Die Bedeutung von Clustern in der Wirtschaftsförderung


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 1,7

Maria Hertleif (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in das Clusterkonzept

3 Clusterförderung - Zentrale Begriffe

4 Voraussetzungen für wirksame Clusterpolitik

5 Clustermanagement als Aufgabe der Wirtschaftsförderung
5.1 Allgemeine Handlungsempfehlungen, Ansatzpunkte und Instrumente der Clusterförderung
5.2 Instrumenten- und Handlungsbündel

6 Praxisbeispiel - Das dortmund-project
6.1 Ausgangslage
6.2 Etablierung des dortmund-projects
6.3 Arbeitsschwerpunkte und konkrete Projekte
6.4 Zwischenbilanz

7 Kritik

8 Fazit

9 Literatur

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Clusterkonzepte in Deutschland zwischen 1991 und 2007

Abbildung 2: Wichtige Themen der kommunalen Wirtschaftsförderung

Abbildung 3: Standortkampagne des dortmund-projects

Abbildung 4: Zwischenbilanz und Ausblick für die Zahl der Erwerbstätigen in Dortmund

1 Einleitung

Das Thema Globalisierung hat in den letzten Jahren immer stärker an Bedeutung gewonnen. Trotz der bereits im Begriff implizierten weltweiten Bedeutung, spielt Globalisierung auch im lokalen Kontext eine wichtige Rolle. So stehen Regionen und Gemeinden als Wirtschaftsstandorte heute nicht nur im nationalen, sondern auch verstärkt im internationalen Wettbewerb. Hierdurch ergeben sich für Akteure der Wirtschaftsförderung, vor allem auf lokaler und regionaler Ebene, zahlreiche neue Herausforderungen und Aufgaben. Als ein zentrales Konzept zur Bewältigung dieser neuen Herausforderungen hat das Clusterkonzept „in den letzten Jahren über die Wissenschaft hinaus auch in der Wirtschaftsförderung […] stark an Bedeutung und Aufmerksamkeit gewonnen (HAAS ET AL. 2008, S.97).

Im Zentrum der folgenden Arbeit soll das Konzept der Cluster und dessen Bedeutung für die Wirtschaftsförderung stehen. Hierfür erfolgt zu Beginn eine Einführung in das wissenschaftliche Grundkonzept der Cluster. Die Klärung der theoretischen Grundlagen wird im Anschluss hieran durch die Darstellung zentraler Begriffe der Clusterförderung vervollständigt.

Im zweiten Teil wird auf Basis der vorherigen Ausführungen die praktische Umsetzung der Clusterförderung beleuchtet. Diese kann nur wirksam eingesetzt werden, wenn die Handlungsregion zentrale Voraussetzungen erfüllt und endogene Entwicklungspotenziale besitzt. Weitere Voraussetzungen bedingen die Wirksamkeit der Arbeit der im Cluster aktiven Akteure.

Im Anschluss an diese, vornehmlich theoretische Grundlagenerläuterung erfolgt eine Darstellung der Clusterförderung als Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Hierzu gehören allgemeine Handlungsempfehlungen, Ansatzpunkte und Instrumente. Als Praxisbeispiel für eine gelungen Etablierung und Umsetzung der Clusterförderung als Aufgabe der Wirtschaftsförderung erfolgt eine Vorstellung der zeitlichen Entwicklung, der Ziele sowie der Arbeitsschwerpunkte des dortmund-projects. Die dortige Wirtschaftsförderungsgesellschaft zielt mit ihrer Arbeit auf die Entwicklung zentraler Wachstumscluster im Raum Dortmund.

Abschließend wird zum einen das Instrument der Clusterförderung kritisch erläutert und diskutiert. Zum anderen werden die Bedeutung von Clustern in der Wirtschaftsförderung, insbesondere in Deutschland, sowie Voraussetzungen und zentrale Instrumente zusammenfassend dargestellt.

