Im vorliegenden Unterrichtsentwurf sollen die Schüler:innen in einer Unterrichtsreihe an das Thema Globalisierung herangeführt werden. Sie sollen die komplexen Zusammenhänge und Verstrickungen durch eigene Recherche und Kombinationsfähigkeit entdecken, sowie verstehen und sich bewusst werden, wie ihre eigene Rolle in der Gesellschaft aussieht. Die so gefundene Rolle kann und soll von den Schüler:innen im Alltag erkannt und ausgelebt werden. Durch die vielen Gruppenarbeiten mit unterschiedlichen Mitschüler:innen und den breit gefächerten Aufgabenstellungen ist eine intensive Zusammenarbeit für die erfolgreiche Bewältigung vonnöten. Die Schüler:innen werden in praktischer und schülergerechter Form im sozialen Handeln geschult und erfahren und intensivieren Kontaktverhalten, soziale Verantwortung, Kooperationsfähigkeit und kommunikative Kompetenz, sowie Konflikterkennung und -verarbeitung.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Unterrichtsreihenplanung
3) Legitimationsaspekte
4) Zielorientierte Handlungsschritte
5) Lernvorrausetzungen/ -ausgangslage
6) Verlaufsplan
8) Anhang
8.1) Anlage A
8.2) Anlage B
8.3) Anlage C
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses Unterrichtsvorhabens ist es, Schülerinnen und Schüler für die sozialen und globalen Auswirkungen ihres Konsumverhaltens zu sensibilisieren und ihre Kompetenz zur Übernahme sozialer Verantwortung innerhalb der Klassengemeinschaft und der Gesellschaft zu fördern.
- Reflexion des eigenen Konsumverhaltens und der persönlichen Rolle in der Gesellschaft.
- Analyse globaler wirtschaftlicher Verflechtungen am Beispiel der Textilindustrie.
- Förderung der Sozial- und Methodenkompetenz durch sozialkooperative Gruppenarbeit.
- Verknüpfung ökonomischer Grundlagen mit ethischen Fragestellungen.
- Kritische Auseinandersetzung mit Produktionsbedingungen in Schwellenländern.
Auszug aus dem Buch
1) Einleitung
Die Schule soll die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern erziehen, die sich ihrer sozialen Verantwortung im Kleinen, sowie im großen Rahmen bewusst sind. Dies bedeutet eine Verantwortung in - zum Beispiel einer Klassengemeinschaft - zu übernehmen, aber auch in der Gesellschaft, in der sie leben. Die Team- und Gemeinschaftsfähigkeit, die für das soziale Handeln eine große Rolle spielt, unterteilt sich in die Unterpunkte Kontaktverhalten, soziale Verantwortung, Kooperationsfähigkeit und kommunikative Kompetenz (vgl. Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen, S. 33). „Soziale Kompetenz ist darauf gerichtet, in wechselnden sozialen Situationen die eigenen bzw. übergeordneten Ziele erfolgreich in Einklang mit anderen Personen zu verfolgen sowie kommunikativ und kooperativ zusammenzuarbeiten.“ (Rahmenlehrpläne Grundschule Berlin 2005, S. 8) Um diese Fähigkeiten zu erlernen und zu intensivieren bietet es sich an, sie in einem geschützten Rahmen, wie dem Klassenzimmer durchzuführen. Schülerinnen und Schüler können durch die Bearbeitung von Aufgaben in Gruppenkonstellationen ihre sozialen Fähigkeiten austesten, ihre Erlebnisse selbst reflektieren und wenn nötig ihr Sozialverhalten verändern (vgl. H. Prior, 1985, S. 155f). In diesem Unterrichtsentwurf wird das soziale Handeln durch das Arbeiten an komplexen Aufgaben in unterschiedlichen Gruppen- und Partnerkonstellationen, bei denen eine intensive Zusammenarbeit gefragt ist, gefördert.
