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Über die metaphysische Konzeption von Alfred North Whitehead. Prozess und Werden

Titel: Über die metaphysische Konzeption von Alfred North Whitehead. Prozess und Werden

Hausarbeit , 2023 , 17 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jonas Kirchenberg (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird das grundlegende metaphysische Konzept Whiteheads, bei welchem die Prozesshaftigkeit der Welt als Grundlage des Seins dient, durch Bezugnahme auf sein 1929 erschienenes Werk "Prozess und Realität", dargelegt und beispielhaft erläutert. Anfangs werden bestimmte Probleme einiger Denkmuster herausgestellt, welche für Whitehead den Anlass seines kosmologischen Entwurfs darstellen.

Infolgedessen wird der Prozess des Werdens erläutert, von welchem ausgehend weitere kosmologische Prinzipien, wie z. B. das ontologische Prinzip, Neuheit und Kreativität, Nexus, sowie Wahrnehmung und das extensive Kontinuum erklärt werden. Zum Abschluss der Arbeit wird Whiteheads Kosmologie dahingehend bewertet, inwiefern seine metaphysischen Prinzipien, die im folgenden Abschnitt herausgestellten Probleme, lösen könnten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegendes über Whiteheads Metaphysik

2. Anlass und Ziele Whiteheads Kosmologie

3. Prozess und Werden

3.1 Einzelwesen

3.2 Zeitlose Gegenstände und Gott - Das ontologische Prinzip

3.3 Subjektivität

3.4 Die Struktur der Konkreszenz

3.5 Die Konkreszenz am Beispiel eines Witzes

3.6 Kreativität und Neuheit

3.7 Nexus

3.8 Wahrnehmung und das extensive Kontinuum

4. Whiteheads philosophiescher Ansatz als Problemlösung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das grundlegende metaphysische Konzept von Alfred North Whitehead, basierend auf seinem Werk "Prozess und Realität", mit dem Ziel, die prozesshafte Struktur des Seins als Grundlage für eine gesamtheitliche Weltsicht zu erläutern und als Lösung für klassische philosophische Probleme – wie die Dualität von Körper und Geist – zu bewerten.

  • Grundlagen der Prozessphilosophie und das Konzept des "wirklichen Einzelwesens"
  • Die Rolle Gottes und des ontologischen Prinzips bei der Entstehung von Neuheit
  • Struktur und Phasen der Konkreszenz am Beispiel alltäglicher Erfahrung
  • Die Bedeutung von Nexus, Symbolik und extensivem Kontinuum für Konstanz und Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.5 Die Konkreszenz am Beispiel eines Witzes

Da die bisherigen theoretischen Erläuterungen etwas abstrakt erscheinen mögen, wird nun die Konkreszenz an Whiteheads Beispiel eines Witzes erläutert. Ein Witz ist nach Whitehead eine Aussage, dessen Funktion darin besteht, wirkursächlich als Anreiz für ein belustigtes Empfinden des Subjekts relevant zu sein. Dieses Subjekt, bei welchem es sich aufgrund seiner Selbstverursachung um die Belustigung selbst handelt, findet die Aussage, also den Witz, als ein zu empfindendes Datum vor. Dieses Empfinden der Aussage verobjektiviert diese Aussage, sodass sie als Wirkursächlichkeit angesehen werden kann. Dies ist also die reaktive Phase der Konkreszenz. In der ergänzenden Phase verschmilzt dann die Aussage nun mit der Belustigung, also dem subjektiven Ziel, indem das kausale Material der Daten in das Subjekt transformiert wird, sodass ein Übergang von reiner Potentialität hinzu Wirklichkeit entsteht. Hinsichtlich des subjektiven Ziels im Bereich der Ontologie wird Gott dem Subjekt die zeitlosen Gegenstände als Anreiz vorlegen, welche am meisten Intensität in der wirklichen Welt hervorrufen.

Diese Intensität könnte hierbei mit der Ausprägung bzw. Form der Belustigung (z. B. Lachen, Schmunzeln etc.) gleichzusetzen sein. Das Subjekt kann aufgrund seiner Entscheidungsfreiheit des mentalen Pols zwischen den verschieden gewichteten Anreizen Gottes wählen, wird aber natürlich aufgrund der Hierarchisierung der zeitlosen Gegenstände bzw. Potentialitäten dennoch eingeschränkt bzw. gelenkt. Zudem wird auf die Aussage, die der Witz markiert, es wahrscheinlich nicht der Fall sein, dass Trauer entsteht, weil es das Material der wirkursächlichen Daten der Aussage nicht zulässt. An diesem Beispiel der Konkreszenz lässt sich die Selbstverursachung des Subjekt-Superjekts gut veranschaulichen. Denn, ob starke, mittlere oder geringe Belustigung empfunden wird, hängt davon ab, welche dieser potentiellen Folgen sich selbst realisiert, weil sie diese Aussage als seine eigene Absicht empfindet. So meint Aljoscha Berve, dass die Erfahrung, also das Subjekt selbst, der Ausgangspunkt dessen sei, seine eigene innere Beschaffenheit zu bilden. Zum Schluss der Konkreszenz, in der Erfüllung, wird der Witz mit seiner Belustigung objektiviert, indem sie von anderen Entitäten erfasst wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegendes über Whiteheads Metaphysik: Einführung in die prozessuale Struktur von Whiteheads Philosophie, die das Sein als dynamischen, rhythmischen Vorgang begreift.

