1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die massen-mediale Berichterstattung malt ein überwiegend düsteres Bild, was die gesundheitliche Verfassung der nachwachsenden Generation, vor allem, aber nicht nur von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachem familiärem
Umfeld angeht: Dieser Altersgruppe sei in besorgniserregend hohem Maße von Krankheiten, Suchtgefahr und Übergewicht betroffen, die kinder- und jugendärztliche Versorgung werde
insbesondere in so genannten Problemvierteln den Bedürfnissen ihrer Patienten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt gerecht. Wenngleich hier keineswegs der Anspruch auf Sachlichkeit oder gar Objektivität erhoben werden kann, so ist doch das seit Jahren zu verzeichnende öffentliche Interesse an dieser Thematik durchaus auch als Indikator für dessen soziale und politische Relevanz zu betrachten.
Die wissenschaftliche Forschung blieb diesbezüglich lange Zeit auf regional, altersmäßig oder thematisch eingegrenzte Studien beschränkt, bis im Jahre 2006 mit der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts erstmals ein repräsentativer und umfassender Forschungsbericht erstellt wurde. Im Rahmen des gesundheitswissenschaftlichen Diskurses ist jedoch eine solide Datenbasis unabdingbar. Wichtigste Informationsquellen der epidemiologischen Forschung sind neben den amtlichen
Statistiken und Registern, beispielsweise dem Krebsregister, vor allem die Gesundheitsberichterstattung des Bundes sowie Gesundheitssurveys des Robert-Koch-Instituts, wie etwa dem Bundesgesundheitssurvey oder telefonischen Gesundheitssurveys
(vgl. Kurth/Ziese, 2006: 494/495). In der neueren gesundheitswissenschaftlichen Diskussion wird der Epidemiologie im Kreise der Public-Health-Disziplinen eine zentrale Position
zugeschrieben.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Soziale und gesundheitliche Ungleichheit
2. 1 Soziale Ungleichheit
2. 2 Gesundheitliche Ungleichheit
2. 3 Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit
3. Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen
3. 1 Sozio-ökonomische Situation
3. 2 Gesundheitliche Situation
3. 3 Gesundheitsstatus und sozialer Status der Eltern
4. Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen
4. 1 Schichtspezifisches Gesundheitsverhalten
4. 2 Schichtspezifisches Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen
4.3 Mögliche Einflussfaktoren auf das Gesundheits-Verhalten von Kindern und Jugendlichen
5. Gesundheitsfördernde Maßnahmen
5. 1 Gesundheitsförderung
5. 2 Interventionsstrategien
5. 3 Gesundheitsfördernde Maßnahmen für Kinder und Jugendliche in Brandenburg und Hamburg
6. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesundheitliche Situation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Kontext sozialer Ungleichheit, mit dem Ziel zu bewerten, inwiefern gesundheitsfördernde Maßnahmen geeignet sind, diese Situation nachhaltig zu verbessern.
- Zusammenhang zwischen sozialem Status und gesundheitlicher Lage
- Analyse des Gesundheitsverhaltens und seiner schichtspezifischen Prägung
- Entwicklungspsychologische und sozialisationstheoretische Aspekte
- Evaluation von Interventionsstrategien und Gesundheitsförderungsprogrammen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die massen-mediale Berichterstattung malt ein überwiegend düsteres Bild, was die gesundheitliche Verfassung der nachwachsenden Generation, vor allem, aber nicht nur von Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachem familiärem Umfeld angeht: Dieser Altersgruppe sei in besorgniserregend hohem Maße von Krankheiten, Suchtgefahr und Übergewicht betroffen, die kinder- und jugendärztliche Versorgung werde insbesondere in so genannten Problemvierteln den Bedürfnissen ihrer Patienten nicht mehr oder nur noch eingeschränkt gerecht. Wenngleich hier keineswegs der Anspruch auf Sachlichkeit oder gar Objektivität erhoben werden kann, so ist doch das seit Jahren zu verzeichnende öffentliche Interesse an dieser Thematik durchaus auch als Indikator für dessen soziale und politische Relevanz zu betrachten.
