten ein umfassendes Konzept, welches wir heute in unserem Sinn als Projektunterricht bezeichnen.[11]

Zur damaligen Zeit reagierte er damit auf die sich rasch wandelnden gesellschaftlichen Verhältnisse, als man seiner Meinung nach Erziehung nicht mehr als Vorbereitung auf vorausbestimmte Lebensverhältnisse verstehen konnte.[12] Als seine zentrale Antwort auf die (gesellschaftlichen) Herausforderungen dieser Zeit, sollte die junge Generation vielmehr lernen, Probleme zu erkennen und diese frei und selbstbestimmt zu bewältigen.[13] Auch das heute oftmals in der deutschen Sprache verwendete „learning by doing“ geht auf Dewey zurück, demnach Erkennen und Tun untrennbar zusammenhängen und nur durch selbstständiges Handeln ein Lernprozess stattfinden kann. Die Erfahrung des Einzelnen ist dabei zugleich Weg und Ziel menschlicher Weiterentwicklung.[14] Indem die Schüler im Projektunterricht als gleichberechtigte Partner respektiert werden, sich zunehmend selbst organisieren und auch selbst verantworten, fördert und bahnt man demokratisches Handeln in Schule und Gesellschaft an.[15]

„[Projektunterricht ist] ein geplanter Versuch, als pädagogisches Experiment mit der Wirklichkeit, das von Lehrern und Schülern in Form von Unterricht unternommen wird und das zugleich die Grenzen von Unterricht überschreitet, indem es Schule und Gesellschaft durch praktisches pädagogisches Handeln erzieherlich zu gestalten versucht.“[16]

In der Konsequenz eines veränderten Unterrichtsstils agiert der Lehrer nun als „Hintergrundlehrer“, indem er das Planen lenkt, leitet und nur eingreift, wenn die Schüler Hilfe benötigen. Ziel ist es als Ratgeber beim Verarbeiten von Lebenserfahrungen zu dienen und die Schüler in die aktive Rolle schlüpfen zu lassen. Durch entdeckendes Lernen lösen die Schüler vorab ausgewählte und diskutierte Probleme, indem sie überwiegend in kooperativen Gruppen arbeiten. Der Unterricht findet fächerübergreifend statt und ist unabhängig vom Klassenraum.[17]

1.1.2 Schritte und Merkmale eines Projekts

Beim Vergleich der Literatur fällt auf, dass Projekte selten einheitlich definiert werden, sondern lediglich Merkmalskatalogen unterliegen, die je nach Autor unterschiedlich viele Kriterien beinhalten. Beispielsweise umfasst Frey’s Grundmuster einer Projektmethode sieben Verlaufspunkte.[18] Gudjons dagegen beschreibt vier Projektschritte mit zehn Wesensmerkmalen[19], die seiner Meinung nach Unterricht zu Projektunterricht machen.

Diese dienen mir im Folgenden als Richtlinie für die inhaltliche Beschreibung von Projektunterricht, die ich an passender Stelle mit Ansichten weiterer Autoren ergänze.

In einem ersten Projektschritt, der Projektinitiative, soll eine geeignete Sachlage ausgewählt werden. Dieser erste Schritt – Wahl des Projektthemas – ist charakterisiert durch die Merkmale des Situationsbezuges, der Schülerinteressen und der gesellschaftlichen Praxisrelevanz. Es kommt dabei darauf an, dass die Fragestellung des Projektes mit der Lebenswelt der Schüler zu tun hat. Unbedingt sollte sich die Wahl des Themas an den Interessen der Schüler orientieren, wenn ein echtes Problem aus der Sachlage erwachsen soll.

Da die Unterrichtssituation es oftmals schwer macht die Interessen, Lebenszusammenhänge und Probleme der Schüler herauszubekommen, kann der Lehrer durch das Schaffen unterrichtsuntypischer Situationen wie Exkursionen, Wanderungen etc. die Interessen und Probleme der Schüler besser erkunden. Auf diese Weise erleichtert er es den Schülern selbst auf ihre wirklichen Interessen und Probleme zu stoßen. Entscheidend ist, dass durch die Projektinitiative das Interesse und die Motivation der Schüler geschaffen werden. Der Rahmen eines derartigen Vorhabens kann jedoch auch aus der Initiative des Lehrers entspringen, vor allem wenn es als Einführung in den projektorientierten Unterricht dient.[20]

Aus dem Zielanspruch der Projektmethode – Höherentwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft – ergibt sich das Merkmal der gesellschaftlichen Praxisrelevanz, um einer völligen Beliebigkeit der Inhalte - „einer gruppenweisen Hobbypflege“ - entgegen zu steuern.