2. Anlass und Ziele Whiteheads Kosmologie: Beleuchtung der Schwierigkeiten in traditionellen Wissenschaften und der Philosophie, die Whitehead dazu motivierten, ein integratives, spekulatives System zu entwerfen.

3. Prozess und Werden: Zentrale Analyse des Werdens als fundamentales Prinzip, unterteilt in die verschiedenen Aspekte wie Einzelwesen, ontologisches Prinzip und Konkreszenz.

3.1 Einzelwesen: Definition des wirklichen Einzelwesens als kleinste, dynamische Einheit des Seins, die sich in einem Prozess der Selbstverursachung vollendet.

3.2 Zeitlose Gegenstände und Gott - Das ontologische Prinzip: Untersuchung der notwendigen Rolle Gottes als Vermittler, der Potentialitäten (zeitlose Gegenstände) bereitstellt, um Neuheit im Werden zu ermöglichen.

3.3 Subjektivität: Erörterung der Freiheit und des subjektivistischen Prinzips, wobei Subjektivität als grundlegende Qualität innerhalb des Konkreszenzprozesses verstanden wird.

3.4 Die Struktur der Konkreszenz: Beschreibung der drei Phasen – reaktive Phase, ergänzende Phase und Erfüllung – die den Prozess der Identitätsbildung eines Einzelwesens ausmachen.

3.5 Die Konkreszenz am Beispiel eines Witzes: Anwendung der abstrakten Theorie der Konkreszenz auf ein konkretes, alltägliches Beispiel, um Wirkursachen und Zweckursachen zu illustrieren.

3.6 Kreativität und Neuheit: Darstellung, wie durch die Kombination verschiedener Einzelwesen neue, komplexe Realitäten entstehen und somit der Fortbestand von Kreativität im Universum gesichert ist.

3.7 Nexus: Erklärung der Konstanz und Dauerhaftigkeit von Objekten in der Welt durch den Zusammenschluss von Einzelwesen zu personalen Ordnungen.

3.8 Wahrnehmung und das extensive Kontinuum: Analyse der Symbolik und der Wahrnehmungsprozesse, die uns suggerieren, die Welt direkt zu erfahren, während wir tatsächlich komplexen Symbolisierungen folgen.

4. Whiteheads philosophiescher Ansatz als Problemlösung: Fazit zur Bewertung von Whiteheads Kosmologie als integratives System, das scheinbar gegensätzliche Positionen wie Naturwissenschaft und Moralität harmonisieren kann.

Schlüsselwörter

Alfred North Whitehead, Prozessphilosophie, Metaphysik, Konkreszenz, Einzelwesen, Subjektivität, Ontologisches Prinzip, Gott, Wirkursache, Zweckursache, Kreativität, Nexus, Wahrnehmung, symbolische Erfahrung, extensivem Kontinuum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Metaphysik von Alfred North Whitehead, insbesondere in seine Prozessphilosophie, und untersucht, wie diese als gesamtheitliches System zur Erklärung der Welt dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen zählen die Dynamik des Werdens, das Verhältnis von Körper und Geist, die Rolle Gottes innerhalb einer prozessualen Kosmologie sowie die Mechanismen der Wahrnehmung und der Bildung von Konstanz in einer sich ständig wandelnden Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Whiteheads metaphysische Prinzipien anhand seines Hauptwerkes "Prozess und Realität" darzulegen und zu prüfen, inwiefern sie geeignet sind, philosophische Herausforderungen wie die Überwindung des Dualismus zwischen Geist und Materie zu lösen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf die von Whitehead selbst etablierte spekulative Methode, die darauf abzielt, ein kohärentes, logisches System allgemeiner Ideen durch deskriptives Verallgemeinern lebensweltlicher Erfahrungen aufzubauen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der prozessualen Grundbegriffe, beginnend bei den Einzelwesen, weiter über das ontologische Prinzip und die Struktur der Konkreszenz, bis hin zu spezifischen Konzepten wie dem Nexus und dem extensiven Kontinuum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Metaphysik Whiteheads?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Prozesshaftigkeit", "Konkreszenz", "Wirk- und Zweckursachen", "Subjektivität" sowie "Potentialität" geprägt.

Warum verwendet der Autor das Beispiel eines Witzes?

Das Beispiel dient der Veranschaulichung der hochabstrakten Theorie der Konkreszenz, um zu verdeutlichen, wie ein Subjekt aus einer Vielzahl von Daten durch Selbstverursachung und Wertung eine spezifische Erfahrung – hier die Belustigung – realisiert.

Wie unterscheidet sich Whiteheads Verständnis von "Subjekt" von der cartesianischen Auffassung?

Im Gegensatz zu Descartes, der vom denkenden Subjekt ausgeht, das Gedanken kreiert, postuliert Whitehead, dass das Subjekt erst aus dem Prozess des Werdens der Welt hervorgeht und dass der Denker primär durch seine Gedanken und den dahinterliegenden Konkreszenzprozess realisiert wird.

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Details

Titel
Über die metaphysische Konzeption von Alfred North Whitehead. Prozess und Werden
Note
1,7
Autor
Jonas Kirchenberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
17
Katalognummer
V1414096
ISBN (PDF)
9783346964229
ISBN (Buch)
9783346964236
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alfred North Whitehead Whitehead Kosmologie Metaphysik Einzelwesen Philosophie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Kirchenberg (Autor:in), 2023, Über die metaphysische Konzeption von Alfred North Whitehead. Prozess und Werden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414096
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Leseprobe aus  17  Seiten
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