Einleitung:
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die extreme Rechte in der Bundesrepublik lange auf einem sehr geringen Niveau. Erst 1966 gelang es der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD), überraschende Wahlerfolge zu feiern und in diverse Landtage, Kreis- und Kommunalparlamente einzudringen. Doch bereits drei Jahre später verschwand die NPD genauso rasch von der politischen Bildfläche, wie sie auftauchte. Politiker verharmlosten damals noch diese kurzzeitigen politischen Erfolge. Doch seit Mitte der Achtziger kann man die rechte Gefahr nicht mehr leugnen. Rechtsextreme Parteien, wie die Deutsche Volksunion, die Republikaner und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands haben einen beachtlichen Aufschwung erlebt, den man nun nicht mehr verharmlosen kann. Der Rechtsextremismus in der Bundesrepublik ist zu einem ernsten Problem für jeden von uns geworden.
Diese Hausarbeit soll die drei rechtsextremen Parteien NPD, DVU und Republikaner miteinander vergleichen, aufzeigen wie und unter welchen Bedingungen sie entstanden sind und wie ihre Erfolge zustande kamen. Des weiteren werde ich die Organisationsstrukturen der drei Parteien untersuchen. Dabei war für mich wichtig, wie die Parteien organisiert sind.
Wie sind die Parteien aufgebaut, wer steht an ihrer Spitze und finden innerparteiliche Machtkämpfe statt? Ein weiterer wichtiger Punkt in bezug auf die Parteienstruktur stellen für mich die Ziele bzw. die Programme der rechten Parteien dar, besonders in der Hinsicht, ob alle drei Parteien gleichstark antisemitisch, fremdenfeindlich und staatsgefährdend sind. In meinem letzten Punkt, der die Wahlgeschichte des Rechtsextremismus behandelt, möchte ich zeigen, wann und wo rechte Parteien Erfolge in der Bundesrepublik feiern konnten und speziell auf das Wahljahr 98 eingehen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Entwicklung des rechtsextremen Parteilagers
2.1 Die erste Welle: Die NPD in den sechziger Jahren
2.2 Die zweite Welle: Die Deutsche Volksunion in den siebziger Jahren
2.3. Die dritte Welle: Die Republikaner in den achtziger Jahren
3. Strukturen der rechten Parteien
3.1 Die Organisation der rechten Parteien
3.2 Ziele und Programme der rechten Parteien
4. Rechtsextremismus und Wahlen
4.1 Die Wahlgeschichte des Rechtsextremismus
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die drei rechtsextremen Parteien NPD, DVU und Republikaner in der Bundesrepublik Deutschland vergleichend zu analysieren, ihre Entstehungsbedingungen zu beleuchten und ihre Organisationsstrukturen sowie programmatischen Ziele zu untersuchen.
- Historische Entwicklung des rechtsextremen Parteienspektrums seit 1945
- Vergleichende Analyse der Organisationsstrukturen und internen Machtverhältnisse
- Untersuchung der Parteiprogramme hinsichtlich Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Staatsgefährdung
- Wahlgeschichte und Wahlerfolge rechtsextremer Parteien in der Bundesrepublik
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Organisation der rechten Parteien
Die Deutsche Volksunion wird von Gerhard Frey zentralistisch geführt und ist finanziell von ihm abhängig. Frey hat zwar Stellvertreter und Beisitzer, die aber keinerlei politische Bedeutung haben. Seine Mitarbeiter in der Partei haben nur eine zuarbeitende Funktion. Viele Mitglieder werden nur als Karteileichen bezeichnet, weil sie nur ihre Beiträge bezahlen, sich nicht aktiv an der Politik beteiligen und nur ihre politischen Standpunkte in der Öffentlichkeit vertreten sehen wollen. Da Frey unumstrittener Führer in der DVU ist, findet innerparteiliche Demokratie kaum oder gar nicht statt. Um seine dominante Position in der Partei zu sichern, hält Frey die Landesverbände bewusst klein. Auch die Landtagswahlen unterliegen der absoluten Kontrolle Freys. Die Wahlwerbung kommt ausschließlich aus München, die Kandidatenlisten für die Landtagswahlen werden von Frey vorgefertigt und die Kandidaten können dann auch nur per Zweitstimme gewählt werden. Durch sein privates Vermögen, welches auf mehrere hundert Millionen Mark geschätzt wird, ermöglicht Frey seiner Partei eine umfangreiche Wahlkampfpropaganda.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Problematik des Rechtsextremismus in Deutschland und definiert die Zielsetzung des Vergleichs zwischen NPD, DVU und Republikanern.
2. Die Entwicklung des rechtsextremen Parteilagers: Dieses Kapitel zeichnet die drei Wellen der rechtsextremen Parteientwicklung in der Bundesrepublik nach, beginnend mit der NPD in den sechziger Jahren bis hin zu den Republikanern in den achtziger Jahren.
3. Strukturen der rechten Parteien: Hier werden die organisatorischen Defizite sowie die zentralistische Führung der Parteien analysiert und die ideologischen Programmschwerpunkte kritisch beleuchtet.
4. Rechtsextremismus und Wahlen: Das Kapitel befasst sich mit der Wahlgeschichte rechtsextremer Parteien und identifiziert regionale Hochburgen sowie konjunkturelle Schwankungen bei Wahlergebnissen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Parteien zusammen und schätzt die reale Gefahr ein, die von diesen politischen Akteuren für die Demokratie ausgeht.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, NPD, DVU, Republikaner, Parteigeschichte, Organisationsstruktur, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Wahlgeschichte, Parteiprogramm, Demokratie, Gerhard Frey, Franz Schönhuber, Nationalsozialismus, politische Radikalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der drei rechtsextremen Parteien NPD, DVU und Republikaner in der Bundesrepublik Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte, die inneren Organisationsstrukturen, die inhaltlichen Programme sowie die Wahlerfolge dieser drei Parteien.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der genannten Parteien aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich ihres Aufbaus, ihrer Ziele und ihrer Gefährlichkeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Der Autor nutzt einen vergleichenden politikwissenschaftlichen Ansatz unter Rückgriff auf zeitgenössische Quellen wie Verfassungsschutzberichte und Fachliteratur zur Parteigeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des rechtsextremen Parteilagers, die Analyse der Organisationsstrukturen und Ziele sowie eine detaillierte Betrachtung der Wahlgeschichte und Wahlergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören unter anderem Rechtsextremismus, NPD, DVU, Republikaner, Parteistruktur, Antisemitismus sowie die Auseinandersetzung mit der demokratischen Grundordnung.
Welche Rolle spielt Gerhard Frey für die Organisation der DVU?
Gerhard Frey fungiert als unumstrittener und zentralistischer Führer, der die Partei finanziell durch sein Privatvermögen stützt und die innerparteiliche Demokratie faktisch unterbindet.
Wie unterscheidet sich die NPD in ihrer ideologischen Ausrichtung von der DVU und den Republikanern?
Die NPD wird als die am weitesten rechts stehende Partei identifiziert, die sich explizit auf Begriffe und Konzepte der NS-Zeit wie Rassenlehre und Führerstaat stützt, während die anderen Parteien moderatere Fassaden zu wahren versuchen.
- Quote paper
- Andreas Janowski (Author), 2001, Die ´braunen Schafe´ unter den Parteien - Ein Vergleich der rechtsextremen Parteien NPD, DVU und Republikaner, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1413