Der nächste Projektschritt besteht in einer für die Problemstellung gemeinsamen Entwicklung eines Lösungsplanes, der die Merkmale Zielgerichtetheit und Selbstständigkeit der Schüler trägt. Schüler und Lehrer fertigen gemeinsam einen Plan für die Lösung des Problems bzw. für das Erreichen des vereinbarten Ziels an, d. h. sie planen Ziel, Zeit, Kosten und Material. Die Planungsphase ist dabei als offen und revisionsfähig zu verstehen. Es liegt dann an den Schülern, die Umsetzung des Geplanten selbst zu organisieren. So liegen die erzielten Ergebnisse – ein sichtbares Produkt - in der völligen Verantwortung der Schüler.

Folgende Merkmale bestimmen den dritten von Gudjons beschriebenen Schritt von Projektunterricht, nämlich den, sich mit dem Problem handlungsorientiert auseinanderzusetzen: Theorie und Praxis rücken wieder eng zusammen und so kommt es darauf an, eine handlungsbezogene Auseinandersetzung unter Einbeziehung des Kopfes, des Gefühls, der Hände, Füße, Augen, Ohren, der Nase, des Mundes, der Zunge – also möglichst vieler Sinne – mit dem Themenbereich zu erreichen. Dies sollte in sozialen Lernprozessen in Kooperation und Kommunikation der Handelnden geschehen, was das Merkmal des sozialen Lernens beschreibt. Der Lehrer hat nun eine veränderte Rolle.

Für ein anwendungsfähiges Wissen sollen im vierten und letzten Projektschritt die Schüler ihre erarbeitete Problemlösung an der Wirklichkeit dahingehend überprüfen, ob das Ziel erreicht, die Ausgangsfrage beantwortet worden ist. Weil den erzielten Ergebnisse zudem ein „Gebrauchs- und Mitteilungswert“ zugeschrieben wird, ist es für den Projektunterricht wesentlich, seine Produkte am Ende in irgendeiner Form öffentlich zugänglich zu machen, um sie der Kenntnisnahme, Beurteilung und eventuellen Kritik anderer auszusetzen. Neben dem beschriebenen Merkmal der Produktorientierung kennzeichnet diesen Projektschritt das der Interdisziplinarität. Es geht dabei darum, ein Problem, eine Aufgabe in ihrem komplexen Lebenszusammenhang, das heißt über die Fächergrenzen hinaus, zu begreifen.

In einem letzten Merkmal werden auch Grenzen des Projektunterrichts berücksichtigt. Es wird kritisch hinterfragt, dass nicht alle Lehrplaninhalte über Projektlernen lehrbar sind. Fremdsprachen oder Mathematik beispielsweise müssen ihrem eigenen, sachlogischen Aufbau folgen und sind überdies nur bedingt per „Erfahrung“ vermittelbar.

Wenn alle Schritte eines Projekts in dieser ausgeprägten Weise befolgt werden, sprechen Projektmethodiker gerne von der „Hochform eines Projekts“. Übertragen auf den Grundschulunterricht sind Projekte allerdings bereits aufgrund der vorausgesetzten Arbeitsformen nur sehr schwer zu verwirklichen. Für Unterricht, „der sich bemüht, jene Prinzipien des Projektgedankens zu verwirklichen, die sich unter gegebenen Bedingungen verwirklichen lassen“, finden sich Umschreibungen wie „projektartiges Lernen“ oder auch „projektorientierter Unterricht“.[21]

1.1.3 Projektplanung

Gegenwärtig werden 3 Wege diskutiert, wie Projektunterricht zu seinen Themen findet: die lehrplan-, die bezugsrahmen- und die schülerorientierte Themenfindung.

Die Schülerorientierte Themenfindung überlässt es den Schülern, mit welchem Thema sie sich beschäftigen wollen. Einige halten diese Vorgehensweise für eine unabdingbare Voraussetzung, wenn es Projektunterricht sein soll. Im Gegensatz dazu bevorzugen andere für den Projektunterricht eine lehrplanorientierte Zusammenstellung von Themen. In diesem Fall stellen der Lehrer allein oder zusammen mit den Schülern einen Katalog von Themen auf, die dem Lehrplan entnommen sind.

de Boutemard übt an beiden Vorgehensweisen inhaltlich folgende Kritik: Projektthemen einerseits nur vom Schüler auswählen zu lassen, würde ihn an die gesellschaftlich vermittelte und entfremdende Verengung seines Horizonts ausliefern. Sie ihm dagegen aufzuzwingen, würde ihn einem verdinglichten Konzept von Lernen und Lehren unterwerfen.

