Das Unterrichtsvorhaben handelt über das Thema Konfliktbewältigung in beruflichen Situationen. Die Entscheidung eine Unterrichtsreihe zum Thema Konflikte am Arbeitsplatz durchzuführen, fiel aufgrund unterschiedlicher Faktoren, die allesamt relevant für die berufliche und private Zukunft und Gegenwart des Einzelnen und der Gruppe ist.
Ich absolvierte mein Praxissemester an einem Förderberufskolleg. Förderberufskolleg bedeutet, dass dort Schülerinnen und Schüler nach der 10ten Klasse sind, die einen besonderen Förderbedarf haben. Die Schule besteht aus lediglich ungefähr 200 Schülerinnen und Schülern, die von insgesamt 25 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden. Die Klassengrößen sind sehr unterschiedlich. So gibt es Klassen, in denen 3 Schülerinnen und Schüler und solche, in denen 18 sind. Eine Klassengröße von über 18 wird allerdings am gesamten Förderberufskolleg nicht überschritten. Jeder Unterricht in allen Klassen des Berufskollegs wird von einer Lehrkraft durchgeführt. Es existiert kein Team-Teaching. Allerdings haben viele Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung eine/n IntegrationshelferIn, die/ der meist nicht nur auf die/ den eigenen zu betreuenden SchülerIn schaut, sondern auch im Unterrichtsgeschehen unterstützt durch Erklärungen, Hilfe in Gruppenarbeiten und während Selbstarbeitsphasen. Oft kennt die Integrationskraft die Klasse sehr gut, da sie durch die Betreuung eines Schülers viel Zeit mit der Klasse verbringt und die sozialen Strukturen kennt. Besondere sprachliche Angebote gibt es am X Berufskolleg nicht. Es gibt Nachhilfe bzw. Förderunterricht in verschiedenen Fächern, so mitunter auch Englisch. Diesen können Schülerinnen und Schüler nutzen, die noch Unterstützungsbedarf in Englisch haben. Besondere Problemsituationen bzw. Schwierigkeiten ist oft der sehr individuelle und starke Förderbedarf vieler Schülerinnen und Schüler. Da die komplette Schülerschaft der Schule einen diagnostizierten Förderbedarf hat, muss von Seiten der Lehrer sehr individuell gearbeitete werden und viel Rücksicht genommen werden für Schwierigkeiten, die in einer Regelschule keine wäre.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Erfahrungen im Praxissemester mit Blick auf den Englischunterricht
2 Unterrichtsvorhaben mit dem Thema „Conflict management in your company“ – Konfliktbewältigung im Betrieb
2.1 Angabe zur Lerngruppe
2.2 Inhalte des Unterrichtsvorhabens
2.3 Bezug zum Kernlehrplan (Kompetenzentwicklung/ Lernziele des Vorhabens)
2.4 Fachdidaktische Prinzipien, Ansätze des Vorhabens
2.5 Planung des Unterrichtsvorhabens
2.6 Unterrichtsstunde zum Thema „Solving a conflict at work - Konfliktdarstellung in einem Rollenspiel“
2.7 Zentrale didaktisch-methodische Entscheidungen zum didaktischen Schwerpunkt der Stunde
3. Durchführung und Evaluation des Unterrichts
4. Reflexion meiner Erfahrung als angehende Englischlehrerin
Zielsetzung und Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die didaktische Planung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zur Konfliktbewältigung im beruflichen Kontext des Servicebereichs. Dabei steht die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen im Vordergrund, um Lernende auf künftige Herausforderungen im Arbeitsalltag vorzubereiten und durch handlungsorientierte Methoden wie Rollenspiele zu motivieren.
- Entwicklung berufsbezogener Sprachkompetenzen im Fach Englisch.
- Einsatz von Task-Based Language Teaching (TBLT) und Rollenspielen.
- Förderung von Sozialkompetenzen und konstruktivem Konfliktmanagement.
- Differenzierung in heterogenen Lerngruppen mit unterschiedlichem Förderbedarf.
- Reflexion der eigenen Lehrerrolle und des professionellen Selbstkonzepts.
