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Fusionen auf den Rohstoffmärkten

Eine industrieökonomische Analyse am Beispiel des Eisenerzmarktes

Title: Fusionen auf den Rohstoffmärkten

Bachelor Thesis , 2009 , 48 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Robin Schierle (Author)

Economics - Industrial Economics
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Durch die Lektüre eines Spiegel Artikels vom 08.06.2009 bin ich zu meiner Bachelorthesis gekommen. Mit der Überschrift "Stahlindustrie warnt vor Konzentration" wird in diesem Artikel auf die Gefahren für die deutsche Stahlindustrie hingewiesen, sollte es zu einer Zusammenlegung des Eisenerzgeschäftes der beiden Konzerne Rio Tinto und BHP Billiton kommen. Interessant für mich an diesem Artikel war weiterhin, dass das neue Joint Venture zusammen mit einem weiteren Konzern (Vale) zwei Drittel des Marktes beherrscht, sollte die geplante Fusion genehmigt werden. Damit liegt die mögliche Marktbeherrschung der genannten Unternehmen im Eisenerzmarkt um zwanzig Prozent höher als die Marktanteile der OPEC auf dem Ölmarkt. Dabei steht normalerweise die OPEC im Mittelpunkt der Medien, wenn es um Marktbeherrschung eines Rohstoffmarktes und damit verbundenen hohen Preise geht. Über die Unternehmenskonzentration auf anderen Rohstoffmärkten wird bei weitem nicht so ausführlich berichtet.
Doch nun ist die Frage, wie denn der Ist-Zustand auf dem Eisenerzmarkt ist. Wie kann das Produkt Eisenerz sachlich und räumlich abgegrenzt werden? Die drei größten Firmen auf dem Eisenerzmarkt sind nun bereits bekannt, aber wie heißen die anderen Unternehmen und wie groß ist deren Anteil am Gesamtmarkt? Diese wichtigen Fragen und deren Antworten werden im zweiten Kapitel beantwortet, durch das vor allem ein allgemeiner Eindruck vom Eisenerzmarkt gegeben werden soll.
Im dritten Kapitel wird sich mit dem Thema Fusionen auf dem Eisenerzmarkt intensiver auseinandergesetzt. Wie sich Fusionen auf die Preise und die Wohlfahrt auswirken, soll anhand bereits abgeschlossener Fusionen gezeigt werden. Die Fusionen von Rio Tinto mit der North Ltd. (2000) und CVRD (heutige Vale) mit Caemi (2001) sollen auf der Grundlage des Cournot Modells erklärt werden.
Eine weitere Methode für die Simulation von Fusionen und deren Auswirkungen ist die "Event Study". Diese Methode wird im vierten Kapitel, angelehnt an die geplante Fusion von BHP Billiton und Rio Tinto, dargestellt. Durch diese Simulation lassen sich mögliche Folgen bei einer Fusion erkennen.
Dies sind Folgen, die vor allem für die Stahlindustrie und deren nachgelagerten Industrien von Interesse sind. Welche Auswirkung die zunehmende Unternehmenskonzentration auf dem Eisenerzmarkt für die Stahlindustrie hat, wird im fünften Kapitel thematisiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Eisenerzmarkt

2.1 Allgemeiner Überblick

2.2 Marktabgrenzung

2.2.1 Sachliche Abgrenzung

2.2.2 Räumliche Abgrenzung

2.3 Marktzutrittsschranken, Marktteilnehmer & Marktkonzentration des Eisenerzmarktes

2.3.1 Marktzutrittschranken

2.3.2 Marktteilnehmer

2.3.3 Marktkonzentration

3. Simulierte Fusionen mit einem Cournot Modell

3.1 Ausgangslage für die Simulation von Fusionen

3.2 Anwendung des Cournot-Modells auf die Eisenerzindustrie

3.2.1 Annahmen für die Analyse simulierter Fusionen

3.2.2 Ausgangswerte für die Simulation von Fusionen

3.3 Ergebnisse der Fusionen von Rio Tinto/North Ltd. und Vale/Caemi

3.3.1 Fusion von Rio Tinto mit North Ltd.

3.3.2 Fusion von CVRD (Vale) mit Caemi

4. Simulierte Fusionen mit der Event Studie

4.1 Hintergrund zur Event Studie

4.2 Neoklassische und "Managerial" Theorien

4.2.1 Neoklassische Theorie

4.2.2 "Managerial" Theorie

4.2.3 Mögliche Effekte einer Fusion

4.3 Methode der Event Studie

4.4 Ergebnisse der Event Studie

5. Auswirkungen der Eisenerzmarktkonsolidierung auf die nachgelagerten Industrien

5.1 Entwicklung des Eisenerzpreises

5.2 Das Dilemma der Stahlindustrie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit analysiert die industrieökonomischen Auswirkungen von Unternehmensfusionen auf dem globalen Eisenerzmarkt. Das primäre Ziel ist es, mittels quantitativer Modelle zu untersuchen, ob die zunehmende Marktkonzentration und die Fusionen großer Bergbaukonzerne zu wettbewerbsschädlichen Preissteigerungen oder Wohlfahrtsverlusten führen und wie diese Prozesse die nachgelagerte Stahlindustrie beeinflussen.

  • Marktabgrenzung und Analyse der Konzentrationsgrade im Eisenerzsektor
  • Simulation von Fusionen basierend auf dem Cournot-Modell
  • Anwendung der Event-Studie-Methodik zur Untersuchung von Marktreaktionen
  • Vergleich neoklassischer Gewinnmaximierungsmotive mit "Managerial"-Theorien
  • Folgen der Marktkonsolidierung für die internationale Stahlindustrie

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Annahmen für die Analyse simulierter Fusionen

Ein wichtiger Vorteil der Analyse von simulierten Fusionen ist der, dass es eine genaue Schätzung des möglichen Preises, der Ausbringungsmenge und den Kostenänderungen gibt. Aus eventuellen Änderungen dieser Indikatoren kann auf eine mögliche Wohlfahrtsänderung geschlossen werden.49

Ausgangslage für das Cournot-Modell ist folgende Gleichung: π = p(Q-i + qi) qi - c(qi).

