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Königsrecht und Reichsregalien. Die Investiturverhandlungen zwischen 1106 und 1111

Titel: Königsrecht und Reichsregalien. Die Investiturverhandlungen zwischen 1106 und 1111

Seminararbeit , 2023 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lennart Mühlhaus (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, warum es auch mit Henrich V. zunächst nicht zu einer Einigung
in der Investiturfrage kam und wie und warum der Vertrag von 1111 dann trotzdem möglich gemacht wurde. Dafür soll zunächst auf die Ausgangssituation im Verhältnis zwischen König und Papst zum Herrschaftsantritt Heinrichs V. 1105 sowie dessen Entwicklung in den darauffolgenden Jahren eingegangen werden.

Da die Investiturfrage in diesen Jahren in England und Frankreich gelöst wurde, sollen auch diese Einigungen sowie mögliche Gründe, warum der Investiturstreit im römisch-deutschen Reich so viel länger andauerte und so viel konfliktreicher war als in den anderen beiden Reichen, näher betrachtet werden.

Im zweiten Teil wird es um den Italienfeldzug Heinrichs und die Verhandlungen bis zum Vertragsschluss und seiner Kaiserkrönung gehen, wobei die Argumentationsweise der kaiserlichen Seite anhand des Traktats de investitura episcoporum
analysiert und auf mögliche Parallelen zum Vertrag von Santa Maria in Turri untersucht werden soll, vor allem, was das Verständnis von Kirchenbesitz betrifft.

Wohl kaum ein Konflikt hat die salische Königs- und Kaiserdynastie so sehr geprägt wie der Investiturstreit. Er nahm ungefähr die Hälfte der hunderteinjährigen salischen Herrschaft über das römisch-deutsche Reich und nahezu die gesamte Herrschaft der Kaiser Heinrich IV. und seinem Sohn Heinrich V. ein.

Der Konflikt, in dem sich König und Papst um die Frage nach der Einsetzung der Bischöfe stritten, wurde ursprünglich zwischen Heinrich IV. und Papst Gregor VII. geführt und fand im Gang nach Canossa 1077 seinen ersten Höhepunkt und bestimmte auch die nachfolgenden Jahrzehnte maßgeblich, bis Heinrich V. und Papst Calixt II. ihn im Jahr 1122 im Wormser Konkordat beilegten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Festgefahrene Verhandlungen 1106/07

2.1.) Die Synode von Guastella

2.2.) Verhandlungen bei Châlons und das Konzil von Troyes

2.3.) Der Investiturstreit in Frankreich und England

3.) Der Regalienbegriff bei den Verhandlungen zur Kaiserkrönung

3.1.) Der Italienzug Heinrichs V. und erstes Aufeinandertreffen

3.2.) Die Argumentation der kaiserlichen Seite am Beispiel des Traktats „de investitura episcoporum“

3.3.) Eine Lösung der Investiturfrage? Der Vertrag von Santa Maria in Turri

4.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der festgefahrenen Investiturverhandlungen zwischen dem römisch-deutschen König Heinrich V. und Papst Paschalis II. im Zeitraum zwischen 1106 und 1111. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, welche Faktoren die Einigung in anderen europäischen Reichen begünstigten und warum der Investiturstreit im römisch-deutschen Reich so langwierig und konfliktreich verlief. Ein Schwerpunkt liegt auf der Analyse der kaiserlichen Argumentationsführung und der Entstehung des Vertrags von Santa Maria in Turri.

  • Analyse der gescheiterten Investiturverhandlungen zwischen 1106 und 1107.
  • Vergleichende Untersuchung der Investiturstreitigkeiten in Frankreich und England.
  • Auswertung der kaiserlichen Argumentationsweise anhand des Traktats „de investitura episcoporum“.
  • Untersuchung der Entstehung und Bedeutung des Regalienbegriffs für den Vertrag von Santa Maria in Turri.

Auszug aus dem Buch

3.2.) Die Argumentation der kaiserlichen Seite am Beispiel des Traktats „de investitura episcoporum“

In dieser Situation erschien im Jahr 1109 ein Traktat, das – ursprünglich ohne Titel – nachträglich mit „de investitura episcoporum“ (zur Investitur der Bischöfe) betitelt wurde. Es ist anonym überliefert, allerdings wird gemeinhin angenommen, dass es von Sigebert von Gembloux verfasst wurde. Der Benediktinermönch, der um 1030 geboren wurde und 1112 starb, gilt als einer der vielseitigsten Literaten des 11. Und 12. Jahrhunderts und hatte auch in anderen Streitfragen seiner Zeit Partei ergriffen, so hatte er bereits 1089 die Fähigkeit von verheirateten Priestern, Sakramente zu spenden, verteidigt, womit er gegen die Forderung des Reformpapsttums nach einer konsequenten Durchsetzung des Zölibats argumentierte. Bei Sigebert handelte es sich also um einen geeigneten Kandidaten, um die königliche Position in den Investiturverhandlungen darzulegen. Für die Autorenschaft Sigeberts sprechen außerdem die starken Parallelen zu seiner Weltchronik zu Beginn des Traktats wie auch die geistige Nähe zwischen dem Traktat und der persönlichen Korrespondenz Sigeberts.

