Die Bedeutung der Katechismen Luthers für die Unterweisung im christlichen Glauben während der Reformation

Die Taufe: Geschenk oder Erziehung zum Glauben?


Hausarbeit, 2009
16 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Quellenanalyse: Der Große Katechismus (1529)
2.1. Äußere Quellenkritik
2.2. Innere Quellenkritik

3. Der Katechismus Luthers
3.1. Entwicklung des Katechismus
3.2. Historischer Kontext: Der Große Katechismus (1529)
3.3. Quelleninterpretation: Der Große Katechismus (1529)

4. Luthers Großer Katechismus in seiner Bedeutung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wird man zum Glauben erzogen oder empfängt man Glaube durch die Taufe?

Für Gläubige ist die Taufe einer der ersten Schritte zum erfüllten christlichen Leben, doch es stellt sich die Frage, warum man gläubig wurde?

Ist es die Taufe gewesen, die durch den eingegangenen Bund zwischen Gott und den Menschen, den Glauben ausschüttet oder wird man nach der Taufe erst zum Christen erzogen?

Durch die Aufnahme in eine christliche Gemeinde mittels der Taufe verliert dieses Thema nicht an Bedeutung für die Gegenwart. Vielen Christen begegnet im Leben die Frage nach dem Glauben und der Relevanz des Taufaktes und sie beginnen sich mit dem Glauben und ihrer Erziehung zum gläubigen Christen auseinanderzusetzen.

Gerade wenn man in der Situation ist das eigene Kind taufen zu lassen oder die Bitte entscheiden muss eine Patenschaft zu übernehmen, stellt man sich die Fragen nach dem Empfang des Glaubens, warum man selbst gläubig geheißen wird und wie dieses zu Stande gekommen ist.

Die Wichtigkeit der christlichen Erziehung und die Methode dieser stehen in vorliegender Arbeit im Mittelpunkt und sollen an Hand einer Quelle diskutiert werden.

Um die oben gestellte Frage zu beantworten, wurde eine Quelle Martin Luthers herangezogen, die zunächst analysiert und kritisch begutachtet wird. Im Folgenden Schritt soll dann die Entwicklung des Katechismus und dessen Bedeutung für die Erziehung herausgearbeitet werden um schließlich zu klären, ob der Glaube an Gott durch die Taufe empfangen wird oder nach der Taufe anerzogen wird.

Nicht zuletzt weil Luther zwei der bedeutsamsten Katechismen verfasste, wird einer dieser in vorliegender Arbeit als Quelle verwendet.

2. Quellenanalyse: Der Große Katechismus (1529)

2.1. Äußere Quellenkritik

Der betrachtete Quellenausschnitt aus der Quelle „Luther, Martin: Deudsch Catechismus (Der Große Katechismus) 1529. In: WA 30 1,212-238.“ beschäftigt sich mit der Taufe. Dieser Quellenausschnitt ist im Hinblick auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Katechismus gewählt worden und stellt eine Primärquelle in Hinsicht auf das gewählte Thema dar, da die Quelle sich nicht aus einer Tradition ergründet hat, sondern selbe nur in den hervorgebrachten Text des Autors einfließen. Wegen ihrer Struktur und ihrem Inhalt stellt die Quelle zugleich ein Schriftgut aus dem Bereich der Überreste dar[1].

Es liegt kein Handschrift vor, sondern der vorliegende Text aus der Weimarer Ausgabe basiert auf dem Urdruck. Bemerkenswert ist, dass die Vermahnung zur Buße der Quelle erst einem späteren Druck hinzugefügt wurde[2].Der erste Druck entstand in Wittenberg circa Anfang bis Mitte April des Jahres 1529. Der Große Katechismus ist aus dem Katechismuspredigten des Jahres 1528 entstanden[3] ; Grundstein zu dieser Idee, Lehrstücke für das Volk zu sammeln, werden jedoch bereits im Jahre 1525 geäußert, welches durch die Briefe an Hausmann[4] belegt werden.

Der Große Katechismus ist in der Weimarer Ausgabe vor dem Kleinen Katechismus publiziert worden, welches wahrscheinlich darauf beruht, dass der Herausgeber davon ausgeht, dass die Katechismen in dieser Reihenfolge entstanden[5].

Der Entestehungszeitraum kann mit den Katechismuspredigten des Jahres 1528 verortet werden, auch wenn zuvor die Grundidee schon gegeben war, jedoch der Verfasser in dieser Zeit mit der Öffentlichkeit begonnen hatte das Thema zu behandeln.

Autor des Urtextes ist, obwohl nicht namentlich genannt, Martin Luther; er erweist sich dessen ungeachtet als Autor der Katechismuspredigten und da diese der Grundstein für die Verschriftlichung gewesen sind, wird Martin Luther unumstritten als Verfasser zugeordnet. Wortwahl und Gebrauch im Vergleich mit anderen eindeutig zugewiesenen Quellen deuten zudem auf selben hin[6].