Die Lösung, die die Schwächen der beiden anderen Methoden verneint ohne zugleich deren Vorteile negieren zu müssen, sieht de Boutemard in der bezugsrahmenorientierten Themenfindung. Dabei ist ein intentionaler Bezugsrahmen vorgegeben, der für die Entfaltung unterschiedlichster Schülerintentionen offen ist. In einer offenen Kommunikationsstruktur können die Intentionen der Schüler und die der beteiligten Lehrer wechselseitig ausgehandelt werden. Unter Berücksichtigung des gemeinsam erarbeiteten Bezugsrahmens entwerfen die Schüler ihr Projektthema und führen es aus.[22]

Gudjons hält für die Planung eines Projekts folgende Planungsprozesse für unabdingbar.

Als Vorleistung vor Beginn eines Projektes muss Projektunterricht als eine neue Unterrichtsform zunächst einmal eingeführt werden, weil sie von den lange eingespielten Mechanismen eines traditionell geführten Unterrichts abweicht. Diese Veränderung des Unterrichts bedingt eine kurze Vorinformation der Klasse über Projektunterricht und ein gemeinsames Sich- vertraut- Machen mit den Merkmalen und Arbeitsformen, um an dieser besonderen Unterrichtsform nicht zu scheitern.[23]

Im Unterschied zu Frey hält Gudjons vor dem Planungsprozess in der Klasse eine Projektvorplanung des Lehrers inhaltlicher und organisatorischer Art für notwendig: „Wer nämlich selbst keine Vorstellung davon hat, was ein einem Projekt passieren soll, was hier zu lernen ist und welche Sachansprüche mit einer Fragestellung oder einem Vorhaben verbunden sind, der wird schnell und leicht Opfer einer falschen Spontaneitätsideologie.“[24]

1.1.4 Begründungsansätze für den Projektunterricht

Demographische Entwicklung, dinglich- räumliche Veränderungen der Lebenswelt und das Vorrücken der elektronischen Medien haben zur Reduzierung sozialer Erfahrungsmöglichkeiten von Eigentätigkeit und Primärerfahrungen geführt.[25] Dass immer weniger Kinder ihre Freizeit in der Natur verbringen, erfordert einen Unterricht, der es ihnen ermöglicht, ihr oftmals unreflektiertes und nicht selbstständig erworbenes Wissen mit allen Sinnen ergänzend aufzuarbeiten.

Projektunterricht als handlungsorientierter Unterricht ist eine mögliche Antwort auf diese weitgreifenden Veränderungen der kindlichen Lebens- und Erfahrungswelt. Seine Anlage macht es möglich, handelnd Denkstrukturen aufzubauen und durch vielfältige sinnliche Erfahrungen einen Zugang zur Welt zu schaffen.[26] „Zunehmend eigenständig können [die Kinder] sich die umgebende Welt erschließen, erklären, sich in ihr zurechtfinden und sie auch mitgestalten.“[27]

Das Tun setzt sich nach anthropologischen- lernpsychologischen Kenntnissen dann in der Fähigkeit der Schüler fort, auch auf symbolischer, begrifflicher und abstrakter Ebene mit Beziehungen operieren zu können.[28]

Daneben findet Projektarbeit auch aus motivationspsychologischer Sicht seine Begründung. Im Verlauf des Projektes sind für jeden einzelnen zu jeder Zeit Möglichkeiten vorhanden, die eigenen Fähigkeiten an passender Stelle einzubringen. Die Lerninhalte werden so für die Schüler subjektiv bedeutsam, sie können sich aufgrund der Selbstverantwortlichkeit mit ihrem Projekt identifizieren.[29]

Projektunterricht berücksichtigt neben der Gegenwart auch gleichermaßen die Zukunft des Kindes. Hinsichtlich dessen werden die aus Kreisen der Wirtschaft stammenden so genannten Schlüsselqualifikationen wichtig, welche „von Organisation und Durchführung einer Arbeitsaufgabe über Kommunikation, Kooperation, Problemlösungs- und Entscheidungskompetenz bis zu Selbstständigkeit, Verantwortung, Belastbarkeit, Kreativität, Flexibilität und Lernfähigkeit“ reichen.[30]

Mit Blick auf das spätere Berufsleben schafft Projektunterricht ideale Voraussetzungen, weil er den Schülern Selbststeuerung in Planung, Durchführung und Auswertung von Handlungsprozessen abverlangt.[31]

Mit dieser Lernform wird also versucht „die Kluft zwischen der Welt von Schule und der Welt von Nichtschule an einigen Orten zu überbrücken“[32], welches aufgrund der Entwicklungen und Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft als zunehmend relevant anzusehen ist.