Neben dem sozialen Handeln im kleinen Rahmen, ist auch die globalere Sichtweise wichtig für ein gutes Zusammenleben. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich ihrer Rolle in der Gesellschaft bewusst werden, sie reflektieren und ihren eigenen Platz finden, denn sie sind ein mündiger Teil dessen und tragen eine Verantwortung sich selbst und anderen Mitgliedern der Gesellschaft gegenüber. Die soziale Verantwortung in der Gesellschaft ist komplex und muss von den Schülerinnen und Schülern erst verstanden werden, bevor sie umgesetzt werden kann. Gerade in den letzten Jahrzehnten wurde die internationale Verflechtung in vielen Bereichen zwischen Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten immer enger und das Phänomen Globalisierung immer präsenter (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung).
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Vermittlung sozialer Verantwortung und globaler Zusammenhänge für Schüler als angehende mündige Bürger.
2) Unterrichtsreihenplanung: Dieses Kapitel skizziert den zeitlichen Ablauf und die inhaltliche Strukturierung der drei geplanten Unterrichtseinheiten.
3) Legitimationsaspekte: Die theoretische Fundierung erfolgt durch Rückgriff auf Lehrpläne und bildungspolitische Zielsetzungen für berufliche Gymnasien und Berufsschulen.
4) Zielorientierte Handlungsschritte: Hier werden die konkreten fachlichen und sozialen Lernziele sowie die angestrebten Handlungskompetenzen der Schüler definiert.
5) Lernvorrausetzungen/ -ausgangslage: Eine detaillierte Analyse der individuellen Kompetenzen und Förderbedarfe der Lernenden bildet die Basis für die methodische Differenzierung.
6) Verlaufsplan: Der Verlaufsplan konkretisiert die methodische Gestaltung der Unterrichtsphasen vom Einstieg über die Gruppenarbeitsphase bis zur Ergebnissicherung.
8) Anhang: Der Anhang enthält das für die Gruppenarbeit benötigte Mystery-Material sowie Anleitungen für die Lernenden zur Bearbeitung der Fallbeispiele.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Soziale Verantwortung, Berufskolleg, Unterrichtsvorhaben, Konsumverhalten, Textilindustrie, Rana-Plaza, Sozialkompetenz, Kooperation, Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Methodenkompetenz, Gruppendynamik, Mündigkeit, Lehrplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem Unterrichtsvorhaben für Berufsschüler, das die Themen Globalisierung und soziale Verantwortung miteinander verknüpft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf den Produktionsbedingungen der Textilindustrie, dem persönlichen Konsumverhalten und der Förderung der sozialen Kompetenz im Klassenverband.
Was ist das primäre Ziel des Vorhabens?
Das Hauptziel ist die Förderung eines bewussten Verständnisses für die globalen Auswirkungen des eigenen Handelns sowie die Stärkung sozialkooperativer Fähigkeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht verwendet?
Es wird die "Mystery-Methode" eingesetzt, bei der Schüler komplexe Zusammenhänge anhand von bereitgestellten Informationskärtchen eigenständig erschließen.
Was wird im Hauptteil der Unterrichtseinheit behandelt?
Im Hauptteil arbeiten die Schüler in Gruppen an Arbeitsaufträgen, reflektieren Konsummuster und erarbeiten Hintergründe zur Globalisierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Projekt?
Zentrale Begriffe sind Globalisierung, Soziale Verantwortung, Konsumkritik, Kooperation und Berufliche Bildung.
Welche Rolle spielt die "Rana-Plaza-Katastrophe" in diesem Unterricht?
Sie dient als konkretes Fallbeispiel ("Mystery"), um die verheerenden Auswirkungen von schnellen und günstigen Produktionsprozessen für die Menschen vor Ort zu verdeutlichen.
Wie werden Unterschiede im Leistungsniveau der Schüler berücksichtigt?
Durch strukturierte Rollenkarten, differenzierte Hilfestellungen und kleinschrittige Anleitungen wird auf die heterogenen Lernvoraussetzungen eingegangen.
- Arbeit zitieren
- Annemarie Mehler (Autor:in), 2018, Globalisierung und die eigene Rolle in der globalisierten Welt. Förderung der sozialen Verantwortung innerhalb eines Klassengefüges und der Gesellschaft (11. Klasse Wirtschaft), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414302