‚Good Governance’ ist ein z.Zt. vieldiskutierter Ansatz der Verwaltungswissenschaft und Entwicklungspolitik. Er findet in der praktischen Politik (bei UN, OECD, Weltbank, GTZ/BMZ u.a.) global Anwendung.
Eine erste Literaturschau macht deutlich, dass der Versuch einer sowohl genauen als auch allgemeinen Begriffsbestimmung von ‚Good Governance’ Schwierigkeiten bereiten kann. Markus Adam schreibt dazu:
„[...] es gibt keine bestimmte, präjudizierende Interpretation des Begriffes weder in der akademischen noch in der populären Sprache. Auch ist die Abgrenzung schwierig, und die Grenzen zu anderen verwandten Begriffen wie dem des „government“ sind weich. Als Ergebnis findet sich in der Literatur eine unglaubliche Fülle von Definitionen, die sich keineswegs auf dasselbe Set an Problemen oder Phänomenen beziehen müssen. Und es ist darüber hinaus schwierig, die sehr unterschiedliche Nutzung des Begriffes Governance zu klassifizieren und in eine Typologie zu bringen.“
Doch kann für einen sinnvollen Gebrauch des Begriffes ‚Good Governance’ eine präzise Bestimmung nicht entbehrt werden, um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen. Da er in verschiedenen Kontexten in unterschiedlicher Weise angewandt wird, muss die Definition mit Bedacht ausgeführt werden.
Zunächst wird daher in einer Literaturdiskussion nach dem Wesen des Begriffs gefragt. Wie beschreibt er das, auf das er in der praktischen Entwicklungspolitik bei diversen Organisationen angewendet wird?
Ist das Wesen bestimmt, wird ein Beispiel einer aktuellen Anwendung folgen. Es wird bewusst ein Auszug aus publizistischem, nicht explizit wissenschaftlichem Material sein, um Unterschiede zu verdeutlichen.
Danach wird es eingehender um den ‚Good Governance’ – Ansatz der Weltbank gehen. Die Wahl fällt auf diese Organisation, da sie multinational agiert, eine hohe weltweite Akzeptanz und dadurch entsprechenden Vorbildcharakter aufweist, eine lange Tradition der Beschäftigung mit Entwicklungs-Fragen besitzt und vermutlich den elaboriertesten ‚Good Governance’ – Ansatz bietet. Außerdem bietet sich die Weltbank aufgrund der Tatsache an, dass einige Fachliteratur auf sie Bezug nimmt. Dies erleichtert die Einordnung in die Fachdiskussion.
Jeder Ansatz repräsentiert (idealerweise) ein vollständiges Handlungsmodell, dem sich nur unter Beachtung aller seiner relevanten Elemente sinnvoll genähert und dem nur so gerecht werden kann. Eine Vermischung ist gefährlich und soll vermieden werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
I.1. Good Governance
I.2. Demokratietheorie
Hauptteil
I.3. Begriffsbestimmung
I.3.1 Governance und die Konnotation „good“
I.3.2 Beispiele für Good Governance - Konzepte
I.4. Das Good Governance – Konzept der Weltbank
I.4.1 Grundlegende Demokratieprinzipien
I.4.2 Vertragstheorie / Kontraktualismus
I.4.3 Input/Output-Orientierung
I.4.4 Pluralismus
II. Schluss
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht das „Good Governance“-Konzept der Weltbank auf seinen demokratischen Gehalt und hinterfragt, inwieweit darin demokratische Werte und Elemente enthalten sind oder eine Demokratieförderung intendiert wird. Dabei wird insbesondere beleuchtet, ob das Konzept eine politische Neutralität wahren kann oder ob die eingeforderten Reformen implizit bestimmte Regierungsformen voraussetzen.
- Begriffliche Abgrenzung und Definition von Governance und Good Governance
- Analyse der Good-Governance-Strategie der Weltbank
- Untersuchung administrativer und politischer Steuerungsbereiche
- Theoretische Einordnung in Vertragstheorie, Kontraktualismus und Input/Output-Orientierung
- Kritische Reflexion der politischen Neutralität internationaler Organisationen
Auszug aus dem Buch
I.1. Good Governance
‚Good Governance’ ist ein z.Zt. vieldiskutierter Ansatz der Verwaltungswissenschaft und Entwicklungspolitik. Er findet in der praktischen Politik (bei UN, OECD, Weltbank, GTZ/BMZ u.a.) global Anwendung. Eine erste Literaturschau macht deutlich, dass der Versuch einer sowohl genauen als auch allgemeinen Begriffsbestimmung von ‚Good Governance’ Schwierigkeiten bereiten kann.