1.1.5 Das Projekt im Lehrplan der Grundschule

Arbeitstechniken und Methodenkompetenz, wie sie für Projektunterricht grundlegend sind, sollen bereits in der Grundschule angebahnt werden. In den Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule[33] steht entsprechend:

„In altersgemäßer Weise bezieht die Grundschule ihre Schülerinnen und Schüler in die Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts ein und macht deren Erfahrungen, Fragen, Anliegen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Ausgangspunkt des Unterrichts. […]

In unterschiedlichen Unterrichtssituationen sollen die Schülerinnen und Schüler zunehmend die Fähigkeit entwickeln, sich für Inhalte und Methoden, für Sozialformen beim Lernen, für den Arbeitsplatz bzw. die Arbeitsmittel zu entscheiden und ihre Arbeiten selbst zu kontrollieren. Sie können ihren Ideenreichtum und ihre Selbstständigkeit vor allem in der Gestaltung der selbstbestimmten Arbeitsphasen (Freie Arbeit) und in der Mitgestaltung der Tages- und Wochenplanarbeit entfalten.“

Projektorientiertes Lernen wird in der Grundschule als notwendig erachtet. Der Lehrplan für die Grundschule in Bayern drückt dies folgendermaßen aus:

„Lernziele und Lernsituationen bedingen die Unterrichtsmethoden. Ihre Wahl wird ferner dadurch bestimmt, wie sich soziales Lernen am besten verwirklichen lässt. Entdeckend, problemlösendes Lernen und Formen freien Arbeitens können besonders die Eigenaktivität und die Bereitschaft der Schüler fördern, die Verantwortung für ihr Lernen immer mehr selbst zu übernehmen. […] Damit die Eigenverantwortung der Schüler gestärkt wird, brauchen sie Gelegenheit selbstständig zu arbeiten und Lernwege zu erproben. […] Leistungsfeststellung in der Grundschule soll Prozess und Ergebnis einbeziehen. Sie beschreibt den individuellen Lernfortschritt und schließt mündliche Äußerungen im Unterricht, kreative musische, soziale und praktische Fähigkeiten und Leistungsanteile bei Gemeinschaftsarbeiten und Projekten ein.“[34]

[...]


[1] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Empfehlungen zur Schulverpflegung S. 3.

[2] www.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de, 13. 06. 2007.

[3] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 14f.

[4] Waltraud Lucic, Bayerische Schule 7/8 -2007 In: Zeitschrift des BLLV, 21. Juli 2007, 7/8, S. 8.

[5] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 9.

[6] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz: Ernährungserziehung in der Grundschule 2001. S. 2.

[7] vgl. Frey 2005. S. 14.

[8] vgl. ebd. S. 29.

[9] vgl. ebd. S. 31.

[10] vgl. ebd. S. 31

[11] vgl. Gudjons 2001. S. 73f

[12] vgl. ebd. S. 74

[13] vgl. Hänsel, 1995. S. 33.

[14] vgl. Gudjons 2001. S. 76f.

[15] vgl. ebd. S. 85.

[16] Hänsel 1995. S. 33.

[17] Frey 1982. S. 176ff.

[18] vgl. Frey 2005. S. 54.

[19] vgl. Gudjons 2001. S. 81ff.

[20] vgl. Frey 1989. S.55.

[21] Behr/Grönwoldt/Nündel/Röseler/Schlotthaus 1975. S. 300.

[22] vgl. de Boutemard 1978. S. 31f.

[23] vgl. Gudjons 2001. S. 95f

[24] Gudjons 2001. S. 96.

[25] vgl. Gudjons 2001. S. 67.

[26] Gudjons 2001 S. 68

[27] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 8.

[28] vgl. Gudjons 2001. S. 70.

[29] vgl. ebd. S. 68f.

[30] Gudjons 2001. S. 109.

[31] vgl. Gudjons 2001. S. 71.

[32] Frey 1989. S. 49.

[33] Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule, Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 02.07.1970 i. d. F. vom 06.05. 1994, S. 10f.

[34] vgl. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Lehrplan für die bayerische Grundschule 2000. S. 9f.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Konzeption und praktische Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Projektes "clever essen" im Rahmen der Schulprojektwoche "Schule ist mehr..."
Autor
Jahr
2007
Seiten
37
Katalognummer
V141190
ISBN (eBook)
9783640565047
ISBN (Buch)
9783640564750
Dateigröße
1364 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Projekt, Essen, gesunde Ernährung
Arbeit zitieren
Manuela Schroll (Autor), 2007, Konzeption und praktische Umsetzung des jahrgangsübergreifenden Projektes "clever essen" im Rahmen der Schulprojektwoche "Schule ist mehr...", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141190

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