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Subjektive Theorien von Lehrkräften über Design Thinking mit Blick auf ihre Aufgabe des Innovierens

Titel: Subjektive Theorien von Lehrkräften über Design Thinking mit Blick auf ihre Aufgabe des Innovierens

Masterarbeit , 2023 , 192 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Felina Lehmann (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie lassen sich komplexe Veränderungsvorhaben in Schule durch Lehrkräfte gestalten, deren Aufgabe es ist zu Innovieren? Agile Change-Managementansätze erscheinen in einer VUCA-Welt immer unabdingbarer und verbreiten sich weiter auch im Bildungsbereich. Diese Arbeit beschäftigt sich damit, welche Rolle Design Thinking aus Sicht von Lehrkräften im Hinblick auf ihre Aufgabe zu Innovieren einnehmen kann. Ausgehend von der theoretischen Erfassung des Bezugsrahmens von Innovieren als Aufgabe von Lehrkräften, soll der Einsatz von Design Thinking in der Praxis aus ihrer Sicht beschrieben werden.

Mit Blick auf aktuelle Bildungsdebatten wird deutlich, dass sich immer neue methodische, didaktische und curriculare Ansätze für und in Bildungsprozessen in immer kürzerer Zeit auftun. Dabei kommen auch neue Ansätze im Kontext von Agilität ins Spiel, die sich rasant in unterschiedlichsten Branchen verbreiten. Design Thinking hat sich als agiler Ansatz für Innovationsprozesse mittlerweile in diversen Branchen etabliert und findet nun auch weiter Einzug in den schulischen Bildungsbereich. Dabei geht der Ansatz oft über eine reine Methodik hinaus, umfasst dabei auch eine besonders nutzerzentrierte Denkweise und strebt an, umfassende Paradigmenwechsel anzuregen, hin zu innovationsbereiten, krisensicheren Organisationen, die Veränderungen als Chance willkommen heißen.

Das zentrale Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Literatur sowie Leitfadeninterviews die Aufgabe von Lehrkräften zu Innovieren und den Ansatz des Design Thinking in den Blick zu nehmen und, in diesem Kontext, die subjektiven Theorien von fünf Lehrkräften im Hinblick auf den Ansatz Design Thinking für die Erfüllung dieser Aufgabe im System Schule zu betrachten und somit Einblicke in innovative Lehrtätigkeit zu geben. Dabei können die subjektiven Theorien von Lehrkräften als Kompetenzfacette der Lehrkräfteprofessionalität und somit als Wissensbasis gefasst werden, die sich auf ihre tägliche Arbeit auswirken und ihr (pädagogisches) Handeln bestimmen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung und Aufbau dieser Arbeit

2. Theoretischer Kontext: Innovieren als Aufgabe von Lehrkräften

2.1 Erste Theoretische Situierung: Zwischen gesellschaftlichem Wandel, Qualitätsanspruch, Schulentwicklung und Professionalisierung

