In der Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs war auch das Leben der Kinder und Jugendlichen stark politisch geprägt. Diese Arbeit beschreibt, in welchem Ausmaß das Umfeld der jungen Menschen in den Dreißiger- und Vierziegerjahren des letzten Jahrhunderts vom nationalsozialistischen Regime beeinflusst wurde.
Die parteieigenen Jugendorganisationen waren für eine „Freizeitgestaltung“ im Sinne des Nationalsozialismus zuständig, dabei standen die Vermittlung nationalsozialistischer Werte sowie die Vorbereitung auf den Krieg im Vordergrund. In dieser Arbeit werden Ideologie, Organisation, Ausbildungsinhalte und verschiedene Veranstaltungen der Hitlerjugend beschrieben.
Auch die schulische Erziehung wurde massiv von der NSDAP beeinflusst. Hier wird ein Einblick in die nationalsozialistische Ideologie der schulischen Erziehung, die Lehrziele, Schulbücher, das Lehrerverhalten und das Schicksal der jüdischen Schüler gegeben. Auch der starke Einfluss der Hitlerjugend auf die Schule wird thematisiert. Dabei wird das Thema mit einem besonderen Fokus auf die Situation in Österreich beleuchtet.
Im anschließenden praktischen Teil der Arbeit wird die Thematik in Form einer Materialzusammenstellung für Offenes Lernen für den Einsatz im Geschichtsunterricht in der Sekundarstufe aufgearbeitet.
Schlüsselwörter:
Nationalsozialismus, Austrofaschismus, Hitlerjugend, Offenes Lernen
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1 VORGESCHICHTE
1.1 DIE ZEIT DES AUSTROFASCHISMUS
1.1.1 Jugendorganisationen im Austrofaschismus
1.1.2 Schule im Austrofaschismus
1.2 DER ANSCHLUSS
2 JUGENDORGANISATIONEN IM NATIONALSOZIALISMUS
2.1 IDEOLOGIE DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDERZIEHUNG
2.2 ORGANISATION DER HITLER-JUGEND
2.3 AUSBILDUNG UND INHALTE IN DER HITLER-JUGEND
2.3.1 Jungenerziehung
2.3.2 Mädchenerziehung
2.4 AKTIONEN UND VERANSTALTUNGEN
3 SCHULE IM NATIONALSOZIALISMUS
3.1 IDEOLOGIE DER SCHULISCHEN ERZIEHUNG – ERZIEHUNGSMAXIMEN
3.2 SCHULORGANISATION
3.3 LEHRZIELE UND SCHULBÜCHER
3.3.1 Lehrziele und der Lehrplan
3.3.2 Schulbücher und Unterrichtsmaterialien
3.4 SCHULVERANSTALTUNGEN, FESTE UND FEIERN
3.5 DIE LEHRER
3.6 JÜDISCHE SCHÜLER
3.7 EINFLUSS DER HITLER-JUGEND AUF DIE SCHULE
4 PRAKTISCHER TEIL
4.1 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1.1 Sachanalyse
4.1.2 Offenes Lernen
4.2 ARBEITSMATERIALIEN FÜR OFFENES LERNEN
4.2.1 Arbeitsplan
4.2.2 Organisation der Hitler-Jugend
4.2.3 „Sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben...“
4.2.4 Alltag in der Hitler-Jugend
4.2.5 „Das Kleid des Führers“ – Uniform der HJ
4.2.6 Das HJ-Lager
4.2.7 Schule unter Adolf Hitler
4.2.8 Die “Befleckten” von Salzburg
4.2.9 Schulaufgaben im Nationalsozialismus
4.2.10 „ Begeistert – Gedrillt – Betrogen. Die Hitlerjugend“
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Jugendorganisationen sowie des Schulwesens im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung Österreichs. Das primäre Ziel ist es, die totalitäre Vereinnahmung von Kindern und Jugendlichen durch das Regime aufzuzeigen und diese Thematik didaktisch für den Unterricht (Offenes Lernen) aufzubereiten.
