In der folgenden Arbeit soll die Problematisierung sexueller Inaktivität in der Partnerschaft näher untersucht werden.
In einem einleitenden Theorieteil soll zunächst auf die Definition der Begriffe Paarbeziehung und der Paarsexualität eingegangen werde. Neben definitorischen Ansätzen und einigen empirischen Ergebnissen soll kurz die Geschichte der Sexualität in Verbindung mit der Paarbeziehung skizziert werden. Es folgt eine qualitative Betrachtung ausgewählter Artikel von Publikumszeitschriften, die sich mit dem Thema sexueller Inaktivität in Paarbeziehungen beschäftigen. Publikumszeitschriften eignen sich dabei als Grundlage, um die Problematisierung von Paarsexualität zu untersuchen, da sie ein Teil der Alltagswelt gesehen werden können. Es wird sich anschließend durch eine wissenssoziologische Betrachtung der Frage gewidmet, wie und welchen Beitrag Publikumszeitschriften zur Konstruktion von Sexualität in der Wirklichkeit der Alltagswelt beitragen. In einem abschließenden Fazit wird schließlich die Frage beantwortet werden, welche Rolle die sexuelle Interaktion in der Paarbeziehung innehat, wodurch auch ihre Problematisierung erklärt werden soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Paarbeziehung
2.2 Sexualität in Paarbeziehungen
3. Darstellung der Paarsexualität in Publikumszeitschriften
3.1 Methode
3.2 Analyse
4. Wissenssoziologische Reflexion
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sexuelle Inaktivität in Paarbeziehungen durch Publikumszeitschriften problematisiert und als Abweichung von einer konstruierten Normalität dargestellt wird. Ziel ist es, mittels einer qualitativen Diskursanalyse zu verstehen, welche gesellschaftlichen Rollenbilder und Normalitätsvorstellungen dabei produziert werden.
- Soziologische Analyse der Paarsexualität als soziale Institution
- Konstruktion von Normalität und Abweichung in Publikumsmedien
- Diskursanalyse von Ratgeberinhalten und Handlungsanweisungen
- Geschlechtsspezifische Rollenbilder und deren Einfluss auf die sexuelle Interaktion
- Wissenssoziologische Einordnung von Paarsexualität nach Berger und Luckmann
Auszug aus dem Buch
3.2 Analyse
Das Individuum betreffend werden sowohl auf den physischen Körper bezogene Ursachen als auch auf das Erleben und Verhalten bezogene Ursachen genannt. So gelten laut Publikumszeitschriften, Hormone als „Botschafter des sexuellen Verlangens“, wobei weibliche und männliche Sexualhormone beschrieben werden und auch Frauen „einen geringen Anteil des männlichen Sexualhormons“ in sich tragen (Men´s Health 2020). Mit steigendem Alter sinkt dabei laut Publikumszeitschriften die Produktion der Sexualhormone (ebd.). Als Lust mindernd werden außerdem allgemeine „(psychische) Erkrankungen“ und „Sexualstörungen“ beschrieben (ebd.). Ebenfalls als für sexuelle Unlust verantwortlich, wird „zu wenig Sport und Bewegung“ aufgezählt, da wenn sich das Individuum „unwohl in seinem Körper“ fühlt das „Selbstbewusstsein nachlässt“ (ebd.). Zudem werden „Stress, anderswertige Auslastung und Übermüdung“ genannt (Women´s Health 2019), wozu auch „Kinder, Berufstätigkeit, Zeitmangel, wenig Muße und viel Ablenkung“ zählen (FitforFun). Auf das Handlungswissen des Individuums bezogen wird das Fehlen von „rudimentären Kenntnissen“ beschrieben (Zeit Online 2016).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung von sexueller Inaktivität als problematisiertes Phänomen in Partnerschaften ein und umreißt die methodische Vorgehensweise.
2. Definitionen: Dieses Kapitel erörtert theoretische Perspektiven auf Begriffe wie Paarbeziehung und Sexualität und beleuchtet deren wandelbare Bedeutung im historischen Kontext.
3. Darstellung der Paarsexualität in Publikumszeitschriften: Hier findet die qualitative Analyse der Zeitschriftenartikel statt, wobei Ursachen für sexuelle Inaktivität und gebotene Lösungsvorschläge kategorisiert und diskutiert werden.
4. Wissenssoziologische Reflexion: Dieses Kapitel reflektiert die Ergebnisse auf Basis von Berger und Luckmann, um das Verständnis von Sexualität als sozial konstruiertes Phänomen zu vertiefen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sexuelle Interaktion als soziale Normalität konstruiert wird, deren Aufrechterhaltung wesentliche Funktionen für die Stabilität moderner Paarbeziehungen übernimmt.
Schlüsselwörter
Paarsexualität, sexuelle Inaktivität, Publikumszeitschriften, Diskursanalyse, Wissenssoziologie, Paarbeziehung, soziale Konstruktion, Normalitätsvorstellungen, Geschlechterrollen, Intimität, Alltagswelt, Sexualität, Institution, Sozialisation, Beziehungsdynamik
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Publikumszeitschriften das Thema „sexuelle Inaktivität in Paarbeziehungen“ behandeln und welche gesellschaftlichen Erwartungen an die Sexualität dadurch transportiert werden.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Sexualität, die Dynamik von Vertrautheit und Erotik in Paarbeziehungen sowie der Einfluss von Medien auf die Wahrnehmung intimer Probleme.
Was ist die grundlegende Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Publikumszeitschriften zur Konstruktion von Normalität im Bereich der Paarsexualität beitragen und wie sie Inaktivität als ein Problem definieren, das behoben werden muss.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es wird eine qualitative Diskursanalyse durchgeführt, wobei methodisch angelehnt an Siegfried Jägers „kleine Werkzeugkiste“ ausgewählte Artikel aus verschiedenen Publikumszeitschriften ausgewertet werden.
Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die in den Zeitschriften identifizierten Ursachen für sexuelle Inaktivität (physisch, partnerbezogen, situativ) sowie die angebotenen Lösungsstrategien und reflektiert diese wissenssoziologisch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diskursanalyse, soziale Konstruktion, Paarsexualität und Medienwirkung beschreiben.
Warum ziehen die Publikumszeitschriften ausschließlich heterosexuelle Paare heran?
Dies ist zum einen darin begründet, dass heterosexuelle Paarbeziehungen in den Medien oft als gesellschaftliche Norm dargestellt werden, spiegelt aber auch die selektive Auswahl der für die Analyse verwendeten Zeitschriften wider.
Welche Rolle spielt nach dem Autor das Konzept der „Institution“?
Institutionen wie „das Paar“ oder „die Ehe“ geben einen Rahmen vor, der gesellschaftliche Normen wie Monogamie stützt und die Sexualität funktional in ein System einbindet, um Stabilität zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Nina Breit (Autor:in), 2019, Sexuelle Inaktivität in Paarbeziehungen am Beispiel von Publikumszeitschriften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414550