2.2 Innovation und Innovieren - Eine erste Annäherung

2.3 Schulentwicklung

2.3.1 Schulentwicklungstheoretische Ansätze

2.3.2 Lehrkräfte in Schulentwicklungsprozessen

2.4 Verankerung des Innovierens in der Lehrkräfteprofessionalität

2.5 Kompetenzbereich Innovieren in der Lehrkräftebildung nach KMK

3. Theoretischer Kontext: Der Ansatz des Design Thinking

3.1 Ursprung des Design Thinking

3.2 Definitionsversuch, Ziel und zentrale Elemente

3.3 Design Thinking als Prozess

3.4 Design Thinking als Werkzeugkiste

3.5 Design Thinking als Mindset

3.6 Gelingensbedingungen

3.7 Anwendungsgebiete von Design Thinking

4. Methodische Vorgehensweise

4.1 Verortung des Erhebungsdesigns als qualitative Forschungsmethodik

4.2 Das halbstandardisierte, problemzentrierte Leitfadeninterview

4.3 Datenerhebung

4.3.1 Konstruktion und Vorstellung des Leitfadens

4.3.2 Beschreibung des Sampling und die Erhebung der Probanden

4.3.3 Erhebungssituation

4.4 Datenauswertung

4.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse

4.4.2 Ablaufmodell der Inhaltsanalyse nach Kuckartz

4.5 Grenzen der Studie

5. Ergebnisse

6. Theoretische Kontextualisierung und Diskussion der Ergebnisse

6.1 Zum Verständnis von Design Thinking

6.2 Zur Aufgabe des Innovierens

6.3 Zu Potenzialen und Herausforderungen

6.4 Zur Etablierung von Design Thinking

7. Fazit und Ausblick

11. Anhang

11.1 Datenschutzerklärung, Information zur wissenschaftlichen Untersuchung

11.2 Teilstandardisiertes Leitfadeninterview

11.3 Transkriptionsregeln

11.4 Transkribierte Interviews

11.5 Kategoriendefinitionen

11.6 Fallzusammenfassungen

11.7 Graphic Recording der Interviews

11.8 Nutzung von Design Thinking in der universitären Lehrkräftebildung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht, welche Rolle der Ansatz des Design Thinking aus der Perspektive von Lehrkräften bei der Bewältigung ihrer beruflichen Aufgabe des Innovierens einnimmt und wie diese subjektiven Theorien ihr pädagogisches Handeln im System Schule beeinflussen.

  • Verankerung der "Aufgabe des Innovierens" in der Lehrkräfteprofessionalität
  • Strukturelle Analyse des Design Thinking Prozesses und dessen Übertragbarkeit auf den Bildungsbereich
  • Qualitative Untersuchung subjektiver Theorien von Lehrkräften durch problemzentrierte Interviews
  • Anwendungsmöglichkeiten und Herausforderungen von Design Thinking im schulischen Alltag
  • Zusammenhang zwischen Schulentwicklung, Lehrkräftebildung und innovativer Lehrtätigkeit

Auszug aus dem Buch

Design Thinking als Prozess

Design Thinking kann als Prozess angesehen werden, der schrittweise und zeitlich strukturiert vorgeht. Im Design Thinking Prozess werden dabei nacheinander mehrere Phasen durchlaufen, die grundsätzlich iterativ aufeinander rückbezogen werden. Dies bedeutet, dass die im weiteren Verlauf beschriebenen Phasen bei neuem Wissenszuwachs immer wieder wiederholt werden können, um Idee, Lösungsansatz oder die Herangehensweise zu überarbeiten. Jede Iteration führt dabei zu neuen Einsichten und Erfahrungen (Brown, 2019, S. 22).

Hieraus lässt sich ableiten, dass der Design Thinking Prozess eher aus einer Überschneidung von Räumen als aus einer konkreten Abfolge geordneter Schritte zu verstehen ist. Der Prozess ist dynamisch, interaktiv und ganzheitlich, jedoch nicht linear, was ihn von dem klassischen Kreativitätsprozess nach Graham Wallas (1926) zurückgreifend auf Henri Poincaré unterscheidet, welches als Vorläufer des Design Thinking gesehen werden kann (Wallas, 1926).

In der Literatur lassen sich Prozesse zwischen drei und sieben Phasen finden, die sich dabei meist an den Schritten von IDEO, der d.school und Hasso-Plattner-Institut (HPI) orientieren (Lewrick, Link & Leifer, 2018, S. 39). Diese Arbeit orientiert sich an den sechs Phasen des Prozesses des Hasso-Plattner-Instituts, der am meisten verbreitet ist und folgende Phasen beinhaltet: Beobachten/ Verstehen, Einfühlen, Sichtweise definieren, Ideen finden, Prototypen entwickeln und Testen. Dabei soll zunächst die Form des Prozesses als Diamantenform übergeordnet beschrieben werden, bevor auf die jeweiligen Phasen einzeln eingegangen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung und Aufbau dieser Arbeit: Einführung in die Relevanz des Innovierens in Zeiten einer VUCA-Welt sowie die Zielsetzung der Untersuchung.

2. Theoretischer Kontext: Innovieren als Aufgabe von Lehrkräften: Detaillierte Herleitung des Innovierens als Bestandteil moderner Lehrkräfteprofessionalität und deren Einbettung in Prozesse der Schulentwicklung.