Auszug aus dem Buch
2.6 Unterrichtsstunde zum Thema „Solving a conflict at work - Konfliktdarstellung in einem Rollenspiel“
Unterrichtsziel: Die Lernenden sind in der Lage eine nachgespielte Konfliktsituation zu analysieren und dafür Lösungsansätze zu finden, sowie eine selbsterdachte Konfliktsituation in einem Rollenspiel darzustellen. / „Schülerinnen und Schüler üben in Einzel- und Gruppengesprächen Lösungsansätze mit Hilfe vorgegebener Redewendungen ein.“ (Minsterium, 2015, S.26)
Phase Inhaltliche Schwerpunkte/ Operatoren Sozialform Medien Didaktischer Kommentar
Einstieg (ca. 5 min) ● Begrüßung der SuS ● Sitzordnung ändern durch Bildung eines Stuhlkreises ● Überblick über die heutige Stunde geben mit ungefähren Zeitangaben (Anschreiben an das Whiteboard) LV Plenum Whiteboard Aufmerksamkeit herstellen Verlaufs- und Zieltransparenz Einstimmung auf Stundenthematik
Aufwärmphase (ca. 10 min) ● Lehrkraft legt Karten mit Lösungsansätzen für verschiedene Konfliktsituationen im Bereich des Service/ Gastronomie auf den Boden in die Mitte. ● SuS haben einige Minute um diese leise durchzulesen und zu verstehen. ● Karten werden von den SuS laut vorgelesen und besprochen anhand der Bedeutung auf Deutsch/ Übersetzung, inhaltliches Verständnis und die Problemsituation geklärt, in der dieser Lösungsansatz passend wäre – ein S schreibt diese Punkte auf das Kärtchen Plenum Karten mit Lösungsansätzen Aktivierung von Vorwissen Transfer vom Englischen zum Deutschen Klärung von Verständnisschwierigkeiten
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erfahrungen im Praxissemester mit Blick auf den Englischunterricht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Rahmenbedingungen des Praxissemesters an einem Förderberufskolleg und beschreibt die spezifische Schulumgebung sowie die Schülerschaft.
2 Unterrichtsvorhaben mit dem Thema „Conflict management in your company“ – Konfliktbewältigung im Betrieb: Hier wird die Planung der Unterrichtsreihe detailliert dargelegt, inklusive der Lerngruppenanalyse, der Lernziele, der fachdidaktischen Prinzipien und der methodischen Entscheidungen für die thematische Einheit.
3. Durchführung und Evaluation des Unterrichts: In diesem Teil erfolgt eine kritische Analyse des tatsächlichen Unterrichtsverlaufs sowie eine Bewertung der eingesetzten Methoden hinsichtlich ihres Erfolgs und des Lernzuwachses bei den Schülerinnen und Schülern.
4. Reflexion meiner Erfahrung als angehende Englischlehrerin: Das abschließende Kapitel reflektiert die im Praxissemester gesammelten Erfahrungen vor dem Hintergrund der geltenden Lehramtsstandards und dient der Entwicklung eines professionellen Lehrer-Selbstkonzepts.
Schlüsselwörter
Praxissemester, Englischunterricht, Konfliktmanagement, Rollenspiel, Task-Based Language Teaching, Förderberufskolleg, Sonderpädagogik, Handlungsorientierung, Sozialkompetenz, interkulturelle Kompetenz, Lehrerrolle, Differenzierung, Servicebereich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtseinheit zum Thema „Conflict management“ im Fach Englisch an einem Förderberufskolleg.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Konfliktbewältigung im betrieblichen Servicebereich, die Anwendung kooperativer Lernformen und die Förderung von Sprachkompetenzen bei lernbehinderten Jugendlichen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Schülern durch handlungsorientierte Methodik die notwendigen sprachlichen und sozialen Werkzeuge zu vermitteln, um Konflikte am Arbeitsplatz deeskalierend und zielorientiert zu lösen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert schulpraktische Erfahrungen mit theoretischen fachdidaktischen Konzepten, insbesondere dem „Task-Based Language Teaching“ (TBLT) und Prinzipien der konstruktivistischen Didaktik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der Unterrichtsreihe, die spezifische Planung einer Rollenspiel-Stunde sowie deren anschließende Evaluation und Reflexion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Praxissemester, Englischunterricht, Konfliktbewältigung, Rollenspiel und sonderpädagogische Förderung beschreiben.
Wie unterscheidet sich diese Unterrichtsreihe vom Standardunterricht an dieser Schule?
Im Gegensatz zum zumeist lehrerzentrierten Unterricht oder der Arbeit mit Arbeitsblättern setzt diese Einheit bewusst auf Rollenspiele und intensive Gruppenarbeit, um die Schüler aktiver in den Kommunikationsprozess einzubinden.
Warum ist das Thema Konfliktbewältigung speziell für diese Klasse gewählt worden?
Die Auswahl erfolgte aufgrund der altersgemäßen Relevanz für die bevorstehende Ausbildung der Schüler sowie aufgrund diagnostizierter Defizite im Bereich der sozialen Kompetenz und Empathiefähigkeit innerhalb der Lerngruppe.
- Arbeit zitieren
- Annemarie Mehler (Autor:in), 2019, Konfliktbewältigung in beruflichen Situationen. Theorie-Praxis-Bericht im Fach Englisch an einem Förderberufskolleg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414956