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Neid-Normalität oder abweichendes Verhalten

Title: Neid-Normalität oder abweichendes Verhalten

Term Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Helvi Geiger (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Als zu Beginn dieses Moduls mögliche Themen für die Bearbeitung in einer Hausarbeit vorgeschlagen wurden, weckte die Frage nach unterschiedlichen Sichtweisen auf den „Neid“ spontan mein Interesse. Ich befand mich gerade in einer akuten Mobbingsituation und vermutete dahinter unter anderem Neid. Auch im Gespräch mit meinen Kommilitonen fiel mir auf, dass es nur „schick“ ist über das riesige kaum zu bewältigende Arbeitspensum zu klagen, aber nicht erwähnt werden darf, was man schon alles geschafft hat - zum Beispiel eine Hausarbeit lange vor Abgabetermin fertig gestellt - um ja keinen Neid zu erregen. Geht es aber jemand aus der Gruppe offensichtlich schlecht, so wird ihm/ihr sofort Unterstützung angeboten. Vielleicht ein besonderes Phänomen unter Angehörigen sozialer Berufe? Alles soll möglichst ausgewogen und gerecht sein?
Persönlich hatte ich mich damit bisher noch nicht näher beschäftigt. Neid scheint in unserer Kultur ein Tabuthema zu sein, es wird kaum darüber gesprochen, es ist ein unangenehmes Gefühl und peinlich, neidisch zu sein. Im Unterschied dazu gibt es andere Kulturen, in denen umgekehrt der Beneidete das Problem hat.
In meiner Hausarbeit möchte ich anhand einer Literaturrecherche und hier besonders des Buches von Verena Kast (1996): „Neid und Eifersucht, Die Herausforderung durch unangenehme Gefühle“ das Thema „Neid – Normalität oder abweichendes Verhalten?“ bearbeiten. Die Autorin, eine schweizer Psychoanalytikerin, geb. 1943, ist mir in meiner früheren Tätigkeit als Hospizmitarbeiterin durch ihre Publikationen zum Thema Trauer bekannt geworden und hat mich beeindruckt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Neid?

3 Eine Neidsituation

4 Formen des Neidens nach Verena Kast

4.1 Bewundernde NeiderInnen

4.2 Ambivalente NeiderInnen

4.3 Aggressive NeiderInnen

4.4 Aggressionsgehemmte destruktive NeiderInnen

5 Neid als abweichendes Verhalten? Zwei Verschiedene Sichtweisen

5.1 Das Neiden als abweichendes Verhalten

5.2 Neiderregen als abweichendes Verhalten

6 Umgang mit Neid

6.1 Abwehr des „bösen Blicks“

6.2 Umgang mit dem eigenen Neid

7 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vielschichtige Phänomen Neid, beleuchtet seine psychologischen Formen sowie seine gesellschaftliche Bewertung als abweichendes Verhalten und erarbeitet Strategien für einen konstruktiven Umgang damit im Kontext der persönlichen Entwicklung und des Studiums.

  • Psychologische Formen des Neidens nach Verena Kast
  • Neid als abweichendes Verhalten im soziologischen Kontext
  • Kulturelle Abwehrpraktiken gegen den „bösen Blick“
  • Neidbewältigung durch die Existenzweise des Seins nach Erich Fromm
  • Reflexion von Neiddynamiken in sozialen Gruppen und Studium

Auszug aus dem Buch

4.1 Bewundernde NeiderInnen

Bewundernde NeiderInnen spüren ihren Neid, können ihn benennen, gehen also offen damit um. Sie lassen Leistung stehen und können ihre Begeisterung und Wertschätzung für Erreichtes ausdrücken. „…nur aus einer gewissen Übertreibung des Idealisierens kann man erschließen, dass Neid auch abgewehrt wird.“ (Kast 1996, S.31) Manchmal wird im Scherz der eigene Neid mit angesprochen. In oben genannter Situation könnte ein/e bewundernde/r NeiderIn zum Beispiel sagen: „Toll, dass du deine Hausarbeit schon fertig hast, ich wünschte, ich wäre auch schon so weit!“ Häufig wird von den bewundernden NeiderInnen die Teilhabe an diesem Erfolg gesucht, sei es durch Beziehungsaufbau zur/m Neiderreger/in oder als Anteil an der Sache. In der Studiensituation könnte das ein fachlicher Austausch zum Thema der Hausarbeit sein, wodurch die/der bewundernde NeiderIn Anteil am Erfolg hätte.