Die wissenschaftliche Forschung blieb diesbezüglich lange Zeit auf regional, altersmäßig oder thematisch eingegrenzte Studien beschränkt, bis im Jahre 2006 mit der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts erstmals ein repräsentativer und umfassender Forschungsbericht erstellt wurde. Im Rahmen des gesundheitswissenschaftlichen Diskurses ist jedoch eine solide Datenbasis unabdingbar. Wichtigste Informationsquellen der epidemiologischen Forschung sind neben den amtlichen Statistiken und Registern, beispielsweise dem Krebsregister, vor allem die Gesundheitsberichterstattung des Bundes sowie Gesundheitssurveys des Robert-Koch-Instituts, wie etwa dem Bundesgesundheitssurvey oder telefonischen Gesundheitssurveys (vgl. Kurth/Ziese, 2006: 494/495). In der neueren gesundheitswissenschaftlichen Diskussion wird der Epidemiologie im Kreise der Public-Health-Disziplinen eine zentrale Position zugeschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die gesundheitliche Lage junger Menschen in Deutschland und betont die Notwendigkeit einer fundierten Datenbasis durch die Epidemiologie.
2. Soziale und gesundheitliche Ungleichheit: Dieses Kapitel definiert soziale Ungleichheit sowie deren gesundheitliche Auswirkungen und erläutert die Kausalmechanismen zwischen sozioökonomischem Status und Krankheit.
3. Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen: Hier wird die sozio-ökonomische Situation analysiert und aufgezeigt, wie sozialer Status mit Morbidität bei Kindern korreliert.
4. Gesundheitsverhalten von Kindern und Jugendlichen: Das Kapitel untersucht schichtspezifische Muster beim Substanzkonsum und der Mediennutzung sowie den Einfluss von Peers und Eltern.
5. Gesundheitsfördernde Maßnahmen: Hier werden theoretische Ansätze der Gesundheitsförderung vorgestellt und konkrete Programme aus Brandenburg und Hamburg evaluiert.
6. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit frühzeitiger, ressourcenstärkender Maßnahmen im sozialen Umfeld.
Schlüsselwörter
Gesundheit, soziale Ungleichheit, Kinder, Jugendliche, Gesundheitsförderung, Epidemiologie, Sozialstatus, Prävention, Gesundheitsverhalten, KiGGS, Interventionsstrategien, Salutogenese, Lebensstil, Armut, Bildungsstatus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen soziale Determinanten von Gesundheit, spezifische Gesundheitsrisiken bei Kindern, den Einfluss des Elternhauses sowie bestehende Interventionsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie gesundheitsfördernde Maßnahmen dazu beitragen können, die gesundheitliche Situation sozial benachteiligter Kinder nachhaltig zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf epidemiologischen Daten, Gesundheitsberichterstattungen und sozialwissenschaftlichen Theorien basiert.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung gesundheitlicher Ungleichheit, stellt Daten zum Gesundheitszustand dar und evaluiert Interventionsstrategien in verschiedenen Bundesländern.
Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Ungleichheit, Gesundheitsförderung, Kindesalter und Prävention.
Welche Rolle spielt der Kita-Besuch für die Gesundheit?
Die Arbeit weist dem Kita-Besuch eine sozialkompensatorische Wirkung zu, da er den Gesundheitsstatus positiv beeinflussen kann, besonders bei Kindern aus benachteiligten Verhältnissen.
Warum sind Maßnahmen im Kindergartenalter besonders effektiv?
Da Gesundheitsverhalten in der frühen Sozialisation erworben wird, bietet das Kindergartenalter die größte Chance für präventivmedizinische und soziale Interventionen.
Was ist unter dem Begriff "Bündnis Gesund Aufwachsen in Brandenburg" zu verstehen?
Dies ist ein regionaler Zusammenschluss von ca. 70 Akteuren, der unter anderem Früherkennung, Unfallprävention und Bewegungsförderung als Handlungsfelder definiert.
- Quote paper
- Heike Ulatowski (Author), 2007, Zur Gesundheitssituation von Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141270