Die Quelle kann als ein Katechismus identifiziert werden, da in einem Katechismus etwas in einer Art Frage-und-Antwort- Spiel gelehrt werden soll, welches in der vorliegenden Quelle in dieser Form geschieht. Echtheit der Quelle kann auch dadurch bestätigt werden, dass der Autor auch der Verfasser ist, auch wenn keine Handschriften vorliegen, sondern nur eine Abschrift des Urdrucks. Der Urdruck muss mit einer existenten Handschrift jedoch nahezu identisch gewesen sein, da der Gegenstand seit Entwicklung mit den Gedanken an eine spätere Publikation entstand[7].

Der Katechismus spiegelt einen belehrenden Charakter, ganz nach Luthers Intension, wieder, der in der Zeit nach den großen reformatorischen Ereignissen 1529 den Menschen wieder Halt geben sollte und zugleich einen Weg des Glaubens weisen sollte[8]. Mit diesem Werk, welches in erster Linie an Pfarrer gerichtet ist, sollte ein Leitfaden für die Arbeit mit Menschen in Bezug auf den christlichen Glauben gegeben werden.

2.2. Innere Quellenkritik

Wie bereits erwähnt, können Stil und Vokabular der Quelle Martin Luther eindeutig zugeordnet werden, welches somit eindeutig in die entsprechende Zeit eingeordnet werden kann. Die syntaktischen Voraussetzungen können die benannte demnach Tendenz unterstreichen. Die damaligen kulturellen und historischen Bedingungen entsprechen den Vorstellungen des Verfassers, sodass auch auf semantischer Ebene Übereinstimmung herrscht.

Das Hauptaugenmerk liegt im Quellenpassus eindeutig auf dem Wort, welches das Zeichen des Wassers und somit der Taufakt, also das Sakrament, erst entstehen lässt[9].

Luther geht in der Quelle direkt auf Widersacher ein und kann dadurch einen Bezug zur Schrift und der aktuellen Situation herstellen. Dadurch wird ersichtlich, dass sich Denkweisen und epochale Zuordnung decken, dass traditionskritisch die Quelle richtig zugeordnet ist.

Redaktionell ist die Besonderheit zu bemerken, dass diverse Nachdrucke unterschiedliche Textfassungen benutzen und so in dem Urdruck nicht „Ein kurze Vermanung zu der Beichte“[10] enthalten ist, nachfolgend jedoch hinzugefügt wurde.

Die Quelle wurde zu aktuellen Anlässen verfasst und nicht in Rückblick auf viel Jahre, sodass das Verhältnis zwischen Autor und Wirklichkeit unbeschwert bleibt. Die Gedanken an einem verschriftlichen Katechismus entstanden bereits 1525, jedoch sind erste Predigten im Jahre 1528, dem Vorjahr der Entstehung des Großen Katechismus, entstanden, sodass der Inhalt selber noch sehr aktuell sind.

[...]


[1] Vgl. Markschies, Christoph: Arbeitsbuch Kirchengeschichte. Tübingen 1995, S.22-28.

[2] Vgl. Luther, Martin: Deudsch Catechismus (Der Große Katechismus) 1529. In: WA 30 1. Weimar 1887., S.233.

[3] Vgl. Luther: Deudsch Catechismus, S.129.

[4] Vgl. Peters, Albrecht: Kommentar zu Luthers Katechismen. Bd. 1. Die zehn Gebote. Göttingen 1990, S.17.

[5] Vgl. Luther: Deudsch Catechismus, S.132.

[6] Vgl. hierzu z.B. Luther, Martin: Der kleine Catechismus 1529. In: WA 301. Weimar 1887, S.346-402.

[7] Vgl. Luther: Deudsch Catechismus, S.125.

[8] Vgl. Moeller, Bernd: Geschichte des Christentums in Grundzügen. Göttingen9 2008, S.240-265.

[9] Vgl. Luther: Deudsch Catechismus, S.213-215.

[10] Vgl. Luther: Deudsch Catechismus, S.219f.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung der Katechismen Luthers für die Unterweisung im christlichen Glauben während der Reformation
Untertitel
Die Taufe: Geschenk oder Erziehung zum Glauben?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Kirchengeschichte)
Veranstaltung
Einführung in die Kirchengeschichte
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V141443
ISBN (eBook)
9783640504435
ISBN (Buch)
9783640504596
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Reformation, Luther, Katechismen, christlicher Glaube, Unterweisung, Taufe, 1529
Arbeit zitieren
Christina Gosch (Autor), 2009, Die Bedeutung der Katechismen Luthers für die Unterweisung im christlichen Glauben während der Reformation , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141443

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