Markus Adam schreibt dazu: „[...] es gibt keine bestimmte, präjudizierende Interpretation des Begriffes weder in der akademischen noch in der populären Sprache. Auch ist die Abgrenzung schwierig, und die Grenzen zu anderen verwandten Begriffen wie dem des „government“ sind weich. Als Ergebnis findet sich in der Literatur eine unglaubliche Fülle von Definitionen, die sich keineswegs auf dasselbe Set an Problemen oder Phänomenen beziehen müssen. Und es ist darüber hinaus schwierig, die sehr unterschiedliche Nutzung des Begriffes Governance zu klassifizieren und in eine Typologie zu bringen.“
Doch kann für einen sinnvollen Gebrauch des Begriffes ‚Good Governance’ eine präzise Bestimmung nicht entbehrt werden, um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen. Da er in verschiedenen Kontexten in unterschiedlicher Weise angewandt wird, muss die Definition mit Bedacht ausgeführt werden. Zunächst wird daher in einer Literaturdiskussion nach dem Wesen des Begriffs gefragt. Wie beschreibt er das, auf das er in der praktischen Entwicklungspolitik bei diversen Organisationen angewendet wird ? Ist das Wesen bestimmt, wird ein Beispiel einer aktuellen Anwendung folgen. Es wird bewusst ein Auszug aus publizistischem, nicht explizit wissenschaftlichem Material sein, um Unterschiede zu verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in die Begriffsdebatte um „Good Governance“ und Darstellung der Relevanz des Themas in der internationalen Entwicklungspolitik.
I.1. Good Governance: Problematisierung der vielschichtigen Definitionsansätze des Begriffs in akademischen und praktischen Kontexten.
I.2. Demokratietheorie: Untersuchung des normativen Charakters des Konzepts und der Frage nach darin enthaltenen demokratischen Indikatoren.
I.3. Begriffsbestimmung: Differenzierte Betrachtung des Governance-Begriffs und der Konnotation „good“ unter Berücksichtigung verschiedener wissenschaftlicher Positionen.
I.3.1 Governance und die Konnotation „good“: Analyse der Aspekte politischer Autorität, Management von Ressourcen und staatlicher Effizienz.
I.3.2 Beispiele für Good Governance - Konzepte: Darstellung der Kriterien des BMZ als praktisches Anwendungsbeispiel für Good Governance.
I.4. Das Good Governance – Konzept der Weltbank: Historische Einordnung des Weltbank-Konzepts seit 1989 und Identifikation zentraler Ziele auf institutioneller und gesellschaftlicher Ebene.
I.4.1 Grundlegende Demokratieprinzipien: Gegenüberstellung der Weltbank-Prinzipien mit allgemeinen demokratischen Haupterfordernissen.
I.4.2 Vertragstheorie / Kontraktualismus: Einordnung der Weltbank-Ansätze in die Tradition klassisch-liberalen Denkens und der Neuen Politischen Ökonomie.
I.4.3 Input/Output-Orientierung: Analyse der Effizienz- und Ergebnisorientierung des Konzepts im Hinblick auf staatliche Institutionen.
I.4.4 Pluralismus: Diskussion des normativen Machtverteilungsansatzes innerhalb des Weltbank-Institutionengefüges.
II. Schluss: Resümee über die Herausforderungen der politischen Neutralität der Weltbank und die Verknüpfung von Werten mit Entwicklungshilfe.
Schlüsselwörter
Good Governance, Weltbank, Demokratie, Entwicklungspolitik, Verwaltungswissenschaft, Governance, Rechtsstaatlichkeit, Transparenz, Partizipation, Institutionengefüge, Effizienz, Menschenrechte, Kontraktualismus, politische Neutralität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Good-Governance-Konzept der Weltbank und analysiert, wie viel Demokratie in diesem entwicklungspolitischen Ansatz tatsächlich enthalten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsbestimmung von Governance, die Weltbank-Strategien zur Verwaltungsreform sowie das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und demokratischer Partizipation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die „demokratischen Elemente“ innerhalb des Good-Governance-Konzepts freizulegen und zu prüfen, ob die Weltbank durch ihre Bedingungen implizit demokratische Strukturen fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Literaturdiskussion und eine inhaltliche Analyse der Good-Governance-Dokumente der Weltbank und anderer Akteure durch, um die normativen Grundlagen zu extrahieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Begriffsbestimmung, eine detaillierte Analyse des Weltbank-Konzepts (administrativ und politisch) sowie eine theoretische Einordnung in Konzepte wie Vertragstheorie und Pluralismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Good Governance, Weltbank, Demokratietheorie, Entwicklungspolitik und institutionelle Reform beschreiben.
Wie unterscheidet sich der Ansatz des BMZ von dem der Weltbank?
Das BMZ setzt Good Governance explizit mit „guter Regierungsführung“ gleich und betont Kriterien wie Menschenrechte und politische Teilhabe stärker als die eher auf Effizienz fokussierte Weltbank.
Warum gelangt die Weltbank mit ihrem Konzept in Erklärungsnöte?
Da die Weltbank laut ihren Statuten politisch neutral bleiben muss, sich ihr Governance-Konzept jedoch auf Regierungsformen auswirkt, gerät sie in Konflikt mit ihrem Anspruch auf Systemneutralität.
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- Jonas Eberle (Author), 2002, Good Governance und Demokratietheorien - Wie viel Demokratie ist im Good Governance-Konzept der Weltbank?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14136