In folgendem Bericht wird das Unterrichtsvorhaben „Alltagskonflikte im betrieblichen Miteinander“ vorgestellt und reflektiert.
Fach: Gesellschaftslehre; Thema: Alltagskonflikte im betrieblichen Miteinander – „Du Dussel!“ Wenn’s am Arbeitsplatz kracht!
Fachliches Ziel: Unter Anleitung erkennen die Schülerinnen und Schüler die Bedeutung grundlegender Werte und Normen für die Zusammenarbeit in einem branchenüblichen Betrieb. Förderschwerpunktspezifisches Ziel: Die Schülerinnen und Schüler erkennen durch Übungen zum Hineinversetzen in andere Personen, wie sie sich anderen im Betrieb gegenüber passend verhalten.
Der Aufbau der Unterrichtsreihe Alltagskonflikte im betrieblichen Miteinander wird im Folgenden tabellarisch dargestellt. Die Unterrichtsreihe umfasst sechs Einheiten, je drei in Einzelstunden (45 min) und 3 in Doppelstunden (90 min). Gesellschaftslehre haben die Schülerinnen und Schüler der AVVE zweimal wöchentlich und zwar montags einstündig und donnerstags doppelstündig. Deshalb benötigt diese Unterrichtsreihe drei volle Wochen. Der Fokus der Unterrichtsreihe liegt auf der Förderung des fachspezifischen Entwicklungsanliegens. Die Unterrichtsstunde die im weiteren Bericht genauer vorgestellt und analysiert werden soll ist grau hinterlegt (die vierte Einheit). Die anderen Unterrichtseinheiten werden nur skizziert dargestellt, da dies ansonsten den Rahmen der Arbeit übersteigen würde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Planung und Durchführung des Vorhabens
3. Themenwahl und Begründung in Bezug auf die gewählte Reihe
4. Begründung der Unterrichtseinheit
5. Beschreibung der Planung
Sachanalyse
6. Didaktischer Kommentar
7. Verlaufsplanung
8. Tatsächlicher Stundenablauf
9. Reflexion der Unterrichtseinheit
10. Lehrerverhalten
11. Reflexion der Unterrichtsreihe
12. Reflexion der Erfahrungen im Praxissemester in Bezug auf die förderschwerpunktspezifischen Anteile
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dokumentiert und reflektiert das Unterrichtsvorhaben "Alltagskonflikte im betrieblichen Miteinander" für die Klasse AVVE an einem Berufskolleg. Ziel ist es, durch kreative Methoden wie Pantomime und Rollenspiele die soziale Kompetenz, das Empathievermögen sowie das Verständnis für betriebliche Werte und Normen bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu stärken.
- Förderung von Empathie und Konfliktfähigkeit durch Rollenspiele
- Auseinandersetzung mit Werten und Normen im betrieblichen Umfeld
- Stärkung des Sozialverhaltens und der Klassengemeinschaft
- Differenzierung der Unterrichtsinhalte für heterogene Lernniveaus
Auszug aus dem Buch
6. Didaktischer Kommentar
Die didaktischen Maßnahmen meiner Unterrichtseinheit sind zum größten Teil kreativer und interaktiver Art. Dazu zählen das Pantomimenspiel und das Kreieren und Vorführen eines Rollenspiels. Des Weiteren nutze ich die Möglichkeit der Sitzordnung als Kreis, um den Schülerinnen und Schülern ein Gefühl von Gemeinschaft zu vermitteln. Zum Anfang nutze ich die Partnerarbeit für das Pantomimenspiel, damit die Lernenden langsam in das Thema und die interaktive Art des Unterrichts kommen. Sie probieren sich zuerst mit nur einem Partner im schauspielerischen Bereich aus, was vielen angenehmer ist als direkt im Mittelpunkt einer ganzen Klasse zu stehen und dort Emotionen in Pantomimenform darzustellen.
Rollenspiele lassen sich nach Reich (2008) in vier Phasen einteilen. Die Aufwärmphase, die Spielphase, die Entlassungsphase und die Reflexionsphase. Die Übung der Pantomime eignet sich in der Aufwärmphase für die Lockerung und Entspannung und dient als Vorbereitung auf das Hineinversetzen in andere Rollen (vgl. Reich, 2008). Eine Differenzierungsmaßnahme bei dieser Übung ist, dass die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler, in dieser Klasse die mit einer geistigen Entwicklungsverzögerung, einen Zettel bekommen, auf dem alle Emotionen stehen, die das Gegenüber gerade pantomimisch darstellen könnte. Auf diese Art und Weise hat der schwächere Lernende einen Überblick über alle möglichen Antworten und kann daraus eine Entscheidung treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Unterrichtsvorhabens und Beschreibung der heterogenen Lerngruppe sowie der Lernatmosphäre am Berufskolleg.