Dies ist eine produktive Art des Umgangs mit Neid. Die Menschen spüren, dass sie ihren Neid überwinden und dem Anderen Wertschätzung entgegen bringen können. Dadurch wird wiederum das Selbstwertgefühl gestärkt. Bewundernde NeiderInnen nehmen ihren Neid als Herausforderung und fragen sich, ob sie vielleicht etwas in ihrem Leben verändern wollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation zur Themenwahl aufgrund eigener Erfahrungen mit Neid in einer Studiensituation und definiert das Ziel der Literaturrecherche.

2 Was ist Neid?: Dieses Kapitel beleuchtet die psychologischen Grundlagen des Neids, dessen Verbindung zur Identitätsfindung und seine historische Deutung als „Scheelsucht“ oder Gift.

3 Eine Neidsituation: Es wird der Prozess der Gruppenbildung und die darauffolgende Veränderung der Dynamik unter Studierenden beschrieben, in der Konkurrenz und Neid an Bedeutung gewannen.

4 Formen des Neidens nach Verena Kast: Basierend auf der Theorie von Verena Kast werden verschiedene Typen des Neidens detailliert, von der bewundernden bis zur aggressionsgehemmten Form.

5 Neid als abweichendes Verhalten? Zwei Verschiedene Sichtweisen: Hier werden unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven auf Neid diskutiert, inklusive der Rolle des Neids als Triebfeder sowie kultureller Unterschiede wie bei den Matzateken.

6 Umgang mit Neid: Das Kapitel analysiert diverse Strategien zur Abwehr des „bösen Blicks“ und diskutiert Ansätze zur konstruktiven Neidbewältigung durch persönliche Entwicklung.

7 Zusammenfassung: Die Autorin reflektiert ihre veränderte Sichtweise auf das Thema Neid und zieht Schlüsse für die eigene zukünftige Einstellung im akademischen und persönlichen Alltag.

Schlüsselwörter

Neid, Verena Kast, Eifersucht, böser Blick, Normalität, abweichendes Verhalten, soziale Dynamik, Identitätsfindung, Existenzweise des Seins, Erich Fromm, Neidbewältigung, Psychologie, Selbstwertgefühl, soziale Gerechtigkeit, Studiensituation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychologischen und soziologischen Untersuchung von Neid, seiner Bewertung in verschiedenen Kulturen und den Möglichkeiten, konstruktiv damit umzugehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung verschiedener Neidformen, dem Neid in sozialen Gruppen, der historischen und kulturellen Wahrnehmung sowie den Bewältigungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Neid nicht nur als unangenehmes Gefühl zu begreifen, sondern zu hinterfragen, welche Auslöser existieren und wie man den Neid durch innere Entwicklung und Selbstreflexion in eine Herausforderung verwandeln kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturrecherche unter Einbeziehung psychologischer Fachliteratur sowie ethnologischer und soziologischer Quellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Neidformen nach Verena Kast, die Diskussion von Neid als abweichendes Verhalten und die Untersuchung von Abwehr- und Bewältigungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Neid, psychologische Typologien des Neidens, die „Existenzweise des Seins“ nach Fromm und die Abwehr des „bösen Blicks“.

Warum wird der „böse Blick“ in einer akademischen Arbeit erwähnt?

Der „böse Blick“ dient als Metapher und historisch belegtes Phänomen, um die zerstörerische Kraft des Neids und den menschlichen Einfallsreichtum bei der Abwehr von Neidangriffen zu veranschaulichen.

Wie unterscheidet sich die „Existenzweise des Habens“ von der „Existenzweise des Seins“ im Kontext von Neid?

Die Existenzweise des Habens ist mit Angst vor Verlust und ständigem Vergleich verbunden, während die Existenzweise des Seins das Selbstvertrauen in die eigene Kreativität und Persönlichkeit stärkt und somit weniger Raum für Neid lässt.

Welche Rolle spielt das Fallbeispiel der Studierenden in der Arbeit?

Es dient als praxisnahe Illustration, um zu zeigen, wie sich Neid in einem kleinen, anfänglich homogenen sozialen System durch Konkurrenz und den Vergleich von Leistungen entwickeln kann.

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Details

Title
Neid-Normalität oder abweichendes Verhalten
College
Protestant University of Applied Sciences Dresden
Grade
1,0
Author
Helvi Geiger (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V141491
ISBN (eBook)
9783640494316
ISBN (Book)
9783640493852
Language
German
Tags
Neid-Normalität Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helvi Geiger (Author), 2008, Neid-Normalität oder abweichendes Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/141491
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