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Zwischen Isolation und Integration

Die Leprakranken des Mittelalters im Spiegel des kanonischen Rechts

Title: Zwischen Isolation und Integration

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 25 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tobias F. König (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Arbeit "Zwischen Isolation und Integration - Die Leprakranken des Mittelalters im Spiegel des kanonischen Rechts" geht der Frage nach, mit welchen Bestimmungen des kanonischen Rechts sich die Leprakranken des Mittelalters konfrontiert sahen und welche Auswirkungen diese auf die tägliche Lebenswelt der Kranken hatte.
Zur Klärung des Untersuchungsgegenstandes ist eine Beschreibung der Lepraerkrankung vorgestellt. Um die Quellen der Bestimmungen des kanonischen Rechts zu erfassen ist eine Untersuchung einschlägiger Bibelstellen des Alten und Neuen Testamentes vorgeschaltet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2.1 Die Krankheit Lepra

2.2 Die Bibel – Grundlage allen Handelns?

2.3 Die Lepra im kanonischen Recht

2.4 Die Lebenswelt der Leprakranken – Zwischen Theorie und Praxis

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zur Lepra im Mittelalter, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Exklusion und der Integration durch kirchliche sowie kanonische Bestimmungen liegt.

  • Klinische Aspekte und mittelalterliche Vorstellungen der Lepra
  • Theologische Deutung des Aussatzes in Altem und Neuem Testament
  • Entwicklung des kanonischen Rechts und rechtliche Stellung der Leprakranken
  • Lebensrealität der Betroffenen zwischen Isolation und Fürsorge
  • Kritische Analyse der Forschungsthesen zur Exklusion und Integration

Auszug aus dem Buch

Die Lebenswelt der Leprakranken – Zwischen Theorie und Praxis

Dass Leprakranke bezüglich ihres Wohnortes, sofern es einen solchen gab, weitestgehend außerhalb oder zumindest am Rande der Gesellschaft standen, ist zu bestätigen. Die klaren Regeln der „Aussatz-Tora“, die den Wohnort des Aussätzigen „außerhalb des Lagers“ verorteten, wurden in Form der kanonischen Rechte bekräftigt und fanden ihre Umsetzung in der Lage der Leprosorien, die außerhalb der Städte lagen. Die Entwicklung der Leprosorien war anfangs sehr schleppend, erst im Hochmittelalter lässt sich dort eine größere Anzahl auf deutschem Gebiet feststellen. Daher mussten die Leprakranken des Frühmittelalters und auch jene, die keinen Platz im Leprosorium erhielten, als so genannte Feldsiechen ihr Dasein fristen. Somit stand der Leprakranke ebenso dort im gesellschaftlichen Abseits. Auch die Tatsache, dass Leprakranke negative Charaktereigenschaften zugesprochen wurden, wie z.B. Heimtücke oder ein übersteigerter Sexualtrieb, machten sie zu gesellschaftlich abgesonderten Personen. Die niederschmetternde Diagnose, dass Leprakranke als ‚lebendige Tote’ offiziell aus der kirchlichen Gemeinschaft verstoßen waren, ist auch ein klares Indiz, dass Leprakranke außerhalb der Gesellschaft standen.

Doch war dem wirklich so? Waren Leprakranke isolierte Menschen, die außer ihresgleichen keinerlei Kontakte innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaft hatten? Mit Nichten.

Denn die Ambivalenz des Bildes der Leprakranken zwischen Sünder und gottnahem Individuum spiegelt sich auch in der gesellschaftlichen Behandlung wieder. „Zum einen entspricht er [gemeint ist der Leprakranke] dem ‚pauper Christus’ beziehungsweise dem ‚armen Lazarus’ und fordert als solcher zur christlichen Liebestätigkeit heraus; zum anderen ist er ‚unrein’ und trägt seine ‚Krankheit als Folge der Sünde’, wobei diese moralische Schuld von der Medizin geschlechtlich akzentuiert, von der Theologie dagegen auf anderen Feldern des Vergehens gesucht wurde (...).“ Also lässt sich feststellen, dass der Leprakranke über den christlichen Glauben in die Gesellschaft integriert sah.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Wahrnehmung der Lepra als Infektionskrankheit ein und umreißt die wissenschaftliche Debatte zwischen den Thesen der Exklusion und der Integration.