2 Einführung in das Clusterkonzept

Das Clusterkonzept wurde Mitte der 1990er durch den britischen Ökonomen Michael E. Porter entwickelt. Porter definiert Cluster folgendermaßen:

“ Clusters are geographic concentrations of interconnected companies, spe- cialised suppliers, service providers, firms in related industries, and associ- ated organisations (such as universities, standard agencies, trade associa- tions) in a particular field linked by commonalities and complementarities. There is competition as well as cooperation ” (PORTER 1998, S.197ff). Zentrale Akteure eines Clusters können also sowohl komplementäre wie auch konkurrierende Unternehmen, staatliche Behörden, normsetzende Instanzen, Handelskammern, Universitäten, Forschungsinstitution, berufliche Bildungseinrichtungen etc. sein (vgl. HAAS ET AL. 2008, S.97).

Porters Definition wurde seit ihrer Veröffentlichung durch eine Vielzahl von wirt- schafts- und regionalwissenschaftlichen Arbeiten ergänzt. Allen Ansätzen, Ausrich- tungen und Definitionen gemein bleibt allerdings die Grundüberlegung des Cluster- konzeptes, wonach räumliche Nähe die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Ent- stehung von Wissen und Innovation fördert. Positiven Einfluss auf den unternehme- rischen Erfolg haben erstens Agglomerationseffekte, die zu einer Steigerung der Produktivität beitragen. Zweitens wird die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit durch räumliche Nähe erhalten und gestärkt. Als dritter Einflussfaktor gibt ein Cluster Anreize für Unternehmensgründungen, wodurch der regionale Wettbewerb zwischen den Unternehmen dynamisiert und gestärkt wird (vgl. HAAS ET AL. 2008, S.97)

In der Praxis werden unter dem Clusterbegriff vielfältige regionale Konzentrationen zusammengefasst. In der Regel gehören zu einem Cluster vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Starke Unterschiede zeigen sich insbesondere bezüglich der Größe und der Bandbreite von Clustern. Räumlich lassen sie sich nicht über eindeutige administrative Grenzen verorten. Vielmehr erfolgt ihre Abgrenzung über wirtschaftliche Indikatoren. Darüber hinaus treten Cluster sowohl in großen als auch kleinen Wirtschaftsräumen, in ländlichen, städtischen und suburbanen Gebieten auf (vgl. HAAS ET AL. 2008, S.97-98; REHFELDER 2006, S.6-7).

3 Clusterförderung - Zentrale Begriffe

Die Vielfalt wissenschaftlicher Ansätze und Definitionen des Clusterkonzeptes spie- gelt sich auch in der wissenschaftliche Diskussion um die Förderung von Clustern wider. So lassen sich die hier zentralen Begriffe Clusterpolitik und Clustermanage- ment, aufgrund vielfältiger Ansätze, Ausrichtungen und zugeschriebener Aufgaben, nur grob definieren.

Nach BRUCH-KRUMBEIN beinhaltet Clusterpolitik „[…] alle Maßnahmen, die der Ent- wicklung oder Stärkung von Clustern dienen“ (BRUCH-KRUMBEIN 2008, S.290). Hier- unter zusammengefasst ist eine Vielzahl von politischen Instrumenten und Politik- feldern. Zu Letzteren gehören u.a. allgemeine Wirtschaftspolitik, Bildungs- und Wis- senschaftspolitik, föderale und kommunale Wirtschaftsförderung sowie regionale Struktur- und Industriepolitik (vgl. FLOETING ET AL. 2008, S.21; ZÜRKER 2008, S.78- 80).

Beim Clustermanagement handelt es sich demgegenüber nach einer Definition von ZÜRKER um die „operative Ausgestaltung der Clusterpolitik“ (ZÜRKER 2007, S.89). Die Aufgaben des Clustermanagements werden in der Praxis, auf lokaler wie auch regionaler Ebene, vielfach durch Wirtschaftsförderungsgesellschaften wahrgenom- men.

Unabhängig von den gewählten Maßnahmen und der Ebene der Clusterförderung besteht deren Ziel in der Generierung wirtschaftlichen Wachstums in einem vorher abgegrenzten Raum. Zu Erreichung dieses Ziels liegt das Hauptaugenmerk von Clusterförderung dabei auf der Förderung der Entwicklung und Bildung von Clustern innerhalb bestimmter Branchen bzw. Wirtschaftszweige (vgl. ZÜRKER 2007, S.82).

