Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Ursprung dieser Risiken im Einsatz von KI zu erläutern, die besondere Rolle von Machine Learning in diesem Kontext herauszustellen und eine Übersicht über aktuelle Bestrebungen zur Eindämmung oder Prävention dieser Risiken mittels Gesetzesinitiativen und industrieller Standards zu bieten.
Durch Künstliche Intelligenz (KI) gestützte Anwendungen sind innerhalb des letzten Jahrzehnts zu einem alltäglichen Wegbegleiter der modernen Gesellschaft geworden. Wir steuern Beleuchtung, Lautsprecher, Thermostate und andere vernetzte Geräte mit Sprachassistenten wie Apples Siri oder Amazons Alexa, die menschliche Sprache in Computerbefehle umsetzen können. Autonome Roboter saugen und wischen die Böden in unseren Wohnungen und mähen den Rasen in unzähligen Gärten. Shopping-Apps informieren uns über die neusten Trends und empfehlen uns anhand unseres Kauf- und Suchverhaltens Waren, die unseren Kaufinteressen entsprechen. Die Algorithmen hinter Social-Media-Plattformen erschaffen eine mediale Filterblase aus unseren persönlichen Vorlieben und Interessen, schlagen uns Kontakte und Inhalte vor. Nicht nur im
Privaten, sondern auch in der Wirtschaft, im öffentlichen Sektor und im Gesundheitswesen gehört KI inzwischen zum Alltag, so zum Beispiel in der medizinischen Diagnostik, dem Versicherungswesen, bei Kreditvergaben oder in den Personalabteilungen verschiedenster Unternehmen. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, sammeln und verarbeiten KI-Systeme dazu
große Mengen an Daten aller Art, unter anderem auch personenbezogene Daten im Sinne von Art.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Wesenskern des Controllings
2.1. Definition
2.2. Aufgaben des Controllings
2.3. Der Controller
3. Controlling im Zeitalter der Digitalisierung
3.1. Definition Digitalisierung
3.2. Zielbild des Digital Controlling
3.2.1. Controlling der Digitalisierung
3.2.2. Digitalisierung des Controllings
3.3. Kompetenzen und Aufgaben des modernen Controllers
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Arbeit ist es, die tiefgreifenden Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf die Controlling-Funktion in Unternehmen zu analysieren und aufzuzeigen, wie sich das Anforderungsprofil sowie die notwendigen Kompetenzen des Controllers verändern müssen.
- Digitalisierung als Treiber für den Wandel von Geschäftsmodellen und Unternehmensprozessen.
- Unterscheidung zwischen „Controlling der Digitalisierung“ und der „Digitalisierung des Controllings“.
- Anpassung von Methoden, Instrumenten und Datenmanagement an ein zunehmend volatiles VUCA-Umfeld.
- Rollenwandel des Controllers hin zum aktiven Business-Partner und Innovationstreiber.
- Kompetenzentwicklung im Bereich Data Science, Statistik und IT-Management.
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Controlling der Digitalisierung
Durch die Digitalisierung haben sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen grundlegend verändert: wo früher Stabilität, Linearität und Klarheit herrschten, müssen Unternehmensstrategien heute auf ein unsicheres und volatiles Marktumfeld ausgerichtet werden, das von einer hohen Komplexität und mitunter unklaren Wirkungsbeziehungen geprägt ist; man spricht vom VUCA-Umfeld (VUCA: Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity). (vgl. Mayr 2022, S.103). Das Controlling sieht sich unter diesen veränderten Randbedingungen mit neuen Herausforderungen in Bezug auf die Unternehmenssteuerung, Planung und Kontrolle konfrontiert. Haupttreiber der gestiegenen Komplexität im Unternehmenskontext sind die Auswirkungen der „Industrie 4.0“: moderne Unternehmen nutzen die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung, um sich zunehmend horizontal (mit Zulieferern und Kunden) und vertikal (von Fertigung bis Management) in Cyber-physischen Systemen zu vernetzen (vgl. Goerke und Seif 2019). Dabei rücken sowohl die transformierten Wertschöpfungsprozesse als auch die neuen Geschäftsmodelle mitsamt deren Produkten und Dienstleistungen in den Fokus des Controllings (vgl. Obermaier und Grottke 2019, S. 728).
