Gegenstand dieser Arbeit ist die Partizipation in Kindertagesstätten als Teil von Demokratiebildung. In dieser Arbeit werde ich mich auf die Gestaltung frühkindlicher Demokratiebildung fokussieren, wobei erwähnt werden soll, dass eine Perspektive nie vollständig von den anderen isoliert werden kann. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie sich Partizipation als Teil von Demokratiebildung in Kindertagesstätten umsetzen lässt. Um dieser Frage nachzugehen, werden im ersten Kapitel die Grundlagen dargelegt. Dazu wird eine Klärung der Hauptbegriffe vorgenommen, die aktuelle Forschungslage anhand der BiKA-Studie aufgezeigt sowie theoretische und praktische Grundlagen für partizipatorische Ansätze erläutert. Im nächsten Schritt werden beispielhaft zwei Konzepte vorgestellt. Zuletzt werden im Fazit die Ergebnisse zusammengefasst und reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Begriffsklärung
2.2 Forschungslage
2.3 Theoretische und praktische Grundlagen
2.3.1 Gründe für Demokratiebildung
2.3.2 Bildungs- und Erziehungsziele
3 Konzepte
3.1 Die Kita-Verfassung
3.2 Die Kinderstube der Demokratie
4 Auswertung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld und die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten von Partizipation als wesentlichen Bestandteil frühkindlicher Demokratiebildung in Kindertageseinrichtungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie Kinder durch aktive Beteiligung an Entscheidungsprozessen ihre demokratischen Handlungskompetenzen stärken und eine wertschätzende Alltagskultur erfahren können.
- Grundlagen und Definitionen der Demokratiebildung und Partizipation
- Analyse aktueller Forschungsergebnisse, insbesondere der BiKA-Studie
- Darstellung theoretischer Begründungszusammenhänge für Demokratie in der Kita
- Vorstellung und kritische Reflexion konkreter Konzepte (Kita-Verfassung, Kinderstube der Demokratie)
- Bedeutung der Haltung pädagogischer Fachkräfte für gelingende Partizipation
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Kita-Verfassung
Raingard Knauer sieht in der Kita-Verfassung eine Möglichkeit, wie die Rechte und Regeln für demokratische Partizipation in Kindertagesstätten festgehalten werden können und stellt Evaluationsergebnisse zur Verfassungseinführung in zwei Kindertageseinrichtungen vor (vgl. Knauer & Sturzenhecker, 2013, S. 257).
Die Verfassungen enthielten Selbst- und Mitentscheidungsrechte der Kinder, welche in drei Kategorien eingeteilt waren. Die erste war die der Selbstentscheidung und beinhaltete u. a. die gewählte Kleidung sowie die Wahl darüber, was und wie viel gegessen wurde. Mitentscheiden durften sie z. B. über die Gestaltung des Tagesablaufs, die Raumtemperatur, das Spielmaterial etc. Nicht entscheiden durften sie beispielsweise bezüglich Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge und Tischkultur (vgl. ebd., S. 258). In beiden Einrichtungen wurden Gremien eingeführt. Zum einen die Gruppenkonferenzen, in denen für die Kinder bedeutsame alltägliche Angelegenheiten besprochen wurden. Hier wurden zudem drei Delegierte gewählt, welche die Kinder der Gruppe im Kinderparlament vertreten sollten. Im Kinderparlament wurden einmal monatlich von den Delegierten der Kinder und Fachkräften Fragen diskutiert, welche alle Kinder betrafen. Beide Gremien wurden protokolliert. Die Häufigkeit der Gruppenkonferenzen als auch die Leitung dieser, war in den Einrichtungen unterschiedlich geregelt (vgl. ebd., S. 259).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der frühkindlichen Demokratiebildung ein und definiert das Ziel der Arbeit, Wege der Partizipation in Kitas wissenschaftlich zu untersuchen.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe geklärt, der aktuelle Forschungsstand anhand der BiKA-Studie evaluiert sowie theoretische Begründungen und bildungsprogrammatische Ziele der Demokratiebildung dargelegt.
3 Konzepte: Dieses Kapitel stellt mit der „Kita-Verfassung“ und der „Kinderstube der Demokratie“ zwei konkrete partizipative Verfahren vor und diskutiert deren Erfolge sowie Herausforderungen in der Umsetzung.
4 Auswertung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse reflektiert und die Notwendigkeit einer reflexiven, mutigen Haltung pädagogischer Fachkräfte betont, um Demokratie in Kitas nachhaltig zu verankern.
Schlüsselwörter
Partizipation, Demokratiebildung, Frühkindliche Bildung, Kindertageseinrichtungen, Mitspracherecht, Selbstwirksamkeit, Kinderrechte, BiKA-Studie, Kita-Verfassung, Kinderstube der Demokratie, Pädagogische Fachkräfte, Beteiligung, Demokratische Alltagskultur, Autonomie, Entscheidungsprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle von demokratischer Partizipation in Kindertageseinrichtungen und wie diese als Teil der Demokratiebildung konkret gestaltet werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Partizipation, die Analyse aktueller Studien zur Beteiligung im Kita-Alltag sowie die praktische Umsetzung durch Konzepte wie Kinderräte und Verfassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu untersuchen, wie Partizipation in Kitas umgesetzt werden kann, um Kinder als aktive Mitgestalter ihres Lebens und der Gemeinschaft zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender Studien, wie der BiKA-Studie, um theoretische Grundlagen und erprobte Konzepte zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Demokratiebildung sowie die detaillierte Vorstellung und kritische Analyse zweier partizipativer Konzepte ("Kita-Verfassung" und "Kinderstube der Demokratie").
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Partizipation, Selbstwirksamkeit, Demokratiebildung, Kinderrechte, pädagogische Haltung und Strukturen der Mitbestimmung.
Warum ist das Mittagessen als "Schlüsselsituation" für Partizipation so wichtig?
Die BiKA-Studie identifiziert das Essen als Alltagshandlung, die das Autonomiebedürfnis berührt; eine partizipative Gestaltung hier ist ein Gradmesser für gelebte Mitbestimmung im Kita-Alltag.
Welche Herausforderung stellen Partizipationskonzepte für Fachkräfte dar?
Fachkräfte müssen ihre eigene Macht abgeben, Situationen des Widerstands aushalten und die Grenze zwischen notwendiger Fürsorge und der Beschneidung von Kinderrechten stetig neu reflektieren.
Inwiefern beeinflusst das Konzept der Kita-Verfassung die Beziehung zwischen Kind und Erzieher?
Die Einführung führt zu einer veränderten, reflektierteren Erwachsenen-Kind-Beziehung, da die Kinder ihre Mitentscheidungsrechte aktiv wahrnehmen und die Fachkräfte ihre pädagogische Haltung hinterfragen müssen.
- Citation du texte
- Marie Charlotte Gerlach (Auteur), 2023, Partizipation in Kitas. Zur Demokratiebildung in Kindertageseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414526