4 Voraussetzungen für wirksame Clusterpolitik

Grundsätzlich lassen sich aus der Evaluation erfolgreicher und erfolgloser Ansätze der Clusterpolitik keine konkreten Strategien ableiten, die deckungsgleich auf andere Räume übertragen werden können. Eine Evaluation erlaubt es lediglich Erkenntnisse abzuleiten (vgl. ZÜRKER 2007, S.86).

Als wichtigste, und im wissenschaftlichen Konsens bestehende, Erkenntnis gilt das Vorhandensein einer sog. kritischen Masse als Grundvoraussetzung wirksamer Clusterpolitik. Diese umfasst bereits im Cluster verortete Betriebe und/ oder Forschungseinrichtungen. Zudem zeichnet sich ein förderungsfähiger Cluster durch Eigenständigkeit und Originalität aus (vgl. Küpper 2005a, S.87; STERNBERG ET AL. 2004, S.171, ZÜRKER 2007, S.89).

Darüber hinaus spielt, wie beispielsweise durch KÜPPER beschrieben, die Mitwir- kungs- und Kooperationsbereitschaft regionaler Akteure eine entscheidende Rolle. So sollten clusterrelevante Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie öffentliche Stellen bei der Entwicklung und Realisierung von Strategien, Leit- bildern, Konzepten und Projekte miteinbezogen werden (vgl. KÜPPER 2005a, S.87).

Von besonderer Bedeutung ist zudem eine langfristige Ausrichtung der Clusterpolitik. Eine Konzentration auf die Förderung von Clustern ist nicht sinnvoll, wenn sie nur über einen kurzen Zeitraum - wie beispielsweise eine Legislaturperiode - betrieben wird (vgl. KÜPPER 2008, S.99).

5 Clustermanagement als Aufgabe der Wirtschaftsförde- rung

Seit Mitte der 1990er Jahre haben Cluster im Arbeitsfeld der Wirtschaftsförderung an Bedeutung gewonnen. Innerhalb eines kurzen Zeitraums fand die seit Anfang der 1990er Jahre wissenschaftlich diskutierte Thematik somit „Eingang in die wirtschaftpolitische Praxis“ (STERNBERG ET AL. 2004, S.164).

Empirisch lässt sich dieser schnelle Eingang anhand einer 2008 im Auftrag des Deutschen Instituts für Urbanistik durchgeführten Studie belegen. Hierbei wurden alle deutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern zu ihrer lokalen Clusterpolitik sowie zu verfolgten Clusterstrategien und -konzepten befragt. Die Rücklaufquote lag bei 77 Prozent (entspricht einem Stichprobenumfang von 144) (vgl. FLOETING ET AL. 2008, S.24ff).

Die Studie zeigt eine Zunahme von Clusterkonzepten in Deutschland seit Beginn der 1990er Jahre. Die Zunahmen verlief, wie in Abbildung 1 deutlich wird, wellen- förmig. Gründe für den schwankenden Verlauf der Kurve sind u.a. der New Econo- my Boom um die Jahrtausendwende sowie die kurz darauf folgende Branchenkrise. Zudem ließ sich besonders zwischen 2001 und 2003 eine starke Zunahme von Clusterkonzepten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie verzeichnen. Der überdurchschnittliche Anstieg in diesem Bereich führte zu einem überdurchschnittlichen Anstieg der gesamten Zahl von Clusterkonzepten (vgl. FLOETING ET AL. 2008, S.27-28).

Aktuell zeigt sich, laut der Studie, eine überdurchschnittliche Zunahme entwickelter Clusterkonzepte für den Bereich der Kreativwirtschaft (vgl. FLOETING ET AL., S.27ff).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Clusterkon- zepte in Deutschland zwischen 1991 und 2007. Anzahl nach Entste- hungsjahr. Quelle: FLOE- TING ET AL. 2008, S.27

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von Clustern in der Wirtschaftsförderung
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V141428
ISBN (eBook)
9783640504428
ISBN (Buch)
9783640504572
Dateigröße
802 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftsförderung, Clusterpolitik, Clustermanagement, Cluster
Arbeit zitieren
Maria Hertleif (Autor), 2009, Die Bedeutung von Clustern in der Wirtschaftsförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141428

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