Ausgehend von den Kernaufgaben des Controllings und unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit lassen sich in Bezug auf die Wertschöpfungsprozesse folgende Aufgaben für das Controlling ableiten: Um die Wertschöpfungspotenziale der Digitalisierung zu heben, muss das Controlling dafür Sorge tragen, dass die Digitalisierung der Prozesse im Unternehmen durch setzen entsprechender strategischer Ziele vorangetrieben wird (vgl. Keimer und Egle 2020b, S. 2). Um Steuerungs- und Kontrollaufgaben wahrnehmen zu können, muss das Controlling in die Lage versetzt werden, den Ist-Zustand des Digitalisierungsgrads messen, Abweichungen erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können (vgl. Obermaier und Grottke 2019, S. 730). Für die Steuerung und ökonomische Bewertung der Prozessinnovationen muss ein geeignetes Instrumentarium entwickelt werden, das sowohl qualitative Effekte wie z.B. Wettbewerbsvorteile als auch quantitative Faktoren wie Kosteneinsparungen mit einbezieht (vgl. Obermaier 2022, S. 81-83).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den technologischen Innovationsdruck durch Digitalisierung und erläutert die Zielsetzung dieser Analyse hinsichtlich der sich wandelnden Rolle des Controllers.
2. Wesenskern des Controllings: Definiert die Grundlagen des Controllings, seine Kernaufgaben (Planung, Kontrolle, Steuerung) und das klassische Profil des Controllers.
3. Controlling im Zeitalter der Digitalisierung: Analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Unternehmensumfeld und leitet notwendige Anpassungen für die Controlling-Methodik und das Controller-Profil ab.
4. Fazit und Ausblick: Fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, ein "Digital Mindset" zu entwickeln, um langfristig als Business-Partner und Innovationstreiber bestehen zu können.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Controlling, Digital Controlling, Controller, VUCA-Umfeld, Industrie 4.0, Business Partnering, Datenmanagement, Self-Controlling, Digitale Transformation, Big Data, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsprozesse, Kompetenzprofil, Agilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Digitalisierung die klassischen Ziele und Funktionen des Controllings verändert und welche neuen Anforderungen sich daraus für das Berufsbild des Controllers ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Industrie 4.0 und datengetriebenen Geschäftsmodellen, der Wandel von Controlling-Prozessen sowie die notwendige Weiterentwicklung von Controller-Kompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Kompetenzprofil des Controllers unter den Bedingungen der digitalen Transformation verändern muss, um weiterhin ein effektiver Steuerungsakteur im Unternehmen zu sein.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf aktuelle betriebswirtschaftliche Literatur, Studien der OECD und Konzepte renommierter Controlling-Experten, um den theoretischen Rahmen in der Praxis zu verorten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Grundlagen des Controllings definiert, gefolgt von einer detaillierten Untersuchung des "Digital Controlling", unterteilt in das Controlling der Digitalisierung und die Digitalisierung des Controllings selbst.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Digitalisierung, Business Partnering, VUCA-Umfeld, Datenmanagement, Self-Controlling und agile Unternehmenssteuerung.
Was unterscheidet das "Controlling der Digitalisierung" von der "Digitalisierung des Controllings"?
Das Controlling der Digitalisierung befasst sich mit der ökonomischen Steuerung neuer digitaler Geschäftsmodelle und Prozesse, während die Digitalisierung des Controllings die Anpassung der eigenen Arbeitsweisen, Methoden und Datenverarbeitungsprozesse der Controlling-Abteilung fokussiert.
Warum ist das VUCA-Umfeld für Controller relevant?
Das VUCA-Umfeld (Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity) zwingt Unternehmen zu agileren Planungsprozessen und schnelleren Reaktionszeiten, was traditionelle, starre Controlling-Instrumente in Frage stellt.
Was ist mit der Rolle des "Business Partner 2.0" gemeint?
Dies beschreibt eine zukunftsorientierte Rolle des Controllers, der durch Automatisierung gewonnene Kapazitäten nutzt, um das Management als aktiver Berater, Innovationstreiber und Bindeglied zur Data-Science-Funktion zu unterstützen.
Droht dem klassischen Controller durch KI die Arbeitslosigkeit?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar klassische, repetitive Aufgaben automatisiert werden, aber derjenige Controller, der sich technologische Kompetenzen aneignet und seine Rolle zum strategischen Berater ausbaut, seine Bedeutung im Unternehmen sogar stärken kann.
- Arbeit zitieren
- Julian Sternitzke (Autor:in), 2023, Künstliche Intelligenz braucht Ethik. Die Untersuchung der Rolle von Standards, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1413755