3. Theoretischer Kontext: Der Ansatz des Design Thinking: Wissenschaftliche Fundierung von Design Thinking hinsichtlich Ursprung, Prozessphasen, Mindset und dessen Gelingensbedingungen.

4. Methodische Vorgehensweise: Erläuterung des qualitativen Forschungsdesigns, basierend auf problemzentrierten Leitfadeninterviews und qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz.

5. Ergebnisse: Darstellung der gewonnenen Interviewdaten und Kategorisierung der subjektiven Theorien von Lehrkräften über Design Thinking.

6. Theoretische Kontextualisierung und Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der erhobenen subjektiven Theorien im Abgleich mit aktuellen bildungstheoretischen und schulentwicklungstheoretischen Ansätzen.

7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Identifizierung zukünftiger Forschungsbedarfe bezüglich der Etablierung agiler Ansätze in Schule und Lehrerausbildung.

Schlüsselwörter

Design Thinking, Innovieren, Lehrkräfteprofessionalität, Schulentwicklung, Qualitative Inhaltsanalyse, Problemlösung, Unterrichtsentwicklung, Agile Lehrmethoden, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Subjektive Theorien, Nutzerzentrierung, Prototyping, VUCA-Welt, Lehrkräftebildung, Innovationskompetenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche subjektiven Theorien Lehrkräfte über den Innovationsansatz Design Thinking besitzen und wie sie diesen in ihrer Aufgabe einsetzen, Schule proaktiv und kreativ weiterzuentwickeln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft die Bereiche Schulentwicklung, Lehrkräfteprofessionalität und den agilen Ansatz des Design Thinking als Werkzeug für Innovationsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, Einblicke in die innovative Lehrtätigkeit zu gewinnen und zu verstehen, wie Lehrkräfte den Ansatz Design Thinking interpretieren und im System Schule nutzen, um komplexe Herausforderungen zu bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Verfasserin nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, konkret das problemzentrierte Leitfadeninterview, und wertet die Daten mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz aus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben der theoretischen Herleitung von Innovieren als Lehreraufgabe und der methodischen Beschreibung des Design Thinking Ansatzes stehen die Ergebnisse der fünf durchgeführten Interviews sowie deren Diskussion im Zentrum der Arbeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie "Innovationskompetenz", "lernende Organisation", "subjektive Theorien", "nutzerzentrierte Denkweise" und "Schulentwicklung" prägen die theoretische und empirische Argumentation.

Wie lässt sich Design Thinking in den Schulalltag integrieren, ohne den Lehrplan zu gefährden?

Die Lehrkräfte beschreiben, dass sie Design Thinking im Schulalltag eher punktuell und in Form von "Methodenbausteinen" (z.B. Brainstorming, Warm-ups) einsetzen, statt den gesamten Prozess für jedes Thema zu nutzen, um Zeitdruck zu vermeiden.

Welche spezifische Rolle spielt der "Raum" bei der Innovationsarbeit in der Schule?

Der Raum wird als kritischer Erfolgsfaktor genannt; offene, flexible Raumkonzepte ermöglichen kollaboratives Arbeiten, wobei Lehrkräfte in der Praxis häufig Schwierigkeiten bei der räumlichen Umsetzung beklagen.

Was ist das größte Hindernis für Lehrkräfte bei der Anwendung von Design Thinking?

Der Zeitfaktor wird von fast allen Befragten als größte Herausforderung genannt, gefolgt von einer hohen Komplexität bei der Anwendung im großen Klassenverband und notwendigen Veränderungen in den traditionellen Bewertungs- und Prüfungsformaten.

Ende der Leseprobe aus 192 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Subjektive Theorien von Lehrkräften über Design Thinking mit Blick auf ihre Aufgabe des Innovierens
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Allgemeine Pädagogik)
Note
1,0
Autor
Felina Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
192
Katalognummer
V1414949
ISBN (PDF)
9783346965042
ISBN (Buch)
9783346965059
Sprache
Deutsch
Schlagworte
design thinking transformationsprozesse schulentwicklung Innovation 4k education Lernen agil Lernmethode Weiterbildung Lehrkärfte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felina Lehmann (Autor:in), 2023, Subjektive Theorien von Lehrkräften über Design Thinking mit Blick auf ihre Aufgabe des Innovierens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414949
Blick ins Buch
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