Zu welchem Zweck das Traktat genau verfasst wurde, lässt sich nicht eindeutig sagen, da weder ein Vorwort oder eine Einleitung, noch ein sonstiger Verweis auf den Zweck vorhanden ist; aufgrund der ausführlichen Schilderung, wie Kaiserwürde auf die römisch-deutschen Könige überging und des feierlichen Schlusses kann man aber davon ausgehen, dass es mit dem Ziel geschrieben wurde, sowohl von der Mit- als auch von der Nachwelt gelesen zu werden. Tatsächlich handelt es sich bei dem Traktat um eine der wenigen Streitschriften (sofern man es als solche bezeichnen möchte), die bereits kurz nach Erscheinen einigermaßen große Verbreitung fand. Zudem ist es wahrscheinlich in enger Verbindung zur königlichen Kanzlei entstanden, da es einige Einwände der päpstlichen Partei in den Verhandlungen von Châlons aufgreift und es Kopien des Traktats im Kloster und im Domkapitel von Bamberg gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Investiturstreit als prägende Konfliktlinie der salischen Herrschaft und umreißt die Fragestellung nach den Gründen für das Ausbleiben einer Einigung bis 1111.

2.) Festgefahrene Verhandlungen 1106/07: Dieses Kapitel analysiert die frühen, ergebnislosen Verhandlungsversuche auf Synoden und Konzilien, die zu einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen dem König und dem Papst führten.

3.) Der Regalienbegriff bei den Verhandlungen zur Kaiserkrönung: Das Hauptkapitel untersucht Heinrichs Italienzug, die kaiserliche Argumentation anhand des Traktats „de investitura episcoporum“ sowie die radikale, aber letztlich kurzlebige Einigung im Vertrag von Santa Maria in Turri.

4.) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Unterscheidung zwischen Schenkungen und Regalien, die zur Einigung von 1111 führte, langfristig von Bedeutung war.

Schlüsselwörter

Investiturstreit, Heinrich V., Paschalis II., Regalien, Kirchenbesitz, Reichsbischöfe, de investitura episcoporum, Vertrag von Santa Maria in Turri, Kaiserkrönung, Sigebert von Gembloux, Laieninvestitur, Rom.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den komplexen Investiturverhandlungen zwischen König Heinrich V. und Papst Paschalis II. im frühen 12. Jahrhundert sowie den daraus resultierenden rechtlichen und politischen Implikationen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentral sind die Dynamik der königlich-päpstlichen Beziehungen, das Ringen um die Hoheit der Bischofseinsetzung und die Entwicklung rechtlicher Konzepte wie des Regalienbegriffs.

Was ist das primäre wissenschaftliche Ziel?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum im römisch-deutschen Reich keine schnelle Lösung des Investiturstreits erreicht werden konnte, verglichen mit der Entwicklung in England und Frankreich.

Welche Methoden wurden angewandt?

Es wurde eine deskriptiv-analytische Methode verwendet, die historische Ereignisse anhand zeitgenössischer Quellen und Fachliteratur kritisch beleuchtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Verhandlungen, vergleicht internationale Entwicklungen und untersucht die kaiserliche Argumentation sowie die Entstehung spezifischer Rechtsbegriffe.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Investiturstreit, Regalien, politischer Einfluss der Reichsbischöfe und das Konziliarwesen der Ära Paschalis II.

Was war der ausschlaggebende Grund für die Verzögerung einer Einigung im römisch-deutschen Reich?

Die hohe politische Bedeutung und Machtstellung der Reichsbischöfe, die als Stützen der königlichen Autorität fungierten, machte den Verzicht auf das Investiturrecht für Heinrich V. machtpolitisch riskant.

Welche Funktion hatte der Traktat „de investitura episcoporum“ laut der Arbeit?

Er diente als Argumentationsgrundlage für die königliche Seite, um die Legitimität der Investitur durch den König historisch und religiös zu stützen und gegen päpstliche Verbotsversuche zu verteidigen.

Warum wird der Vertrag von Santa Maria in Turri als „radikale Lösung“ bezeichnet?

Er schlug eine radikale Trennung vor: Die Kirche sollte auf weltliche Machtbefugnisse (Regalien) verzichten, während der König im Gegenzug sein Investiturrecht abtreten sollte – ein revolutionärer Ansatz für die damalige Zeit.

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Details

Titel
Königsrecht und Reichsregalien. Die Investiturverhandlungen zwischen 1106 und 1111
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Historisches Institut)
Veranstaltung
HS Die späten Salier
Note
1,3
Autor
Lennart Mühlhaus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
23
Katalognummer
V1414969
ISBN (PDF)
9783346968463
ISBN (Buch)
9783346968470
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Investiturstreit Heinrich V. Innozenz II. Regalien Salier De investitura episcoporum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lennart Mühlhaus (Autor:in), 2023, Königsrecht und Reichsregalien. Die Investiturverhandlungen zwischen 1106 und 1111, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1414969
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Leseprobe aus  23  Seiten
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