- Situation von Jugend und Schule im Austrofaschismus
- Strukturen und Ideologie der Hitler-Jugend
- Wehrgeistige Erziehung und Instrumentalisierung der Schule
- Rassenlehre und Diskriminierung jüdischer Schüler
- Praktische Erarbeitung von Lehrmaterialien
Auszug aus dem Buch
IDEOLOGIE DER AUSSERSCHULISCHEN JUGENDERZIEHUNG
„Diese Jugend, die lernt ja nichts anderes als deutsch denken, deutsch handeln, und wenn diese Knaben mit zehn Jahren in unsere Organisation hineinkommen und dort zum erstenmal überhaupt eine frische Luft bekommen und fühlen, dann kommen sie vier Jahre später vom Jungvolk in die Hitler-Jugend, und dort behalten wir sie wieder vier Jahre. Und dann geben wir sie erst recht nicht zurück in die Hände unserer alten Klassen- und Standes-Erzeuger, sondern dann nehmen wir sie sofort in die Partei, in die Arbeitsfront, in die SA oder in die SS, in das NSKK und so weiter. Und wenn sie dort zwei Jahre oder anderthalb Jahre sind und noch nicht ganz Nationalsozialisten geworden sein sollten, dann kommen sie in den Arbeitsdienst und werden dort wieder sechs und sieben Monate geschliffen, alles mit dem Symbol, dem deutschen Spaten. Und was dann nach sechs oder sieben Monaten noch an Klassenbewußtsein oder Standesdünkel da oder da noch vorhanden sein sollte, das übernimmt dann die Wehrmacht zur weiteren Behandlung auf zwei Jahre, und wenn sie nach zwei, drei oder vier Jahren zurückkehren, dann nehmen wir sie, damit sie auf keinen Fall rückfällig werden, sofort wieder in die SA, SS und so weiter, und sie werden nicht mehr frei ihr ganzes Leben.“ (Krüger 1987: 15)
Dieses Zitat von Adolf Hitler zeigt meiner Meinung nach sehr gut, welche Ziele die nationalsozialistische Jugenderziehung hatte: Das Leben eines jeden einzelnen total zu beherrschen und zu vereinnahmen. Die jungen Menschen sollten gar keine Chance mehr haben, anders zu denken oder anders zu handeln, als dies von Adolf Hitler und seiner NSDAP gewünscht wurde.
Die Staatsjugendorganisation sollte als dritter Lebensbereich neben Familie und Schule das Leben der Jugendlichen im nationalsozialistischen Sinne bestimmen und beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
VORGESCHICHTE: Analysiert das politische System Österreichs während des Austrofaschismus und die damalige Situation von Jugendgruppen und Schulen.
JUGENDORGANISATIONEN IM NATIONALSOZIALISMUS: Beschreibt die Ideologie, die strikte hierarchische Organisation der Hitler-Jugend sowie die Ausbildungsziele und Aktivitäten.
SCHULE IM NATIONALSOZIALISMUS: Beleuchtet die ideologische Ausrichtung der Schule, die organisatorischen Veränderungen, die Rolle der Lehrer, das Schicksal jüdischer Kinder und den Einfluss der Staatsjugend.
PRAKTISCHER TEIL: Präsentiert ein didaktisches Konzept und konkrete Materialien für Offenes Lernen zum Thema, inklusive methodischer Reflexion.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Austrofaschismus, Österreich, Schule, Hitler-Jugend, Bund deutscher Mädel, Erziehung, Ideologie, Rassenlehre, Wehrerziehung, Offenes Lernen, Indoktrination, Jugendorganisationen, Drittes Reich, Schulpraxis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie das nationalsozialistische Regime in Österreich die Lebensbereiche von Kindern und Jugendlichen – insbesondere Schule und Jugendorganisationen – ideologisch vereinnahmte und zu Erziehungszwecken für das Regime instrumentalisierte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Jugendorganisationen (v.a. Hitler-Jugend), die ideologische Umgestaltung des Schulsystems, die Verherrlichung von Krieg und NS-Werten in Unterrichtsmaterialien sowie die Ausgrenzung von Minderheiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Neben der historischen Aufarbeitung der Instrumentalisierung von Kindern durch den Nationalsozialismus zielt die Arbeit darauf ab, Unterrichtsmaterialien für die Praxis (Offenes Lernen) zu erstellen, um Schülern dieses sensible Thema näherzubringen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer Quellen, Zeitzeugenberichte und schulpädagogischer Fachliteratur, die mit einem eigenen didaktischen Teil zur praktischen Umsetzung kombiniert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der außerschulischen Jugendarbeit, die massiven Eingriffe in das österreichische Schulwesen nach dem Anschluss sowie eine umfassende Darstellung der ideologisch gefärbten Lehrinhalte und Schulrituale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Schwerpunkte Nationalsozialismus, Schule, Hitler-Jugend, Rassenlehre und didaktische Aufbereitung (Offenes Lernen) aus.
Wie wurde der Widerstand von Lehrern und Schülern behandelt?
Die Arbeit zeigt auf, dass es zwar kleinen organisierten Widerstand gab, die Mehrheit jedoch aus Angst oder Opportunismus dem Druck des Regimes nachgab, wobei individueller Widerstand oft nur in subtilen Formen (z.B. Alternativgruß) möglich war.
Welche Bedeutung kommt der Rassenlehre im Unterricht zu?
Die Rassenlehre fungierte als zentrales Unterrichtsprinzip, das nicht nur in Biologie, sondern fächerübergreifend eingesetzt wurde, um den Wert der "arischen Rasse" zu betonen und Hass gegenüber Minderheiten gezielt zu schüren.
Wie lässt sich das Thema heute im Unterricht vermitteln?
Die Autorin plädiert für den Einsatz von Methoden des Offenen Lernens (z.B. Lerntaschen, Klammerkarten), da diese die Schüler aktivieren und durch die Arbeit mit zeitgenössischen Quellen ein tieferes Verständnis für die damalige Lebenswelt ermöglichen.
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- Mag. Maria Ablinger (Author), 2003, Jugendorganisationen und Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung Österreichs. Theorie und Unterrichtsentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14152