2. Planung und Durchführung des Vorhabens: Detaillierte Darstellung des Aufbaus der Unterrichtsreihe, inklusive Lernzielen und einer tabellarischen Übersicht der sechs Einheiten.
3. Themenwahl und Begründung in Bezug auf die gewählte Reihe: Rechtfertigung der Themenwahl basierend auf individuellen Förderbedarfen, Klassensituation und den Anforderungen der Richtlinien.
4. Begründung der Unterrichtseinheit: Verortung der Einheit in den curricularen Vorgaben und Erläuterung der pädagogischen sowie fachspezifischen Zielsetzungen.
5. Beschreibung der Planung: Erläuterung der methodischen Schritte zur Erhebung der Lernvoraussetzungen und Planung der Unterrichtsstunde.
6. Didaktischer Kommentar: Reflexion über die gewählten kreativen Lehrmethoden, wie Rollenspiele und Pantomime, sowie deren förderpädagogische Relevanz.
7. Verlaufsplanung: Präzise Auflistung der Phasen, Aktivitäten, Sozialformen und Medien für die ausgewählte Unterrichtsstunde.
8. Tatsächlicher Stundenablauf: Analyse der tatsächlichen Durchführung, der auftretenden Störungen und der Resonanz der Schüler auf die interaktiven Elemente.
9. Reflexion der Unterrichtseinheit: Kritische Auseinandersetzung mit dem Erreichen der Lernziele, dem Schülerverhalten und der Eignung der Methoden.
10. Lehrerverhalten: Selbstreflexion der eigenen Rolle als Lehrkraft, insbesondere in Bezug auf Motivation, Arbeitsanweisungen und Klassenführung.
11. Reflexion der Unterrichtsreihe: Zusammenfassende Bewertung der Reihe, des Lernerfolgs der Schüler und der Relevanz für das gesellschaftliche Miteinander.
12. Reflexion der Erfahrungen im Praxissemester in Bezug auf die förderschwerpunktspezifischen Anteile: Einordnung der persönlichen Entwicklung in die vorgegebenen Standards der Lehrerbildung.
Schlüsselwörter
Praxissemester, Förderschwerpunkt Lernen, Unterrichtsvorhaben, Rollenspiel, Pantomime, Konfliktbewältigung, Empathie, Berufskolleg, soziale Kompetenz, Differenzierung, Betrieb, Werteerziehung, Gruppenarbeit, Reflexion, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit reflektiert ein Unterrichtsvorhaben zum Thema betriebliche Konflikte, das im Rahmen eines Praxissemesters in einer Ausbildungsvorbereitungsklasse durchgeführt wurde.
Welche zentralen Themen werden behandelt?
Im Mittelpunkt stehen Konfliktlösungsstrategien, berufliche Werte und Normen sowie die Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen der Lernenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel besteht darin, den Schülern durch interaktive Methoden zu vermitteln, wie sie sich in andere hineinversetzen und auftretende Konflikte im Berufsalltag konstruktiv lösen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt schwerpunktmäßig handlungsorientierte Ansätze, insbesondere Rollenspiele und Pantomime, die theoretisch durch die konstruktivistische Didaktik nach Kersten Reich fundiert sind.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Planung, die Sachanalyse des Konfliktbegriffs, die detaillierte Verlaufsplanung sowie die kritische Reflexion des Lehrerverhaltens und der Unterrichtsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Das Werk wird maßgeblich durch Begriffe wie "Förderschwerpunkt Lernen", "Empathieförderung", "Rollenspiel" und "berufliche Integration" geprägt.
Wie wurde mit der Heterogenität der Klasse umgegangen?
Die Lehrkraft setzte gezielte Differenzierungsmaßnahmen ein, wie z.B. visuelle Hilfsmittel bei der Pantomime und eine sorgfältige Gruppeneinteilung, um sowohl leistungsstärkere als auch schwächere Schüler zu fordern und fördern.
Welche Rolle spielt die Themenzentrierte Interaktion (TZI) in der Arbeit?
Die TZI nach Ruth C. Cohn dient als Basis für die Regeln der Rollenspiele, um einen strukturierten und reflektierten Umgang mit Konflikten innerhalb der Lerngruppe zu ermöglichen.
Welche Bedeutung hat die Beziehungsebene im Unterricht?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Beziehungsarbeit die wichtigste Voraussetzung für einen lernförderlichen Unterricht bei unmotivierten oder beeinträchtigten Schülern ist.
- Arbeit zitieren
- Annemarie Mehler (Autor:in), 2019, Alltagskonflikte im betrieblichen Miteinander. Theorie-Praxis-Bericht im Fach Gesellschaftslehre an einem Förderberufskolleg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414961