2.1 Die Krankheit Lepra: Das Kapitel erläutert die klinischen Haupttypen der Lepra sowie deren mittelalterliche Deutung im Kontext der Säftelehre und moralischer Vorstellungen.

2.2 Die Bibel – Grundlage allen Handelns?: Es wird untersucht, wie biblische Aussatz-Vorschriften das Verständnis von Reinheit und die daraus resultierende soziale Absonderung religiös legitimierten.

2.3 Die Lepra im kanonischen Recht: Dieser Abschnitt analysiert die kirchlichen Erlasse zu Eherecht, Versorgung und sozialem Status, die Leprakranken trotz Stigmatisierung gewisse Rechte einräumten.

2.4 Die Lebenswelt der Leprakranken – Zwischen Theorie und Praxis: Das Kapitel beleuchtet den Widerspruch zwischen der normativen Ausgrenzung durch Recht und Kirche und der tatsächlichen Teilhabe der Leprakranken am gesellschaftlichen Leben.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine rein exklusive Sichtweise der Leprakranken im Mittelalter der historischen Realität nicht gerecht wird und das Bild wesentlich nuancierter betrachtet werden muss.

Schlüsselwörter

Lepra, Mittelalter, Kanonisches Recht, Exklusion, Integration, Leprosorium, Aussatz-Tora, Nächstenliebe, Kirchenrecht, Sozialgeschichte, Medizingeschichte, Christentum, Fürbitte, Stigmatisierung, Lebenswelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das mittelalterliche Verhältnis zu Leprakranken und hinterfragt, inwieweit diese Personengruppe tatsächlich exkludiert oder durch kirchliche und soziale Strukturen in die Gesellschaft integriert war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der medizinisch-historischen Einordnung der Lepra, der biblischen Exegese zum Aussatz sowie der kirchenrechtlichen Entwicklung und deren Auswirkungen auf die Lebensrealität der Betroffenen.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der theoretische Anspruch der strikten Isolation der Leprakranken in der mittelalterlichen Praxis konsequent umgesetzt wurde oder ob es gegenteilige Tendenzen zur Integration gab.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Quellenanalyse durch, indem er kanonische Rechtsbeschlüsse, biblische Textpassagen sowie historische Forschungsbeiträge kritisch miteinander vergleicht und bewertet.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet detailliert den Wandel der rechtlichen Vorschriften für Leprakranke, von den ersten Verboten bis hin zu den Bestimmungen im Corpus Iuris Canonici, und kontrastiert diese mit der gelebten Realität in Leprosorien.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Lepra, Kanonisches Recht, Exklusion, Integration, Sozialgeschichte des Mittelalters und christliche Nächstenliebe definieren.

Wie erklärt der Autor den Widerspruch zwischen Isolation und Integration?

Der Autor argumentiert, dass die Kirche einerseits die soziale Isolation durch Bestimmungen wie das Fernhalten von Gesunden forderte, andererseits aber durch das Gebot der Nächstenliebe und die Anerkennung des Leprakranken als Fürbitter einen integrativen Rahmen schuf.

Welche besondere Rolle spielten Leprakranke in der mittelalterlichen Gesellschaft laut der Studie?

Leprakranke wurden häufig als „pauper Christus“ oder „armer Lazarus“ angesehen; ihre Rolle als fürbittende Beter verlieh ihnen einen besonderen religiösen Wert, der sie trotz ihrer Krankheit zu einem integralen Teil der christlichen Gesellschaft machte.

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Details

Title
Zwischen Isolation und Integration
Subtitle
Die Leprakranken des Mittelalters im Spiegel des kanonischen Rechts
College
University of Münster
Grade
2,3
Author
Tobias F. König (Author)
Publication Year
2009
Pages
25
Catalog Number
V141318
ISBN (eBook)
9783640492411
ISBN (Book)
9783640492589
Language
German
Tags
Krankheit Mittelalter Lepra Kanonisches Recht Sozialgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias F. König (Author), 2009, Zwischen Isolation und Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141318
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