Dabei ist π der Gewinn des Unternehmens i in Abhängigkeit vom Preis und der Menge, die das Unternehmen i, zusammen mit den anderen Unternehmen, am Markt anbietet. Der Preis in Abhängigkeit von der Gesamtmenge wird mit der Ausbringungsmenge des Unternehmens i multipliziert. So entsteht der Umsatz des Unternehmens, von dem die Kosten abgezogen werden. Das Ergebnis ist der Gewinn des Unternehmens i.

Die Firmen produzieren unterschiedliche Ausbringungsmengen, wenn sich die Kostenfunktionen unterscheiden. Eine Firma mit geringeren Kosten wird mehr produzieren, als eine Firma mit höheren Kosten. Unabhängig von den Kosten, bieten alle Unternehmen bei dem Cournot-Modell ihre Angebotsmenge zeitgleich an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Motivation der Arbeit ausgehend von aktuellen Berichten zur Marktkonzentration im Eisenerzsektor und Vorstellung der methodischen Vorgehensweise.

2. Der Eisenerzmarkt: Detaillierte Marktabgrenzung (sachlich/räumlich) und Analyse der Marktzutrittsschranken sowie der Marktteilnehmer und ihrer Konzentration.

3. Simulierte Fusionen mit einem Cournot Modell: Modellbasierte Simulation der Auswirkungen vergangener Fusionen auf Preis, Menge und Wohlfahrt unter Anwendung der Cournot-Annahmen.

4. Simulierte Fusionen mit der Event Studie: Analyse von Marktreaktionen auf Fusionsankündigungen mittels der Event-Studie-Methodik, inklusive theoretischer Einordnung (neoklassisch vs. Managerial).

5. Auswirkungen der Eisenerzmarktkonsolidierung auf die nachgelagerten Industrien: Untersuchung der Folgen für die Stahlindustrie, insbesondere hinsichtlich der Preisentwicklung und des Dilemmas zwischen konzentrierten Anbietern und nachgelagerten Unternehmen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, wonach Fusionen oft zu Wohlfahrtsverlusten führen und teilweise eher durch Manager-Interessen als durch Gewinnmaximierung motiviert sind.

Schlüsselwörter

Eisenerzmarkt, Fusionen, Industrieökonomik, Marktkonzentration, Cournot-Modell, Event Studie, Wohlfahrtseffekt, Stahlindustrie, Marktabgrenzung, Preiselastizität, Herfindahl-Hirschmann Index, Managerial Theorie, Wettbewerb, Konsolidierung, Rohstoffmärkte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht industrieökonomisch die Auswirkungen von Unternehmensfusionen auf dem globalen Eisenerzmarkt und deren Konsequenzen für die Abnehmer, insbesondere die Stahlindustrie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Definition relevanter Märkte für Eisenerz, die Messung von Marktkonzentration und die Analyse von Fusionsmotiven sowie deren ökonomische Auswirkungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mithilfe theoretischer Modelle (Cournot und Event Studie) zu prüfen, ob Fusionen auf dem Eisenerzmarkt wettbewerbsverzerrend wirken und ob sie aus Sicht der Gewinnmaximierung oder aus Managerinteressen motiviert sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt zur Marktanalyse den "Shipment-Test" (EH-Methode), zur Fusionssimulation das Cournot-Modell und zur Analyse von Aktienkursreaktionen die Event-Studie-Methodik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Simulation von Fusionen mittels ökonomischer Modelle und die Analyse der Marktsituation im Eisenerzsektor sowie die daraus resultierenden Effekte für die nachgelagerte Stahlbranche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Eisenerzmarkt, Marktkonzentration, Cournot-Modell, Event Studie, Wohlfahrt, Stahlindustrie und Marktabgrenzung.

Warum zeigt die "Managerial"-Theorie oft andere Ergebnisse als die neoklassische Theorie?

Die neoklassische Theorie postuliert eine strikte Gewinnmaximierung, während die "Managerial"-Theorie (Principal-Agent-Problematik) erklärt, dass Fusionen auch zur Verfolgung persönlicher Interessen der Manager (z.B. Machtausbau) erfolgen können, selbst wenn diese die Profitabilität senken.

Was ist das "Dilemma der Stahlindustrie" in Bezug auf den Eisenerzmarkt?

Das Dilemma besteht darin, dass die Stahlindustrie als Hauptnachfrager auf einen hochkonzentrierten Markt von Eisenerzproduzenten trifft, während sie selbst – je nach Teilmarkt – eine zunehmende, aber bisher geringere Konzentration aufweist, was die Verhandlungsposition der Stahlhersteller schwächt.

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Details

Title
Fusionen auf den Rohstoffmärkten
Subtitle
Eine industrieökonomische Analyse am Beispiel des Eisenerzmarktes
College
University of Hohenheim  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Course
Mikroökonomik und Ökonometrie/Statistik
Grade
2,0
Author
Robin Schierle (Author)
Publication Year
2009
Pages
48
Catalog Number
V141266
ISBN (eBook)
9783640505685
ISBN (Book)
9783640505463
Language
German
Tags
Fusionen Rohstoffmärkten Eine Analyse Beispiel Eisenerzmarktes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robin Schierle (Author), 2009, Fusionen auf den Rohstoffmärkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141266
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